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Debakel für Zano-Drohne: Europas erfolgreichstes Kickstarter-Projekt ist endgültig gescheitert

Debakel für Zano-Drohne: Europas erfolgreichstes Kickstarter-Projekt ist endgültig gescheitert

Die Crowdfunding-Kampagne für Zano hat 2,3 Millionen Pfund eingebracht. Die Mini-Drohne gilt damit als bisher erfolgreichstes europäisches Kickstarter-Projekt. Jetzt haben die Entwickler das Scheitern eingestanden.

Debakel für Zano-Drohne: Europas erfolgreichstes Kickstarter-Projekt ist endgültig gescheitert
Zano-Drohne. (Bild: Torquing/Kickstarter)

Crash für Mini-Drohne Zano

Die Finanzierung eines Projektes bei Kickstarter kann für die Geldgeber immer auch ein gewisses Risiko bergen, selbst wenn die Kampagne den Entwicklern Millionen in die Kassen spült – so geschehen bei der Mini-Drohne Zano. Nachdem schon in den vergangenen Monaten einige Ungereimtheiten aufgetaucht sind, hat das britische Drohnen-Startup Torquing das Projekt jetzt endgültig für gescheitert erklärt.

Trotz Millionen-Investitionen: Aus für die Mini-Drohne Zano.  (Foto: Torquing Group/Kickstarter)
Trotz Millionen-Investitionen: Aus für die Mini-Drohne Zano. (Foto: Torquing Group/Kickstarter)

Nachdem man alle Optionen geprüft und professionelle Unterstützung zu Rate gezogen habe, habe man sich zu einer „freiwilligen Liquidierung“ entschieden, ließen die Zano-Entwickler ihre Unterstützer wissen. Alle, die Geld in das Kickstarter-Projekt investiert hätten, würden in den nächsten Tagen von einem Insolvenzverwalter kontaktiert.

Die Mini-Drohne Zano, die sich bequem per Smartphone steuern und Selfies und HD-Videos aus der Luft hätte aufnehmen sollen, hatte Anfang dieses Jahres innerhalb von knapp zwei Monaten 2,3 Millionen Pfund eingesammelt. Bis jetzt, elf Monate später, hat die hinter dem Projekt stehende Torquing Group allerdings nur 600 der bestellten 15.000 Zano-Drohnen verschickt.

Rücktritt des Zano-Projekt-Chefs

Der CEO und Mitgründer des Drohnen-Startups Ivan Reedman ist vor einer Woche überraschend von seinem Posten zurückgetreten und hatte für diesen Schritt gesundheitliche Gründe und unüberbrückbare Differenzen angegeben. Schon zu diesem Zeitpunkt war über ein baldiges Scheitern des Zano-Projekts diskutiert worden.

Diejenigen, die eine Zano-Drohne geordert, aber noch nicht bekommen haben, könnten wohl im besten Fall lediglich damit rechnen, einen Teil ihres Geldes zurückzubekommen. Kickstarter sieht bei dem Scheitern eines Projekts den Ersteller in der alleinigen Verantwortung. Den enttäuschten Kickstarter-Unterstützern stünden aber rechtliche Wege offen.

via arstechnica.com

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10 Antworten
  1. von Null Infogehalt am 19.11.2015 (07:36 Uhr)

    und weshalb ist das Projekt gescheitert?

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    • von Dachte ich mir auch gerade am 19.11.2015 (08:15 Uhr)

      s.o.

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    • von Jörn Brien am 19.11.2015 (09:21 Uhr)

      Dazu gibt es leider noch keine weiteren Informationen. Dem Startup dürfte schlicht das Geld ausgegangen sein, der CEO hat sich in der vergangenen Woche überraschend verabschiedet. Wo das Geld hin ist, wird hoffentlich in den nächsten Tagen oder Wochen bekannt gegeben.

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  2. von ntiedt am 19.11.2015 (09:41 Uhr)

    Der Link des Textes "...ihre Unterstützer wissen ." auf die Kickstarter-Seite kann nur von Unterstützern gesehen werden. Daher unbrauchbar.

