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„Jeder denkt hier täglich über Sicherheit nach“ – Besuch bei Dropbox [Fotogalerie]

präsentiert mit „Dropbox at Work“ einen neuen , wo Nutzer Anregungen finden, wie sie das Beste aus dem Webdienst herausholen können. Bei unserem Besuch haben wir außerdem erfahren, wie der Dienst den Durchbruch geschafft hat, welche Herausforderungen zu meistern waren und was wir in den kommenden Monaten von Dropbox erwarten dürfen. Spannende Einblicke in das Büro in San Francisco gibt es natürlich auch.

„Jeder denkt hier täglich über Sicherheit nach“ – Besuch bei Dropbox [Fotogalerie]
Dropbox Headquarters Location: San Francisco, California

Dropbox: Virale Verbreitung statt Email-Kampagnen

„Nutzen wirklich so viele Leute in Deutschland Dropbox?“, fragt mich Rian Hunter, Software-Entwickler bei Dropbox, gleich am Anfang unseres Gesprächs. „Sicher!“, antworte ich. „Wow, that's completely crazy to me!“ Rian Hunter gehört bei Dropbox zu den ersten Mitarbeitern („Ich war Nummer fünf“) und scheint immer noch hin und weg davon zu sein, dass man „sein“ Produkt auch in Übersee rege nutzt.

Wenn man dem in San Francisco stationierten Unternehmen Glauben schenkt, hat es wenig Überblick über seine Nutzerzahlen. „Wir haben uns nie um Wachstum im klassischen Sinn gekümmert“, erklärt Hunter. Es gebe keine aktiven Marketing-Kampagnen („spammy Emails“) und bis heute hat Dropbox außerhalb von San Francisco kein weiteres Büro aufgemacht. Von Anfang an hat das Unternehmen fast ausschließlich auf den Viraleffekt gesetzt und diesen gepusht, indem Nutzer für das Anwerben von Freunden Extra-Speicherplatz bekommen. Das hat bestens funktioniert. Über 50 Millionen Nutzer habe man, genauere Zahlen sollen demnächst herauskommen.

Dropbox-Softwareentwickler Rian Hunter und Glara Ahn im Interview mit t3n.

Dropboxs Konkurrenten sind vor allem die vier Größen Google, Apple, Microsoft und Amazon. Ansonsten gibt es kaum direkte Mitbewerber, die es mit Dropbox aufnehmen könnten; in den USA ist noch Box zu nennen, hat seinen Fokus aber stärker auf Unternehmen gelegt. Am Anfang habe es schon Mitbewerber gegeben, berichtet Hunter. Aber sie seien anders vorgegangen als Dropbox: „Während unsere Mitbewerber damals ein neues Feature nach dem anderen herausbrachten, haben wir immer nur am Kernprodukt geschraubt und die User Experience verbessert. Wir wollten, dass es perfekt funktioniert. Unser Motto war immer: keep it simple, do one thing very well, work for the users.“

Dropbox-Vision: Leuten die beste „Photo-Experience ever“ bieten

Genau diese Vorgehensweise sei dann aber auch zum Problem und zum großen Prüfstein geworden. 2010, da war Dropbox drei Jahre alt und die Nutzerzahlen stiegen stark an, gab es zunehmend Beschwerden, dass Dropbox nicht reibungslos funktionierte. „Wir mussten einen Schritt zurückgehen und herausfinden, ob die Probleme auf Nutzerseite lagen oder im Programm begründet waren. Außerdem bekamen wir immer mehr Druck, dass wir doch neue Features dazunehmen sollten.“ Dies sei aber nicht in der DNA von Dropbox begründet gewesen – und intern sei man von vielen Features auch gar nicht überzeugt gewesen.

Dass Dropbox den Durchbruch geschafft hat, liegt auch daran, dass es von einem Techie-Produkt zu einer Anwendung wurde, die praktisch jeder braucht und will. „Wir haben oft die Rückmeldung bekommen, dass Dropbox zwar ganz nett sei, aber man es nicht braucht, wenn man mit nur einem Computer arbeitet. Da merkten wir, dass etwas in unserer Kundenansprache falsch lief.“ Der entscheidende Wendepunkt kam mit der Erkenntnis, dass es vor allem drei Dinge sind, die Nutzer teilen wollen: Dokumente, Fotos und Musik. Vor allem aber Fotos. Dies war die Schnittstelle zum Otto-Normal-Nutzer und Dropbox neues Ziel war, den Leuten die beste „Photo-Experience ever“ zu bieten.

