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CrowdRoaming: Im Urlaub mit dem Smartphone kostenlos surfen

Das CrowdRoaming will mit seiner Smartphone-Nutzer im Ausland mit einem kostenlosen Internet-Zugang versorgen. Die Idee dahinter ähnelt dem Prinzip des „Couchsurfings“. Mehr zur App und zum Startup im Artikel.

CrowdRoaming: Im Urlaub mit dem Smartphone kostenlos surfen

Die Urlaubszeit kommt, jeder nimmt sein mit, schließlich will man ja mit der Heimat in Kontakt bleiben – und das auch via Facebook, WhatsApp oder Skype. Das Resultat: Jeder bekommt eine dicke Rechnung zum Urlaubsende für die teure Internet-Nutzung im Ausland. Okay, vielleicht nicht jeder – manche sind schlauer und lassen ihr Smartphone gleich zu Hause oder besorgen sich im Urlaubsland eine Sim-Karte eines örtlichen Netzbetreibers. Aber auf den Internet-Zugriff zu verzichten oder erstmal umständlich auf die Suche nach irgendwelchen Handy-Tarifen zu gehen, ist im Urlaub nicht unbedingt die optimale Lösung. Das dachte sich wohl auch Homayun Zahidi und gründete CrowdRoaming. Wir haben uns mit dem Geschäftsführer von CrowdRoaming.com unterhalten und stellen euch das Startup und die dazugehörige App vor.

Die Website von CrowdRoaming (Screen: CrowdRoaming)
Die Website von CrowdRoaming. (Screenshot: CrowdRoaming)

CrowdRoaming: Den eigenen Internet-Zugang über eine App teilen

„Sharing Economy“ ist ein recht aktueller Mode-Begriff. Angebote dieser Art gehen nach dem Prinzip der Gegenseitigkeit vor. Ich teile etwas mit dir – in der Hoffnung, dass ich später  eine entsprechende Gegenleistung erhalte: Couchsurfing wäre ein entsprechendes Beispiel. CrowdRoaming funktioniert genauso: Ist die App auf dem Handy installiert, wird das Smartphone zu einem mobilen, öffentlichen Hotspot für andere CrowdRoaming-Nutzer, der Rest geht wie von alleine: Die App läuft im Hintergrund und sucht automatisch Smartphones in der Nähe, mit denen sie sich verbinden kann. Der Erfolg der App dürfte wesentlich von der Bereitschaft der Nutzer abhängen, sich auf den Dienst einzulassen. Angesichts des ständig steigenden Datenaufkommens stellt sich die Frage, wieviel Übertragungsvolumen der moderne Nomade tatsächlich übrig haben wird.

„Durch CrowdRoaming verbinden wir die Philosophie des Gebens und Nehmens mit moderner Mobiltechnologie – und wir sind stolz auf das Ergebnis.“

Homayun Zahidi, Geschäftsführer von CrowdRoaming.com

Mobile Datenflatrate von lokalen CrowdRoaming-Usern mitnutzen und so ohne hohe Kosten online gehen. Im Gegenzug im eigenen Land Teile der ungenutzten Datenflatrate für Reisende zur Verfügung stellen. (Bild: CrowdRoaming)
Mobile Datenflatrates von lokalen CrowdRoaming-Usern mitnutzen und so ohne hohe Kosten online gehen – im Gegenzug im eigenen Land Teile der ungenutzten Datenflatrate für Reisende zur Verfügung stellen. (Bild: CrowdRoaming)

CrowdRoaming – Die Android-App

Die App ist momentan nur für Android erhältlich und kann kostenfrei aus dem Google-Play-Store bezogen werden. Ein Release für iOS ist laut CrowdRoaming angedacht, aber aufgrund des erhöhten Entwicklungsaufwands bei diesen spezifischen Anforderungen gibt es noch kein konkretes Release-Datum.

CrowdRoaming: Startup-Vorstellung und kurzes Gründer-Interview

Homayun Zahidi, Geschäftsführer von CrowdRoaming.com (Foto: CrowdRoaming)
Homayun Zahidi, Geschäftsführer von CrowdRoaming.com (Foto: CrowdRoaming)

CrowdRoaming.com wurde 2012 gegründet und hat seinen Hauptsitz im niederländischen Leiden, das Unternehmen wurde via Private-Funding finanziert, der Geldgeber ist zum momentanen Zeitpunkt noch unbekannt. Wir haben uns für euch mit dem Gründer und Geschäftsführer Homayun Zahidi unterhalten:

Was habt ihr gemacht, bevor ihr CrowdRoaming gestartet habt und wie seid ihr auf die Idee gekommen? ​