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  3. von Julian am 19.11.2015 (12:32 Uhr)

    Was passiert mit den Leuten, die die Drohne vorbestellt haben? Ich nehme an, dass Pre-Order Kunden nicht zu den Kickstarter-investoren gehören..

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  4. von Andreas am 19.11.2015 (15:20 Uhr)

    Tja, wenn das Geld erst eingesammelt ist, dann weckt das natürlich in alle Richtungen Begehlichkeiten. Da wird hier ein Ingenieur teurer und dort eine Produktionsstätte "leider etwas teurer als geplant".

    Ich könnte mir gut vorstellen, dass dieses tolle Projekt mal wieder der Gier weniger einzelner zum Opfer gefallen ist. Schade für alle, die jetzt sich die Nase voll haben von Crowdfunding...

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  5. von Transparenz ist der Feind der Miswirtsch… am 19.11.2015 (18:30 Uhr)

    "Greed killed the Amiga" oder so ähnlich sagte mal einer der ersten Entwickler glaube ich mich zu erinnern. Nur so eine Anmerkung zu @Andreas.

    Unerfahrenheit lässt Parteien scheitern weil sie von Schill-Partei, Piraten, Grünen (Esoterik, dann Realos vs. Fundis jahrelang) usw. anscheinend nicht lernen.
    Dasselbe dürfte für viele Kickstarter-Projekte gelten.

    Ich fordere ja schon lange vergeblich das Point4Point also Zug-um-Zug und völlig transparent von Kickstarter ausgezahlt wird und die Artefakte (Designs usw.) natürlich Kickstarter-Community der gelieferten Projekte gehören damit es jemand anders umsetzen kann.
    Dazu gehört natürlich auch Bewertung und Listung ehrlicher brauchbarer chinesischer Hersteller, Vertriebswege (Versand aus China ist immer besser als es in die USA schicken, dort umzuverpacken und dann extrateuer nach Europa zu schicken) usw. . D.h. Kickstarter bietet möglichst viel als OPTION an. Kickstarter zahlt nur stückchenweise und überwacht (es gibt zigtausende Freiwillige die die Fabriken besuchen würden weil sie eh in Hong-Kong wohnen und Geschäftskontakte und seriöse Fabriken suchen) jeden Schritt.
    Die Bezahlung erfolgt natürlich niemals an die Projekt-Initiatoren sondern an die Fabrik oder Design-Center oder Freiberufler-Ingenieur usw. Erst die allerletzte Zahlung nach Bewertung durch den allerletzten belieferten Crowd-Kunden geht an die Projekt-Initiatoren. Es spricht nichts dagegen die Tracking-Nummern bei Kickstarter reinzufeeden auch weil bei 20% Telefonbuch-Adress-Rotation wohl 10-20% der Crowder längst umgezogen sein dürften.

    Es gibt auch andere Crowding-Plattformen wo man Miteigentümer wird und durch US-Investoren_Gesetz z.b. nur 5% seines US-41k/US-Riester/US-Rürup pro Crowding investieren darf. Kickstarter ist nicht flexibel genug. Man kann beispielsweise nicht gezielt einzelne Buchkapitel crowden (Katzen gesund halten, Kaninchen gesund halten, Hunde gesund halten) oder nur für das Youtube-Video über eine Reportage und nichts für das Buch und Blog-Posting usw. finanzieren. Da gibts viel Bedarf für Flexibleres.

    Kickstarter ist kein Taxifahrer der bezahlt wird und dann ist der Elektro-Markt schon zu oder der Flieger abgeflogen und man hat Pech gehabt. Die Einstellung "Dein Problem, wir haben unsere Gebühren ja schon in der Tasche" erinnert an unbeliebte Zahlungs-Dienstleister oder auch manche Auktions-Plattformen die bei Kunden und Händlern recht unbeliebt sind.

    Im Schnitt zahlen Insolvenzen wohl (drei bis vier) 3%-4% der Forderungen aus... Tolle Gesetzgebung. Vielleicht ist es dort ja besser.

