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Startups

So geht Crowdfunding! Die besten Tipps von Protonet, Tado und den Krautreportern

    So geht Crowdfunding! Die besten Tipps von Protonet, Tado und den Krautreportern
Protonet feiert seinen Crowdfunding-Erfolg. (Foto: Protonet)

Crowdfunding wird auch hierzulande immer beliebter. Wer es mit der Community-basierten Finanzierungsmethode versuchen will, sollte allerdings einiges beachten – mit den Tipps von Tado, Protonet und den Krautreportern seid ihr bestens aufgestellt.

Immer mehr deutsche Unternehmen machen durch erfolgreiches Crowdfunding von sich reden. Allen voran Protonet, die Krautreporter und das Münchner Smart-Home-Startup tado. Doch was hat ihren Kampagnen zum Erfolg verholfen? Wir haben sie nach ihren wichtigsten Learnings befragt.

Protonet – Zweimal Crowdfunding, zweimal Rekord

Protonet feiert seinen Crowdfunding-Erfolg. (Foto: Protonet)
Protonet feiert seinen Crowdfunding-Erfolg. (Foto: Protonet)

Das Hamburger Startup Protonet hat bereits zweimal mit einer Crowdfunding-Kampagne Maßstäbe gesetzt. Ende 2012 sammelte das Team um Ali Jelveh über Seedmatch innerhalb von 48 Minuten 200.000 Euro für seinen Protonet-Server ein – die bis dato höchste Summe für ein deutsches Crowdfunding-Projekt. Anfang Juni stellte Protonet mit der Seedmatch-Kampagne für den Mini-Server Maya sogar den Weltrekord ein: 750.000 Euro in 90 Minuten. Innerhalb weniger Stunden war das Kampagnenziel von drei Millionen Euro vollständig erreicht. Eine ziemlich beeindruckende Bilanz.

Crowdfunding-Tipps von Philipp Baumgaertel, Growth Manager bei Protonet

Philipp Baumgaertel von Protonet hat t3n seine Crowdfunding-Tipps verraten. (Foto: Protonet)
Philipp Baumgaertel von Protonet hat t3n seine Crowdfunding-Tipps verraten. (Foto: Protonet)

1. Kennt die Plattform und die Nutzer!

Überlegt euch, welche Plattform die Richtige ist – habe ich ein B2C- oder B2B-Thema? Brauche ich eine ganze Bühne oder reicht ein Slot neben vielen? Will ich spezielle Länder ansprechen? All das sind Fragen, die ich zuerst beantworten muss. Danach ist es wichtig, auf das Feedback zu hören, denn egal ob Kickstarter, Seedmatch oder Indiegogo – die Macher der Plattform kennen ihre Crowd am besten. Wenn sie euch Tipps geben, setzt sie um. Sei es bei der Länge eines Videos, dem richtigen Zeitpunkt der Ansprache oder der Emotions-Stärke eines Interviews.

2. Habt einen Track-Record!

Ein Investment bedeutet Vertrauen. Eure Unterstützer müssen das Gefühl haben: „Die schaffen das!“ Je größer die Zahl der Erfolge ist, die ihr verzeichnen könnt, desto besser ist eure Chance, echtes Vertrauen aufzubauen. Euer Track-Record muss nicht zwingend mit dem aktuellen Projekt zusammenhängen, sondern in erster Linie glaubwürdig sein. Viele Jahre Branchenerfahrung, ein gelungener Prototyp oder bereits ins Boot geholte Investoren – all das können vertrauensbildende Merkmale Eurer Erfolgsgeschichte sein.

3. Fragt euch: „Womit können wir die Menschen berühren?“

Nüchterne Pitches ziehen bei der Crowd nicht. Warum auch? Die Crowd investiert in eine bessere Welt! Zukunftsmusik ist der Sound, den die Crowd am liebsten hört. Ihr braucht ein Produkt, das das Leben eurer Unterstützer verbessert, und ein Rezept, um es emotional anzubieten. Welches Bild von der Zukunft möchtet IHR zeichnen? Was könnt IHR dazu beitragen? Wie könnt IHR einen Unterschied herbeiführen?

