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Digitales Leben

Digitale Nomaden geben Tipps für ortsunabhängiges Arbeiten [Interview]

    Digitale Nomaden geben Tipps für ortsunabhängiges Arbeiten [Interview]

(Foto: Marcus Meurer)

Felicia Hargarten und Marcus Meurer reisen als Digitale Nomaden rund um den Globus und haben unter anderem schon in Belize, Guatemala, auf den Philippinen und Bali gearbeitet. Im t3n-Interview erzählen die Veranstalter von Deutschlands erster Konferenz für Digitale Nomaden von ihrem Leben und ihrer ortsunabhängigen Arbeit.

Digitale Nomaden im Interview

Marcus Meurer  von Force MMitveranstalter der Digitale-Nomaden-Konferenz, ist als „Lifestyle Designer“ und digitaler Unternehmer tätig. Felicia Hargarten  ist Online-PR- und Social-Media-Expertin aus Berlin, die mittlerweile rund 36 Länder mit dem Rucksack bereist hat. Viele ihrer Erfahrungen macht sie auf dem auch für angehende digitale Nomaden geeigneten Reiseblog Travelicia  öffentlich. Wir haben die beiden auf ihrer Konferenz in Berlin getroffen und mit ihnen geredet, über das Leben unterwegs, ihre Werkzeuge und Erfahrungen.

Felicia Hargarten und Marcus Meurer arbeiten als Digitale Nomaden ortsunabhängig. (Bild: Marcus Meurer)
Felicia Hargarten und Marcus Meurer arbeiten als Digitale Nomaden ortsunabhängig. (Bild: Marcus Meurer)

t3n.de: Womit bestreitet ihr euren Lebensunterhalt?

Felicia Hargarten: Wir beraten Unternehmen im Online-Marketing und Business-Development. Daneben haben wir mehrere Webseiten, die wir mit Affiliate-Marketing monetarisieren.

t3n.de: Marcus, wann und wie hast Du zum ersten mal vom Begriff „Digitaler Nomade“ gehört?

Marcus Meurer: Ehrlich gesagt weiß ich das gar nicht mehr so genau. Das erste mal habe ich mich mit dem Thema im Herbst 2012 beschäftigt. Ende des Jahres 2012 habe ich dann meinen Job gekündigt.

t3n.de: Aus welchen Gründen hast Du Dich dafür entschieden, dieses Modell zu fahren?

Marcus Meurer: Der Lifestyle eines Digitalen Nomaden gibt mir die Freiheit, selbstbestimmt und ortsunabhängig zu arbeiten. Ich kann meine Leidenschaften ausleben und die persönliche Lernkurve ist extrem steil.

t3n.de: Wie hast Du Dich initial auf Dein Nomadentum vorbereitet und was waren die größten Anfangsschwierigkeiten?

Marcus Meurer: Ich habe mich nicht wirklich auf den neuen Lifestyle vorbereitet. Ich habe gekündigt und bin dann ein halbes Jahr nach Asien gereist. Dort habe ich dann auch direkt die ersten Projekte gestartet. Durch meine Tätigkeit in großen Online-Unternehmen hatte ich bereits die nötigen Fähigkeiten erlernt, um schnell zu starten.

Arbeitsplatz mit Ausblick – für Digitale Nomaden keine Seltenheit. Bild: Marcus Meurer
Arbeitsplatz mit Ausblick – für Digitale Nomaden keine Seltenheit. Bild: Marcus Meurer

t3n.de: Ganz ohne Wurzeln geht es ja wahrscheinlich auch nicht … Wo befindet sich eure Basis und warum hast Du Dich für diese entschieden?

Felicia Hargarten: Unsere Homebase ist Berlin weil hier die Power und der Spirit sind die wir für unseren Lifestyle brauchen. Berlin ist weltoffen, kreativ, hat den Entrepreneur Spirit und hier trifft man auf viele Gleichgesinnte.

t3n.de: Wie sieht ein typischer Tag bei euch aus?

Marcus Meurer: Als Digitaler Nomade hat man selten einen festgelegten Tagesablauf. Bei Kundenkontakt ist mehr Planung erforderlich als wenn man an eigenen Online-Projekten arbeitet.

Felicia Hargarten bei der Arbeit. (Bild: Marcus Meurer)
Felicia Hargarten bei der Arbeit. (Bild: Marcus Meurer)

t3n.de: Was sind die größten Herausforderungen und Probleme im Alltag?

Felicia Hargarten: Wir haben die typischen Herausforderungen eines Selbstständigen zu bewältigen: Fokus und Produktivität. Eine große Herausforderungen unterwegs kann außerdem die Suche nach stabilem Internet sein.

t3n.de: Welche Aspekte schätzt ihr am meisten am Dasein als digitaler Nomade?

Marcus Meurer: Die Freiheit zu bestimmen, wann und wohin man reist, um von dort zu arbeiten. Man sieht viel von der Welt und erweitert seinen persönlichen Horizont. Ausserdem lernt man weltweit andere interessante Solopreneure kennen.

t3n.de: Welche Tools und welche Hardware sind unerlässlich für Deine Arbeit und Deinen Lifestyle, Marcus?

