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Deutsche Unternehmen: Weltweit führend im Blockieren von Social Media

Deutsche Unternehmen: Weltweit führend im Blockieren von Social Media

Social-Media-Dienste werden weltweit bei Firmen verstärkt blockiert, aber nirgends in so hohem Maß wie in Deutschland. Das jedenfalls kann man aus der „Work Life Web 2011“ des Sicherheitsunternehmens Clearswift herauslesen. Kurios: Zugleich wird von den befragten Managern anerkannt, wie wichtig für den Unternehmenserfolg ist.

Deutsche Unternehmen: Weltweit führend im Blockieren von Social Media

Social Media wird international zunehmend blockiert

Die Studie zieht einen internationalen Vergleich zwischen Großbritannien, den USA, Australien, Deutschland, den Niederlanden und Japan. Insgesamt 1.529 Angestellte und 906 Manager wurden befragt. Betrachtet wurden Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern. In allen Ländern ist festzustellen: Immer mehr Unternehmen blockieren den Zugang zu Social Media. Gaben 2010 noch neun Prozent aller befragten Firmen an, den Mitarbeitern den Zugriff auf Social Media zu verwehren, sind es dieses Jahr 19 Prozent. Weltweit Spitze ist darin Deutschland: Hier sind es 23 Prozent.

Titelseite der Clearswift Studie

Weitere Erkenntnisse: Sicherheitsbedenken halten 86 Prozent der deutschen Unternehmen davon ab, überhaupt Social Media zu nutzen. Und dabei sehen immerhin 49 Prozent der Manager den Bereich als entscheidend für den zukünftigen Erfolg der Firma an. Weltweit wollen ein Viertel der Betriebe in diesem Jahr mehr in Social Media investieren (Deutschland: 18 Prozent).

Wer zwischen diesen Aussagen einen Widerspruch entdeckt, befindet sich sicherlich in guter Gesellschaft. „Wasch mich, aber mach mich nicht nass“, nennt so etwas der Volksmund.

Social Media Blockaden frustrieren junge Mitarbeiter

So empfinden es laut der Studie auch viele Angestellte. Sie könnten vielfach nicht verstehen, warum ihr Verhalten im Web überwacht und beschränkt wird. Manager wiederum befürchteten, dass Mitarbeiter über das Web Betriebsinterna verraten.

Aber gerade die jüngeren Mitarbeiter würden sich mit einer aus ihrer Sicht zu strengen Social-Media-Beschränkung nicht abfinden: Nur 35 Prozent der 18- bis 24-Jährigen und 44 Prozent der 25- bis 34-Jährigen würden trotzdem im Unternehmen bleiben.

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5 Antworten
  1. von Realist am 14.09.2011 (10:56 Uhr)

    "Kurios: Zugleich wird von den befragten Managern anerkannt, wie wichtig Social Media für den Unternehmenserfolg ist."

    Was ist daran kurios? Und bezüglich des vermeintlichen Widerspruchs: Was hat die Außendarstellung eines Unternehmens über Social Media mit der privaten Nutzung durch einzelne Mitarbeiter zu tun?

    Kurios: Immerhin sehen 49 Prozent der Manager sportliche Aktivität als entscheidend für die Gesundheit ihrer Angestellten an. Dennoch dürfen Arbeitnehmer während der Arbeitszeit nicht joggen, schwimmen und radfahren!

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  2. von Jan Tißler am 14.09.2011 (16:01 Uhr)

    @Realist: Weil in „Social Media“ das Wort „Social“ versteckt ist ;-) Social Media ist eben kein Vertriebs-, sondern ein Kommunikationskanal. Wenn ich als Unternehmen schlau bin, schule ich meine Mitarbeiter und rege sie sogar an, auf Facebook etc. aktiv zu sein. Social Media ist eine Kommunikationsform, kein Marketingkanal und sollte aus meiner Sicht entsprechend behandelt werden. Social Media wird im Unternehmen gelebt und ist eine unternehmensweite Aufgabe. Je mehr daran beteiligt sind und in dieser Form öffentlich auftreten, desto besser.

    Den Mitarbeitern also den Kanal zuzuschließen und ihn zugleich nutzen zu wollen, halte ich für absurd, ja. Ganz abgesehen davon, dass für viele ein Zugang zu Facebook heute genauso selbstverständlich ist, wie fürs Internet im Ganzen. Wenn ich als Unternehmen die Gefahr sehe, dass sich die Mitarbeiter davon zu sehr ablenken lassen, habe ich entweder die falschen Mitarbeiter eingestellt, sie schlecht motiviert oder gebe ihnen die falschen Aufgaben.

    Und dein Vergleich mit dem Sport hinkt logischerweise, aber er ist nicht so absurd, wie du vielleicht gern hättest. Es gibt einige Unternehmen, die den Mitarbeitern ermöglichen, sportlich aktiv zu werden, weil die Angestellten dadurch zufriedener und gesünder sind - und dann vielleicht auch nicht sooo auf die Überstunden schauen.

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  3. von Realist am 14.09.2011 (17:00 Uhr)

    @Jan: Sehe ich immer noch anders, aber dennoch vielen Dank für die ausführliche Antwort!

    Hinsichtlich des Ablenkungspotentials von Social Media-Kanälen am Arbeitsplatz glaube ich persönlich einfach nicht an das "Gute" im Arbeitnehmer. Ich werfe insofern einfach mal die ungeprüfte Behauptung in den Raum, dass der wirtschaftliche Vorteil, den ein Unternehmen aus der Nutzung von Social Media für die Außendarstellung zieht, von dem Verlust an Arbeitskraft durch private Nutzung dieser Kanäle während der Arbeitszeit zumindest aufgebraucht wird.

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  4. von m.dickhardt am 14.09.2011 (18:01 Uhr)

    ehe

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  5. von Heartbreeze am 19.09.2011 (13:58 Uhr)

    Bei Social Media sollte man einfach auch mal bedenken, dass jeder eine eigene Meinung hat. Und wenn Mitarbeiter schlecht über ihr eigenes Unternehmen denken, dann werden sie spätestens nach Feierabend mal fröhlich all ihren Freunden via Social Media erzählen, wie "toll" doch ihr Unternehmen ist. Also ein gutes Licht wirft das ja nicht gerade auf ein Unternehmen :)

    Statt seine Mitarbeiter weiter negativ zu beeinflussen, indem man alle Social Media Zugänge sperrt, sollte man sie lieber darin schulen. Dann könnten sogar positive Effekte entstehen!
    Irgendwie scheinen immer noch nicht alle richtig begriffen zu haben, wie rasant eigentlich das Internet wächst!

    Im Übrigen: auch bei uns wird Sport durchaus gefördert ;)

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