Mit dem „Developer Garden“ hat die Deutsche Telekom eine Plattform für Dritt-Entwickler geschaffen, die mehr ist als bloß ein weiteres Element im magentafarbenen Universum. Sie steht zugleich für eine zumindest teilweise Neuorientierung. Zwar ist der Garten noch jung, aber es gibt schon Interessantes zu entdecken: APIs für den Versand von SMS, für die IP-Lokalisierung oder Telefonkonferenzen beispielsweise. Dazu SDKs für PHP, Ruby und TYPO3.
Hintergrund: „Telco 2.0“
In einer Präsentation zum Developer Garden ist viel von der „Telco 2.0“ die Rede. Telekommunikations-Unternehmen sehen sich einem Markt gegenüber, der sich in den vergangenen Jahren bereits erheblich geändert hat und sich weiter wandelt. Alte Geschäftsmodelle sind überholt, zugleich tun sich neue auf.
Wer schlau ist, motiviert die zahlreichen Entwickler weltweit, ihre Kreativität spielen zu lassen - wozu man sich als Unternehmen wenigstens minimal öffnen muss. Ohne das gäbe es heute keine 100.000 Apps fürs iPhone und keine ungezählten Mashups mit Google Maps, um nur zwei Beispiele zu nennen.
Entsprechend hat die Telekom mit dem Developer Garden zwei Stoßrichtungen:
- 1. Schnittstellen anbieten, damit Entwickler Dienste der Telekom in Angebote und Apps einbinden.
- 2. Entwickler einladen, vorhandene Produkte der Telekom zu erweitern.
Angesichts der Angebotsvielfalt des Konzerns ist das Potenzial riesig. Der jetzige Developer Garden, im Mai 2009 gestartet, ist dabei ganz klar als ein erster Schritt innerhalb eines langfristigen Vorhabens zu sehen.
APIs, SDKs und Beispiele
Unter dem Stichwort „OpenAPI“ finden sich die SDKs für Java, .Net, PHP, Ruby und TYPO3 sowie alle derzeit verfügbaren Schnittstellen - mit weiteren ist in den nächsten Wochen und Monaten natürlich zu rechnen. Auf jeden Fall wird beispielsweise eine MMS-Schnittstelle hinzukommen. Wer sich von bereits umgesetzten Projekten anregen lassen möchte, findet Beispiele unter „Applications“ aufgelistet.
Abrechnungsmodalitäten
Die Abrechnung von Diensten wie dem SMS-Versand ist derzeit standardmäßig über ein Prepaid-Konto geregelt, das entsprechend aufzuladen ist. Auf Anfrage ist auch Postpaid möglich. Auf jeden Fall kümmert man sich selbst darum, diese Kosten von den Nutzern seines Dienstes wieder hereinzuholen. Künftig soll es ergänzend ein weiteres Modell geben, bei dem die Telekom die gesamte Abrechnung mit den Nutzern eines Dienstes übernimmt und der Anbieter seinen Anteil an den Einnahmen abbekommt.
Fazit
Über Forum, Community und Blog soll nun noch mehr Leben in den Garten kommen, für den sich bislang rund 1.500 Entwickler angemeldet haben. Hauptaufgabe der Macher ist es sicher, das Angebot weiter bekannt zu machen und die Palette an APIs kontinuierlich auszubauen. Schon jetzt kann man aber sagen: Man findet hier an einem Ort gesammelt zahlreiche Möglichkeiten, die man sich ansonsten von mehreren Anbietern zusammensuchen müsste.
























Wer sich für wirklich "offene" Projekte interessiert, den dürfte vielleicht bald der Blick auf das neue Projekt bettercodes.org interessieren. Denn wie Internetbrowser und Webserver auch sollten Communities langfristig ebenfalls offen und transparent sein, damit Sicherheit und Datenschutz nicht zur unbequemen Kostenposition in der Bilanz verkommt sondern integraler Bestandteil des Projektes wird. Und wer könnte die Zukunft und die Anforderungen an soziale Software besser definieren als wir, die Entwickler selbst?
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