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Cyborg-Forschung: Diese Firmen machen die Steuerung per Gehirnwellen möglich

Neuartige Technologien revolutionieren die Interaktion zwischen Mensch und Maschine, das bekannteste Beispiel heißt . Noch einen Schritt weiter gehen einige Unternehmen, die Erkenntnisse der Hirnforschung nutzen, um Computer über Gehirnwellen zu steuern. So lassen sich schon jetzt kleine Wunder bewirken.

Cyborg-Forschung: Diese Firmen machen die Steuerung per Gehirnwellen möglich

Klassische Eingabegeräte sind bald ein Ding der Vergangenheit. Das lassen uns zumindest Unternehmen wie Neurosky und Emotiv hoffen. Sie entwickeln Headsets, die Gehirnwellen empfangen und interpretieren. So können Nutzer schon jetzt mit Gedankenkraft einfache Aufgaben bewältigen oder Spiele spielen. Und die Hirnforschung schläft nicht, schon in naher Zukunft könnte wesentlich mehr möglich sein.

Erste Prototypen lassen Tech-Liebhaber hoffen

Palm-Nutzer setzten auf einen Stift, Smartphone-Nutzer auf Touch-Displays, doch was kommt danach? Vieles deutet daraufhin, dass wir unsere Mobilgeräte der Zukunft per Gedankenkraft steuern. Erst vor wenigen Tagen präsentierte Samsung eine eindrucksvolle Tablet-Demo, die genau darauf hindeutet. Sie macht schon jetzt möglich, was reichlich futuristisch klingt: die Steuerung eines Tablets über Gehirnwellen, die ein verkabelter Helm empfängt und weiterleitet.

Die Demo der Südkoreaner ist noch lange nicht marktreif, doch sie zeigt eindrucksvoll, was schon bald möglich sein könnte: das perfekte Zusammenspiel von Mensch und Maschine. Dieses Ziel verfolgen auch Unternehmen wie NeuroSky, Emotiv und Muse. Sie entwickeln zum Teil seit Jahren tragbare Lösungen, mithilfe denen Nutzer derzeit einfache Aufgaben bewältigen und Spiele spielen können – ohne Einsatz der Körpers, allein per Gedankenkraft.

Mensch-Maschine-Interaktion: 3 Unternehmen auf dem Vormarsch

NeuroSky

NeuroSky Headset
Mensch-Maschine-Interaktion: Das Bluetooth-Headset von Neurosky. (Foto: Neurosky.com)

Unter dem Motto „Brain Wave Sensors for Every Body“ entwickelt NeuroSky das Bluetooth-Headset MindWave. Es misst die Gehirnwellen von Nutzern auf Basis von EEG-Technologien, die wir aus der Medizin kennen. Per Gedankenkraft lassen sich dadurch kleine Minispiele und Lernprogramme absolvieren, die im AppStore von Neurosky zum Download bereitstehen.

Das NeuroSky Mindwave schlägt dabei laut Unternehmensangaben mit 80 US-Dollar zu Buche, Applikationen wie „Bullet Dodger“, „Meditation Journal“ und „Mind Workstation“ kosten in der Regel unter zehn US-Dollar, im Extremfall aber bis zu 200 US-Dollar.

Emotiv

Das zweite Unternehmen auf dem Markt der tragbaren Gehirnwellen-Empfänger heißt Emotiv. Das Unternehmen entwickelt futuristische Headsets, die Gedanken und Emotionen identifizieren können. Im Gegensatz zum NeuroSky Mindwave kostet das günstigste Gerät von Emotiv, das EPOC Neuroheadset, rund 300 US-Dollar. Applikationen schlagen mit maximal 80 Euro zu Buche, wobei der Durchschnittspreis im einstelligen Dollar-Bereich liegt.

Das unten stehende Video demonstriert was mit dem Emotiv EPOC möglich ist. Die Steuerung gestaltet sich derzeit allerdings noch relativ kompliziert und langwierig.

Muse

Etwas moderner wirkt Muse, dass Headset des kanadischen Startups Interaxon. Es richtet sich an Nutzer, die ihre „geistigen Fähigkeiten“ verbessern wollen. Die ersten Applikationen sollen sich insbesondere dem Gedächtnis und der Konzentrationsfähigkeit widmen, heißt es auf der Unternehmenswebsite. Nutzer können diese auf ihrem Smartphone und Tablet installieren. Der Kostenpunkt des Hightech-Headset soll bei rund 200 US-Dollar liegen, die Veröffentlichung auf dem nordamerikanischen Markt ist noch für dieses Jahr geplant.

Das schicke Hightech-Headset von Muse. (Quelle: Interaxon.ca)
Das schicke Hightech-Headset von Muse. (Foto: Interaxon.ca)

Mensch-Maschine-Interaktion: Was bringt die Zukunft?

Die oben genannten Geräte verfügen bislang nur über einen stark eingeschränkten Funktionsumfang, wie auch das eingebundene Video zeigt, doch schon in naher Zukunft könnte weitaus mehr möglich sein. Besonders interessant erscheint die Kombination dieser Technologien mit tragbaren Geräten wie Google Glass. Den warnenden Kritikerstimmen zum Trotz können wir uns hier auf spannende Nutzungsszenarien freuen: Man stelle sich nur mal vor, alle Funktionen eines Smartphones stünden in naher Zukunft der Google Glass zur Verfügung und würden per Gedankenkraft gesteuert.

Was erwartet ihr von diesen Zukunftstechnologien? Wie lange werden wir uns noch gedulden müssen?

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