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Dieselgate und die Sackgasse der Autobauer: Warum Tesla traditionellen Herstellern uneinholbar voraus ist [Kommentar]

Dieselgate und die Sackgasse der Autobauer: Warum Tesla traditionellen Herstellern uneinholbar voraus ist [Kommentar]

Mit dem Dieselgate hat der VW-Konzern den traditionellen Autobauern einen Bärendienst erwiesen. Nutznießer: Tech-Konzerne wie Apple und Startups wie Tesla. Sie werden die Zukunft des Automobils bestimmen. Ein Kommentar von Dirk Roeder.

Dieselgate: In China wächst eine Elektromacht heran

Im Silicon Valley und anderswo stürzen sich branchenfremde Industrien plötzlich auf die Elektromobilität. Vor allem aus der IT-Branche gibt es mit Google, Apple und Acer öffentliche (und nicht so öffentliche) Bestrebungen, in der Autowelt Fuß zu fassen.

Mit dem Dieselgate hat VW der Branche einen Bärendienst erwiesen. (Foto: SGM / Shutterstock.com)
Mit dem Dieselgate hat VW der Branche einen Bärendienst erwiesen. (Foto: SGM / Shutterstock.com)

Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit wächst in China eine Elektromacht heran, deren Erfolg die Schließung des größten Automarkts für Verbrenner bedeuten könnte – darunter der staatlich geförderte Konzern BYD mit Bussen und Autos, der Rennstall Next EV mit Investoren wie Tencent und Hillhouse Capital (das Anteile am US-Fahrdienst Uber hält) und natürlich das erst seit kurzem aus dem Tarnmodus erwachte Mysterium Faraday Future. Aus Taiwan stammt die Marke Thunder Power, die schon ein erstes Modell auf der diesjährigen IAA vorgestellt hat. Und erst kürzlich meldete die Schweizer Post, mit vollautonomen Elektrobussen in den Nahverkehr einzusteigen. Die Schweizer Post!

Das Herz der neuen Autos ist der Akku

„Entwicklung und Produktion eines Elektroautos sind weniger komplex als die eines Benziners.“

Ausgelöst hat all das der Elektropionier Tesla, dessen Model S sich mittlerweile besser verkauft als Audis A8. Doch wieso forschen diese Firmen plötzlich in der so lange von deutschen Vorzeigeunternehmen dominierten, fremden Welt? Die Antwort ist simpel und gerade für Volkswagen, Audi, Mercedes und Co. so bedrohlich: Die Entwicklung und die Produktion eines Elektrofahrzeugs sind weitaus weniger komplex als die eines vergleichbaren Benziners.

Komponenten wie Fahrwerk, Sitze oder Armaturenbrett werden auch bei den traditionellen Autobauern von externen Lieferanten produziert und dann auf den Produktionsstraßen zusammengesetzt. Der Verbrennungsmotor als Herzstück aber ist viel komplexer als ein Elektromotor – mit Abgasanlage, Einspritz-Computer, Zylinder, Kurbelwelle, Kardanwelle, Getriebe und vielem mehr. Das Herz der neuen Autos ist der Akku, und hier beweist Tesla mit einer Reichweite von mindestens 258 Kilometern, dass sich auch Premiumkunden für die neue Art der Fortbewegung begeistern können.

Updates statt Facelift

Doch neben dem Motor hat Tesla den Autobauern noch etwas anderes drastisch vor Augen geführt: Der Rest des Autos ist praktisch und faktisch ein riesiger Rechner – mit einer genialen Software, die perfekt auf die Hardware abgestimmt ist. Man denke hier nur an die Softwareupdates von Tesla für das semi-autonome Fahren. Doch während andere Hersteller isolierte Rechenzentren in Versuchsträger bauen, fahren normale Menschen mit ihren Model S weltweit – auch in Deutschland – schon semi-autonom auf den Straßen.

