von , 11.01.2011

Datenschutz: Streit um Google Analytics geht weiter, Bußgelder drohen

Der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar geht auf Konfrontationskurs gegen den Einsatz von Google Analytics. Er bemängelt, dass die Statistiksoftware weiterhin nicht den deutschen Anforderungen genüge. Google hält dem entgegen, dass Analytics sogar auf den Websites europäischer Datenschutzbehörden eingesetzt wird. Da Caspar gegen Google nichts direkt ausrichten kann, könnten nun Websites ins Visier geraten, die Analytics einsetzen. Ihnen droht ein „empfindliches Bußgeld“.

Gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erklärte Johannes Caspar, dass er die monatelangen Verhandlungen mit über dessen Dienst Google Analytics abgebrochen habe. Der Datenschutzbeauftragte von Google Deutschland, Per Meyerdierks, wusste davon allerdings noch nichts, wie er der Zeitung mitteilte.

google analytics
Google Analytics anonymisieren: Der kostenlose Statistikdienst von Google ist beliebt, aber nur mit Anpassungen auch gesetzeskonform in Deutschland.

Streitpunkt: Sammeln und Verarbeiten der IP-Adressen

Kern des Streits ist das Sammeln von IP-Adressen durch Google Analytics, die dann auf Servern in den USA verarbeitet werden. Google ermöglicht Website-Betreiber inzwischen, diese IP-Adressen zu verkürzen. Zudem gibt es für mehrere Browser Plugins, damit Nutzer generell nicht von Google Analytics erfasst werden.

Das aber geht dem Hamburger Datenschutzbeauftragten nicht weit genug. Zum einen gebe es diese Plugins nicht für alle Browser. Zum anderen habe man festgestellt, dass in manchen Fällen trotzdem die IP-Adressen übertragen würden.

Da man nicht gegen Google selbst vorgehen kann, soll nun möglicherweise gegen Betreiber von Websites vorgegangen werden, die Google Analytics einsetzen. Ihnen droht nach Caspars Worten „ein empfindliches Bußgeld“. Auch ein Musterprozess gegen ein größeres Unternehmen wird erwogen, berichtet die FAZ.

Weiterführende Quellen zu Google Analytics und Datenschutz:

„Google Analytics“ im Visier der Datenschützer - faz.net

Webanalyse datenschutzkonform betreiben: Google Analytics anonymisieren - t3n.de

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26 Antworten

  1. von Marius 11.01.2011 (12:37Uhr) 1.

    Wer macht sich en in Zeiten von Facebook noch datenschutzrechtliche Sorgen um Google ;-)

  2. von Andreas Schlüter via facebook 11.01.2011 (13:11Uhr) 2.

    Datenschutz ist wichtig, okay! Aber diese übertriebene Art des "Schutzes" reicht an Schikane. Datenschutzbeauftragte müssen kritisch sein, ansonsten wären sie in dem
    Job fehl am Platz. Nur generell etwas zu verurteilen, obwohl die Möglichkeit der Anonymisierung besteht - wenn auch mit erwas Aufwand (nur mit Ergänzung des Quellcodes um eine Zeile), halte ich für völlig übertrieben. Und dann gleich mit Abmahnung drohen - richtig(?) so Datenschutz!

  3. von Thomas Hilburger via facebook 11.01.2011 (13:18Uhr) 3.

    Pfeif mal jemand diesen Datenschutz-Hund zurück!
    Er vergisst wohl, wer sein Gehalt bezahlt und verbrennt unsere Kohle mit völlig unsinnigen Verfahren.
    Wie wäre es mal vernünftig gegen die Indiskretion von Banken vorzugehen untereinander vorzugehen?

  4. von Norman 11.01.2011 (14:54Uhr) 4.

    Nie im Leben kommt da ein Bußgeld.. alles nur leeres Geschwätz eines einzelnen.

  5. von ckay 11.01.2011 (15:15Uhr) 5.

