Eine Vielzahl von unterschiedlichsten Organisation buhlen bereits darum, die Interessen von Netznutzern zu vertreten. Immerhin ist das Internet schon lange auch in der breiten Masse angekommen und verschiedene Aspekte der digitalen Gesellschaft betreffen jeden Bürger. So existiert für fast jeden dieser Aspekte wie zum Beispiel für den Datenschutz oder Zensur auch eine eigene Organisation. Im Gegensatz zu auf bestimmte Aspekte spezialisierte Gruppierungen möchte die Digitale Gesellschaft allerdings universeller arbeiten.
Edle Ziele der Digitalen Gesellschaft
Markus Beckedahl, Gründer von netzpolitik.org und Präsident des neu gegründeten Vereins, erklärt die Ziele der Digitalen Gesellschaft wie folgt: "Wir wollen uns mit Digitale Gesellschaft schlagkräftiger für digitale Bürgerrechte einsetzen. Kurz zusammengefasst: Wir wollen skalieren. Ziel ist es, einerseits visuell und kommunikativ ansprechende Kampagnen zu entwickeln, die auch Menschen außerhalb sehr internetaffiner Kreise für unsere Themen begeistern. Und wir wollen eine bessere Interessenvertretung gegenüber der Politik und den starken Wirtschaftslobbys organisieren, so dass Netzpolitik nicht immer nur unter dem Aspekt 'Mehr Industrie wagen' gesehen wird, sondern als 'Mehr Demokratie wagen'."
Schwerpunkte des Vereins sind die Aufklärung über geplante politische Vorhaben und das Eintreten für digitale Bürgerrechte. “Wir wollen Menschen unterstützen, damit sie für ihre Interessen gezielter und wirkungsvoller eintreten können”, so Beckedahl. “Das kann mit Aktionen geschehen, für die wir ihnen mit Informationen und Instrumenten zur Seite stehen.” Dabei ist nicht nur die deutsche Politik im Visier der Internetaktivisten. Gerade die Europäische Union verabschiedet immer wieder Gesetze, die alle Internetnutzer betreffen. Dies betrifft zum Beispiel die anstehende Überarbeitung der Datenschutzrichtlinie oder die Maßgaben für die Netzneutralität im Internet. Und auch Unternehmen verhielten sich immer wieder problematisch.
Digitale Gesellschaft als Gegengewicht
Laut Beckedahl will die Digitale Gesellschaft ein Gegengewicht zu Wirtschaftsverbänden aufbauen, wo dies notwendig ist. Der Verein soll als Watchdog und Lobbyorganisation, Ansprechpartner für Politik und Medien fungieren, wenn es um die Nutzerperspektive geht. Allerdings weist Beckedahl darauf hin, dass man sich nicht anmaßen wolle, sich als offizieller Vertreter zu verstehen: "Digitale Gesellschaft ist ein Angebot. Wir maßen uns damit nicht an, die ganze sogenannte 'Netzgemeinde' zu vertreten. Aber wir wollen unseren Teil dazu beitragen, dass unsere Anliegen lauter Gehör finden und dass wir gesellschaftliche Mehrheiten für eine bessere Netzpolitik, ein offenes Netz und starke (digitale) Bürgerrechte organisiert bekommen."
Breites Themenspektrum zum Mitmachen
Die Digitale Gesellschaft nimmt ihre Arbeit mit einer ganzen Reihe unterschiedlicher Themen und Forderungen auf. Diese reichen von der Sicherung privater Daten, der Freigabe öffentlicher Daten und einer Überarbeitung des Datenschutzes über Netzneutralität und Lobby-Transparenz bis hin zum Urheberrecht. Dabei hat sich der Verein für ein Modell entschieden, das dem von Greenpeace ähnelt - auch was das Verhältnis zur Politik angeht. "Die Digitale Gesellschaft soll Druck auf die politischen Akteure ausüben”, erklärt Beckedahl. Unter dem Motto “#Warum?” hat Digitale Gesellschaft e.V. eine Mitmach-Kampagne gestartet, bei der Internetnutzer an Politik und Wirtschaft Fragen zur Netzpolitik und Bürgerrechten stellen können.
Weiterführende Links:
Digitale Gesellschaft - mitmachen



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2 Answers
von Torsten Deppe via facebook 14.04.2011 (14:22Uhr) 1.
Hört sich nach einer guten Sache an! :)
von Links des Tages vom 13.04.2011 » b… 14.04.2011 (15:44Uhr) 2.
[...] Digitale Gesellschaft e.V. schützt digitale Bürgerrechte Viel [...]