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Designer-Werkzeugkasten 2015: Diese Tools verwenden Kreative

Designer-Werkzeugkasten 2015: Diese Tools verwenden Kreative

Der mittlerweile auf Adobes Lohnliste stehende Designer Khoi Vinh führt einmal jährlich eine gut strukturierte Umfrage durch, an deren Ende der Designer-Werkzeugkasten des Jahres steht. Gewinner 2015 ist unter anderem Bleistift und Papier. Nanu?

Designer-Werkzeugkasten 2015: Diese Tools verwenden Kreative

Khoi Vinhs Umfrage zum Designer-Werkzeugkasten 2015 bietet einige Überraschungen…

Wie in allen anderen Bereichen auch, ist es im Design stets wichtig, das richtige Werkzeuge für den jeweilien Anwendungsfall zu wählen. (Foto: Pixabay)
Wie in allen anderen Bereichen auch, ist es im Design stets wichtig, die richtigen Werkzeuge für den jeweiligen Anwendungsfall zu wählen. (Foto: Pixabay)

Khoi Vinh ist nicht irgendein Kreativer, sondern gehört zu den einflussreicheren Vertretern seiner Branche. Fast Company ging 2011 sogar so weit, Vinh als einen der „50 einflussreichsten Designer Amerikas“ zu bezeichnen. In den Nullerjahren arbeitete Vinh für die New York Times und prägte deren Design nachhaltig. Immer wieder gründete er Unternehmen, die er dann mit Erfolg an größere Player verkaufte. Seit einigen Jahren arbeitet er als leitender Designer für .

Auf seiner persönlichen Website Subtraction.com veröffentlichte er in der letzten Woche die Ergebnisse einer im Juli durchgeführten Umfrage zu den meistgenutzten Designer-Tools des Jahres. Während sich Entwickler Ashley Nolan, über dessen Umfrage wir erst kürzlich berichteten, auf reine Developer-Tools fokussierte, bezieht Vinhs Untersuchung ein breiteres Spektrum an Werkzeugen ein.

Über 4.000 Teilnehmer aus nahezu 200 Nationen und Unternehmen unterschiedlicher Größe beteiligten sich an seiner Umfrage zum Designer-Werkzeugkasten 2015. Für die Auswertung nahm sich Vinh Zeit, was man der eigens dafür erstellten Microsite auch ansieht. Die Präsentation der gewonnenen Erkenntnisse ist für Designer bereits ein Best-Practice-Beispiel an sich.

Designer-Werkzeugkasten 2015: Themenbereiche und Teilnehmerstruktur

Das eigentliche Design der Mensch-Maschine-Schnittstelle ist nur eines der Themen, mit der man sich als Gestalter beschäftigen muss. Dem trägt Vinh umfangreich Rechnung und betrachtet neben dem eigentlichen Interface Design auch die Bereiche Brainstroming, Wireframing, Prototyping, Projektmanagement und Dateiverwaltung nebst Versionskontrolle.

Diese Bereiche untersuchte Vinh genauer. (Screenshot: Subtraction.com)
Designer-Werkzeugkasten 2015: Diese Bereiche untersuchte Vinh genauer. (Screenshot: Subtraction.com)

In der Umfrage wurde dann jeweils nach dem hauptsächlich genutzten Werkzeug der jeweiligen Kategorie gefragt. Aus der Zahl der Nennungen ergab sich dann die Rangfolge. Differenziert werden konnte zusätzlich nach Herkunftsland des Antwortenden, sowie nach der Größe der Organisation, in der der Antwortende tätig ist. Zudem gaben die Teilnehmer an, für welche Plattform sie hauptsächlich Designarbeiten erstellen. 95 Prozent aller Teilnehmer gaben das Web als Hauptzielplattform an, Print landete hinter iOS und Android auf dem vierten Platz mit immerhin noch 40 Prozent aller Antworten.

Designer-Werkzeugkasten 2015: And the Winner is...

Ähnlich wie bei der bereits erwähnten Entwickler-Umfrage darf man auch bei Vinhs Untersuchung einige Überraschungen zur Kenntnis nehmen.

