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Datenschutzaufsicht nimmt Websites aufs Korn, die Google Analytics einsetzen

    Datenschutzaufsicht nimmt Websites aufs Korn, die Google Analytics einsetzen

Das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht (BayLDA) hat mit einer eigens entwickelten Software mehr als 2.000 Websites, die Google Analytics einsetzen, überprüft und kommt zu dem Ergebnis, dass nur sehr wenige davon die Monitoring-Software datenschutzkonform einsetzen. Das liegt allerdings weniger an Google als an den Website-Betreibern. Mit einigen Kniffen kann man aber Ärger vermeiden.

Insgesamt hat das BayLDA 13.404 Websites geprüft, von denen 2.449 Google Analytics einsetzen, um das Verhalten der Besucher zu erfassen und generell die Reichweite der Site zu messen. 78 Websites und damit lediglich drei Prozent setzen laut dem Landesamt Google Analytics datenschutzkonform ein.

Google Analytics wird von vielen Websites zum Monitoring und der Reichweitenmessung eingesetzt. Website-Betreiber sollten allerdings auf einen datenschutzkonformen Einsatz achten. (Bild: Google).

Google Analytics an Deutschland angepasst

Dabei hatte sich mit dem Düsseldorfer Kreis, ein bundesweites Gremium der Aufsichtsbehörden für den Datenschutz im nicht-öffentlichten Bereich bereits 2009 zu den Voraussetzungen für eine datenschutzkonforme Ausgestaltung von Analyseverfahren zur Reichweitenmessung bei Internetangeboten geäußert. Basierend auf diesen Voraussetzungen hatte der Beauftragte für Datenschutz in Hamburg federführend Verhanlungen mit Google aufgenommen. In der Folge hatte Google 2011 seine Monitoring-Software so abgewandelt, dass sie eine datenschutzkonforme Nutzung in Deutschland ermöglicht.

Datenschutzkonformer Einsatz von Google Analytics

Die von Google vorgenommenen Änderungen ermöglichen es deutschen Website-Betreibern prinzipiell, Google Analytics datenschutzkonform einzusetzen. Dabei gibt es einige Aspekte zu beachten, denn der datenschutzkonforme Einsatz ist kein Selbstläufer:

  • Google hat ein Browser-Add-On zur Deaktivierung von Google Analytics zur Verfügung gestellt, auf das man als Website-Betreiber hinweisen muss. Mit einer Installation können Nutzer ihr Recht auf Widerspruch gegen die Erfassung von Nutzungsdaten in Anspruch nehmen.
  • Website-Betreiber können von Google verlangen, das letzte Oktett der IP-Adresse des Nutzers vor jeder Speicherung bereits innerhalb von Europa zu löschen. Auf diese Weise ist eine Identifizierung des Nutzers nicht mehr möglich und es werden keine entsprechenden Daten in die USA übermittelt.
  • Website-Betreiber haben die Möglichkeit, mit Google einen Vertrag zur Auftragsdatenverarbeitung nach den Vorschriften des Bundesdatenschutzgesetzes schließen und so sicher stellen, dass mit den Daten der Nutzer ordnungsgemäß umgegangen wird.

Wer Google Analytics also datenschutzkonform einsetzen will, sollte schriftlich einen Vertrag zur Auftragsdatenverarbeitung mit Google abschließen, in der Datenschutzerklärung auf der Website auf den Einsatz von Google Analytics hinweisen und auf die Widerspruchsmöglichkeiten hinweisen sowie eine Anonymisierungsfunktion in den Quellcode einbinden.

Weiterführende Links:

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10 Reaktionen
Daniel Wette
Daniel Wette

Wir haben ein kleines Tool online gestellt, mit welchem man einfach den Google Analytics Einbau bezüglich der Datenschutzkonformität prüfen kann.

Antworten
Marcel
Marcel

Wer Google Analytics auf seiner Webseite einsetzt, übermittelt die Daten jedes
Besuchers an Google. Klar kann man diskutieren, ob die IP Adresse personenbezogen
ist oder nicht - Cookies zur Profilbildung werden auf jeden Fall übertragen.

Ich finde, dass die angeschriebenen Firmen froh sein können, dass diese bei der
Prüfaktion nicht mit einem Bußgeld belegt worden sind. Und wer sich ein wenig näher mit dem Thema beschäftigt
wird feststellen, dass ein datenschutzkonformer Einsatz von Google Analytics ziemlich leicht zu realisieren
ist. Ich kann die ganze Aufregung über diesen alten Hut nicht ganz nachvollziehen!

