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Startups

Wie dieser Gründer bei DHDL abräumte

    Wie dieser Gründer bei DHDL abräumte

(Foto: © vonfloerke.com)

Ihm gelang einer der bislang überzeugendsten Auftritte in der Höhle der Löwen: David Schirrmacher. 100.000 Euro sammelte der 23-Jährige für sein Mode-Startup von gleich drei Investoren ein. Auf seinem Blog hat er jetzt verraten, wie er sich auf den Pitch vorbereitet hat.

Vom Herrenausstatter zum DHDL-Star

David Schirrmacher hat sich einen Namen gemacht in der deutschen Startup-Szene. Der 23-jährige Gründer Geschäftsführer des Mode-Startups „Von Floerke“ legte im vergangenen Jahr bei „Die Höhle der Löwen“ einen außerordentlich souveränen Pitch vor Millionenpublikum hin. Obwohl seine Idee von handgefertigten Accessoires für Männer und Frauen zunächst wenig spektakuläres versprach, stritten am Ende alle fünf Löwen darum, ihm 100.000 Euro im Tausch für 20 Prozent seiner Firmenanteile zu geben.

Im vergangenen Jahr überzeugte Von-Floerke-Gründer David Schirrmacher in der Höhle der Löwen. (Screenshot: YouTube)
Im vergangenen Jahr überzeugte Von-Floerke-Gründer David Schirrmacher (rechts im Bild) in der Höhle der Löwen. (Screenshot: YouTube)

Seitdem werde er immer wieder nach Tipps und Tricks für den Auftritt in der Sendung gefragt, wie Schirrmacher jetzt auf seinem Blog verriet. Anlässlich der derzeit laufenden Dreharbeiten zur dritten Staffel von „Die Höhle der Löwen“ hat Schirrmacher aus dem Nähkästchen geplaudert und spannende Einblicke in die Chemie seines Startup-Pitchs im TV gewährt. Wir haben die wichtigsten Aussagen für euch zusammengefasst, von denen jeder Gründer etwas lernen kann.

Nur 6 Tage Vorbereitungszeit

Nach Angaben von Schirrmacher haben zwischen der Zusage von Vox und dem tatsächlichen Dreh gerade mal sechs Tage inklusive Wochenende gelegen. Ausgesprochen wenig Zeit, um ein „unerprobtes und unzureichend zu Ende gedachtes Online-Konzept in seiner ganzen Bandbreite zu präsentieren“, wie Schirrmacher erklärt. Der wichtigste Baustein für einen souveränen DHDL-Auftritt sei vor diesem Hintergrund ein „frei vorgetragener und möglichst klar auf den Punkt gebrachter Pitch der Idee“.

Den habe er im Vorfeld der Sendung zunächst in einem Textverarbeitungsprogramm vorgeschrieben, Freunden vorgestellt und nach einigen Optimierungen schließlich plump auswendig gelernt. „Hierbei hat mir geholfen, den gesamten Text in Abschnitte zu unterteilen und jeweils die Anfangsworte gesondert aufzuschreiben“, so Schirrmacher. Dadurch werde verhindert, dass man in der Show plötzlich den Faden verliere. Die Länge des Pitchs sollte ihm zufolge nicht mehr als zwei Minuten in Anspruch nehmen.

„Schaut euch alle DHDL-Folgen an“

Erheblich weniger Einfluss haben Gründer hingegen auf die Fragen der Investoren am Ende des Pitchs. Vor allem hier geht es darum, die gezeigte Idee mit validen Zahlen zum Geschäftsmodell zu unterfüttern und die Löwen so aus ihrem Käfig zu locken. Bis zu zwei Stunden könne das Kreuzverhör laut Schirrmacher mitunter dauern. Zwar sei eine gezielte Vorbereitung schwierig, trotzdem könne man in den Fragen der einzelnen Investoren ein Schema erkennen.

„Frank fragt zum Beispiel meistens nach der Skalierbarkeit und der Marktgröße hinter der Idee, Judith ist daran interessiert, ob man die Supply-Chain im Griff hat und ob das Produkt Teleshopping-tauglich ist“, schreibt Schirrmacher. „Deswegen ist es enorm wichtig dass ihr euch alle vorherigen DHDL-Folgen anschaut.“ Er habe sich notiert, welche Fragen die Löwen regelmäßig stellen.

Showeinlagen sind kontraproduktiv

Darüber hinaus lässt Schirrmacher durchblicken, dass vor allem „Produkte zum Anfassen und Ausprobieren“ eine gute Chance haben, auch ohne Investment ausgestrahlt zu werden. In seinem Fall habe er gut aussehende Männer aus dem Freundeskreis gebeten, die einzelnen Produktarten beim Dreh vorzuführen.

Von waghalsigen Showeinlagen rät Schirrmacher übrigens ab: „Wenn die Show zu bunt oder schräg ist, werden die Löwen denken, dass ihr von irgendetwas ablenken möchtet.“ Auftritte wie in der US-Show „Shark Tank“, wo Gründer mit einem Motorrad vorfahren, seien selten die besten Stories. „Aufmerksamkeit generieren ist gut, zu viel ist kontraproduktiv“, so Schirrmacher.

„Lass Dich nicht verunsichern“

Abschließend beantwortet Schirrmacher auch noch die ihm oft gestellte Frage, was er persönlich von seinem Auftritt vor Millionenpublikum gelernt habe. So wurde ihm zum einen prophezeit, sein junges Alter werde sich negativ auf die Chancen zum Erhalt eines Investments auswirken. Zum anderen habe ihm eine Dame aus dem Kostüm zwei Minuten vor dem Auftritt aufgefordert, sein Outfit zu ändern, da es „unmöglich gute Herrenmode präsentieren könnte“.