    Bei diesem "Verfahren" drängt sich für mich vor allem die Frage auf, was denn hier geschützt werden soll und vor wem. Selbst wenn man die Möglichkeiten, die Analytics bietet zur Gänze ausschöpfen würde, bleibt es eine theoretische Möglichkeit einzelne Nutzer zu identifizieren. Und selbst wenn man es tun würde, der einzelne Website-Besitzer hätte ohnehin keine genügend große Datenbasis, um echte Nutzerprofile zu bilden. Google wären die Einzigen, die solch detaillierte Profile aufsetzen könnten, da nur sie über alle Daten verfügen. Wobei "alle Daten" natürlich relativ ist, schließlich bezieht sich das ja nur auf Daten, die durch Google oder Google Tools gewonnen werden konnten. Man könnte das endlos fortführen. Unter dem Strich ist das eine unglaublich aufgeblasene, rein hypothetische Diskussion, die wahrscheinlich nur von einem ablenken soll: nämlich echtem Datenschutz.

  6. von Marc Renninger via facebook 11.01.2011 (15:50Uhr) 6.

    scheisse, und jetz bin ich ebenso mops weil mein server bei hetzner logfiles hat, im klartext. uupps...

  7. von Enrico 11.01.2011 (17:42Uhr) 7.

    Neues Jahr neues Glück? Und was soll eigentlich dieser "Weil wir nicht gegen Google vorgehen können nehmen wir uns eben die Websitebetreiber!" Mist?

    Wer schon mal versucht hat aufgrund einer IP-Adresse die Adressdaten herauszubekommen weiß dass dies ein langwieriges, kostenintensives und manchmal sogar sinnloses Unterfangen ist. Zumindest auf dem offiziellen Weg.

    Also bitte, lieber Datenschützer - kümmer dich doch bitte um wirkliche Mängel im Datenschutz ;)

  8. von 11.01.2011 (18:10Uhr) 8.

    [...] [...]

  9. von Steinmann itDesign 11.01.2011 (20:58Uhr) 9.

    Mich würde trotzdem mal interessieren wie ihr dabei vorgeht. Anonymisiert ihr IP-Adressen? Passt ihr die Dateschutzbestimmungen euren Websites an? Mir würde eine Abmahnung direkt mal das Genick brechen als Existenzgründer, deshalb kann ich da wohl noch nicht so mitlachen. Aber vielleicht war das ja auch nur das Ziel dieses Datenschutzbeauftragten. So ein Idiot. Bekommt bestimmt einfach nicht seine gewünschte Anerkennung.

  10. von Oliver Sommer 11.01.2011 (23:07Uhr) 10.

    Also ich bin eigentlich auch ein verfechter des Datenschutzes und mit meinen eigenen Daten doch relativ sparsam im Netz. Facebook ist die letzte Seite, der ich z.B. meine Daten anvertrauen möchte.

    Ich kontrolliere schon sehr genau, welche Inhalte ich veröffentlichen möchte und welche Details lieber meine Privatsphäre bleiben.

    Dennoch, ich finde bei IP Adressen hört der Spaß nun wirklich auf! Abgesehen davon, dass es technisch gesehen mehr oder weniger die Hausnummer eines Internetanschlusses ist, hat das mit persönlichen Daten aus meiner Sicht nichts zu tun. Erst die Verknüpfung anderer Daten und damit die Nachvollziehbarkeit und Erstellung von Nutzerprofilen, die nicht nur IP Adressen, sondern auch Cookies (vor allem Flash) ermöglichen, ist evtl. vom Nutzer nicht gewünscht. Diese hypothetische Datenmenge lässt sich von einzelnen sowieso nicht kontrollieren.

    Die Grundsätze des Datenschutzes beinhalten Datenvermeidung und Datenspeicherung. Für die Datenvermeidung ist der Nutzer selbst verantwortlich. Wer im Netz surft, der weiß in der Regel auch, dass er Spuren hinterlässt.