Das VW-Werk in Wolfsburg. Inzwischen hinken traditionelle Hersteller den Startups hinterher. (Foto: Lasse Hendriks / Shutterstock.com)
Das VW-Werk in Wolfsburg. Inzwischen hinken traditionelle Hersteller den Startups hinterher. (Foto: Lasse Hendriks / Shutterstock.com)

Der Clou ist die permanente Verbindung der Fahrzeuge mit dem Tesla-Server zum Austausch aktueller Fahrdaten. Auf diese Weise ist gewährleistet, dass sich die Software dank vieler Kilometer im realen Verkehr immer weiter verbessert. Dank regelmäßiger Updates finden diese Verbesserungen den Weg in den Alltag und sind die moderne Antwort auf die eine Produktaufwertung eines herkömmlichen Autos nach rund vier bis fünf Jahren – auch Facelift genannt.

Tesla führt die anderen Autobauer vor

„In weniger als fünf Jahren sind die Autobauer von einem Startup überholt worden.“

Erneut führt Tesla mit seiner radikalen und neuen Herangehensweise derzeit uneinholbar die anderen Autobauer an (oder vor, je nach Sichtweise). In weniger als fünf Jahren sind diese von einem Startup aus Kalifornien überholt worden.

Schlussendlich besteht die Herausforderung, ein neues E-Auto zu bauen, hauptsächlich in der Software, und wer könnte das besser als IT-Konzerne? Für alles andere gibt es professionelle Lieferanten und Produktionskapazitäten, auch wenn Harald Krüger von BMW Apple wohl (noch) eine Absage erteilt hat.

Dieselgate: VW hat der Branche einen Bärendienst erwiesen

Das sogenannte Dieselgate weist die Öffentlichkeit jetzt auf die Sackgasse hin, in der sich die klassische Motorenentwicklung befindet. Schließlich läßt sich die Physik durch niemanden überlisten – außer durch Software. Im ersten Moment hat Volkswagen den Herstellern einen Bärendienst erwiesen. Doch langfristig haben die Ingenieure mit der Kapitulation vor der uns allen bedrohenden Klimakatastrophe ihren Teil dazu beigetragen, dass die völlig überholte Technik aus dem letzten Jahrhundert am Ende ihrer Laufzeit angekommen ist. Bis auf weiteres gibt es keine Alternative zum Elektroantrieb, das gibt mittlerweile auch Volkswagen zerknirscht zu, während jahrelang die visionären Bemühungen von Elon Musk und anderen Elektropionieren arrogant belächelt wurden.

Das Herzstück ist der Akku. (Foto: Hadrian / Shutterstock.com)
Das Herzstück ist der Akku. (Foto: Hadrian / Shutterstock.com)

Leider erlaubt die Organisation von Volkswagen keine Fehlerkultur, wie sie im Silicon Valley gelebt wird. Agile Entwicklung, Mut zum Scheitern und eine konsequente Lernkurve sind ihre Pfunde. Schaut man sich die Mitarbeiter von Apple, Tesla, Farraday Future und anderen an, scheint diese Kultur einen extremen Reiz auf Talente auszuüben. Erschwerend kommt hinzu, dass die Kassen für den weltweiten Kampf um Mitarbeiter im Westen und Osten prall gefüllt sind. Obwohl echte Visionäre wohl eher die Freiheit und Selbstverwirklichung beim Bau des Autos der Zukunft reizt.

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11 Antworten
  1. von Chris am 21.11.2015 (13:32 Uhr)

    Ein wenig mehr Hintergrundrecherche wäre toll.

    Ich glaube nicht dass die hiesigen Autobauer abgehängt wurden, auch wenn sie heuer kein Elektroauto bzw nur wenige Modelle vorweisen können.

    Abgesehen davon dass Tesla weiter nicht wirtschaftlich arbeiten kann, und auch in den aktuellen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor sehr viel IT steckt, hingt Tesla zum Beispiel im Vertriebsnetz sehr weit hinter her. Geschweige denn von der zum großen Teil sehr billigen, amerikanisch typischen Ausstattung.

    Ebenso toll wäre auch mal ein Bericht, wie teuer und wie umweltschädlich ein Lifecycle einer Batterie ist.

    Ich bin ein großer Fan von Elektroautos, aber gesprochen ist hier noch gar nichts.

    Bitte zukünftig Hypes hinterfragen.

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    • von Anonymous am 21.11.2015 (15:37 Uhr)

      Naja es geht ja um einen Kommentar, eine Meinung, der/die darf auch mal einseitig & spekulativ sein. Sonst wäre es ja weniger ein Kommentar als einfach ein Sachbericht.

