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Diaspora: PayPal friert Spenden ein und lehnt die Annahme weiterer Gelder ab

Diaspora: PayPal friert Spenden ein und lehnt die Annahme weiterer Gelder ab

hat ein gravierendes Problem. Wie die Betreiber in ihrem erklären, sperrte den Account der Macher des dezentralen sozialen Netzwerks. Wieso es zu dieser Maßnahme kam, ist bislang nur aus der Sicht Diasporas zu erfahren. Danach gibt es keinen vernünftigen Grund...

Diaspora: PayPal friert Spenden ein und lehnt die Annahme weiterer Gelder ab

Diaspora: 45.000 Dollar eingefroren

Es klingt, wie sich ein schlechtes Hollywood-Script liest.

Am 12. Oktober hatte sich Diaspora an seine Benutzerbasis gewandt und um eine Spende von 25 Dollar gebeten. t3n berichtete darüber. Für die Zahlungsabwicklung entschied man sich für PayPal, weil es der verbreiteteste Online-Zahlungsabwickler ist. Diaspora wollte ein niederschwelliges Angebot, das von möglichst vielen Leuten bereits benutzt wird. Aus der Community wurden von Beginn an Warnungen laut, man möge sich den Einsatz der eBay-Tochter wohl überlegen.

Diaspora: Ein knapper Blogpost enthüllt ein großes Problem

Innerhalb eines Tages gehen Spenden in nicht unbeachtlicher Größenordnung ein. Der Kontostand beläuft sich auf rund 45.000 Dollar. Als die Betreiber einen nicht bezifferten Betrag davon abheben wollen, klappt dies zunächst. Am nächsten Morgen wird der Betrag zurück gebucht.

Nach etlichen Telefonaten wird deutlich, PayPal verlangt Papiere, die nachweisen, dass es sich bei Diaspora um eine ordentliche Rechtsperson handelt. Diaspora verfügt natürlich über entsprechende Papiere und sendet mindestens die Gewerbeanmeldung an PayPal.

Gestern dann teilte PayPal den Machern von Diaspora mit, dass deren "Appell" abgelehnt wurde. Nicht nur würden die Gelder eingefroren bleiben, möglicherweise bis zu einem halben Jahr lang, vielmehr habe man nun auch die Annahme weiterer Spenden gestoppt.

Diese Maßnahme kommt für Diaspora absolut zur Unzeit und könnte womöglich den Todesstoß für das Projekt bedeuten. Einem Bericht des Launch-Magazine zufolge arbeiten die Diaspora-Betreiber mit Hochdruck an einer alternativen Spendenmöglichkeit über das Startup Stripe, welches - Ironie des Schicksals - von den PayPal-Gründern mitfinanziert ist. In ihrem Blog bitten sie jedoch weiterhin um die Verwendung von Flattr als letzte verbliebene Spendenmöglichkeit.

Man kann die Wut in den Bäuchen der Diaspora-Gründer förmlich spüren, wenn man den folgenden Tweet liest, der nach der Bekanntgabe des PayPal-Disasters abgesetzt wurde:

Diaspora hat die Nase voll von der Finanzwelt...

Ob sie sich damit einen Gefallen tun, ist allerdings fraglich. Eine Stellungnahme aus dem Hause PayPal ist bislang nicht erfolgt, in Anbetracht der Umstände aber auch nicht zu erwarten.

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10 Antworten
  1. von thinkery am 19.10.2011 (15:34 Uhr)

    Irgendeinen Grund (den wir nicht kennen) muss es ja gegeben haben, warum deren Konto eingefroren wurde!? Paypal sperrt ja nicht einfach so Konten!?

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  2. von Vincent am 19.10.2011 (15:37 Uhr)

    Autsch! Das ist natürlich ziemlich asozial von PayPal... ich dachte erst das Google oder Facebook was damit zu tun haben könnten! A

    Grüße, Vincent

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  3. von leckercookies am 19.10.2011 (15:38 Uhr)

    Würde mich nicht überraschen das PayPal illegale Methoden anwendet, das berichteten bereits viele geplagte PayPal Nutzer. Dann hilft nur ein Widerspruch einzulegen mit einem Anwalt, unzwar in Großbritannien oder den USA, was viele natürlich nicht können oder scheuen, daher kommt PayPal mit solchen Methoden oft davon und zockt die Leute einfach ab.

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  4. von Tim am 19.10.2011 (20:00 Uhr)

    Schon der Hammer!
    Da dies nicht das erste Mal ist, dass ich sowas über PayPal lese, halte ich persönlich dieses bankenähnliche Gebilde für mich und meine Geschäfte im Internet nicht mehr für eine Alternative, über die ich meine Gelder fließen lassen möchte!

    Das nennt man wohl "Konsequenzen ziehen", wenn man ausschließlich mit und über verlässliche/n Partnern Geschäfte machen möchte...

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  5. von Jan am 19.10.2011 (23:51 Uhr)

    Das wundert mich nicht. Paypal behält ja gerne mal das Geld seiner Kunden ein!

    Es gibt unzählige Berichte dazu im Netz und mir selbst ist es auch schon wiederfahren. 400 € von einem Verkauf über eBay einbehalten. Als Grund wurde der "Schutz des Verkäufers(!)" genannt. Man wollte mich also davor schützen, das Gelb für meine Ware zu erhalten. Nach 3 Wochen wurde das Geld dann endlich wieder freigegeben. Andere haben weniger "Glück", da werden schon mal tausende Euro einbehalten, was bei kleineren Unternehmen auch schnell existenzbedrohend werden kann.

    Ein Unding was Paypal da treibt!

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  6. von Ein Mensch am 20.10.2011 (02:18 Uhr)

    Wie wäre es denn mit PaySafeCard?

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  7. von zapp am 20.10.2011 (09:48 Uhr)

    Scheint so als wäre das Geld wieder freigegeben wurde, da wurde der mediale Druck vermutlich zu hoch. So Geschichten hört man übrigens ständig über PayPal. Deren seriosität darf mittlerweile gelinde gesagt angezweifelt werden.

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  8. von Sascha am 20.10.2011 (10:39 Uhr)

    Ja, die Stories häufen sich. Aral Balkan, Organisator der Update Conference, hat nach seiner eigenen Erfahrung (http://aralbalkan.com/3898) mit PP einen Twitteraccount zu dem Thema eröffnet: http://twitter.com/#!/paypalnightmare

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  9. von Dude am 21.10.2011 (08:49 Uhr)

    Paypal ist einfach das Letzte. Hab auch schon bei eBay eingekauft, wollte bezahlen und bekomme dann die Meldung von Facebook, dass zu meiner eigenen Sicherheit (!) der Transfer gestoppt wurde und geprüft wird. Ganz toll. Der Verkäufer hat natürlich gejubelt, als das ganze 2 Wochen gedauert hat. Was genau geprüft wurde weiß ich bis heute nicht, ich musste keine Daten an Paypal übergeben.

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