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  6. von Horst G Ludwig am 20.11.2015 (09:05 Uhr)

    Ich moechte mich den Spekulationen anschliessen und darauf hinweisen, dass die Art und Weise wie Crowdfunding betrieben wird, immer noch nicht in Ordnung ist. Obwohl es bei weitem nicht der groesste StartUp ist, wird es wohl die groesste Schlappe des crowdfunding werden und der schwachen Profilierung desselben entweder auf die Beine helfen oder hat als Finanzierungsalternative kaum noch eine grosse Zukunft. Wir haben diese kickstarter und indiegogo Plattformen daraufhingewiesen, dass die eingeladenen Spender und Investoren besser geschuetzt werden muessen und auch eine offizielle Kontrolle ueber Mittelverwendung und eine Fachanalyse der Business Plaene durchgefuehrt werden muss, denn siehe da, die grosse Menge an StartUps sind flopps, selbst wenn die Idee gut aussah.
    Schaue ich mir dieses Mini Drohnen Projekt aus der Naehe an, sehe ich in Taiwan existierende Komponenten (12 Euro in Allem) und eine Kontrollsoftware (App), die innerhalb von 3 Monate geschrieben werden kann. Hinzurechnend hochaufloesende Linsen wuerde so ein Ding nicht mehr als 35 Euro in der Herstellung kosten und die Software und sonstige Investitionen Ruck-Zuck amortisieren.
    Die Leitung dieses Projektes wurde offensichtlich von gruenen Jungs gemacht, die gerne vergessen, dass all die grossen beruehmten Entwickler Top Experten auf ihrer Seite hatten, denn Pickel im Gesicht managen keine globalen Makroprojekte, ganz egal was die Verherrlichungsmedien da verbreiten.
    Die Vermutung, dass die Jungs durchgedreht sind und grosse Party gemacht haben kann ebenfalls zutreffen, denn mit derartigem Kapital und Vorschusslorbeeren haette eine industrielle Produktion keine Schwierigkeiten bedeutet. Manch einer wuerde sich gerne in solch einer optimalen Ausgangsposition finden!
    Streiterein unter Gruendungsmitgliedern sind auch bekannt. Da es sich oftmals um sehr junge Leute handelt, die als Persoenlichkeit wenig gefestigt sind, verursachen sie 50% des StartUp Stresses selbst und verplempern wichtige Energie in Hahnenkaempfen der Eitelkeiten.
    Den Menschen, denen Investitionen auf crowdfunding Spass macht moechte ich eben nur mitgeben, dass man in Menschen investiert und nicht in bunte Bilder im Ami-Marketing-Stil. Stellt Euch immer erst die Frage, ob die angeblichen Entwickler das Zeug haben dies oder jenes Projekt auf dem Weltmarkt durchzuboxen.
    Gruss
    Horst G Ludwig
    The European Technology Fund & Mainstap (soft und hardware Schmiede bei Barcelona.....falls jemand Kontakt wuenscht)

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  7. von Transparenz ist der Feind der Miswirtsch… am 20.11.2015 (13:45 Uhr)

    @Horst G. Ludwig: Danke für die Listung potentieller Fail-Gründe.

