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Das ist der heißeste Job im Silicon Valley

Das ist der heißeste Job im Silicon Valley

Die Auswertung gigantischer Datenmengen gehört zu den wichtigsten und anspruchsvollsten Aufgaben der IT-Fachkräfte im . Das ruft den Beruf des „Data Scientist“ auf den Plan – der derzeit heißeste IT-Job in der Branche.

Das ist der heißeste Job im Silicon Valley
Der heißeste Job im Silicon Valley. (Screenshot: Udacity/Youtube)

Die großen IT-Konzerne aus dem Silicon Valley haben sich in den letzten zwei Jahrzehnten zu Internetdiensten entwickelt, die tagtäglich enorme Mengen an Daten gewinnen und analysieren. Doch auch kleinere Big-Data-Unternehmen untersuchen Abermillionen von Informationen und versuchen, aus ihnen die richtigen Rückschlüsse für ihre Kunden aus Wirtschaft, Wissenschaft oder Politik zu ziehen. Weltweit produzieren Internetnutzer laut Erhebungen aus dem Jahr 2012 tagtäglich etwa 2,6 Millionen Terabyte an Daten – das ist eine ganze Menge, die Zahl wird sich im Jahr 2014 gewiss noch um einiges vervielfacht haben.

Doch nicht alle Daten sind gleichermaßen für jeden Auftraggeber interessant: Regierungen benötigen andere Informationen als Unternehmen. Letztere benötigen entsprechend ihrer Branche ebenfalls individuelle Erkenntnisse. Und auch in der Wissenschaft verfolgen die Forscher ihre ganz eigenen Ziele. Die große Herausforderung ist insofern auch, die jeweils sprichwörtliche Nadel im großen Daten-Heuhaufen zu finden. Und dafür braucht es Analysten, oder wie man sie im englischsprachigen Ausland nennt: Data Scientists.

Obama hat die Ausbildung zum Data Scientist zur „Educational Priority“ erklärt

Der Beruf „Data Scientist“ als heißester Job im Silicon Valley – und möglicherweise in der gesamten IT-Welt. (Screenshot: Udacity/Youtube)
Der Beruf „Data Scientist“ als heißester Job im Silicon Valley – und möglicherweise in der gesamten IT-Welt. (Screenshot: Udacity/Youtube)

Wie wichtig dieser Beruf für die Internetwirtschaft ist, lässt sich anhand einiger interessanter Entwicklungen erkennen. So gehört der Data-Science-Studiengang an den Universitäten wie Stanford und der UC Berkley zu den beliebtesten Fächern unter den Bewerbern. Und auch an der UC Los Angeles oder dem renommierten Massachusetts Institute of Technology wird „Data Science“ unter den Studienbewerbern hochgehandelt. Das Gartner-Institute prognostizierte bereits im Jahr 2012, dass bis zum Jahr 2015 global 4,4 Millionen Fachkräfte benötigt werden – davon allein 1,9 Millionen in den USA.

Um der großen Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt und an den Universitäten gerecht zu werden, hat US-Präsident Barack Obama im vergangenen Jahr sogar die „Educational Priority“ für den Berufszweig ausgerufen und Bildungseinrichtungen wie der New York Universität und der Universität von Berkley 37,8 Millionen US-Dollar zugesichert, um die Fachbereiche auszubauen. „Data Scientist“ gilt derzeit als der heißeste Beruf in der Tech-Szene.

Internetnutzer produzieren tagtäglich 2,6 Millionen Terabyte an Daten.

Neben den herkömmlichen Universitätsangeboten, haben sich aber auch einige Online-Akademien gegründet, die in der großen Nachfrage ein Geschäftsmodell für sich gefunden haben. Der bekannteste Anbieter unter ihnen ist Udacity. Interessierte – vor allem Personen mit einem Programmierer-Hintergrund, die einen Berufswechsel vornehmen wollen – können hier die Grundpfeiler für eine etwaige Karriere aufbauen. Das Startup bietet verschiedene Online-Kurse wie „Intro to Data Science“ oder „Data Analyst Nanodegree“ und kooperiert teilweise sogar mit den großen IT-Firmen im Silicon Valley. Für „Data Analyse with R“ arbeitet Udacity beispielsweise mit Facebook zusammen. Das Unternehmen gibt dafür eigene Mitarbeiter frei, die den Studenten nicht nur theoretisches Wissen, sondern praktische Erfahrungen vermitteln. Derzeit wird der Studiengang von Dean Eckles geführt – einem Data Scientist, der sich mit dem Einfluss von Technologie auf das menschliche Verhalten beschäftigt.

