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Interview

„Ich bin ein alter Ruby-Hase“: CTO Peter Grosskopf von Solarisbank im Interview

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t3n.de: Früher hast du viel mit Ruby on Rails gemacht? Nutzt ihr bei der Solarisbank heute noch Ruby und Rails?

Ich bin ein alter Ruby-Hase, so ganz wird man das dann nicht mehr los. Wir haben bei Solaris mit Ruby angefangen – wir bieten mit unserer Plattform APIs an. Das ist ein gutes Anwendungsgebiet für Ruby. Außerdem sollte man, wenn man ein neues Projekt anfängt, nicht zu viele Baustellen aufmachen. Ruby war uns bekannt und wir konnten schnell ein Kernteam aufbauen. Rails bringt viel Ballast mit, weil es ein Full-Stack-Framework ist. Wir setzen auf Plain Ruby plus Grape, um unsere APIs zu exposen.

Ich persönlich bin der Meinung, dass man bei der Technologiewahl nicht zu fixiert sein sollte, sonst endet man, wie viele Banken vor uns, mit einem uralten Techstack und findet keine Leute mehr, die Lust haben, für einen zu arbeiten. Deswegen haben wir seit Stunde Zwei der Solarisbank einen polyglotten Sprachstack. Neben Ruby sind Elixir und Go unsere Hauptsprachen, aktuell in einem Verhältnis 80 : 15 : 5 Prozent. Das wird sich in den kommenden Jahren vermutlich stark angleichen. Ich sehe innerhalb des Teams ein wachsendes Interesse an Elixir und vor allem Go, was auch sehr gut zu unserem Container-basierten Deployment passt.

t3n.de: Du bist 2015 für deinen Jobwechsel zur Hitfox Group von Münster nach Berlin gezogen – vermisst du manchmal etwas?

Nun ja. Ich war über zehn Jahre in Münster. Ich bin für mein Wirtschaftsinformatikstudium dorthin gekommen, habe eine Firma gegründet und mit angesehen, wie über die Zeit einige Freunde nach Berlin gegangen sind. Das hat bei mir die magnetische Wirkung von Berlin erhöht. Münster hatte seine charmanten Seiten, aber nach so vielen Jahren kannte ich alles und sehnte mich nach Veränderung. Ich habe meine Firma übergeben (inzwischen verkauft), bin ein paar Monate in San Francisco gewesen, wollte eigentlich dann in Berlin neu gründen, bin dann aber doch bei Hitfox gelandet. Man muss auch mal flexibel sein.

t3n.de: Wieso bist du eigentlich Fortuna Düsseldorf-Fan – passt nicht zu deinen bisherigen Wohnorten. Oder doch?

Ich bin gebürtiger Düsseldorfer und in der Gegend aufgewachsen. Trotz aller Höhen und vor allem Tiefen gab es nie einen anderen Verein. Man lernt auch mit Niederlagen umzugehen, haha.

t3n.de: Wenn man sich deinen Instagram-Account anschaut, bist du in letzter Zeit viel gereist – wo war's am Schönsten und hast du eventuell einen Tipp für unsere Leser?

Meine Freundin und ich reisen gerne – außerdem versuchen wir jedes Jahr, Berlin über Silvester zu verlassen, weil die Stadt zum Kriegsgebiet wird und der Winter hier einfach nur grau ist. Wir brauchen Sonne! Vietnam hat uns gut gefallen, alleine schon wegen der guten Küche. Unsere Reise nach Marokko war auch spitze, weil man dort so viel machen kann, wandern, klettern, surfen ... alles kein Problem!

t3n.de: Habt ihr einen Chief-Innovation-Officer, beziehungsweise einen Chief-Digital-Officer, oder bleibt das Thema Digitalisierung an dir hängen?

Unser Produkt ist ja bereits Digitalisierung in Reinform, weil wir Bankdienstleistungen auf eine API legen. In der Zusammenarbeit mit unseren Partnern entstehen weitere Ideen, die wir in unsere Produkte einfließen lassen. Ich habe auch damit angefangen, ein Research-Team aufzubauen, damit wir noch aktiver die Zukunft des Bankings mitgestalten. Ich sage jetzt einfach mal Blockchain – da machen wir uns auch Gedanken, wo die Reise hingeht.

t3n.de: Welche Abteilung ist bei euch aus technischer Sicht am aufwendigsten?

Abteilung? Was ist das? Wir arbeiten mit vertikalen, selbstorganisierten Teams und wollen dies auch auf unsere Non-tech-Teams ausweiten. Damit können wir gemeinsam erfolgreich sein und erreichen nicht nur auf „Abteilungsebene“ unsere Ziele. Wir bauen gerade an einer eigenen Core-Banking-Infrastruktur, die auf Eventsourcing basiert. Das ist definitiv ein spannendes Projekt.

t3n.de: Welche Technologien und Software-Lösungen sind für den Betrieb eures Unternehmens entscheidend?

Wir nutzen aktuell im Hintergrund ein Kernbankensystem, welches auch die Bilanz der Bank abbildet. Ohne das geht gar nichts. Darüber hinaus bauen wir nicht jede Dienstleitung selbst. Für KYC-Prozesse haben wir zum Beispiel IDnow und Postident angebunden. Unsere Vision ist hier, dass wir ein ganzes FinTech-Ökosystem über unsere API-Platform nutzbar machen. Im Dev-Bereich entscheidend sind für uns unter anderem Github Enterprise, GoCD (CI/CD Pipelines), Ansible, Docker, Consul (Service Discovery), Nomad (Scheduler), Kafka, Aha (Productmanagment) und Trello. Ich bin ein großer HashiCorp-Fanboy.

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