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Albtraum für Datenschützer: Density weiß, wo du einkaufen gehst

Albtraum für Datenschützer: Density weiß, wo du einkaufen gehst

Mit Density sollen Ladenbesitzer ihre Kunden geschäftsübergreifend anhand der MAC-Adresse ihrer Smartphones tracken können. Was Läden einen Einblick in ihre Kunden liefert, dürfte der Albtraum jedes Datenschützers sein.

Albtraum für Datenschützer: Density weiß, wo du einkaufen gehst

Density. (Bild: Mockuphone Lizenz: CC BY 3.0)

Density soll Nutzer-Tracking in Ladenlokalen ermöglichen. (Bild: Mockuphone Lizenz: CC BY 3.0)
Density soll Nutzer-Tracking in Ladenlokalen ermöglichen. (Bild: Mockuphone Lizenz: CC BY 3.0)

Density: Ladenbesitzer sollen Kunden anhand der MAC-Adresse verfolgen können

Online gibt es bereits ausreichende Möglichkeiten zum Nutzer-Tracking. Density möchte das Konzept jetzt jedoch auch auf Ladenlokale übertragen. Dazu nutzt der Anbieter ein Gerät, das in Läden installiert wird und in Echtzeit die Anzahl der Kunden erfassen soll. Dazu soll die MAC-Adresse der Kunden-Smartphones erfasst werden. Die MAC-Adresse kann, sofern sie nicht manipuliert wird, eindeutig einem Gerät zugeordnet werden. Density kann einzelne Nutzer daher einfach auseinanderhalten. Der Tracking-Mechanismus soll sich aber nicht nur auf einzelne Länder begrenzen.

Dem Anbieter schwebt vielmehr ein ganzes Netzwerk aus Density-Geräten vor: Jeder Laden mit dem Gerät teilt seine Kundendaten mit allen anderen Nutzern der Density-Plattform. Da Kunden anhand der MAC-Adresse eindeutig erfasst werden können, hätten Ladenbesitzer beispielsweise einen Einblick darauf, aus welchem Laden ein Kunde gerade kam oder in welches Geschäft er anschließend weiterzieht. Läden sollen so erkennen, mit welchen Shops sie viele Kunden teilen. Außerdem zeigt die dazugehörige App beispielsweise an, wo sich in der näheren Umgebung die meisten Kunden tummeln.

Density: Bewegungsprofile würden uns zu gläsernen Käufern machen

Was für Ladenbesitzer unter Umständen nach spannenden Daten klingen mag, dürfte Datenschützer wenig erfreuen. Ein flächendeckendes Density-Netzwerk würde bedeuten, dass beteiligte Unternehmen ein umfassendes Bewegungsprofil von euch anlegen könnten. In den Zeiten der PRSIM-Enthüllungen von Edward Snowden für viele Menschen kein sonderlich beruhigender Gedanke.

Derzeit dürfte die Gefahr allerdings gering sein: Nicht nur dass sich die Geräte vorerst nur reservieren lassen, in Deutschland und vermutlich auch dem Rest der Europäischen Union dürften datenschutzrechtliche Einschränkungen es Ladenbesitzern schwer machen, ein solches Konzept tatsächlich umzusetzen. 2010 war Google unter anderem deswegen in die Kritik geraten, weil das Unternehmen MAC-Adressen von WLAN-Routern mit ihren Street-View-Wagen aufgezeichnet hatte. Wer trotzdem Angst davor hat, anhand seiner digitalen Signatur von seinem Supermarkt verfolgt zu werden, dem bleibt die Deaktivierung der WLAN-Funktion am .

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5 Antworten
  1. von sebs am 27.02.2014 (17:07 Uhr)

    So träge wie der Einzelhandel ist, wird sowas nie kommen.

    Und aus Datenschutzaspekten sind doch QR-Code Scanner mit Preisvergleicher und Co. viel relevanter. Diese wissen wo ich mich wann für welches Produkt interessiere.

    Und andererseits ist die Density Lösung für andere Einsatzgebiete doch viel interessanter: Großveranstaltungen.
    Wenn einer Veranstalter aus Sicherheitsaspekten genau weiß wie viele Menschen sich gerade wo sind und welche Fluktuation in welchem Bereich stattfindet, kann bei Notfällen viel effektiver gehandelt werden.