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    • von gast22 am 22.11.2015 (00:21 Uhr)

      Ich sehe das Ansinnen des Artikels in eine andere Richtung gehend: Tesla hat neue Wege beschritten. Unkonventionell. Hat nicht mit alten Zöpfen zu kämpfen. Sie wollen nur ein gutes Elektroauto bauen, dass auch den Namen verdient. Die traditionellen Hersteller schleppen viel zu viel Altlasten mit sich herum, auf die natürlich Rücksicht genommen werden muss. Ziemlich prickelnd ist auch die Verbindung von den physikalischen Grenzen, die nun bei Verbrennungsmotoren erreicht worden sind, sodass Manipulationen notwendig sind. Am Auto genauso wie bei den Behörden, wohlgemerkt.

      In meinen Augen ist jedoch zweitrangig, ob Tesla nun schon in der Gewinnzone ist oder nicht und ob die typisch amerikanische Ausstattung zum Teil "sehr billig" ist. Das erste ist wohl vollkommen logisch, denn eine gewisse Stückzahl muss erst einmal verkauft sein, damit die Entwicklungskosten wieder herein kommen. Solche Art Abschreibungen kann man nicht in zwei oder drei oder gar fünf Jahren realisieren. Das Zweite ist ein individueller Eindruck von dir, der deinen Erwartungen entspricht. Aber du bist nicht Amerika. Last but not least: Vom Vertriebsnetz will ich gar nicht sprechen. Da haben die Großen der Welt Jahrzehnte gebraucht. Die normalen Verschleiß-Ersatzteile aber ein- bzw. ausbauen müsste ja wohl jede freie Werkstatt hinbekommen. Und viel was anderes geht an dem Auto ja auch nicht kaputt. Keine Kupplung, keinen Verbrennungsmotor, kein Ölfilter, keine Benzinpumpe, keine Zündkerzen, keinen Anlasser bei dem die Kontakte runter sind usw. usf.

      Dein letzter Kommentar: Umweltschädlichkeit und Kosten eines Akkus (es sind definitiv keine Batterien, die kann man nämlich nicht aufladen). Mache mal nur gedanklich eine Rechnung in CO2 und anderen Abgasen als Gegenrechnung auf und multipliziere das mit den Millionen und aber Millionen von Fahrzeugen - insbesondere in den Ballungsgebieten. Vom Feinstaub etc und deren gesundheitliche Folgen will ich gar nicht sprechen.

      Mein Fazit: Guter Artikel. Er deutelt nicht an Erscheinungen herum oder an Einzelheiten sondern bringt die Sache auf den Punkt. Egal ob Tesla in fünf oder zehn Jahren noch am Markt ist. Sie werden die traditionellen Fertiger zusammen mit anderen Newcomern beeinflussen. Die Frage ist nur, ob die Saurier sich bewegen werden oder nur wie Nokia mitleidig auf die schauen, die denken, sie verändern die Welt.

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  2. von Dirk Roeder am 21.11.2015 (14:55 Uhr)

    Hallo Chris,
    es ist richtig, dass Tesla derzeit Miese macht. Der reine Tesla Model S Verkauf allerdings ist mehr als profitabel. Während vor allem deutsche Hersteller bei neuen Antriebskonzepten grundsätzlich auf alte Technik setzten und Hybrid und Elektro verpassten, baut da einer aus dem nichts einen Autokonzerns auf.
    Da ist es mehr als respektabel was die Firma leistet. Denke auch an die Supercharger und Giga Factory - Tesla denkt viel (!!!) weiter, als es die hiesigen je getan hätten.

    Tesla revolutioniert auch den Vertrieb. Frag mal bei VW nach, wieviele Autos die im e Commerce verkaufen ;-)

    Eine Umweltrechnung zur Batterieherstellung wäre in der Tat interessant. Dann aber auch gegen alles vom Öl bis zu den Metallen im Kat gegenrechnen.
    Der Genickbruch könnte China sein. Wenn die den Markt über N8 zumachen, schauen unsere in die Röhre.

