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Debatte: Open Source am Scheideweg

ist ein Erfolg und das hat Trittbrettfahrer angelockt. Zunächst waren es Service-Anbieter und die haben Open Source eher genützt als geschadet. Immer mehr Unternehmen wie SugarCRM, Alfresco und andere entdecken aber den so genannten Open Core-Ansatz für sich und es regt sich Widerstand gegen die Verwässerung und Aushöhlung von Open Source. Ist die Wut über diese Geschäftspraktiken berechtigt?

Debatte: Open Source am Scheideweg

Open Source Light

Traditionell organisiert sich das Geschäft mit Open Source um Service und Support. Ein besonders erfolgreiches Beispiel ist Red Hat, das zeigt, dass es möglich ist, mit diesem Geschäftsmodell in die Oberliga der global player aufzusteigen und dass Open Source Business nicht unbedingt weitere Quellen braucht.

Unternehmen dieser Art existieren in friedlicher Koexistenz und sehr häufig auch mit beträchtlichem Nutzen für das jeweilige Open-Source-Projekt, das durch Sponsoring von Events, andere finanzielle Zuwendungen, durch von Unternehmen bezahlte Entwicklungsleistungen und viele andere Vorteile profitiert.

Seit längeren entdecken immer mehr Software-Hersteller Open Source für sich, vor allem um mit weniger Marketing-Aufwand schneller eine größere Bekanntheit zu erreichen. Um gleichzeitig von den Vorteilen von Open Source zu profitieren aber trotzdem an Lizenzen zu verdienen, sind unter dem Deckmantel Open Source einige kreative Auslegungen des Prinzips entstanden. Ob „hybrid“, „Open Core“ oder „dual-licensing“ - es geht immer darum, die Anziehungskraft von Open Source zu nutzen, um Kunden (und vielleicht auch noch kostenlose Entwicklungsarbeit) für die kostenpflichtige Version zu gewinnen. Das kann oft einigermaßen unauffällig geschehen, wie bei den „dual-licensing“-Beispielen, aber weitaus häufiger sind „Open Core“-Ansätze. Ein extremes Beispiel ist SugarCRM, das mit der Version 6.0 als wesentliche Änderung gegenüber der Version 5.0 ein neues Interface vorgestellt hat, das aber nur in der Bezahlversion enthalten ist.

Das stellt bereits einen wesentlich tieferen Eingriff in ein auch nur halbwegs puristisch verstandenes Open-Source-Prinzip dar. Dementsprechend gibt es viele Kritiker, die oft zu recht befürchten, dass die Gemeinschaft der Entwickler als wesentliche Triebfeder der Entwicklung, der Verbreitung und der Qualitätskontrolle gar nicht erst zum Tragen kommt, wenn ein Unternehmen den Lohn der Arbeit erhält.

Quo Vadis Open Source? Foto: © PictureArt - Fotolia.com

Drei typische Reaktionen

Vor diesem Hintergrund ist es kein Wunder, dass die Schwemme von Open-Source-lizensierter Software, die in den letzten Jahren von diversen Firmen veröffentlicht wurde, von der Open-Source-Welt mit geteilten Gefühlen aufgenommen wurde.

Man kann die Reaktionen auf drei grundsätzliche Haltungen verteilen, wobei diese Aufteilung weder endgültig noch vollständig sein kann.

Business as Usual

Die Vermischung von kostenfrei erhältlicher Software und lizenzkostenpflichter Software ist nur ein weiteres mögliches Geschäftsmodell (Sam Dean), um mit Open Source Geld zu verdienen.

Dies ist nur eine Fortsetzung der Service- und Supportmodelle, also: Keine Panik!

Die vordergründige Abgeklärtheit wirft jedoch die inhaltliche Frage auf, ob Open Source nicht auch notwendigerweise ein bestimmtes Modell der Freiheit und der Offenheit mit einschließt, das im Widerspruch zur Einschränkung der Verfügbarkeit der Software und der Konzentration der Entscheidungsgewalt steht.

Funktionale Kritik

Diese Argumentation behauptet, dass die Praxis, unternehmerische Aktivität mit denen einer Community zu vermischen, einen Teil der Vorteile verhindert, die Open Source bietet oder bieten kann, indem sie zum Beispiel die Entwicklung und die wirksame, weil alleinige Einflussnahme einer Community verhindert.

Dieser Position kann man vorhalten, dass sie ein statisches Verständnis dessen hat, was Open Source ist und dass dies nicht durch die in der GPL definierten Grundregeln abgedeckt ist.