Vom Techie-Produkt zum Dienst für jedermann

Das Team vereinfachte die Möglichkeit, Fotos von sämtlichen mobilen Endgeräten auf Dropbox zu ziehen. 2012 dann ein weiterer wichtiger Schritt: Um noch stärker als Foto-Ablage genutzt zu werden, ermöglichte Dropbox, einen Galerie-Ordner zu erstellen und den Link an andere Nutzer zu verschicken. Diese Vision, dass in Zukunft jeder File-Sharing brauchen würde, hätte das Dropbox-Team von Anfang an gehabt, erzählt Hunter. Das, was früher nur für Techies interessant war, würde zukünftig jeden betreffen. „Es war klar: Wenn es nicht Dropbox wird, wird es etwas anderes dafür geben. Wir wollten es hinkriegen, dass File-Sharing für Nutzer so verfügbar wird wie Wasser und Elektrizität.“

Tolle Leseecken gibt es im Dropbox Headquarters in San Francisco.

Und wie sieht es mit der Frage nach Sicherheit aus? In den letzten Monaten hatte Dropbox verstärkt mit Hacker-Angriffen zu tun und führte daraufhin ein Zwei-Stufen-Login ein. Wie das Team weiterhin mit der Frage nach Sicherheit umgehen will, erfahre ich nicht. Die Anspannung bei diesem Thema ist deutlich zu spüren: Vor meinem Interview soll ich die Fragen schriftlich einreichen und Anfragen zu Sicherheit und Profitabilität werden untersagt - "falscher Ansprechpartner". Ein wunder Punkt bei Dropbox. Nur so viel gibt Rian Hunter preis: „Jeder denkt hier tagtäglich über das Thema Sicherheit nach – nicht nur die Entwickler, sondern das ganze Unternehmen.“

In Zukunft: Dropbox übernimmt Ordnen von Dateien

Was die nächsten Monate betrifft, will Dropbox das Nutzererlebnis noch angenehmer machen und es den Usern ersparen, Dateien selbst ordnen zu müssen. Darüber hinaus arbeitet das Team an einer Suchfunktion, mit deren Hilfe Dateien leicht auffindbar werden sollen - „zum Beispiel alle Fotos mit einer bestimmten Person, die im Mai in Florida aufgenommen wurden“. Auch das Teilen von Dateien mit anderen Nutzern soll einfacher werden, bisher müssen Dokumente dafür in einen extra Ordner geschoben werden.

Es steht also einiges an bei Dropbox, vieles dreht sich mittlerweile um das Thema Bilder. Aber auch den Nutzern, die Dropbox mehr geschäftlich nutzen, will das Team treu bleiben und präsentiert ihnen mit „Dropbox at Work“ eine Plattform, wo sie Tipps und Tricks zum Umgang mit Dropbox finden, über neue Features auf dem Laufenden gehalten werden und erfahren, wie man Dropbox sinnvoll als Team nutzen kann.

Und nun die Fotogalerie zu Dropbox' schickem Büro in San Francisco.

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3 Antworten
  1. von maryisdead am 03.11.2012 (19:09Uhr)

    "Dropbox: Virale Berbreitung statt Email-Kampagnen" Ihr könnt meinen Kommentar gerne nach Fehlerfindung löschen. ;-)

    Ansonsten danke für den Artikel!

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  2. von Yvonne Ortmann am 04.11.2012 (00:58Uhr)

    @maryisdead: Danke für den Hinweis. Und dein Kommentar bleibt natürlich! ;-)

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  3. von Matthias am 04.11.2012 (18:35Uhr)

    "Auch das Teilen von Dateien mit anderen Nutzern soll einfacher werden, bisher müssen Dokumente dafür in einen extra Ordner geschoben werden."

    Das geht doch bereits seit einigen Monaten, dass man jede Datei direkt freigeben kann und den Link angezeigt bekommt statt es erst in den Public Ordner zu schieben, oder hab ich was falsch verstanden?!

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