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  3. von Kian am 21.11.2015 (16:10 Uhr)

    Als langjähriger Tesla Fahrer (unter den ersten 200 in Deutschland) kann ich nur aus eigener Erfahrung sagen, dass Tesla so ziemlich alles was man machen kann besser macht als jeder andere Hersteller. Auch wenn Sie als Amerikaner es nicht so mit Spaltmaßen und richtigem Nobel Interior haben, Service, Technik, Performance alles hängt den Rest der Auto Industrie ab. Außerdem wird immer gedacht, das was Tesla gemacht hat, kann jeder Autobauer nachbauen, weil man ja "nur" Batterien in die Autos packen muss. Das ist komplett lächerlich, denn wenn man sich mal anschaut, wann Porsche seinen ersten Langstrecken EV rausbringen will und wie lange es dann noch für Porsche dauern würde sowas wie ein weltweites Supercharging Netz zu bauen oder gar ein selbstlernendes, komplett selbst-entwickeltes Cloud-connected Auto Betriebssystem. Das witzigste dabei ist ja, dass die Autobauer das gar nicht versuchen. Die kaufen sich ja nur wild von Continental und Bosch alle mögliche Software und Hardware zusammen.

    Das ist in etwa so wie Apple, wo Software und Hardware in einem Gedanken entwickelt wurde und der Do-It-Yourself PC von Alternate mit schlecht laufendendem Windows 95 und keiner Internetverbindung.

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  4. von Chris am 21.11.2015 (19:06 Uhr)

    Nun, ich finde den Tesla auch toll, und ich freue mich für jeden der in den Genuss kommt einen zu fahren.

    Zum Kommentar an sich:
    Abgehängt hat Tesla die anderen Hersteller dennoch nicht. Tesla ist Vorreiter, und ich bin froh dass es sie gibt. Somit wird eine längst überfällige Richtung eingeschlagen. Tesla hätte alle anderen meiner Meinung nach dann abgehängt, wenn jeder einen haben wollen würde und die "alten Hersteller" Probleme bekommen würden mit dem Verkauf der eigenen. Das ist nicht der Fall, genauso wie dass der Gewinn ausbleibt. Da hilft es auch nichts wenn ein Modell Gewinn abwirft, die Summe muss stimmen.
    Ich lasse Spaltmaße und Interior nun eben nicht außen vor. Auch da hinkt Tesla hinter her.
    Warum Porsche wie hier dargestellt so lange braucht kann nur Porsche sagen. Allerdings kann ich auf der grünen Wiese zeitlich besser interagieren als wenn ich bestehende Produktionen etc. a) weiter auslasten b) umrüsten etc muss.
    Beim Service habe ich ebenfalls eine andere Meinung. Kann gut sein dass der Service toll ist. Allerdings ist der Servicenetz auch nicht engmaschig. Die Erfahrung zeigt: je mehr Arbeitskräfte ich einsetze, desto geringer kann die Qualität derer sein. Schaut euch zum Beispiel das Personal in AppleStores an; das lässt mittlerweile auch zu Wünschen übrig.
    Natürlich können herkömmliche Autobauer nicht einfach so ein Elektroauto bauen. Tesla kann aber auch nicht einfach so ein Auto bauen. Sie sind auf dem guten Weg, aber von abhängen der anderen keine Spur.
    Nochmal: das was Tesla gestartet hat ist gut für das Thema Automobil.

    Darüber hinaus: Elektroautos können heute eben auch nicht alle Anwendungsfälle abdecken; Schwerlastverkehr oder noch einfacher: die Camperwelt kann auch nicht wirklich einen Wohnwagen per Elektroauto ziehen.

    Tesla als Vorreiter hat noch genug Hausaufgaben zu machen, die herkömmlichen Autobauer auch. Eben beide unterschiedliche.

    In dem Sinne: ich möchte hier keine Grundsatzdiskussion halten. Mir ging es lediglich darum, dass das Kommentar auf dieser Seite so einfach nicht passt.

    Grüße,

    Chris

    Ein Kommentar zu Apple: ich bin absoluter Apple-Fan, setze viele Geräte ein und bin auch ein Verfechter davon, dass es Sinn macht Hard- und Software unter einem Hut zu haben. Wenn ich aber sehe wie oft ich Probleme mit den Geräten habe, weil sich etwas aufgehängt hat oder nicht funktioniert bin ich froh, dass es (noch) kein Auto von Apple gibt. Letzt endlich ist abgesehen von Batterie und Ladeinfrastruktur genau die Software, mit der geprahlt wird, genau das kritischste überhaupt am Elektroauto - abgesehen davon dass der Sound scheisse ist.

