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Deutschland investiert 725 Millionen in die Gründerszene [Startup News]

Deutschland investiert 725 Millionen in die Gründerszene [Startup News]

Der deutsche Staat will die Einheimische Gründerszene mit zwei neuen Finanz-Vehikeln und insgesamt 725 Millionen Euro auf Vordermann bringen. Außerdem nimmt der Pharma-Riese Merck neue in seinen auf, und Uber bietet nun auch Essen auf Rädern in Paris.

Deutschland investiert 725 Millionen in die Gründerszene [Startup News]

UberEats startet in Europa

In Kanada hat Uber schon letztes Jahr damit begonnen, mit seinen Amateur-Taxis auch essen auszuliefern. Inzwischen ist ein eigenes Geschäftsmodell und eine eigene App daraus geworden, und Uber geht mit dem Konzept in weiteren Städten an den Start. Neben den wenig überraschenden Hotspots wie Los Angeles und San Francisco oder New York City gehört mit Paris erstmals auch eine europäische Stadt dazu. Insgesamt ist die App in zwölf Städten aktiv.

In den betreffenden Städten können Nutzer über eine separate App Essen bei dutzenden bis hunderten teilnehmenden Restaurants bestellen. Die Anzahl der verfügbaren Gerichte variiert je nach Restaurant. Die Lieferung erfolgt dann über einen Uber-Fahrer und nicht durch Mitarbeiter des Restaurants. In Deutschland wird dieses Konzept bisher zum Beispiel vom Münchner Startup Foodora eingesetzt. Ob UberEats auch nach Deutschland kommen wird, ist unklar.

Drei neue Startups im Accelerator bei Pharma-Firma Merck

Das deutsche Pharma-Unternehmen Merck nimmt zum zweiten Mal drei internationale Startups in seinen Accelerator auf. Dabei fokussieren sich die Startups thematisch auf die Bereiche „Health Care“, „Life Sciences“ und „Performance Materials“. Merck gibt jedem der Unternehmen eine Kapitalspritze von 25.000 Euro im Austausch für Unternehmensanteile.

Die neuen Startups sind:

  • Matibabu (Uganda): Die Firma erlaubt es, eine Malaria-Diagnose für Patienten zu erstellen, ohne Blut abnehmen zu müssen. Stattdessen genügt ein optischer Sensor am Finger, der mit dem Smartphone verbunden werden kann.
  • Plantix / Peat (Deutschland): Die Firma Peat bietet mit ihrer App Plantix eine einfache Möglichkeit für Landwirte und Hobbygärtner, Schädlinge und Krankheiten an ihren Nutzpflanzen zu identifizieren und zu bekämpfen.
  • check-ER (Israel): Die App soll die Wartezeiten in Notaufnahmen von Krankenhäusern reduzieren. Dazu können die Nutzer die aktuelle Wartezeit sehen sowie die richtige Notaufnahme in ihrer Nähe passend zu ihrer Verletzung finden.

Staat stellt 725 Millionen Euro für die deutsche Gründerszene bereit

Wagniskapital ist in Deutschland bekanntlich schwer zu bekommen und rar. Daran will die Bundesregierung langsam etwas ändern. Deswegen entstand im Herbst 2015 das sogenannte „Eckpunktepapier Wagniskapital“ im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Einer der Inhalte war dabei mehr staatliches Risikokapital in die Gründerszene zu pumpen. Das setzt Sigmar Gabriel jetzt in Form zweier neuer Fonds um.

Dabei gibt es einen Fonds mit dem Namen „Coparion“ dessen Volumen 225 Millionen Euro beträgt und der in kleine und mittelständische Technologieunternehmen mit Betriebssitz in Deutschland investieren soll. Die berücksichtigten Unternehmen dürfen nicht älter als zehn Jahre sein. Der Coparion-Fonds tritt dabei immer nur als Ko-Investor auf, der sich gemeinsam mit privaten Investoren beteiligen wird.

Den größeren Teil der Ankündigung bildet die sogenannte „ERP/EIF-Wachstumsfazilität“ mit einem Volumen von 500 Millionen Euro. Über dieses Vehikel sollen wiederum viele kleinere Fonds entstehen – ebenfalls zusammen mit privaten Investoren – die dann direkt in Startups investieren sollen.

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Eine Antwort
  1. von Startup-Industrie fördern am 16.03.2016 (12:06 Uhr)

    Die Startup-Industrie versorgt sich also mal wieder mit Geld. Diesmal keine kleinen Rentner- und Arbeiter-Ersparnisse wie bei vielen Börsengängen sondern Steuergelder.
    Wo bleibt das Geld denn ? In Hochpreis-Mieten für Büros in Hochpreis-Mietgebieten ? Bonis ? Juristen/Berater/Notar/...-Gebühren ?

    Habt ihr die neue Digital-Behörde vergessen ? Vor der Abwahl wurden auch mal in irgendwelchen anderen Ländern neue Behörden mit neuen Posten und Pensionen geschaffen.
    Und viele Fonds sind viele Fonds-Manager. Welches Gehalt kriegen die ? Erfolgs-Abhängig vom Profit ? Oder von der Investment-Summe abhängig ?

    Die sollten lieber die Rechtskosten überschaubar machen und z.b. Patente und immaterial-Kosten auf 10% Limitieren und dafür gleich versteuern. Dann gäbs von mir ratz fatz viele nützliche Apps und würden Steuern zahlen statt in Hochpreis-Mietgebieten um Mietobjekte zu konkurrieren und somit die Mietpreise vermutlich oben zu halten. Leider haben die meisten anderen Staaten auch zu wenig Interesse an nützlicher kostenloser Software damits dem Bürger besser geht oder man bei den Präsidentenwahlkampf konstruktiv digital mit-diskutieren kann. Man darf praktisch nur Jubeln und Like-Buttons drücken. Erinnert an Groß-Partei-Veranstaltungen von früher und heute wo sich Politiker bejubeln lassen... Gute Manager wollen wissen was sie besser machen können. Die brauchen kein mittleres Management um Kunden-Willen zu ignorieren.

    Rot-Grün hat übrigens zu Zeiten des neuen Marktes regiert. Denen verdanken wir die UMTS-Tarife, Buchpreis-Bindungs-Gesetz und den heutigen DSL-Ausbau wo 20% dauerhaft wohl kein schnelles Internet bekommen...
    Und beim Parteitag und allen Pressekonferenzen aller Fußballvereine, firmen und natürlich Parteien und Politiker kann man bis heute nicht digital teilnehmen sondern muss per Akkreditierung physisch anwesend sein und per Mikrofon Fragen stellen. Vor tausenden Jahren in Griechenland waren die Stadien angeblich akkustisch so designed, das jeder laut reden konnte und überall im Stadium gut gehört wurde ... während wir aufgezeichnete Politiker-Talks und abgelesene Reden feedback-frei gucken müssen... Wieso gibts das bis heute nicht ? Zu programmieren wäre das trivial. Doch wer schützt vor Abmahnungen und Softwarepatenten ? Kleinanleger-Vereine und Verbraucherschützer und alle Fußballvereins-Mitglieder sollten sowas gut finden und sofort benutzen.


    Firmenanteile für 25.000 Euro ? Wollen die nicht lieber zu Höhle der Löwen gehen ? Schlagt denen das doch mal vor. Manche dieser Apps hätte man mit überschaubareren Rechtskosten auch hier längst programmieren können.


    "Amateur-Taxis" klingt so ähnlich wie "Amateur-Schreiber" für Blogger. Eine andere Bezeichnung fände ich besser.

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