All das habe ihn sehr verunsichert. Am Ende aber habe er weder das Outfit getauscht noch seinen Pitch angepasst. „Die Löwen waren sehr konstruktiv und interessiert an allen Produkten, mein Alter war nie Thema“, so Schirrmacher. Sein Learning fällt also simpel aus: „Steh zu dir, lass Dich nicht verunsichern.“

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5 Reaktionen
Konsti
Konsti

Also 100 000 € für 20 % würde ich jetzt nicht unbedingt "abräumen" bezeichnen....

Antworten

E.
E.

Sehe ich auch so.
Wer hier abräumte waren die Löwen. :)

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Guter Artikel
Guter Artikel

" „Deswegen ist es enorm wichtig dass ihr euch alle vorherigen DHDL-Folgen anschaut.“ Er habe sich notiert, welche Fragen die Löwen regelmäßig stellen.
"
Schreibe ich ja auch immer.
Man muss halt einige (nicht alle) Zahlen outen können und dann nicht stumm da stehen wie viele Kandidaten die dann natürlich (und im Vorhinein vorhersehbar also völlig völlig vermeidbar) abgelehnt werden. Interessant auch das der echte Pitch 2 Stunden ist. Der sollte FullHD dauerhaft im Web bei VOX.de/RTLnow.de oder wo die ihren Content vermarkten stehen...

Das Problem bei den Auswendiglernen ist, das es zu künstlich wirkt wie man im TV ständig (CNBC,...) an Pitches erkennt wo die geistig was ablesen was halt anders klingt als freie Rede. Das lernt man anscheinend nirgendwo obwohl man Referate und Vorträge doch im Grundstudium oder auch Oberstufe hat.

Anderseits will man keinen relevanten Aspekt vergessen so das die Sache mit den Anfangs-Worten o.ä. keine schlechte Idee ist um eine vollständige Darstellung abzuliefern. Andere haben ihre Powerpoints, Flyer oder sonstwas im Blick stehendes als "Stichwort"Geber bzw. öffentlichen Spickzettel.
Und immer wieder Üben mit allen ehrlichen Bekannten und Verwandten sollte man auch 2mal täglich und nicht mit Freunden oder Verwandten die sagen "Boar ey du singst voll gut, geh zu DSDS" um dann bei der Hall of Shame zu landen. Die Verwandten und Bekannten könnten ja Spickzettel mit den Kommentaren und Fragen haben der Löwen haben und zufällig ziehen um die Prüfungs-Situation zu simulieren. Ist ja keine Formel-1-Strecke die halbwegs gleich bleibt sondern Fußball oder Schach wo die Situation ständig unvorhersehbar ist. Gejubelt wird nach dem Exit wenn die Firma nicht mehr weiterentwickelt wird. Um in diese Situation zu kommen muss man immer wissen was man noch besser machen kann und halt dann auch loben was gut geliefert wurde. Formel-1-Autos werden alle 1-2 Rennen schneller. DAX-Firmen oder ganze Staaten werden eventuell leider nicht jedes Jahr effizienter. Besser schneller stärker wird man nicht wenn man sich für den besten hält (und dann seit Jahren herumstagniert wie Skype, Ebay, Oculus, Google-Projekte oder natürlich Apple) sondern wie man noch besser werden will. Die Reichen Leute wollen ja auch immer reicher und immer reicher und immer reicher... werden und schaffen das auch während das kleine Volk immer weniger in der Tasche und Einkaufswagen hat weshalb Aldi und Lidl wohl UK erfolgreich bedienen und auch in USA wohl gut ausbauen und der vermeintlich ach so tolle Walmart Filialen schliessen muss wie hier schon berichtet wurde....
http://t3n.de/news/war-jahr-2015-haendlerbund-673972/

Bei n-tv wird wohl Staffel 2 aktuell wiederholt.
Weil 2 Löwen gewechselt haben, haben die neuen Teilnehmer es dieses Mal sowieso schwerer weil die Hälfte der Fragen neu ist. Bei DSDS hingegen kann man wohl die Auftritte der anderen beobachten.

Nett wären Bewertungs-Grundlagen oder Kalkulationen in der FullHD-Version weil man bei Fußball und Formel1 genau weiss wo die Punkte her kommen aber bei Löwen halt nicht. Alle Restaurant-Rettungs, Auto-Kauf-, Insolvenz-Rettungs-, Pleite-Rettungs-, Schrott-Immobilien- usw. -Sendungs-Formate haben deutlich mehr an Zahlen. Aber vielleicht sind manche mit einem (gerne auch nur teilweise ausgefülltem) ROI-Schema überfordert...
Es reichen ja oft eine Handvoll Zahlen um zu überzeugen. BWL ist überwiegend 3Satz. Finanztheorie halt iterierter 3Satz so das man Potenzen, Logarithmen usw. als Formeln erhält. Aber genau dafür gibts Excel...

Hier wurde oft genug in den Startup-News zitiert das Startups ihre Zahlen kennen müssen.
Keine Zahlen keine Kohle...
Keine Zahlen keine Kreditgeber...

Antworten

grep
grep

Hallo ...,

ich kenne diese Sendung nur vom 'wegschalten'; mir gefällt weder das Format noch die Akteure ..., einfach unterstes Niveau.
Da schau ich viel lieber Sender wie N-TV oder N24.

Ciao, Sascha.

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