Nur das Löschen des bestehenden Profils ist wirklich bitter ...

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Vincent Pen
Vincent Pen

Ich stimme auch mit meinen Vorrednern überein, wenn man nicht will das seine "Daten" im Netz laden dann darf man auch das Internet nicht mehr nutzen.
Diese Leute beschweren sich immer aber selber nutzen sie Google als Suchmaschine, ist doch irgendwie ne...

Ich finde es auch besch.... das sie nicht gleich eine Anleitung mitliefern wie man das Ganze nach ihren Vorstellungen umsetzen soll. Ich mein ich habe auch nur so 20 bis 30 Besucher täglich, wieso sollte ich mir da jetzt den Stress machen und einen Vertrag mit Google schließen?!

Wieso können da nicht mal Leute sitzen die wenigstens ein bisschen in der ganzen Materie drinstecken. Mir kommt es so vor, als wären das alles Leute, die am liebsten das ganze Internet wieder abschaffen wollten.

Gruß
Vincent

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Sven
Sven

naja,naja. Ich stimme mit InternetSofortAbschalten überein.
Auch die deutschen Nutzer wollen alles, und zwar umsonst.
Ohne Analysesoftware ist das kaum möglich, zu erfahren, woher die User kommen etc. p.p.
ich nutze piwik

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Andreas
Andreas

@Stevo Gonzales genau das kann ich auch bestätigen. Eines unserer Projekte hat auch das Schreiben vom BayLDB bekommen.
Die Seite setzt seit Monaten die anonymisierte Version ein, und hat eine Datenschutzerklärung die auf GA hinweist. Genau wie in dem Schreiben gefordert.
Die eigens entwickelte Software scheint also nicht wirklich zu funktionieren...

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Timmy
Timmy

Das BayLDB hat wohl nicht Google Chart Tools in ihrer Untersuchung betrachtet.

Zumindestens weiß ich das diese JavaScript Bibilothek, zusammen mit JQuery, in vielen Webseiten eingesetzt wird.

Mich persönlich würde es interessieren was dort der Deutsche Datenschutz zu sagt.

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Nico
Nico

Ich setzte Google Analytics gar nicht oder nur mit halber IP Aufzeichnung ein. Analytics bringt mir nicht wirklich viel merke ich auch immer wieder.

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InternetSofortAbschalten
InternetSofortAbschalten

Die haben die Wertschöpfungskette im Internet immer noch nicht verstanden. Nutzer wollen zwar die Vorteile vieler Internetangebote für sich auskosten, aber nichts bezahlen. Im Gegenzug ist es doch das Mindeste, dass man Webseitenbetreibern dann eine andere Möglichkeit der Monetarisierung gibt.

Ich kann allen Webworkern, Bloggern und Webfreelancern nur einen Rat geben. Macht es wie ich:
1. Alle IP-Adressen von Regierungsinstitutionen blocken.
2. In der Robots.txt nur bestimmte Crawler erlauben z.B. Suchmaschinen, dann machen sich Leute, die einen nicht erlaubten Crawler auf eine Seite ansetzen zumindest abmahnungswürdig.
3. Solche Nassauer, die Werbung, Skripte und Zählpixel blocken grundsätzlich auf eine Informationsseite umleiten, die sie darüber informiert, dass auch Webworker einen Anspruch auf ein faires Einkommen haben. Ausserdem alternativ einen kostenpflichtigen Seitenzugang anbieten, der frei von Werbung und Trackern ist. Wer keine Werbung und Tracker will, der muss eben für die Nutzung selbst zahlen.

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404Geek
404Geek

Vielleicht sollte das BayLDA zuerst seine Prüfsoftware überdenken.
Eine mir bekannte Website nutzt Google Analytics sehr wohl Datenschutzkonform.
Die Abmahmnung erhielt man wohl, weil kein ausreichend sichtbarer Hinweis zu den Datenschutzerklärungen vorhanden war. Diese ware jedoch im Impressum enthalten, welches von allen Seiten aus mit einem Klick zu erreichen ist !?!?!
Bei telefonischer Nachfrage wusste leider niemand so richtig Bescheid, da auch die armen Beamten dort nicht in technische Details des Prüfalgorythmus eingeweit sind...
Hauptsache Abmahnen und die Betreiber dazu drängen, mit Google einen Vertrag zur Auftragsdatenverarbeitung abzuschließen.
...

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