    An die Redaktion: Bitte also die Scheiterungs-Gründe aus
    http://t3n.de/news/debakel-zano-drohne-kickstarter-658103/#comment-191213
    verinnerlichen und alle Projekte bzw. Startups darauf abklopfen. Man kann auch harmlosen Fragen stellen wie einen ausgestiegenen Mitgründer zu fragen "Würdest Du wieder dort arbeiten Ja/Nein" "Bei welchem Startup wärst Du im Nachinein nach deinem Studium am liebsten eingestiegen" "Was sind Scheitergründe bei vielen Wannabe-Gründern die sich bei Dir melden"(in Wirklichkeit berichtet er dann verkappt den Scheitergrund seines Startups und jeder weiss Bescheid...) um Schikanen und Probleme zu vermeiden. In der Eisenbahn oder Achterbahn hält man die Arme auch nicht raus oder hält noch eine Selfie-Stange.
    Den Wind kann keiner greifen - und durch die Straßen schleifen. Man kann ihn auch nicht fangen und am nächsten Baum aufhangen...
    Wahre und gnadenlose Kritik geht also auch schlauer und genau so oder wirksamer als "das ist kacke" mit den entsprechenden Folgen die vom wahren Thema ablenken und dem Feind und seinen Schergen voll helfen. Man muss nicht offen sagen das sich keiner ein Apple4TV kaufen sollte. Aber man kann die vergleichbaren Preise von 4k-fähigen Geräten wie die Nvidia-(Computer-Spiele-Geeignete)-4k-Box und Amazon Fire2TV (auch 4k) berichten und auf die 4k-Durchgängigkeit von Sky hinweisen. Dann weiss jeder über Apple4TV Bescheid.
    http://t3n.de/news/sky-q-video-streaming-offline-657973/
    Presse ist zum Verbessern da statt hinterher zu Berichten und das Volk bezahlt mal wieder. Man sollte sich ein Beispiel an Fußball-Presse nehmen. Da gibts keine Cashburner "Wir verlieren die nächsten 10 Spiele (Wir burnen den Cash und holen und ständig neue Investments um immer mehr zu burnen) und steigen ein paar Jahre ab (Wir machen jahrelang Verluste, treiben die Mietpreise für Gewerbe und Privat-Immobilien in die Höhe und nehmen Steuerzahler-Firmen die Fachkräfte weg um die Steuer-Einnahmen des Landes zu verringern und die Sicherheit zu minimieren wie das BSI gestern kritisierte und belegen die Straßen deren Schulden wir mangels Steuer-Zahlungen niemals abbezahlen helfen sondern die kleinen Arbeiter und Steuerzahler-Firmen machen das damit wir im Exit Milliarden einnehmen können") um irgendwann in vielen Jahren Punkte einzufahren (Gewinne zu machen) und glorreich wieder aufzusteigen". Har har har. Bei bedauerlichen Einzelfällen von Startups liest man sowas (anders formuliert aber inhaltlich noch armseliger) täglich. Presse ist das weiße Blutkörperchen bzw. die Kontrolle die für Verbesserung sorgen soll damit nicht Korruption und Miswirtschaft das Land zersetzen. Bei Kickstarter wurde bisher meist nur positiv berichtet.

    Wie Ihr seht ist Fail oft Standard. Ich will ja schon ewig Kommentare von Steuerberatern zu Startup-Meldungen ("Follow the Money"). Aber auch die Liste vom Posting vorher lässt bessere wahrere informativere Startup-Postings produzieren als wenn man nur die PR-Hype-Postille der Cashburner-Steuer-Vermeider zum Nachteil der Nation wird, so wie zwar nicht t3n aber doch manche Mainstream-Medien machen.
    Den Ausbau gibts seit 2000 nicht ! Was SPD gestern an Digitalisierung kritisierte hat sie als rot-grün 2000 doch selber verursacht. Auf den Ausbau und von kleinen Bürgern und Arbeitern bezahlbare UMTS-Video-Dienste warten wir immer noch.

    Hier wird wenigstens drangeschrieben wenn ein Besuch gesponsored wurde. Das machen die Mainstreamer-Konkurrenten überwiegend wohl nicht.

    Als Anfang könnte man die Projekt-Initiatoren von Kickstarter-Projekten systematisch schriftlich fragen wie sie den Insolvenz-Fail von Zano vermeiden werden. Die normalen Zeitungen fragen die Regierung und Firmen ständig schriftlich an. Leider müssen die Antworten nicht nach 100 Tagen veröffentlicht werden und viel Wissen vergammelt in den Schubladen statt mit anderen Antworten verknüpft zu werden um die Verantwortung einzufordern.

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    • von Horst G Ludwig am 23.11.2015 (19:43 Uhr)

      Sehr guter und ergaenzender Kommentar, muss ich einfach auch einmal sagen, denn Kritik ohne Konstruktivitaet ist ansonsten wie schlechter Atemgeruch.

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