Es mag wie ein Klischee klingen, aber die Idee zu „CrowdRoaming“ entstand mit Papier und Bleistift an einem Küchentisch in einer niederländischen Kleinstadt. Was ich gelöst hatte, war ein Problem, dem wir alle in unserem Urlaub begegnen: Roaming-Gebühren, die einen umhauen. Ich hatte die Vorstellung von einer Gruppe Menschen, die alle mit ihren Smartphones beschäftigt sind: surfen, Facebook nutzen. E-Mails und Nachrichten versenden. Und zwischen Ihnen stand ein einzelner Fremder, der seine Arme hoch reisst und schreit: „Warum kann ich das nicht auch?“ Ich dachte, die Lösung für dieses Problem sei einfach: Wenn du im Ausland ohne Internet-Verbindung bist, warum nicht die Daten nutzen, für die eine Person hier Vorort bereits bezahlt hat, aber kurz davor steht, diese Daten beim Übergang in den nächsten Monat zu verschwenden – weil die Handy-Netzbetreiber neue Datenvolumina verkaufen müssen? So entstand die Idee zu „CrowdRoaming“, und jetzt, da wir kurz vor dem Soft-Launch stehen, erfüllt mich eine Mischung aus Freude und Aufregung: Nach so vielen Stunden der Entwicklung und des Testens sind wir gespannt darauf, wie die Leute unsere Technologie nutzen werden.

Wie sieht euer Konzept zur Monetarisierung von CrowdRoaming aus? Womit wollt ihr Geld verdienen?

CrowdRoaming ist nicht unser primäres Geschäftsmodell. CrowdRoaming ist die erste App mit unserer innovativen Peer-to-Peer-Technologie. Wir möchten diese Technologie gerne Partnern zur Verfügung stellen, die praktische Applikationen damit erfinden. Auf unserer Roadmap stehen aber auch schon andere Applikationen, die wir im Laufe des Jahres noch auf den Markt bringen werden.

Wohin geht die Reise mit CrowdRoaming? Was sind eure nächsten großen Baustellen?

CrowdRoaming ist der erste Dienst, der Peer-to-Peer-Technologie auf diese Art und Weise nutzt und wir sehen hier Möglichkeiten für einige weitere Anwendungen: Smartphones mit CrowdRoaming können zum Beispiel für Tablets als ein öffentlicher Hotspot ohne komplizierte Zugangscodes fungieren. Zusätzlich kann unsere Technologie dazu genutzt werden um eine sichere Verbindung zu festen Internet-Routern herzustellen, die bei den meisten Menschen zu Hause stehen oder für Besucher von großen Events.

CrowdRoaming kann auch als Hotspot in einer Location oder bei einem Event eingesetzt werden. (Bild: CrowdRoaming)
CrowdRoaming kann auch als Hotspot in einer Location oder bei einem Event eingesetzt werden. (Bild: CrowdRoaming)

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3 Antworten
  1. von Manfred am 01.07.2013 (13:19 Uhr)

    Gute Idee, aber
    1. Meiner Meinung ein paar Jahre zu spät, weil Roaming immer günstiger wird
    2. Wenn für iOS noch nicht verfügbar für viele Nutzer sinnlos. Ich kenne Studien, nach denen iOS-User viel mehr mobil surfen als Android-User, folglich wurde auf's falsche Betriebssystem gesetzt.

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  2. von Dirk am 01.07.2013 (19:55 Uhr)

    Das ist eine extrem dumme schlechte Idee, die Uralt ist. Das Stichwort heißt Freifunk vom CCC gefördert. Nur gibt es immer das dämliche Problem der Störerhaftung. Sonst hätte es schon längst viele freie kostenlose Wlans gegeben (Roaming ist unnötig!).
    http://blog.freifunk.net/tags/offenes-wlan

    T3N meinte, dass angeblich ab Juni nächsten Jahres Roaming kostenlos sein soll (also nicht teurer als Inlandspreise).
    In der EU wurde aber festgelegt, dass Roaming ab 2016 nichts mehr kosten darf (Ausland in der EU für EU-Sim-Karten).

    Ein weiterer dämlicher Aspekt ist, dass es nur für Android sein soll.

    => Dieser Versuch ist klar zum Scheitern verurteilt. Mal sehen, ob T3N für diese Werbung Geld bekommen hat.

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  3. von mega am 02.07.2013 (17:14 Uhr)

    - Die Idee hat neben Roaming ja auch was für ePlus-Nutzer, damit die auch mal im eigenen Land ggf zu schnellem Internet kommen.
    - Bzw könnte man mit der Idee evtl generell das gerade bessere Netz und/oder das Handy mit dem meisten noch vorhandenen Volumen nutzen.
    - iPhone ist doch so langsam durch, mit Android gibts eine weit verbreitete Plattform für die es das System gibt. Und Android-Only ist es ja nicht, es soll ja noch für die Apple-Dinger kommen.

    Aber:
    - Wegen der Störerhaftung kaum sinnvoll nutzbar, außer man kann es auf seine eigenen und Familien/Freunde Handys beschränken. (Oder man ist nur im Ausland Schmarotzer und bietet seinen eigenen Zugang hier nicht an)
    - Vermutlich wie die Akkuanzeige kaum hinterherkommen, so schnell wird es dann Akku auslutschen.
    - Datensicherheit? Wer weiß, wie da Übertragen wird und ob das fremde Handy, über das man gerade Online ist, irgendwas mitschneiden kann.

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