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Deutscher Startup Monitor 2014 erschienen – Das sind die wichtigsten Fakten über unsere Gründerszene

Deutscher Startup Monitor 2014 erschienen – Das sind die wichtigsten Fakten über unsere Gründerszene

Der Bundesverband Deutsche (BVDS) hat den Deutschen Startup-Monitor 2014 vorgestellt. Was Gründer jetzt wissen müssen, erklärt dieser Artikel mit einer Zusammenfassung der wichtigsten Fakten und Ergebnisse.

Deutscher Startup Monitor 2014 erschienen – Das sind die wichtigsten Fakten über unsere Gründerszene

Deutscher Startup Monitor 2014 erschienen. (Screenshot: t3n)

Die deutsche Gründerszene plagt neben dem vergleichsweise geringem (wenn auch sukzessive steigendem) Kapitalzufluss und den hohen bürokratischen Hürden seit Jahren auch ein weiteres Problem: Noch immer fehlt es ihr an belastbaren Zahlen und Statistiken. Entsprechende Abgrenzungen und Erhebungen innerhalb der Branche gestalten sich für Wissenschaftler, Politiker und Entscheider deshalb schwierig. Ändern will das der heute in neuer Fassung veröffentlichte Deutsche Startup-Monitor, der vom Bundesverband Deutsche Startups (BVDS) in Zusammenarbeit mit der KMPG AG herausgegeben und in Kooperation mit der Berliner Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) erarbeitet worden ist.

Deutscher Startup Monitor 2014: 8 wichtige Fakten

Deutscher Startup-Monitor 2014 erschienen. Die Fakten im Überblick. (Screenshot: t3n)
Deutscher Startup-Monitor 2014 erschienen. Die Fakten im Überblick. (Screenshot: t3n)

Der Deutsche Startup-Monitor 2014 basiert auf Antworten von über 900 befragten Startup-Gründern aus Deutschland. Im Vergleich zu Deutscher Startup-Monitor 2013 enthält das Papier erstmals auch regionale Auswertungen für die Gründerszenen in Berlin, Hamburg, München und die Rhein-Ruhr-Region. Hier die wichtigsten Fakten des 64-seitigen Berichts in der Zusammenfassung:

  • 63,3 Prozent der Gründer schätzen die Toleranz der Gesellschaft gegenüber dem Scheitern als (eher) niedrig ein.
  • Für die weitere Unternehmensentwicklung sehen 38 Prozent 
der Startup-Gründer den schwierigen Zugang zu Venture Capital als „schweres“ bzw. „äußerst schweres“ Hemmnis
  • In den nächsten 12 Monaten benötigen die DSM-Startups mindestens weitere 650 Millionen Euro an Wachstumskapital.
  • Aktuell halten die Mitarbeiter von Startups sechs Prozent der Unternehmensanteile. Startup-Gründer sind sogar bereit, bis zu 13,4 Prozent an ihrem Unternehmen abzugeben, um Mitarbeiter zu Teilhabern zu machen
  • Die im DSM vertretenen Startups sind im Durchschnitt 2,7 Jahre alt, beschäftigen 16,8 Mitarbeiter (inkl. Gründer) und planen, in den kommenden 12 Monaten durchschnittlich 10 weitere Mitarbeiter einzustellen
  • Startup-Gründer im DSM sind zu knapp 90 Prozent männlich, verfügen zu über 81 Prozent über einen Hochschulabschluss und sind im Durchschnitt 34,9 Jahre alt
  • Startups werden zu 77 Prozent in Teams gegründet. Dieser Wert ist diametral entgegengesetzt zum durchschnittlichen Gründungsgeschehen in Deutschland (23 Prozent Teamgründungen)
  • 71,6 Prozent der Gründer gehen davon aus, dauerhaft im Unternehmen zu verbleiben

Deutscher Startup-Monitor 2014: Tadel für den Bund

In der weiteren Betrachtung dieser und anderer Daten ergibt sich ein divergentes Bild: Positiv aus Sicht von Gründern und Mitarbeitern dürfte zum Beispiel die steigende Bereitschaft für mehr Beteiligungsmöglichkeiten auf Mitarbeiterseite sein. Auch die Bereitschaft der befragten Startups, in den kommenden 12 Monaten im Schnitt zehn neue Mitarbeiter einzustellen, zeigt, dass mit der hiesigen Szene als treibender Jobmotor in Zukunft zu rechnen sein wird.

„Deutscher Startup-Monitor 2014: Startups kritisieren das Schulsystem.“

Allerdings sehen sich deutsche Gründer nach wie vor mit einem schwierigen Zugang zu Kapital und geringer Toleranz gegenüber dem Scheitern als kritisches Hemmnis für die Gründung von Unternehmen konfrontiert. Ein Ergebnis, das weniger überrascht als die Schärfe der Kritik, die von den befragten Startups allen voran an der Bundesregierung geübt wird.

Nach einem Schulnotensystem haben die befragten Startups die vom Bund initiierten Rahmenbedingungen für die deutsche Gründerszene bewertet (Seite 51). Nach der jüngsten Kritik an der Digitalen Agenda fällt auch dieses Zeugnis ernüchternd aus. So bewerten 44 Prozent der Gründer die Förderung des Gründerstandorts Deutschland durch den Bund mit der Note „ungenügend“, weitere 33 Prozent mit „mangelhaft“. Ebenfalls kritisiert wird die Kompetenz: Zusammengenommen fühlt sich jedes zweite Startup in seinen Belangen von der Regierung entweder „Ungenügend“ oder nur „Mangelhaft“ verstanden.

Besser sieht es zumindest auf Landesebene aus: Hier bewerten 25 Prozent der Startup die Förderung des eigenen Bundeslandes als Gründungsstandort mit „Befriedigend“, weitere 25 Prozent mit „Gut“, und 17 Prozent sogar mit „Sehr gut“. Wie die Bundesregierung den Deutschen Startup-Monitor 2014 aufnimmt, bleibt abzuwarten. Zumindest im Grußwort des Berichts dankt Kanzlerin Angela Merkel für die Arbeit und verspricht: „Mit dem Deutschen Startup Monitor haben wir das aktuelle Gründergeschehen und die Belange von Startups noch besser vor Augen.“

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