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DBook: Deutsches Startup lanciert mächtige Google-Docs-Alternative

DBook: Deutsches Startup lanciert mächtige Google-Docs-Alternative

Docs, die ewige Nummer eins unter den webbasierten Dokumentdiensten? Da geht noch mehr, erklärt das Berliner DBook – und vereint kollaboratives Schreiben mit Taskmanagement speziell für große Dokumente. Vor allem für Business-Kunden hat man einige lukrative Features in der Hinterhand.

DBook: Deutsches Startup lanciert mächtige Google-Docs-Alternative

DBook lanciert Google-Docs-Alternative. (Foto: DBook)

Google Docs: Der ewige Platzhirsch?

Spätestens seit es Google Docs gibt, ist das kollaborative Schreiben, Bearbeiten und Publishing von Dokumenten in Unternehmen salonfähig geworden. Die Vorteile liegen auf der Hand: Kostenlos in der Nutzung, einfach in der Bedienung und nahtlos in die Google-eigene Cloudinfrastruktur integriert, zählt Google Docs zweifellos zu einem der unverzichtbaren Tools im digitalen Business. Gibt es hier überhaupt noch Platz für eine neue, bessere und erfrischende Alternative?

„Es gibt noch eine ganze Menge Luft nach oben“

Mit DBook will Geert-Dietger Hoffmann eine echte Google-Docs-Alternative für kollaborative Vielschreiber etablieren. (Foto: DBook)
Mit DBook will Geerd-Dietger Hoffmann eine echte Google-Docs-Alternative für kollaborative Vielschreiber etablieren. (Foto: DBook)

Ja, sagt Geerd-Dietger Hoffmann: „Die Art, wie wir Dokumente und Texte verarbeiten, hat sich in den letzten 25 Jahren praktisch kaum verändert. Sicher ist mit Lösungen wie Google oder Soho Docs der Punkt des kollaborativen Schreibens hinzugekommen. Vergleicht man jedoch Aufbau, Funktionsweise und Menü einer DOS-Textverarbeitung Ende der 80er mit aktuellen Office-Lösungen und Online-Services, haben wir noch eine ganze Menge Luft nach oben.“ Hoffmann ist einer der Gründer von DBook, einem zweiköpfigen Startup aus Berlin, das jetzt mit einem Gegenentwurf speziell für Vielschreiber antworten will.

DBook: Kollaboratives Schreiben mit Taskmanagement

Im Vordergrund von DBook steht daher das vereinfachte Handling umfangreicher Dokumente – denn mit ihnen haben Unternehmen wie Freelancer und Autoren primär zu tun. Noch immer würden vergleichbare Dienste versuchen, so Hoffmann, die Spanne eines Briefes bis hin zu einem hundertseitigen Dokument nach dem gleichen Prinzip abzubilden. „Dabei stellen sich beim Schreiben und kollaborativen Bearbeiten großer Dokumente ganz andere Herausforderungen.“

Im Kern gehe es um Usability, natürlich auch um mehr Funktionsvielfalt. Insbesondere aber gehe es darum, den gesamten Schreibprozess – vom Brainstorming der Inhaltsstruktur, dem Schreiben als Team, dem Prozess des Korrekturlesens, der Abstimmung mit dem Kunden und der Verwaltung eines Dokuments in unterschiedlichen Versionen – aufzubrechen und so effektiv für mehrere Teammitglieder nutzbar zu machen.

Bei DBook funktioniert das mit sogenannten „Pocs“, ganzheitliche Schreibprojekte bestehend aus modularen Inhaltselementen. Große Dokumente werden so zunächst in einzelne Items aufgeteilt, die zu jederzeit parallel erstellt, hinzugefügt, editiert, neu angeordnet und kommentiert werden können. Items sind beispielsweise Textblöcke eines Kapitels oder Abschnitts, aber auch Definitionen, Bilder und Tabellen gehören dazu.

Verspielte Versionierung, automatische Formatierung

Damit das auch im Team ohne Chaos klappt, wartet DBook mit einer umfangreichen Rechteverwaltung auf: Wie bei einem Task-Manager können Mitarbeiter und Kunden zu einem „Poc“ eingeladen und individuell mit bestimmten Aufgaben für einzelne Items betraut werden. Als Benutzerrollen stehen dafür Projektleiter, Autoren, Redigierer und Leser zur Verfügung. Jedes der einzelnen Items hat einen Status. Durch die Kennzeichnung „Draft“ (gelb) ist für Nutzer ersichtlich, woran noch gearbeitet wird, während die Markierung „Review“ (grün) ein Lektorat ausweist.