Die Online-Kurse sind auf einen Zeitraum von zwei Wochen bis zwei Monaten ausgelegt. Je nachdem variieren auch die Preise: Für „Data Analyse with R“ zahlen Kursteilnehmer 199 US-Dollar pro Monat. Studenten werden dann sechs Stunden täglich zwei Monate lang geschult.

„Intro to Data Science“-Trailer von Udacity

Während die Big-Data-Disziplin in den USA förmlich explodiert und sich dahingehend vielfältige Ausbildungsangebote entwickeln, sind Studienfächer in Deutschland derzeit noch vergleichsweise rar. Doch auch hierzulande bekommen Interessierte, die eine Karriere in dem Bereich anstreben, erste Studiengänge geboten. So hat beispielsweise die Universität Konstanz seit dem Wintersemester 2013/2014 einen Master-Abschluss für „Social and Economic Data Analyses“ im Programm. Und auch das Fraunhofer-Institut bietet im Rahmen des Geschäftsfeldes „Big Data Analysis“ ein umfangreiches Data-Scientist-Training an – von „Big Data Architecture“ bis „High Performance Technology for Big Data“ über „Linked Enterprise Data Integration“.

Gutes Einkommen garantiert

Wer es nach dem Studium im Silicon Valley zum Data Scientist schafft, darf sich auf ein gutes Einkommen freuen. Laut PayScale, einem IT-Anaylse-Unternehmen, können sich angehende Datenanalysten auf ein Durchschnittseinkommen von 96.579 US-Dollar einstellen. Doch wie der Big-Data-Professor an der Harvard Universität, Tom Davenport, feststellt, sind Gehälter von bis zu 300.000 US-Dollar heutzutage auch keine Seltenheit mehr.

t3n im Silicon Valley

Andreas WeckAndreas Weck hat 2014 für t3n aus San Francisco und dem Silicon Valley über neue Trends, spannende Tools und interessante Orte des Tech-Epizentrums berichtet. Sein Eindruck: Im Valley gibt es viele schlaue Köpfe und genauso viele bekloppte Geschäftsideen. / Twitter, Facebook.

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6 Antworten
  1. von Marc am 12.11.2014 (09:57 Uhr)

    Oder man studiert einfach Wirtschaftsinformatik mit Schwerpunkt Business Intelligence...

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    • von Cyball am 12.11.2014 (10:58 Uhr)

      Prognose?,

      geil, demnächst kommt einer mit einer Prognose über gutes Wetter, ziehen die Leute dann vorsichtshalber schon mal kurze Hosen an, wenn es dann -20 Grad werden?

      Eifachen genial.
      Wenn ich jede Prognose als Wahrheit nehmen würde, dann hätten wir jetzt "blühende Landschaften" :-P.

      Vielleicht sollte es die IT Welt mal zur Abwechslung mit etwas weniger Wahrsagerei versuchen.

      VG Cyball ;-)

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    • von Torsten am 12.11.2014 (13:51 Uhr)

      @Marc - wäre es so einfach, würde z.B. jeder Marketingler sich auch mit der Gestaltung (sprich Umsetzung) von Werbemitteln und/oder Programmierung, Gestaltung und Aufbau von Webseiten und Landingpages. Tut er aber in der Regel nicht.

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    • von TobiasNi am 12.11.2014 (15:24 Uhr)

      Ich finde den Artikel gut recherchiert. Wir haben diesen Trend auch erkannt und unsere Studienangebote entsprechend angepasst.

      @Marc: Ganz so einfach lässt sich ein Masterabschluss Data Science nicht durch einen Master WI mit Schwerpunkt BI ersetzten. Die Lehrpläne sind in einem spezialisierten Studiengang mehr auf die Bedürfnisse solcher Experten ausgelegt als wie bei einem WI Studium (z.B. Big Data Use Cases & Business Processes, Semantic Web Technologies, Optimization Techniques for Data Analyses). Wir bauen gerade einen berufsbegleitenden Master für Data Science auf, von dem her kann ich das relativ gut beurteilen.

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      • von KathariNa am 17.11.2014 (11:58 Uhr)

        Für jeden, der sich intensiver mit Big Data auseinandersetzen möchte, kann ich nur das Buch von Thomas H. Davenport empfehlen: big data @ work. Er ist ja der big data-Papst schlechthin und weiß, wie's funktioniert und wie big data am besten genutzt werden kann! Für alle Studierenden ein Muss!

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  2. von hdd7 am 16.11.2014 (15:02 Uhr)

    Sehr interessant. Welche Ausbildungsmöglichkeiten gibt es? Wenn möglich im Fernstudium. Welche Voraussetzungen für die Ausbildung bestehen?

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