Der Erfolg einer Crowdfunding-Kampagne hängt von unglaublich vielen Punkten ab – dieser hier ist für uns aber der wichtigste gewesen. Die Zukunft hängt von euch ab, und die Crowd kann euch helfen sie zu erreichen, wenn ihr es schafft, eure Idee zum gemeinsamen Projekt zu machen.

Tado: Im Dauerlauf zu Goal und Stretch-Goal

Das neue Produkt von Tado macht auch Klimaanlagen intelligent. (Screenshot: Tado)
Das neue Produkt von tado macht auch Klimaanlagen intelligent. (Screenshot: Tado)

Das Münchener Startup tado war vor allem für sein Heizthermostat bekannt, bevor es im Mai via Kickstarter sein neues Produkt „Tado Cooling“, eine Lösung für fernsteuerbare Klimaanlagen, vorstellte. Nach nur drei Wochen mit 150.000 Euro durchfinanziert, setzte tado sich für den verbleibenden Kampagnenzeitraum ein Stretch-Goal: Sollten weitere 50.000 Euro zusammen kommen, würde man bis Herbst 2014 auch die Integration mit Apples HomeKit ermöglichen. Gesagt, getan: In 30 Tagen auf Kickstarter kamen insgesamt über 200.000 Euro zusammen. So entspannt käme sicherlich jeder Crowdfunder gerne ins Ziel!

Crowdfunding-Tipps von Leopold von Bismarck, CMO bei tado

Tippgeber Leopold von Bismarck ist Managing Director und CMO bei Tado. (Foto: Tado)
Tippgeber Leopold von Bismarck ist Managing Director und CMO bei tado. (Foto: Tado)

1. Bereitet euch bis ins Detail vor!

Was die Kommunikation eurer Crowdfunding-Kampagne in den Bereichen PR und Marketing angeht, könnt ihr nicht gründlich genug vorbereitet sein. Wir haben im Vorfeld selektierte Medien über den Launch informiert und mit exklusiven Informationen versorgt. Je nach Plattform und Thema eures Projekts solltet ihr hier auf den richtigen geografischen und inhaltlichen Fokus der Medien achten. Sobald die ersten versorgt sind und das Projekt gelauncht ist, ist es sinnvoll, weitere Medien anzugehen und überall telefonisches „Follow-up“ zu betreiben. E-Mail-Texte, individuelle Pressemitteilungen etc. sind schon vorher fertig, sodass ihr das Feuerwerk gezielt Schritt für Schritt „abfeuern“ könnt. Bei tado haben wir die besten Erfahrungen mit direktem Kontakt zu den Journalisten gemacht.

2. Stillt den Informationsbedarf eurer Unterstützer!

Je mehr die Unterstützer über euer Projekt wissen, desto eher sehen sie, dass mit euch wirklich passionierte Leute dahinter stecken, denen sie Vertrauen schenken können. Hierfür ist es enorm wichtig, kontinuierlich und transparent mit euren „Backern“ über Content-Updates, Direct Messages, Kommentare oder E-Mails zu kommunizieren. Die Antwortzeiten sollten wenige Stunden nicht überschreiten und das hilfreiche Feedback sehr wohlwollend aufgenommen werden.

3. Flankiert eure Kommunikation mit Performance-Marketing!

Mit Performance-Marketing-Maßnahmen könnt ihr zusätzliche Aufmerksamkeit für eure Kampagne generieren. Über Targeting stellt ihr dabei sicher, dass Regionen und Interessen der Zielgruppe sich mit dem Publikum eurer Crowdfunding-Plattform decken. Beachtet dabei, dass nur eine spezielle Zielgruppe bereit ist, Geld in Crowdfunding-Projekte zu investieren. Über Remarketing könnt ihr potenzielle Backer auch nach der Kampagne noch erreichen. Bei tado hatten wir während der Kampagne nur eine sehr schlanke Integration des neuen Produkts auf unserer Website, um jeglichen Traffic auf Kickstarter zu fokussieren.