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  5. von phynix am 21.11.2015 (20:02 Uhr)

    Das liest sich mehr oder weniger wie aus der PR-Abteilung von Tesla und wie bereits richtig angemerkt sehr wenig recherchiert - selbst für einen Kommentar. Die bisherigen Tesla sind NICHT die Lösung unseres Mobilitätsproblems und vor allem sind sie in Bezug auf den Treibhauseffekt für das Klima sogar schlechter als gute Benziner oder Diesel, da erheblich höherer Primärenergiebedarf pro gefahrenem km. Und mit softwareupdates ist das auch so eine Sache - auche in 5 Jahre alter PC der nur Softwareupdates erhält ist für einige im Laufe hinzugekommene Möglichkeiten nicht zu gebrauchen. Gleiches gilt für die Sensorik in einem Auto und durch die ist der Tesla beschränkt ... Autos müssen intelligenter und effizienter werden, Tesla ist energieineffizient und das autonome Fahren kann man auch eher als einen versuch denn als praxistauglich bezeichnen, das können andere besser (Volvo, Mercedes, Audi...)

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    • von droeder am 24.11.2015 (16:20 Uhr)

      Hallo Phynix,
      die Elektromobilität ist unabhängig von der Stromquelle. Wenn ich heute Kohlestrom tanke, kann ich morgen auf Solar umsteigen - ein Verbrenner kann das nicht. Folglich ist hier der Energieversorger und nicht Tesla gefragt. siehe hierzu auch http://www.roederhallo.de/2015/10/03/11-millionen-gruende-fuer-eine-elektrische-zukunft/
      Bisher läuft es mit den Software updates sehr gut und die anderen Hersteller bauen gerade mit Hochdruck ihre Infrastruktur in den Autos um, um genau das auch zu können. Der Weg geht eindeutig und unwiderruflich dorthin, weil die Vorteile die Nachteile bei weitem überwiegen.
      Die Sensorik im Tesla ist beschränkt? Zeige mir bitte einen Wagen, der semi autonom heute bereits auf der öffentlichen Strasse im Privatbesitz fährt? Zeige mir ein System, dass permanent dazulernt!?
      Volvo testet, Audi testet während Tesla bereits fährt.

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  6. von Tesla nur Supersportwagen am 22.11.2015 (14:29 Uhr)

    Supersportwagen haben auch oft Extra-Würste oder Kleinigkeiten die man kennen muss weil man Personal dafür bezahlen kann.
    Tesla ist auch Bedrohung für die Auto-Händler (siehe Two and a half Men Episode mit Scott Bakula als Autohändler) die den Internet-E-Vertrieb von Autos in manchen (ich glaube 3 Stück) Bundes-Staaten verboten haben
    Wichtig für Service wären aber auch Alternativen bzw. Wahlfreiheit. Darum gehts in der Diskussion leider nicht.

    Die Deutschen Hersteller haben die Abwrackprämie und KurzarbeiterGeld vermutlich nicht zurückgezahlt.
    Die Solarzellen bekamen jahrzehntelang Subvenionen und dann Rettungs-Hilfen weil die Chinesen die Solarzellen produzieren. Diese müssen auf den Dächern festgeschraubt werden. Die entlassenen Solarzellen-Produktions-Mitarbeiter hätten also ohne Staats-Hilfen also sofort Arbeit als Solar-Festschrauber.
    Die Chinesen werden die Autos trotzdem bauen. Also braucht man NULL Steuersubventionen für Firmen die nicht für schlechte Zeiten gespart hatten und die Abwrackprämie vermutlich immer noch nicht zurückgezahlt haben.
    In China lebt man jährlich besser während woanders die Steuern und Schulden steigen.

