Wie kam es dazu, dass Du heute CTO eines Web-2.0-Startups bist?
Ich habe einen ziemlich ungewöhnlichen Weg hinter mir. Ich habe zunächst zwei Jahre Grafikdesign und Druckvorlagenherstellung studiert und habe dann als Designer bei einer kleinen Web-Agentur angefangen, die dann wenige Monate später von einem Onlinebroker übernommen wurde. Da habe ich auch meinen Geschäftspartner Jean-Olivier de Bérard kennengelernt. Wir arbeiteten zwei Jahre an der Webpräsenz des Brokers. In den „Bubble-Jahren“ 1999/2000 entschieden wir, uns selbstständig zu machen und haben Webcentric gegründet, einen Web- und IT-Dienstleister, der auch heute noch besteht. Damals habe ich dann angefangen, mich in die Tiefen der Technik einzuarbeiten, ich bin da Autodidakt.
Die Idee zu Calaméo entstand, als mir auffiel, dass die Druckindustrie keine einfache und preiswerte Möglichkeit hatte, Dokumente wirklich ansprechend online zu publizieren. Ich habe dann nebenher einen Prototypen des ersten Calaméo Viewers gebaut und eine Conversion Engine entwickelt, die Dokumente fürs Netz umwandelt. Das habe ich dann Jean-Olivier gezeigt und es war schnell klar, dass daraus ein Web-2.0-Dienst werden sollte.
Welche Technologien und Software-Lösungen sind für den Betrieb von Calaméo entscheidend?
Der Calaméo Viewer basiert vor allem auf Adobe Flash. Die Website selbst läuft auf Apache, MySQL und PHP. Dann nutzen wir noch das Smarty-Templating-System und beschleunigen es mit einem Op-Code Cache.
Welche Hardware und welches Betriebssystem setzt ihr ein?
Wir setzen komplett auf Linux.
Dein aktuell liebstes Tool?
Wir arbeiten viel an der Struktur und am Look von Calaméo. Dazu ist Adobe Dreamweaver toll geeignet. Damit können wir in einem Interface an Code, HTML und CSS arbeiten. Das macht den Entwicklungsprozess sehr schnell.
Was war technologisch gesehen bisher Dein schlimmster Albtraum?
Ganz klar, die Entwicklung des ersten Calaméo Viewers in AS2. Ich war es nicht gewohnt, gleichzeitig in Flash und ActionScript zu arbeiten. Damals habe ich Tage damit verbracht, all die kleinen Bugs loszuwerden.
Deine größte Baustelle im Moment?
Zur Zeit müssen wir die Webseite so schnell wie möglich machen, damit sie weiter mit dem ständig wachsenden Traffic klarkommt. Außerdem arbeiten wir an neuen Features für den Viewer. Das werden richtig coole Sachen, verlasst euch drauf!
Welches Feature würdest Du gerne mal implementieren?
Da gibt’s so viele, ich könnte mich nicht entscheiden. Wir haben gerade Embedding für YouTube-Videos umgesetzt. Damit kann man bislang statische Publikationen ganz einfach mit Bewegtbild zum Leben erwecken. Das ist ziemlich cool. Als nächstes würde ich gern...ach, das verrate ich dann im Blog, wenn es soweit ist.
„Google Wave wird unsere Art zu kommunizieren umkrempeln“
Das Schlimmste als CTO ist...?
...dass jeden Tag ein neues Problem zu lösen ist. Aber andererseits macht das den Job ja auch so spannend.
Was machst Du, wenn Du mal nicht vorm Rechner sitzt?
Meine computerfreie Zeit verbringe ich komplett mit Freunden und Familie. Meine Tochter Valentine ist knapp 8 Monate alt. Wenn Zeit bleibt, spiele ich gern Gitarre und gehe ins Kino.
Mac oder PC?
Ich war schon immer PC-Fan. Das ging schon los, als mein Vater mir den „dir“-Befehl in MSDOS gezeigt hat.
Was wird der nächste große Hype im Web?
Es gibt ja so einige ziemlich heiße Sachen wie Twitter oder OTOY, aber das letzte, bei dem ich laut „Wow!“ sagen musste war die Vorstellung von Google Wave. Ich glaube, dass die Plattform tatsächlich unsere Art online zu kommunizieren umkrempeln wird.
Wie heißt deine Lieblingswebsite zum Thema Web 2.0 und Webentwicklung?
Meine tägliche News-Dosis hole ich mir bei TechCrunch und dem französischen Blog Presse-Citron.net. Für die technischen Themen lese ich gern highscalability.com und das französische Pendant haute-disponibilite.net.
Wer Mathieu bei seiner Arbeit über die Schultern schauen möchte, kann ihm bei Twitter folgen oder den Calaméo-Blog abonnieren.







Eine Antwort
von » LINKLOAD vom 14.07.2009 [UPLOAD… 14.07.2009 (20:04Uhr) 1.
[...] Mathieu Quisefit ist der Technikchef des interessanten französischen Startups Calaméo. Drüben bei t3n gibt es ein Interview mit ihm zu lesen. [...]