Ideelle Ablehnung

Die Kritik hier ist, dass Open Source als Idee und Bewegung einerseits dadurch Schaden erleidet, dass sie durch kommerzielle Player verwaschen und falsch interpretiert wird. Andererseits geht es hier um die grundsätzliche Forderung, dass Software frei sein soll, im Sinne der Verbreitung und Bearbeitung. Das ist insoweit ein fundamentalistischer Ansatz, der in letzter Konsequenz davon ausgeht, dass Open Source auch vollkommen getrennt von kommerziellen Interessen existieren könnte.

Diese Position ist im Kern gesellschaftspolitisch motiviert und sieht im Open-Source-Prinzip einen Wert, dessen Geltungsbereich weit über die Softwareentwicklung hinausgeht.

Wie Richard Stallman 1992 schrieb ist dies aus seiner Sicht eine Frage der Ethik:

To put it another way, if restricting the distribution of a program already developed is harmful to society overall, then an ethical software developer will reject the option of doing so.

Das steht im krassen Gegensatz zum Open-Core-Ansatz, der die Verbreitung von Software für die lizenzkostenpflichtigen und nicht veränderbaren/redistribuierbaren Teile in derselben Weise „unfrei“ macht wie jede kommerziell lizensierte Software das schon immer war.

Alle drei Perspektiven haben gute Argumente auf ihrer Seite, auch wenn die hier nicht im Detail ausgebreitet werden können, haben sie es verdient, dass man ihnen nachgeht und sie ernst nimmt.

I'm a GNU, how about you? Foto: © Luc PATUREAU - Fotolia.com

Open Source ist nicht (mehr) gleich Open Source

Welcher Position man auch immer anhängt, es geht um die Wurst. Business as usual bedeutet, den Open-Source-Begriff soweit aufzuweichen, das er auf eine wenig bedeutsame Basis reduziert wird. Das ist aus funktionaler Sicht katastrophal, weil der Entstehung einer Open-Source-Community damit die Motivations- und Existenzgrundlage entzogen wird. Über die Bedeutung für ein Free-Software-, und mit Abstrichen, einem Open-Source-Weltbild kann man nur mutmaßen, aber man darf von wachsender Ablehnung ausgehen.

Aus Sicht der Anwender sollte es Zeit geworden sein, Tacheles zu erwarten und von Softwareherstellern und Medien zu einzufordern, dass sie nicht mehr alles Open Source nennen, nur weil die spartanische „Community Version“ unter der GPL segelt, während die wirklich interessante Software als kommerzielle Variante zum Kauf steht.

Aus Sicht der Anwender wäre wenigstens die erfolgreiche Verbreitung differenzierter Begriffe für die neuen Modelle wünschenswert, die den Unterschied zu klassischen Open Source Szenarien verdeutlichen, so wie „Open Core“ vs. Open Source. Besser wäre noch eine Klassifizierung oder eine Reihe von Kennzeichen, die aussagen, ob eine Software überhaupt eine lebendige Community hat und ob diese nicht nur aus bezahlten Claqueuren besteht. Die Unterschiede zwischen Free Software, Open Source, Closed Binary Option (RedHat Modell), Dual Licensing, Subscription Revenue Model, Embedded Open Source, (Microsoft) Open Strategy und Open Core sind viel zu wenigen bekannt und es ist auch davon auszugehen, dass nicht jede Variante eine eigene Kategorie und eine allgemein bekannte Bezeichnung braucht. Nur wenigstens sollte man die Spreu vom Weizen allgemeinverständlich differenzieren und dafür braucht es klar unterscheidbare Definitionen und akzeptierte Begriffe.

Diese Frage stellt sich auch für das t3n Magazin, das sich seit längerem selbstkritisch mit der Frage auseinandersetzt, ob es alles unter dem Label „Open Source“ gleich behandeln darf, oder ob es nicht für mehr Trennschärfe sorgen muss. Diese Diskussion führen die t3n-Macher und ich seit einem guten Jahr und dieser Artikel mündet nicht von ungefähr in einer Frage an Euch: Wo steht ihr? Was ist Euer Open-Source-Verständnis? Und welche Erwartung habt ihr an das t3n-Magazin?