    Wäre ich Reporter würde ich mal bei INA/FAGKugelfischer und natürlich Bosch, welche die Antriebs-Stränge bzw. Auto-Elektrik bauen nachfragen.
    Die wird doch auch mit den Autoherstellern entwickelt und ein paar Jahre nach Release gibts dann vermutlich original-Ersatzteile von Bosch usw. selber und nicht mehr nur offiziell vom Hersteller der die Teile nur weiterverkauft.
    Am Auto geht halt nicht nur der Motor kaputt. 95% der Funktionen gibts auch bei Tesla und gehen genau so kaputt. Evtl sind aber 50% der Einzel-Teile allein im Motor (Pareto lässt grüßen) aber die halten auch sehr lange weil die Deutschen nach 10-30 Jahren die Vorteile von 6sigma und Japan-Hochpräzision erkannt haben.

    Die Solarzellen wurden verachtet und verlacht mit "Ich brauch Strom im dunkeln. Wenn die Sonne scheint braucht keiner Solarstrom". Da inzwischen aber zilliarden Akkus auf Loading warten, kann unregelmäßig anfallender Solarstrom und Windstrom sofort an hungernde Akkus verteilt werden.

    Wie sich die Tankstellenlandschaft ändert, wenn die Leute den günstigen Tesla kaufen und immer weniger Leute tanken, kann man sich auch denken: RAMs sinken im Preis. Dann kommt der Nachfolger und die Fabriken werden verkauft und (wie auch Auto-Ersatzteile oder neulich ein US-Medikament um 500% !!!) steigen plötzlich die Preise für "alten Kram" obwohl die Abschreibungen längst hereingeholt wurden und somit purer Deckungsbeitrag und keine Fixkosten (die Fabrik, Entwicklungs-Kosten usw ist längst abbezahlt!) mehr anfallen.
    Die Benzinpreise für die letzten Tanker (=Leute die tanken müssen) werden steigen und die aktuell nicht so beliebten Diesel-PKW haben plötzlich gigantische Kostenvorteile weil wie schon kommentiert wurde, und viele Firmen-Fahrzeuge im Gegensatz zu Privat-Fahrzeugen eher 20 Jahre Lebensdauer haben und nicht wie PKW aktuell 10-13 Jahre.
    Wem das lang vorkommt: Die jährliche TV-Verkaufsmeldungen von ich glaube 7% pro Jahr auf der IFA zeigen das jedes Jahr 1/15-1/20 der TVs ersetzt werden. Rückwärts-Rechnung ergibt die Lebensdauer von 15-20 Jahren für TVs. WinXp wird auch noch genutzt.

    Was ist eigentlich aus den Tesla-Power-Packs geworden ? Sind die besser oder billiger oder haben zusätzliche Zielgruppen erschlossen ?
    Wollte Daimler nicht auch Powerpacks bringen ?


    Wegen der Spaltmaße sollte man im ct-Archiv ur-alte Berichte über Apple lesen. Die Japaner lachten die Apples aus "können Eure Lieferanten keine präzisen Produkte liefern" als sie Bestückungs-Roboter haben wollten welche mit 1 Millimeter Pin-Abständen bei den Chips klarkommen sollten.
    Fast nur Japan produziert präzise. Das haben die meisten anderen Länder nicht drauf und lernen es mentalitäts-mäßig auch nicht. Denn Gauß und 6sigma gelten schon ewig. Und Japan beweist es. Toyota mag von VW eingeholt worden sein. Aber die stehen mit VW fast gleich auf. Aber Toyota hat nur halb so viele Mitarbeiter... Die Supersportwagen werden in PS pro Kilogramm bewertet. Bei firmen also Umsatz pro Mitarbeiter oder Mitarbeiter pro verkauftem Auto. Da ist Toyota also doppelt so gut wie VW.


    Davon abgesehen sollte man auf das Reuter-Interview in der anderen Presse hinweisen. Das ist eine wichtige Ergänzung.
    news-Google-Suche nach : daimler toyota verkaufen anteile tesla
    zeigt Erleuchtendes auf und die Qualität des Journalismus und von Hintergrund-Informationen bei Interviews...


