Digitaler Wandel: Bundesregierung gründet Deutsches Internet-Institut

Die Humboldt-Universität zu Berlin ist Teil des Deutschen Internet-Instituts. (Foto: Shutterstock/aldorado)

Das „Internet-Institut für die vernetzte Gesellschaft” wird seinen Sitz in Berlin haben, denn das Berlin-Brandenburger Konsortium aus fünf Hochschulen und zwei außeruniversitären Forschungseinrichtungen konnte sich im Ideenwettbewerb des Bundesforschungsministeriums durchsetzen und damit eine Fördersumme in einer Größenordnung von bis zu 50 Millionen Euro über fünf Jahre für sich gewinnen. Das teilte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka heute im Rahmen einer Pressekonferenz mit.

Bundesforschungsministerin Johanna Wanka mit Jeanette Hofmann vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung. (Foto: BMBF/Hans-Joachim Rickel)

Die Aufgabe des Deutschen Internet-Instituts wird es sein, die tiefgreifenden Transformationsprozesse im digitalen Wandel und die resultierenden Veränderungen der Gesellschaft zu analysieren und künftige Handlungsoptionen zu skizzieren. Im Rahmen dieser Tätigkeit sollen überdies innovative Formen der interdisziplinären Forschung und der Vermittlung des gefundenen Wissens entwickelt werden. So versteht sich auch das Institut selbst als „lernendes Zentrum”. Von ihm sollen Impulse in die Forschung abgehen, ebenso soll es Impulse aus der Forschung aufnehmen.

Zielgruppe der zu gewinnenden Erkenntnisse ist nicht nur die deutsche Forschungslandschaft, sondern vor allem die Gesellschaft mit ihren Institutionen, sowie Unternehmen und Politik. Ziel ist die Unterstützung der Zielgruppen auf dem Weg der digitalen Transformation, und zwar unter allen denkbaren Aspekten. Das Institut wird noch in diesem Jahr seine Arbeit aufnehmen.

Berliner Konsortium setzt sich in Ausschreibung durch

Die ersten Schritte zur Gründung des Deutschen Internet-Instituts tat das Bundesforschungsministerium bereits im Herbst 2015. Zu diesem Zeitpunkt schrieb es einen öffentlichen Ideenwettbewerb aus, an dem sich Forschungseinrichtungen aus der ganzen Bundesrepublik beteiligen konnten.

Nach der Erstantragsphase lagen eine Fülle von Bewerbungen vor, aus denen das Ministerium fünf besonders geeignete Konzepte auswählte. Die darauf folgende sechsmonatige Konzeptionsphase war bereits mit Fördermitteln versehen. Hier konkurrierte die Berlin-Brandenburger Bewerbung mit regionalen Konsortien aus Bochum, Hannover, Karlsruhe und München.

Schlussendlich konnte sich das Konsortium, bestehend aus der Freien Universität Berlin, der Humboldt-Universität zu Berlin, der Technischen Universität Berlin, der Universität der Künste Berlin und der Universität Potsdam, sowie dem Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme (FOKUS) und dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB), gegen die anderen Bewerber durchsetzen.

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Förderung zunächst auf drei Jahre

Voraussetzung für die Förderung eines Zusammenschlusses als Deutsches Internet-Institut war das Vorhandensein entsprechender Strukturen, sodass im Grunde nur der interdisziplinäre Ansatz neu ist. Laut damaliger Bekanntmachung des Ministeriums ist die Förderung auf zweimal drei Jahre festgesetzt, wobei die Förderphasen jeweils auf fünf Jahre erweitert werden können. Damit stehen dem Berlin-Brandenburger Konsortium nun zwischen drei und zehn Jahren Förderung bevor. Über eine Verstetigung des Instituts über die maximal zehnjährige Förderung hinaus soll nach deren Beendigung entschieden werden. Dabei sind über die Laufzeit immer wieder Begutachtungen zur Qualitätssicherung vorgesehen.

Die Entscheidung für die Einrichtung des Internet-Instituts geht zurück auf den Koalitionsvertrag der Regierungsparteien und die Digitale Agenda 2014–2017 der Bundesregierung. Dort heißt es: „Ein öffentlich finanziertes Forschungsinstitut wird in einem interdisziplinären Ansatz die ethischen, rechtlichen, wirtschaftlichen und partizipativen Aspekte von Internet und Digitalisierung erforschen. Dabei gilt es, die bestehenden Potenziale der deutschen Forschungslandschaft einzubinden und zu fokussieren.“

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