Über den Autor

Daniel Hinderink ist Gründer und Partner bei dpool, einem Münchner IT-Dienstleister, der sich auf die Konzeption und Entwicklung von Informationsystemen im Intra- und Internet spezialisiert hat. Zu den Kunden zählen Adidas, Reebok, Sixt und einige mehr. Daniel gehört außerdem zu den treibenden Kräften des Erfolgs von TYPO3 im deutschsprachigen Raum und ist ein Insider, wenn es um Themen wie Content Management und Information Process Management geht. In den vergangenen Jahren hat er zahlreiche Vorträge bei diversen Konferenzen und Messen wie LinuxTag, CeBIT, Systems, Computer World und anderen gehalten.

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12 Antworten
  1. von Tom am 21.07.2010 (14:37 Uhr)

    Man muss das mal so sehen: Open-Core ist insofern nichts Neues, als Anpassungsleistungen durch Dienstleister an Open-Source Produkten schon immer kostenpflichtig und das Endprodukt noch nie frei war.
    Die neue Geschmacksrichtung ist lediglich, dass diese Anpassungsleistung nun mehrfach verkauft wird - nicht nur einmal wie bisher. Wenn man das nicht möchte, muss man eine Lizenz wählen, welche das verbietet.

    Warum macht man Open-Core? Weil es Kundenkreise gibt die so speziell sind, dass die Entwicklung sehr teuer ist und keine breite Community findet. Zum Beispiel: Steuerungselektronik für Industrieroboter. Auch da könnte man Open-Source einsetzen, doch: wer hat schon ein solches Gerät in der Wohnstube stehen?
    Also baut man auf Open-Source auf und erstellt eine kostenpflichtige Spezialanwendung. Das ist durchaus sinnvoll! Man entwickelt nur den hochwertigen Teil der Anwendung klassisch lizenziert und den Rest macht (und nutzt) die Community ... und baut damit vielleicht einen sprechenden Toaster. Finanziell getragen wird diese Entwicklung aber vom klassischen Geschäft.

    Das ist nicht zu verwechseln mit der Entwicklung von Community- und Premium-/Enterprise-Versionen der gleichen Software. Dort ist der Nutzen für die Community in der Tat fraglich. Landen die besten Features nur noch in der Bezahlversion? Ist es nur eine Frage der Zeit, bis das Projekt geforkt wird, weil Nutzer auf die "besseren" Features nicht verzichten wollen? Davon würde ich stets abraten, denn das ungute Gefühl bleibt.

    Und wie einige Beispiele gezeigt haben: zurecht. Zum Beispiel wurde für die UML Modelling Software Poseidon ab Version X die Community-Version beschnitten und konnte selbst bestehende Dateien nicht mehr bearbeiten.Gleichzeitig wurde dafür gesorgt, dass sich ältere Versionen nicht mehr starten ließen. Ergebnis? Kunden verloren ihre Daten: aber keine Sorge, denn für nur 5 Euro im Monat kriegen sie die Dateien wieder auf ;)
    Das mag kein klassisches Beispiel sein, denn Poseidon war nie wirklich Open-Source, aber es bestärkt ein latentes, ungutes Gefühl bei der Verwendung von "Community-"Versionen.

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  2. von trenc am 21.07.2010 (14:37 Uhr)

    Ich versteh' nicht so ganz, wo das Problem liegt.

    Was Open Source ist, ist klar definiert. Wenn nicht, hält man sich an die FSF.
    Ob ein Projekt eine Communiity (verdient) hat oder nicht, kann man nicht steuern - egal ob Open oder Closed Source Projekt.

    Bei Open Source und Free Software geht es um die Freiheit - nämlich damit machen zu können, was man möchte. Die Freiheit schließt auch Geldverdienen ein.

    Und wenn ein Projekt (Open Core) proprietäre Teile enthält, ist halt nur der Core offen. Wenn das der Commuinty reicht und beide (Community/Hersteller) davon profitieren, dann ist das in Ordnung. Wenn nicht, hat das Projekt auch keine entwickelnde Community oder es wird geforked und selbst weiterentwickelt.

    Wie gesagt, ich verstehe das Problem nicht.

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  3. von Nils Ehlers am 21.07.2010 (14:44 Uhr)

    Es hat sich aus geopensourced!? Glaube ich nicht... Führende IT- oder Marketingangestellte in z.B. nicht softwareorientierten Unternehmen, werden die Thematik zu größen Teil nicht korrekt erfassen können und sind froh, wenn sie den Unterschied zwischen Open-Source-Software und lizenzkostenpflichtiger Software verstanden haben. Vielleicht schafft man es noch zwischen "Real Open Source" und "Company Driven Open Source" zu unterscheiden.