    Und wie man hier lesen konnte ist der Unterschied von Tesla zu den meisten anderen Managern das er sich täglich um die Produktentwicklung kümmert. Dazu müsste man TV-Hersteller auch mal zwingen. Jeder VW-Manager dürfte nur das meistverkaufte Modell in der meistverkauften Ausstattung fahren statt im Phaeton kutschiert zu werden und den täglichen Kampf der Kunden mit z.b. Routenplanern nicht mitzubekommen und als bedauerliche Einzelfälle einzustufen. You eat what you feed. So wie Tim Cook nur das meistverkaufte iPad/iPhone/iMac-Modell usw. nutzen müsste damit es besser wird. Oder die Regierung und alle Top-Beamten müssten in der normalen Krankenkasse sein. Familienmitglieder usw. können natürlich weiter die Privatkasse nutzen.
    Es gibt sogar Referenzen für die Idee: Obama kauft von seinem US-Präsidenten-Gehalt seine eigenen Schuldscheine. Das sollte für Regierung und Parteimitglieder oder Boni-Manager (z.B. die Anleihen für die Daimler-Chrysler-Fusion oder falls vorhanden den BMW-Kauf von ich glaube Rover oder so) auch gelten.

    Damit sind wir beim Thema Fehler-Kultur: Liste die Fails und Versprechen der Branche:
    - BMW-Rover
    - Daimler-Chrysler
    - DSL-Ausbau
    - Video per UMTS für kleine SPD-Wähler also Arbeiter
    - ISDN-Flatrate
    - lebenslange Email-Adresse
    - Bank-Käufe von Bundesländern...
    - ...
    Beim Staat, bei Startups, bei Holding-Ketten usw. sind Fehler nicht grade selten: Das Volk bezahlt. Der Manager lacht. Und die Presse kriegt mal wieder nix mit und berichtet wieder mal erst hinterher.
    Der Staat sollte auch dem neuen Markt lernen und Manager-Verträge laufen immer nur 3 Monate und können mit drei Monatslöhnen Abfindung jedertzeit beendigt werden. Wäre für normale Mitarbeiter auch sinnvoll. Die können als Fachkräfte ja woanders sofort was finden oder das Boot war schon voll und keinen hat es interessiert.
    Stattdessen gibts golden Parachutes... und der Kleinaktionär muss es bezahlen...

    Aktuell kann man der Erosion von Apple zuschauen...
    Welcher Qualitts-Reporter hat alle Verantwortlichen angeschrieben und Antwoten veröffentlich wie der Staat aufs Tankstellen-Netz-Umwandlung, E-Autos usw. vorbereitet ist und wieso Firmen die mit China-Produkten konkurrieren überhaupt Subventionen brauchen und Subventionen kriegen sollten.

    Ich glaube der Smart oder A-Klasse sind heute schon eigentlich E-Autos weil unter dem Boden viel viel viel Platz für Akku-Packs ist.
    Aber wie üblich setzen sich neue Features wie Routenplaner, Head-Up-Displays, Elektronische-Federungs-Steuerung und Motor-Steuerung usw. erst in Formel-1 und dann in Luxus-Autos und dann in Normalo-Autos durch.

    Wieso will nur ich Kohlenstoff-Nanoröhrchen als Kupfer-Ersatz und alternativen zu den normalen gewickelten Spulen ? Oder brauchen E-Autos und die Loader-Stations und Trafos keine Kupfer-Spulen mehr ? Kupfer wächst nicht auf Bäumen. Aber die Preis-Steigerungen bei den "seltenen Erden" oder die Kupfer-Preis-Manipulationen in Japan hat die Presse auch nicht erkannt obwohl die Märkte transparent sind und die vielen Veröffentlichungs-Verpflichungen Cashburner-Holding-Ketten und Klein-Anleger-Anlagen (Madoff, Dax, Stanford, Neuer Markt, Lehman-Zertifikate,...) nicht so performant machen wie Unternehmen ohne Bürokratie und ohne Veröffentlichungs-Pflichen...
    http://www.reuters.com/article/2013/12/20/copper-squeeze-idUSL6N0JX2FG20131220
    (man suche nach " 1990 " . die deutschen Berichte habe ich per news-Google nicht mehr gefunden)
    Die wirtschaftlichen Milliardenschäden bei einer Kupfer-Preis-Explosion sind vielleicht nicht so wichtig... Aus zwei alten Autos "mit richtig fetten Blechen" wie man in den meisten Autosendungen zu hören kriegt kann man vermutlich 3 neue Benzin/Diesel-Autos machen. Aber da ist wohl nicht viel Kupfer drin...
    Wenn Tesla schlau ist, ist er exklusiv-Anbieter von E-Tankstellen(Trafos) und E-Motoren auf Kohlenstoff-Nanoröhrchen-Basis währen die anderen autofirmen ums Kupfer kämpfen welches aus Brasilien kommt welches mit China verknüpft wird. Noch ein Grund auf die Chinesen für die E-Revolution zu warten und deutsche Firmen nicht zu subventionieren wenn sie nicht ihre Qualität nach China bringen. Also Bosch, INA, Kugelfischer, Zulieferer, Maschinen- und Roboter-Bauer (Kuka),... aber halt nicht das Establishment der verzichtbaren Auto-Konzerne die erst mal die Subventionen zurückzahlen sollen um die Sozialkassen zu entlasten...