    Natürlich mal wieder die bekannte "Grauzone" ... aber für den User ist eh nicht ersichtlich in welchem Teil der Erde ein Seite gehosted wird und wie mit den Daten umgegangen wird. Die Speicherung der IP Adresse wir pro request auch mehrfach auf diversen Systemen gespeichert.

    Wer mit einen Auto auf die Tankstelle fährt, der wird ja auch nicht verlangen, dass sein Kennzeichen auf der Aufnahme der Sicherheitskameras unkenntlich oder gelöscht wird ... nur weil man keine Bewungsprofile erstellen soll. Ein gültiges Kennzeichen ist eine Pflicht, eine IP Adresse die technische Voraussetzung!

  11. von Günter 12.01.2011 (00:49Uhr) 11.

    Irgendwie betrachte ich die ganze Entwicklung in Deutschland mit Sorge und Unverständnis.
    Erst der ganze Hick-Hack um Google Street-View. In meiner Gegend sind da Häuser verpixelt, die direkt an einer U-Bahn-Haltestelle mit Straßenbahn- und Bushaltestelle liegen und an denen täglich tausende Menschen vorbeikommen (die ganz ungeniert die Hausfassade ankucken).
    Und jetzt dieser Mist. Da agieren Leute, die keine Ahnung haben und die Zukunftsfähigkeit von Deutschland gefährden.

  12. von Link-Tipps der letzten Woche | Leander W… 12.01.2011 (07:00Uhr) 12.

    [...] Datenschutz: Streit um Google Analytics geht weiter, Bußgelder drohen [...]

  13. von Google Analytics in Deutschland – Goog… 12.01.2011 (11:39Uhr) 13.

    [...] Auch wir hatten über den Streit zwischen Google und den Datenschützern beim Einsatz von Google Analytics in Deutschland beri.... [...]

  14. von Manuel 12.01.2011 (11:53Uhr) 14.

    Wie sieht es da mit anderen Tools wie Etracker und Co aus.
    Die machen doch auch nichts anderes.

  15. von Die Google-Panik Rechtsanwalt Ferner - S… 12.01.2011 (11:57Uhr) 15.

    [...] möchte, auch aktuell kocht es wieder hoch. Angeblich winken den unbescholtenen Webmastern nun nicht nur Bußgelder, sondern gar Abmahnungen. Leider ein typisches Problem bei solchen Diskussionen: Es ist [...]

  16. von M-f Siegmund via facebook 13.01.2011 (12:59Uhr) 16.

    Die IP Adresse per`se bringt niemanden etwas. Ausser zur Auswertung von GEO Locations, die aber nach wie vor mehr als dürftig funktionieren. Die Masse hat dynamische IP Adressen, die sich in kurzer Zeit ändern. Einzig die Information über einen bestimmten GEO Bereich und den Provider lassen sich erheben.
    Erst dann wenn die Position auf einige Meter genau nach der IP Adresse gefunden werden kann (z.b: Google Maps) und/oder die Adressen mit den gespeicherten Kundendatensätzen des Providers abgeglichen werden können, wird es ernst. Und genau hier gilt es anzusetzen. Alles andere ist "butter bei die Fische" und nicht diskussionswürdig.
    Man sollte aber und da gebe ich @Schlüter recht, etwas gegen das pauschale umlegen von Verantwortung auf den User und die Abmahnidiotie in diesem Land unternehmen.

  17. von Google Analytics: IP anonymisieren und D… 16.01.2011 (18:53Uhr) 17.

    [...] der Woche wurde berichtet, dass der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar die Verhandlungen mit Google ueber [...]

  18. von Markus Vollmert 18.01.2011 (12:49Uhr) 18.

    Diese ganze Geschichte hat mal gezeigt, dass ein DSB auch nicht so tief in den technischen Punkten und Möglichkeiten drin ist, wie man immer vermutet :)

    By the way: der Analytics Screenshot ist auch schon ein wenig älter, oder?

  19. von Jürgen Engel 19.01.2011 (14:44Uhr) 19.