Das sind die Gewinner der einzelnen Kategorien. (Screenshot: Subtraction.com)
Das sind die Gewinner der einzelnen Kategorien. (Screenshot: Subtraction.com)

Für mich persönlich gehört dazu allerdings nicht die Erkenntnis, dass konventionelles Papier nebst Stift die Kategorie „Brainstroming“ für sich entscheiden konnte. Immerhin 64 Prozent aller Teilnehmer geben die althergebrachte Methode als Werkzeug ihrer Wahl für die Ideenfindung an. Auf Platz 2 landet mit großem Abstand und lediglich zehn Prozent Anteil der abgegebenen Stimmen Sketch von Bohemian Coding. Stift und Papier landete übrigens auch bei all jenen, die diese Wahl nicht zu ihrer ersten erklärten auf dem zweiten Platz.

Schön gestaltete Auswertungen machen das Anschauen zum Vergnügen. (Screenshot: Subtraction.com)
Schön gestaltete Auswertungen machen das Anschauen zum Vergnügen. (Screenshot: Subtraction.com)

Die Kategorie „Wireframing“ geht an Sketch mit 27 Prozent aller Stimmen. Das ist für mich die erste Überraschung. Denn das Tool ist bekanntlich erst seit kurzer Zeit am Markt und nur die Mac-Plattform erhältlich. Dennoch lässt es bereits wesentlich ältere Vertreter wie das für Windows und Mac gleichermaßen taugliche Illustrator, das auf dem zweiten Platz landete, hinter sich.

Spezielle Tools für das Wireframing wie etwa Balsamiq und Omnigraffle landen auf dem sechsten und siebten Platz. Selbst pures HTML/CSS wird lieber genutzt als die beiden Spezialisten zusammen.

Auch die Kategorie „Interface Design“ entscheidet Sketch mit 34 Prozent vor Adobes Photoshop mit 29 Prozent für sich. Insgesamt können die Adobe-Produkte Photoshop, Illustrator, InDesign und Fireworkszwar mit 45 Prozent punkten, das beliebteste Einzeltool jedoch stellt Bohemian Coding.

In der Kategorie „Prototyping“ gewinnt das digitale Pendant zum Sieger der ersten Kategorie, nämlich pures HTML und CSS. Der Prototyping-Spezialist InVision kommt mit 18 Prozent aller Nennungen immerhin auf einen einigermaßen standesgemäßen Platz 2. Zu InVision schrieb ich bereits ausführlich für das Dr. Web Magazin an dieser Stelle.

„Brainstorming? Klar, gib mal ein Blatt Papier und einen Stift!“

Auch die Kategorie „Projektmanagement“ brachte ein deutliches Ergebnis hervor, wenn auch kein eindeutiges. Hier verwenden 67 Prozent aller Teilnehmer unterschiedlichste Tools, so dass sich die Antworten nicht zu einem klaren Sieger zuspitzen lassen. Auf den weiteren Plätzen folgen mit ähnlichen Anteilen, aber in dieser Reihenfolge, Slack, Trello und Github.

Für mich ist die Frage nach dem Projektmanagement-Tool der Wahl allerdings auch etwas zu unspezifisch gestellt. Ich persönlich verwende Slack, Trello und Github. Die Funktionsbereiche, die ich jeweils damit abdecke, überlappen sich auch kaum. Echtes Projektmanagement hingegen leistet keines der genannten Tools. Von daher überrascht mich die starke Fragmentierung der Antworten an dieser Stelle überhaupt nicht.

In der Kategorie „Dateimanagement und Versionskontrolle“ landet Dropbox mit 51 Prozent auf dem ersten, gefolgt von Github mit 39 Prozent auf dem zweiten und Google Drive mit 30 Prozent auf dem dritten Platz.

Auch hier gefällt mir der Zuschnitt der Frage nebst Antwortmöglichkeiten nicht. Ich persönlich verwende sowohl Dropbox, wie auch Github und Google Drive, aber jeweils für unterschiedliche Anwendungszwecke. Ich käme beispielsweise nie auf die Idee, ein kollaboratives Website-Design über die Dropbox abzuwickeln. Da verwende ich klar Github. Große Design-Prototypen, etwa als PSD-Dateien, hingegen teile ich über die Dropbox.

Für 2016 nimmt Vinh bereits Anmeldungen für die Teilnahme entgegen. Wollt ihr nächstes Jahr dabei sein, tragt eure E-Mail-Adresse ganz unten auf dieser Website ein.

Wie sieht euer Designer-Werkzeugkasten aktuell aus? Findet ihr euch in den Ergebnissen Vinhs wieder? Lasst es uns wissen.

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