„Automatische Inhalts-verzeichnisse, inklusive Nummerierung“

Neben Statistiken zum Fortschritt eines Dokuments haben Nutzer auch die Bearbeitungshistorie eines Textes im Blick, wenngleich man sie als Neuling in der aktuellen Version von DBook noch etwas schwer findet. Dennoch ist diese einfach wie spielerisch gelöst, indem DBook den Nutzer per horizontalem Scrolling und einer dynamischen Ansicht durch die Historie eines Textblocks oder Dokuments führt. In der Fokussierung auf die kollaborative Arbeit mit großen Dokumenten, deren Zerteilung in kleine Module und den so generierten Zugewinn an Features sehen die Macher ihrerseits das Alleinstellungsmerkmal gegenüber Google Docs.

Und wie steht es um die Formatierung? DBook versucht hier gewissermaßen den Spagat zwischen Funktionsvielfalt und Produktivität. Bekannt ist. dass viele Schaltflächen, weitreichende Features und fehlende Automatisierung bei der Formatierung von Texten die Autoren in aller Regel ablenken. „Deshalb nutzt DBook den Markdown-Syntax“, sagt Hoffmann und ergänzt: „Basierend auf der Inhaltsstruktur wird außerdem ein Inhaltsverzeichnis vollautomatisch erzeugt, inklusive Nummerierung der Überschriften.“ Alle Dokumente können wahlweise als PDF, Word- oder Markdown-Datei exportiert werden. Eine Übersicht über diese und andere Features liefert DBook in Form einer Infografik mit.

Ein Klick auf den Bildausschnitt öffnet die gesamte Infografik.

dbook_infografik

Preise, Verfügbarkeit und Sicherheit: Das können DBook-Nutzer erwarten

Mit Erscheinen dieses Artikels geht DBook zeitgleich an den offiziellen Start. Nutzer können sich ab sofort mithilfe einer E-Mail-Adresse und einem Passwort registrieren. Neben einer Weboberfläche für den Dokumentendienst wird es DBook in Kürze auch für iOS, Mac und Android-Geräte geben.

„DBook wirbt mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und Servern in Deutschland.“

Für die Monetarisierung setzt das Startup auf ein Freemium-Modell, das sich jedoch vorrangig an Professionals (Agenturen, Redakteure, Universitäten und IT-Unternehmen) richtet. Die kostenlose Nutzung ist so auf nur drei Dokumente beziehungsweise Pocs zur Bearbeitung beschränkt. Freie Hand haben Unternehmen hingegen mit der „Company“-Lizenz, die DBook für rund 10 Euro pro aktivem Benutzer im Monat anbieten wird. Vor allem mit den Preismodellen „Business Hosted“ und „Business Server“ will DBook punkten: Ein Hosting von DBook auf einem separaten Server nach Vertragswerk gibt es ab 69 Euro, eine Installation des Dokumententools im eigenem Unternehmensnetzwerk hingegen ab rund 3.000 Euro im Monat. Angesichts der verschärften Datenschutzbedenken wirbt das Startup mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und Serverfarmen ausschließlich in Deutschland.

Erste zahlende Kunden hat DBook bereits. „Sogar schon genug, sodass mein Gehalt gedeckt werden kann“, verrät Hoffmann, der das Projekt mit seinem Kompagon Randall Cornet bisher durchweg aus dem Cashflow finanziert haben will. Für die Zukunft verspricht Hoffmann weitere Produkte rund um das Thema kollaboratives Dokumentenmanagement. „DBook folgt der Idee, Menschen das professionelle, nahtlose Zusammenarbeiten zu ermöglichen - ohne Medienbruch, ohne Software-Inseln, ohne Hardware-Grenzen. Pocs und Dokumente sind erst der Anfang.“ Auch deshalb sucht das Startup bereits nach Investoren.

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10 Antworten
  1. von Fuximus am 15.07.2014 (10:24 Uhr)

    Klingt sehr interessant, vor allem, da die Server in Deutschland stehen sollen. Allerdings ist der Dienst nur in englischer Sprache verfügbar und fällt damit für mich schon mal raus.

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    • von Randall am 15.07.2014 (11:41 Uhr)

      Hallo Fuximus,

      danke für Dein Feedback, wir lesen immer gern was bei DBook verbessert werden kann. Als ein Unternehmen aus Berlin arbeiten wir natürlich an einer deutschen Lokalisierung.