    Wessen Handy oder Fernseher hier kommen aus Deutschland ? na also.
    Mein Handy kommt aus China und ist besser als von Deutschland.
    Mein Auto hoffentlich bald auch.
    Liefert Leistung - oder ein anderer macht es.

    Sich lustig über Konkurrenten zu machen ist oft ein Zeichen vor dem Fail:
    - der Klimawandel wäre erfunden
    - Japanische Autos taugen nichts wurde nach dem Krieg behauptet...
    - M$-Bill Gates meinten, Internet wäre nur kurzfristig
    - Der Flughafen wird fertig
    - "Die Expo-Ausstellung wird sogar Gewinne einspielen." Daran kann ich mich noch sehr genau erinnern!
    - ... viele weitere Listen welche Qualitäts-Reporter inclusive der Namen und Parteien der Verantwortlichen schnell als Referenz listen könnten damit man sich erinnert...

    An Software zu glaube ist ein Fehler. Googles Projekte scheitern ständig. Es gibt in der IT vermutlich nur extrem wenige Ausnahmen erfolgreicher Projekte. Software sieht man nicht. So wie Doping-Mittel im Sport. Im Gegensatz zu Fouls bei Fußball die in Zeitlupe immer wieder gezeigt werden. Auch Prime muss sich als schlechter wie Netflix bezeichnen lassen weil man z.b. bei Netflix sofort alle Sprachen sieht während man bei Prime wohl den US-Namen der Serie kennen und gezielt danach suchen muss.
    Nützliche Software und produktive Apps oder Webseiten die einfach nur funktionieren und auf Nutzer-Experience optimiert sind, sind ausser bei Spielen oft sehr selten. Deswegen macht Ihr doch ständig "Responsive-Webdesign"-Artikel. Nur google-Suche, Email und Ansatzweise Youtube sind brauchbar designet. Über google+ und alles andere gibts oft genug Kritik.

    An TV- und Settop-Boxen-Interfaces oder auch den allseits beliebten Fahrkarten-Automaten erkennt man schnell wie die Zukunft der Auto-Bedienung hier aussehen wird... Jeder Payback-Scanner im Supermarkt ist besser und funktioniert einfach nur optimal auch für Rentner die ihre Brille nicht auspacken wollen.

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  7. von pfauli am 24.11.2015 (11:12 Uhr)

    Ob bei der Bahn, den Luftfahrtgesellschaften, oder auch nun bei den Autobauern - der Betriebsrat wird am Ende durch sein vehementes Bockig-sein gegen personelle Veränderungen die Betriebe derart lahmen und letztendlich so unflexibel gestalten, dass sie keine Chance gegen extrem schnell reagierende Start-up's mehr ankommen.
    Nur, wenn sich die deutschen Autobauer splitten, sehe ich da noch eine kleine Chance.

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  8. von Markus am 25.11.2015 (21:49 Uhr)

    Elon Musk wäre nicht der erste Visionär, der am Ende einen Preis stiftet, weil die Bewegung, die er losgetreten hat am Ende nicht mehr steuern kann und das was am Ende raus kommt, war nie sein Ziel. Man kann nicht Fokussieren und gleichzeitig Überblicken.

    Ebensowenig kann man die Zukunft vorhersagen.

    Was aber kaum ein Artikel versucht .. die Gegenwart wenigstens objektiv zu bewerten.

    Könnte aber ebenso an dem komplexen Thema liegen, denn es geht nicht nur darum, ob Verbrennungs- oder Elektromotor besser sind.

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