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Analyse

Digital Leadership: So gehst du mit Fehlern deiner Mitarbeiter um

(Bild: Shutterstock / GooGag)

Offener Umgang sollte im Unternehmen kein Problem darstellen – auch dann nicht, wenn es um die Fehler der Mitarbeiter geht. Mehr in Konrads Management-Kolumne für eine positive Unternehmenskultur.

Ihr Ruf ist denkbar schlecht. Sie haben keine Lobby. Jeder versucht, sie zu vermeiden. Denn sie kosten Zeit, Nerven und vor allem Geld. Die Rede ist von Fehlern. Der Grundstein für ihr schlechtes Image wird auch heutzutage sehr früh gelegt. Fehler werden in Schule, Familie und Gesellschaft als etwas Schlechtes angesehen und die Fehlerlosigkeit belohnt – wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Trotz. In den 1970er und 1980er Jahren trieb die Kunstfigur „Uli der Fehlerteufel“ in Rechtschreibfibeln westdeutscher Grundschüler ihr Unwesen. Damit war ein wichtiger Beitrag zu einer Null-Fehler-Kultur geleistet.

In einigen Unternehmen herrscht ein regelrechter Fehlerkult. Viele von ihnen gehören zu den besten in ihren Industrien und Märkten. Sie zeichnen sich durch operative Exzellenz aus: durchstrukturierte Prozesse, höchster Qualitätsanspruch, der Ausschuss läuft gegen Null – entsprechend auch die damit einhergehenden Kosten. Im Modell von Effizienz und Exzellenz gilt die Maxime der Fehlerminimierung als höchstes Ziel. Doch trotz nahezu fehlerfreien Abläufen und Routinen hat die Fehlerresistenz auch Schattenseiten – besonders wenn es um die Entwicklung von Innovationen geht. Unternehmen, deren Führungskräfte und Mitarbeiter einen negativen Fehlerkult leben, brauchen eine positive Fehlerkultur – gerade in der Arbeitswelt 4.0. Unternehmen müssen innovativer sein als je zuvor, um auch im harten Wettbewerb um Fachkräfte zu bestehen. Umso wichtiger ist es, eine konstruktive Fehlerkultur zu leben, die zum Nährboden für Weiterentwicklung und Innovation werden kann. Für Innovationen wird ein Freiraum gebraucht, in dem Fehler machen nicht nur erlaubt, sondern erwünscht ist.

Ein offener Umgang mit Fehlern ist dabei Grundvoraussetzung. In einem solchen Umfeld werden Fehler akzeptiert und als Chance zum Lernen verstanden. Denn jeder einzelne Fehler ist ein Schatz an Erkenntnissen, die für die Zukunft hilfreich sein können. Neben der Förderung von Innovationen hat die positive Fehlerkultur auch eine Vorbildfunktion für das Unternehmen insgesamt. Fehler werden dabei aus einer anderen Perspektive betrachtet.

Unternehmen, die eine positive Unternehmenskultur implementieren wollen, sollten die folgenden fünf Punkte berücksichtigen:

Fehler zugestehen

Der erste Punkt ist bereits der schwierigste. Nur wer Fehler akzeptiert und als Teil der Wirklichkeit annimmt, kann lernen, mit ihnen umzugehen. Mitarbeiter brauchen immer wieder Aufforderung und Ermutigung danach zu handeln – als Einzelperson und im Team.

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Vorbild sein

Führungskräften kommt eine besondere Aufgabe zuteil. Sie erfüllen eine Vorbildfunktion, werden von Mitarbeitern entsprechend wahrgenommen. Ihr ehrlicher Umgang mit Fehlern ist von entscheidender Bedeutung, damit es zu einem Kulturwandel kommen kann.

Experimente wagen

Voraussetzung ist eine offene Struktur. Mitarbeiter brauchen Freiraum, um Ideen auszuprobieren. Gerade, wenn es um Kreativität und Ideenentwicklung geht, entstehen die besten Lösungen meistens aus Fehlern. Unternehmen, die an dieser Stelle auf konsequente Fehlervermeidung setzen, werden Schwierigkeiten haben, Innovationen zu fördern.

Aus Fehlern lernen

Oft wird über Fehler zu schnell hinweggegangen. In einer lernenden Organisation wäre es konsequent, alle gescheiterten Projekte im Nachgang zu analysieren und wichtige Erkenntnisse für die Zukunft abzuleiten. Dieses gewonnene Wissen sollte für alle Mitarbeiter verständlich formuliert und in der gesamten Organisation geteilt werden. Im Mittelpunkt steht dabei der Erkenntnisgewinn.

Fehlerkultur evaluieren

Das Unternehmen hat mit der Implementierung einer positiven Fehlerkultur begonnen. Die ersten Monate sind vergangen. Der Kulturwandel zeigt erste Erfolge. Eine Evaluation sollte nach einem Jahr zeigen, wo das Unternehmen steht. Im Rahmen einer konzernweiten Umfrage sollte ermittelt werden, ob und wie die Mitarbeiter und die Organisation bereits von der Fehlerkultur profitieren können.

Während Unternehmen mit klassischen Managementansätzen Fehlervermeidung anstreben und Unsicherheiten meiden, gehen Organisationen mit einer positiven Fehlerkultur voraus. Sie nutzen ihre Innovationsmethoden gezielt in Umbruchphasen wie beispielsweise Veränderungen im Markt, Trendbrüchen oder disruptiven Entwicklungen. Hier steckt das Potenzial für erfolgreiche Innovationen.

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Eine Reaktion
Jendrik
Jendrik

Sehr geehrter Herr Konrad,

Vielen Dank für diese (beinahe schon schrittweise) Aufschlüsselung. Da fühlt man sich gleich gespeist mit Wissen für den (beinahe unvermeidlichen) nächsten Fehltritt.

Es gibt zu dem Thema auch eine ganz aufschlussreiche Studie die sich Fälle der vergangenen Jahre angesehen hat und diese dezidiert auseinander nimmt.
Sie ist hier als kurzes Video zusammen gefasst: https://youtu.be/cYxHGAP9Umk

Beste Grüße aus Jena

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