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  4. von Daniel Hinderink am 21.07.2010 (14:57 Uhr)

    @trenc: Wenn man diese Entwicklung als "business as usual" ansieht und man nur an der Lizenz misst was Open Source ist, dann gibt es tatsächlich kein Problem.
    Allerdings gibt es unbestreitbar sehr viele Menschen die Open Source anders verstehen und mehr erwarten und für die ist es sehr wohl ein Problem, dass immer mehr Mißbrauch mit Open Source betrieben wird (siehe auch die Abstimmungstendenz).
    Es ist auch richtig, dass man kaum steuern kann ob ein Projekt eine Community um sich scharen kann. Aber es ist auch nicht von der Hand zu weisen, dass es auffällig wenige Open Core-Projekte geschafft haben dies zu tun, aber dennoch mit den Vorteilen einer lebendigen Community werben.
    D.h. sie beanspruchen Qualitäten von "klassischen" Open Source Projekten für sich, die sie qua ihrer Konstitution gar nicht bieten können. Das ist einfach Etikettenschwindel.
    Wie gesagt, alles kein Problem wenn man sich hinter die Definitionsgrenze einer OSS-Lizenz zurückzieht. Aber das tut kaum ein Open Core Anbieter.
    @Nils: vom Ende von Open Source kann sicher keine Rede sein. Im Gegenteil, Trittbrettfahrer hat man nur, wenn man fährt und zwar in die richtige Richtung.

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  5. von Martin Brüggemann am 21.07.2010 (15:00 Uhr)

    SugarCRM hat ja relativ früh den Begriff "Commercial OpenSource" geprägt und damit die Richtung für andere Trittbrettfahrer vorgegeben. Dass sie mit jedem Release immer weniger Innovationen in den "Community-Zweig" freigeben, inzwischen sogar von Microsoft gekauft wurden und jetzt auch noch ein komplettes User-Interface-Redesign im Commercial Branch allen Community-Members "vorenthalten" ist langfristig gedacht einfach nur destruktiv - dafür muss man sich nicht "Open Source" taufen - als Marketingtrick funktioniert es trotzdem ganz gut.

    Die Must-Have-Grundidee eines Open-Source-Projekts ist meiner Meinung nach ganz klar die bedingungslose Freiheit des Codes (wenn ich das mal so pathetisch sagen darf), dass möglichst viele Leute in die Lage versetzt werden, das Projekt weiterzuentwickeln und es bestmöglich als Lösung im Markt zu festigen - bringt ja am Ende auch dem Erfinder das Maximum.

    Der ganze Dual-Licensing- und OpenCore/Commercial-OpenSource-Schrott wird in den nächsten Jahren durch die Weiterentwicklung von offenen Standards völlig aussterben. Schon deshalb, weil Cutting Edge Technologie immer mehr über offene Prozesse und firmenübergreifende Initiativen entsteht, wo es Voraussetzung ist, dass man mit offenen Karten spielt.

    Ein gutes und aktuelles Beispiel für eine fehlgeschlagene Dual-Licensing-Open-Source-Strategie ist das an sich gut gemeinte Eucalyptus-Cloud-Hosting-Projekt - eine Ausgründung aus der University of California. Nachdem sie es geschafft hatten einen gar nicht mal so schlechten OpenSource-Klon des Cloud-Hosting-Marktführers Amazon AWS zu programmieren und dafür international gefeiert wurden (Eucalyptus ist z.B. auch die technische Basis der Ubuntu Cloud Server Lösung), sind sie inzwischen hart mit ihrem Dual-Licensing-Modell gegen die Wand gefahren.

    Die NASA - vormals gefeiert als größter Eucalyptus-Referenzkunden - hat sich aufgrund der zwei verschiedenen Entwicklungszweige und zurückgehaltenen Features in der Enterprise-Version am Ende einfach entschlossen alles hinzuschmeißen und mit weiteren Partnern wie dem internationalen Hosting-Anbieter Rackspace eine komplett neue Standard-Infrastruktur für Cloud-Hosting zu implementieren - das OpenStack-Projekt: selbstredend ein erstklassiges Open-Source-Projekt unter feiner Apache 2.0 License.

    Interessant dabei ist, dass selbst ein Hosting-Gigant wie Rackspace auf einmal keine Angst mehr hat, dass ihm durch die Herausgabe seines Infrastruktur-Codes Kunden verloren gehen oder ein Konkurrent einen Vorteil daraus ziehen könnte.