4. Seid „shareable“!

Macht es euren Backern so einfach wie möglich, euer Projekt weiter zu empfehlen und die Trommel für euch zu rühren. Wir haben dazu zum Beispiel eine spezielle Landing-Page mit Presseartikeln und Share-Buttons erstellt: www.tado.com/spreadtheword. Diese haben wir immer wieder in unseren Content-Updates verlinkt – und damit immer wieder neue Aufmerksamkeit generieren können.

Krautreporter: Erst totgesagt – und es dann allen gezeigt

Die Crowdfunding-Kampagne der Krautreporter hat in den letzten Wochen für ein wahres Feuerwerk an Aufmerksamkeit gesorgt. Über die eigene Plattform krautreporter.de wollte das Team die Anschubfinanzierung für ein unabhängiges Online-Magazin einsammeln. Zunächst sah es so aus, als würden die benötigten 15.000 Unterstützer – und damit das monetäre Kampagnenziel von 900.000 Euro – nicht erreicht werden, im Netz kursierten bereits die ersten Nachrufe auf das viel diskutierte Projekt. Doch dann erreichten die Krautreporter in einem spektakulären Endspurt ihr Ziel doch noch:

Hut ab für diesen #KrautKrimi mit Happy End!

Crowdfunding-Tipps von Sebastian Esser, Herausgeber bei den Krautreportern

Crowdfunding-Tipps von Krautreporter-Herausgeber Sebastian Esser. (Screenshot: Krautreporter)
Crowdfunding-Tipps von Krautreporter-Herausgeber Sebastian Esser. (Screenshot: Krautreporter)

1. Verlangt die niedrigste Summe, die euch möglich ist!

Beim Festlegen des Kampagnenziels solltet ihr euch fragen: Was ist die niedrigste Summe, mit der wir das Projekt zum Laufen bringen können? Denn ein sehr hoch angesetzter Betrag kann die Leute auch abschrecken. Wenn ein Ziel hingegen erreichbar scheint, ist die Bereitschaft höher, das Projekt zu unterstützen. Und am Ende kommt dann sowieso meistens mehr dabei heraus, als anvisiert war – denn die Einnahmen stoppen ja nicht in dem Moment, in dem der Zielbetrag erreicht ist, sondern laufen bis zum Ende der regulären Kampagnendauer weiter.

2. Redet mit eurer Community und justiert nach, wenn es nötig ist!

Egal, ob über Facebook, Twitter oder euren Customer Support: Die Crowd sucht den Dialog, und nur wer ihr Gehör schenkt, verdient ihren Support. Das ist aufgrund der emotionalen Komponente immens wichtig, denn im Idealfall habt ihr ein Projektthema, das die Menschen bewegt.

Wir haben zu Anfang unserer Kampagne nicht alles richtig gemacht, es war für uns ja auch das erste Mal. Die schiere Menge an Feedback hat uns überwältigt, doch wir haben unser Bestes versucht, um auf Fragen zu antworten und unser Vorhaben zu präzisieren. Beim Crowdfunding setzen sich die Unterstützer zu euch ins Boot – daher solltet ihr ihre Anregungen im Rahmen eurer Möglichkeiten ernst nehmen.

3. Verliert nicht die Nerven!

Beim Crowdfunding ist es normal, dass in der Mitte der Kampagne weniger passiert als direkt am Anfang oder am Ende. Diese Zeit ist als „Tal des Todes“ bekannt. Wer zu Beginn der letzten Kampagnenwoche zwei Drittel seines Kampagnenziels erreicht hat, ist sehr gut aufgestellt. Die Krautreporter hatten zu diesem Zeitpunkt sogar erst knapp über die Hälfte des anvisierten Betrags zusammen und wir haben es noch geschafft. Also nicht zu früh nervös werden und um Unterstützer betteln – treibt die Kommunikation lieber kontinuierlich und mit klarem Kopf voran.

Noch mehr Crowdfunding-Tipps findet ihr in unserem großen Plattform-Überblick für Deutschland. Und auch die Redaktion von impulse hat Crowdfunding-Tipps für Einsteiger zusammengetragen.

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