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  2. von Andreas am 15.07.2014 (13:47 Uhr)

    Potentielle Nutzer sollten Blick in AGB (Version 0.5 (Jul 14 2014, 23:01) werfen:

    5. Übertragung von Nutzungsrechten
    Abs.1 Der Anbieter hat das Recht, Beiträge (...) mit anderen Inhalten zu verbinden.
    Abs.2 Der Nutzer hat gegen den Anbieter keinen Anspruch auf Löschung

    Toll :-(

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  3. von JoeFlow am 15.07.2014 (15:06 Uhr)

    wo sind die vorteile gegenüber google und co? wie rechtfertigt ihr eure satten preise?

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    • von Geerd-Dietger Hoffmann am 16.07.2014 (14:54 Uhr)

      Wenn du für einen Dienst nix Zahlst bist du das Produkt. Bei uns gehören deine Daten Dir. Wir bieten dir Support und die Sicherheit, dass alle deine Daten in Deutschland liegen.

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      • von Fuximus am 16.07.2014 (15:14 Uhr)

        Widerspricht sich die Aussage „Bei uns gehören deine Daten dir“ nicht mit den Aussagen in den AGB (wie eben schon angemerkt): "5. Übertragung von Nutzungsrechten: 1) Das Urheberrecht für die eingestellten Beiträge verbleibt beim jeweiligen Nutzer. Der Nutzer räumt dem Anbieter mit dem Einstellen seines Eintrags auf der Website jedoch das Recht ein, den Beitrag dauerhaft auf seiner Webseite zum Abruf bereitzuhalten und, wenn von dem Benutzer verlant, öffentlich zugänglich zu machen. Der Anbieter hat das Recht, Beiträge innerhalb seiner Webseite zu verschieben und mit anderen Inhalten zu verbinden.
        2) Der Nutzer hat gegen den Anbieter keinen Anspruch auf Löschung oder Berichtigung von ihm erstellter Beiträge.“ und "8. Änderung oder Einstellung des Angebots 2) Der Anbieter ist berechtigt, seinen Dienst unter Einhaltung einer Ankündigungsfrist von 2 Wochen zu beenden. Im Falle der Beendigung seines Dienstes ist der Anbieter berechtigt aber nicht verpflichtet, die von den Nutzern erstellten Inhalte zu löschen."

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      • von JoeFlow am 16.07.2014 (16:10 Uhr)

        hi geerd, google apps for business ist mit $4/user dann doch um $9,9270 günstiger als ihr. "Wir bieten dir Support und die Sicherheit, dass alle deine Daten in Deutschland liegen." wenn das eure stärksten argumente sind - viel glück.

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  4. von Geerd-Dietger Hoffmann am 16.07.2014 (14:52 Uhr)

    Hallo Andreas,

    vielen Dank für deine Anmerkungen. Datenschutz ist für uns eines der wichtigesten Punkte. http://www.dbook.biz/features/#encrypted_privacy Anbei eine Erklärung zu deinen Punkten:

    Abs 1: Das haben wir drin, weil wir alles in einer Datanbank speichern. Wir werden NIE irgendwie deine Texte/Daten anfassen oder auch nur dran denken sie zu veröffentichen. Das verbiden ist hier technisch gemeint.


    Abs 2: Das haben wir drin auf grund von unserer Backup strategie. Wir tun alle n Minuten ein complettes Backup erstellen. Hier sind natürlich deine Daten drin. Wenn du diese jetzt löscht sind sie immernoch im Backup. Diese überschreiben sich irgendwann, aber wir können halt keine garantie geben wann. Aber wir löschen natülrich in der "live" version und dann wenn alle Backups überschrieben sind, sind alle deine Daten weg. Nur können wir aus Sicherheitsgründen Backups nachträglich nicht ändern.

    Ich hoffe, das klariefieziert die Punkte ein bisschen. Sonst kannst du uns gerne auch unter info@DBook.org eine Email schreiben.

    Vielen Dank Geerd-Dietger Hoffmann

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    • von Didi Hoffmann am 16.07.2014 (21:51 Uhr)

      Wir haben die Passagen jetzt erst einmal raus genommen und lassen sie neu formulieren, damit sie nicht mehr so verwirrend sind.

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    • von Mero am 17.07.2014 (19:49 Uhr)

      Wenn es hart auf hart kommt, kann man sich auf solche mündliche Zusagen auf wundersame Weise meist nicht mehr erinnern. Egal ob die beim Vorstellungsgespräch zugesagten Gehaltssteigerungen oder etwas anderes... Das ist auch bei deutschen Unternehmen nur die tägliche Praxis. Bei den ganzen Erfahrungen helfen auch Beschwichtigungen nicht...

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