    Der langfristige Gewinn als ehrlicher Open-Source-First-Mover im Setzen von freien, offenen Standards überwiegt am Ende dem Vorteil durch Dual-Licensing oder zwielichtige Open-Source-Modelle am alten Denken klassischen Lizenzverkaufs festzuhalten.

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  6. von trenc am 21.07.2010 (15:51 Uhr)

    @Daniel Hinderink

    Ah ok! Jetzt verstehe ich worauf Sie hinauswollen: Die missbräuchliche Benutzung des Open-Source-Begriffes. Das kam beim Lesen des Artikels nicht so direkt bei mir an.

    Und natürlich muss man sich auf die OSS-Defination berufen. Darum gibt es diese; damit nicht jeder seine eigene Defination zurecht bastelt und als OSS »verkauft«.

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  7. von Herr Voß am 21.07.2010 (23:06 Uhr)

    Das eine ist halt Open-Source und das andere ist Freie Software… Danke für den Artikel!

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  8. von Daniel Hinderink am 22.07.2010 (10:39 Uhr)

    @Herr Voß: Sie haben vollkommen recht, das war schon immer die Argumentation der fsf. Aber man muss wohl auch anerkennen, dass Stallman und Co. damit bei sehr vielen durchaus interessierten Menschen nicht durchgedrungen sind. Umso weniger ist das bei der breiteren Anwenderschaft angekommen, die sich unter Open Source vieles erwartet, was Free Software verspricht.

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  9. von Steffen am 22.07.2010 (20:04 Uhr)

    Der eigentliche Anreiz einer Open-Source-Software ist es, nicht aus der kommerziellen Verwertung einen Vorteil zu erzielen, sondern die Software für die Gemeinschaft zu veröffentlichen, so dass diese ohne Einschränkungen genutzt, bewundert und weiterentwickelt werden kann.

    Eine Dual-Licence oder ähnliche Abwandlungen widerstreben dem eigentlichen Grundgedanken von Open-Source-Software.

    Eigentliche Open-Source-Software ist vielmehr als einfach eine Software mit offenem Quellcode. Sie ist ein Wirtschafts- und Kulturgut für die gesamte Bevölkerung.

    Jetzt bleibt die Frage: Kann man den Unternehmen, die Open-Source für kommerzielle Zwecke abwandeln, einfach einen "schwarzen Peter" zu schieben?

    Ich denke nicht. Entwicklungen wie abgespeckte Community-Editions etc. gefallen mir zwar nicht, da der eigentliche Hintergrund wohl eher Marketingbestrebungen sind, aber ich muss es ja nicht nutzen. Die ähnlich lautenden Begrifflichkeiten machen es einem Laien aber schwer.

    Aus welchem Grund nutzt jemand Open-Source. Weil es kostenlos ist oder weil es Open-Source ist?

    Viele Nutzer kennen den Begriff Open-Source-Software? Sie verbinden hiermit aber einfach kostenlose Software. Aber Sie ist ja vielmehr als das.

    Ein Open-Source Vertreter greift daher z.B. zu Debian, ein anderer evtl. zu einer Commercial-Linux Variante. Es gilt die freie Entscheidung.

    Lasst Open-Source-Software wie Sie ist. Neue Begriffe und Abwandlungen werden kommen und gehen, aber Open-Source-Software bleibt Open-Source-Software.

    Der Rest ist nur eine Anlehnung und Abwandlung. Zwar verwirrend, aber ohne den eigentlichen Open-Source Gedanken.

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  10. von Steffen am 22.07.2010 (20:16 Uhr)

    Weitere Anmerkung:

    Ich nutze als Unternehmer auch Commercial Open-Source. Commercial Open-Source hat vor allem im Unternehmensfeld seine Berechtigung, wird aber Non-Commercial Open-Source nicht verdrängen.

    Commercial Open-Source ist für mich z.B. eine Linux-Distribution die für spezielle Einsatzgebiete von einem Unternehmen vertrieben wird. Aber der Quellcode weiterhin unter einer Open-Source Lizenz veröffentlicht ist.

    Man muss einfach sehen, was für Menschen stecken dahinter. Es gibt Commercial Open-Source Anbieter die die Open-Source Gemeinde unterstützen, z.B. durch Preisgelder für innovative, neue Open-Source Projekte. Das finde ich gut.

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