    Mal ein Vorschlag: Wenn sich dieses unsinnige Katz- und Maus-Spiel inkl. Verunsicherung aller Webmaster im laufenden Jahr noch weiter so hinzieht, sollten doch alle Webmaster mal auf allen Webseiten eine "Vorschaltseite" mit dem kompletten, nach heutigen Empfehlungen des deutschen Datenschutzes enthaltenen Datenschutzerklärung zu einem bestimmten Termin aufpoppen lassen. Die Webseite dürfte dann erst nach einem Klick auf "Ich bin damit Einverstanden" sichtbar werden. Vielleicht schreibt mal einer ein Javascript-Plugin und verteilt es. Der 1. April 2011 wäre doch so ein netter Termin. Sicher gibt es noch nette Ideen, was geschehen soll, wenn ein Besucher nicht mit der in der Erklärung enthaltenen Datenverarbeitung einverstanden ist. Vielleicht einen Blumengruß an die Streithähne.

  20. von Über die Schulter geschaut | Foals –… 03.02.2011 (14:27Uhr) 20.

    [...] streiten. Prinzipiell droht nun z.B. der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar damit Firmen mit Bußgeldern zu belegen, sollten sie Google Analytics benutzen. Weil er Google selbst natürlich nichts kann. Und obwohl [...]

  21. von Google Analytics verstösst gegen die Be… 27.02.2011 (14:53Uhr) 21.

    [...] Fall als Anbieter), sondern gegen den Webseitenbetreiber selbst geführt werden muss. (Quelle: t3n) Wenn Sie also Google Analytics (oder jedes andere Webtrackingtool) nutzen und dieses Tool [...]

  22. von Piwik- Analyse mit Datenschutz || Analyt… 15.03.2011 (15:56Uhr) 22.

    [...] Haftung von Bloggern und damit verbundene Bußgelder. Einen guten Artikel findet ihr bei t3n.Es gibt bei google Analytics die Möglichkeit die IP zu anonymisieren, damit ist eine Zuordnung der [...]

  23. von pcdoc 31.03.2011 (16:04Uhr) 23.

    Andere zur Verantwortung ziehen aber Ihre eigene Datenvorastspeicherung möchten Sie auch nicht wirklich abschaffen. Vielleicht sollten sich diese Möchtegern Datenschützer erst mal um die Schnüffler in den eigenen Reihen kümmern bevor sie den kleinen an die Karre fahren.

    Ich selbst nutze Google Analytics nicht mehr weil ich mir mal Gedanken gemacht habe was die wohl mit diesen Daten anstellen. Inzwischen habe ich meine Meinung darüber aber geändert. Zu verbergen habe ich nichts und wenn Google unbedingt wissen will wer meine Seite so besucht, bitte schön. Den mehr ist es doch am ende nicht. Sie stellen den Websitzbetreibern ein Statistikscript kostenlos zur Verfügung um die Besuche aus zu werten. Die haben keine Ahnung was für ein Aufwand dahinter steht einen Bezug zwischen meiner Homepage und der IP Adresse eines Besuchers herzustellen.

    Der größte Datensammler ist der Staat selbst und verpackt es als Verbrechensbekämpfung. Der einzige Grund warum die Google an die Karre fahren ist die Tatsache das sie diese nicht unter Kontrolle haben. Und davor haben die Angst.

  24. von Der Datenschutz und Google Analytics –… 24.05.2011 (16:35Uhr) 25.

    [...] Fall als Anbieter), sondern gegen den Webseitenbetreiber selbst geführt werden muss. (Quelle: t3n) Wenn Sie also Google Analytics (oder jedes andere Webtrackingtool) nutzen und dieses Tool [...]

  25. von Zukunft-Kundendialog 19.08.2011 (17:30Uhr) 26.

    [...] nicht einhalten (prominenteste Beispiele der letzten Zeit sind Stellungnahmen zu Street View, Google Analytics und der Facebook Gesichtserkennung), werden nun konkrete Bußgeldandrohungen durch die [...]

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