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  2. von Dirk am 27.02.2014 (17:13 Uhr)

    Über MAC-Adresse? Seit ca. iOS 5 dürfen die Apps nicht die MAC-Adresse abfragen. Und es verbindet sich nicht mehr automatisch mit WLANS, die offen sind. Und als Hotspot fungieren iPhones in der Regel auch nicht. Also weiß ich nicht genau, wie die App einem Gerät eindeutig die MAC-Adresse zuordnen kann. Das geht vielleicht auf Umwegen, aber in iOS nicht direkt wie im Artikel beschrieben. Für die direkte Abfrage ist iOS denkbar ungünstig.

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  3. von Mac-Adressen am 27.02.2014 (18:25 Uhr)

    Der Router weiss die Adresse doch sobald man connected. Wenn Du im Auto sitzt kannst Du das Kennzeichen aussen auch nicht lesen aber jeder andere schon.

    Länder ohne freie Wifi-Spots und Diktaturen sind eher uninteressant.

    Bei Bluetooth gibts auch Mac-Adressen oder heissen die anders ?
    Dieses pairless Low-Power-Bluetooth welches hier immer wieder berichtet wird, könnte also auch dazu dienen.
    Und ich glaube die Adressen bei Apple-Geräten sind üblicherweise zusammenhängend und stehen evtl bei den Barcodes Eurer iMac, AirMac, AirPad,...-Gerätepackungen aufgeschrieben. So als ob man von der Karosserie-Nummer die Motor-Nummer ableiten könnte weil die gemeinsam vergeben werden.

    Sowas hätte man auch hier datensparsam und selber-kontrolliert etablieren können. Für Flohmärkte würde man sehen das jemand einen Akkubohrer sucht oder beim reinkommen beamt man die Info das man Gucci und Lacoste bevorzugt und kriegt entsprechende Infos oder Angebote vom Händler. Dazu braucht man nicht mal wissen wer es ist. Bei Philips mit den LED-Info-Transport gehts ja auch darum, seine Lieblings-Produkte im großen Einkaufstempel u.ä. zu finden.
    Sowas kann man alles ohne Name, Privatadresse usw. regeln und z.b. die Korrektheit der Händler-Aussagen bewerten.

    Man könnte auch sagen das man bestimmte Schuhe in einer bestimmten Preisklasse und Größe sucht und kriegt Photos der Händler als Antwort. Die anderen sehen dann die Photos oder Anfragen "Suche Heckenschere".
    Im Prinzip wie der Hive der Borg = Kollektives Bewusstsein.
    Auch dafür braucht man keine Adressen, Namen oder sonstwas identifizierendes.
    Das wäre ein anonymer Marktplatz wo jeder seine Angebote und Gesuche reintun kann und sich Kommunikation ergibt.
    Speziell bei Verkaufsmessen oder Bewerbermessen wäre doch besser wenn man seine Gesuche bzw. Skills normiert eintragen kann und automatisch die (anonymen) Bewerberinformationen sehen und Bewerber "anstupsen" kann wenn sie passen. Beide Seiten bewerten sich gegenseitig damit zu eifrige Headhunter erkannt werden.
    Tja. Patente, Rechts-Kosten usw. können sowas schnell unrentabel machen obwohl der Bedarf enorm wäre.

    Ich suche etwas zum kaufen, ich will es finden und meist lokal in der Nähe. Tja. Keine App hilft mir wirklich dabei vernünftig!
    Man könnte auch Produkte oder Sonderangebote "verpetzen" wenn man sie gekauft hat, damit der Supermarkt-Leiter es regelmäßiger bestellt oder die Weihnachts-Spekulatius nicht bis Ostern die Regale füllen.

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  4. von Rico Weigand am 27.02.2014 (21:19 Uhr)

    Schick ist die App allemal :D

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  5. von Cherif am 27.02.2014 (23:00 Uhr)

    Die Mac-Adresse ist sehr wohl änderbar, gewusst wir, am PC egal ob Unix (Linix, Mac OS) oder DOS (Windows) ist es sehr leicht. Da wird es mit einem passenden Tool auch auf dem Smartphones möglich sein..

    Grüße!

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