Marcus Meurer: Ich arbeite mit meinem MacBook Air und iPhone. Die Tools Dropbox, Google Drive, Skype, FastBill und Dropscan sind für meine Arbeit essenziell.

t3n.de: Was war der schönste Ort oder Dein tollstes Erlebnis innerhalb der vergangenen zwölf Monate?

Marcus Meurer: Ich war in den letzten zwölf Monaten viel in der Welt unterwegs. Allerdings sollte man als Digitaler Nomade eher langsam reisen, um die nötige technische Infrastruktur aufbauen zu können. Der schönste Ort war für mich El Nido, auf Palawan, Philippinen gewesen. Das beeindruckendste Erlebnis war das Tauchen mit mehreren Walhaien auf den Philippinen. Am nachhaltigsten beeindruckt hat mich das freundliche Wesen der Menschen in Guatemala.

t3n.de: Welche Tipps würdet ihr jemandem geben, der seinen 9-to-5-Job an den Nagel hängen will?

Marcus Meurer: Fang HEUTE mit den ersten Schritten auf dem Weg in Dein neues Leben an. Verbinde Dich mit Menschen, die den Lifestyle bereits leben oder auch anstreben. Eigne Dir die nötigen Skills an und fang schon heute damit an!

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Arbeitsplatz mit Ausblick – für Digitale Nomaden keine Seltenheit. Bild: Marcus Meurer
Arbeitsplatz mit Ausblick – für Digitale Nomaden keine Seltenheit. Bild: Marcus Meurer

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t3n.de: Lass uns abschließend auf die Digitale Nomaden Konferenz DNX eingehen. Welche Gründe haben euch bewogen, eine Veranstaltung für Digitale Nomaden ins Leben zu rufen?

Felicia Hargarten: Unser Arbeitsmodell erzeugt viel Aufmerksamkeit und Interesse. Wir sind gut in der Szene vernetzt und daraus ist die Idee entstanden, alle Experten an einem Ort zu versammeln. Dass die DNX so ein krasser Erfolg wird haben wir nie erwartet. Die Veranstaltung war innerhalb von drei Tagen ausverkauft und wir haben den Ticketverkauf von einer kleinen Insel in Belize aus gestartet.

t3n.de: Was erhofft ihr euch persönlich von der Veranstaltung und an wen wendet ihr euch mit der DNX?

Marcus Meurer: Wir möchten Menschen motivieren ihre Träume zu leben, die Welt zu bereisen und zeigen, dass und wie es geht. Die DNX ist eine perfekte Austauschplattform für jeden angehende und fortgeschrittene Nomaden: vom Einsteiger, der den Tritt in den Hintern braucht, bis hin zum Profi.

t3n.de: Wie häufig soll die Konferenz in Zukunft stattfinden und sind auch internationale Veranstaltungsorte geplant? 

Marcus Meure: Nach dem wahnsinnigen Erfolg der ersten DNX im Mai wird es am 04. Oktober die 2. DNX geben. Die Anmeldung dafür ist bereits jetzt möglich. In Zukunft soll die DNX einmal im Jahr stattfinden. Internationale DNX-Orte sind bisher nicht geplant, aber man weiss ja nie was noch kommt...

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11 Reaktionen
cephei
cephei

@Tim
Hab ich denn was anderes behauptet?

Es ist mir natürlich klar, dass es in den nachbarländern um Thailand wesentlich schwerer ist, an ein Visum ranszukommen, das wollte ich nie abstreiten. Ich wollte nur sagen, dass es für Thailand verhältnismässig einfach zu organisieren ist.

>Dies ist aber nicht wie in Deutschland mit einer Gewerbeanmeldung für 20 Euro getan.
Es gibt in Thailand 3 Geschäftsformen. Die "Einzelfirma" gibts in Thailand auch. Man bezahlt für die Anmeldung wie gesagt 500 Bahr, was etwa 15 Euro sind, wenn ich mich nicht täusche. Das Problem dabei ist, dass sie von einem Thai angemeldet werden muss.

>Die größte Hürde auf dem normalen Weg sind die VIER thailändischen Mitarbeiter
Ich will jetzt nicht behaupten dass du damit falsch liegst, aber soweit ich weiss, ist in Thailand die höchste Geschäftsform die Co.Ltd und die braucht 3 Mitarbeiter. Bei allen Geschäften in Thailand ist Voraussetzung, dass 51% der Firma in Thailändischen Besitz sind.

Ich kann verstehen, dass viele hier Schwarz sehen, aber so eine grosse Sache ist das meiner Meinung nach nicht.

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Tim
Tim

Tja, dann muss ich doch noch einmal etwas dazu schreiben: In den Nachbarländern Thailands ist es zur Zeit sehr schwer ein von cephei genanntes Arbeitsvisum zu erhalten. Und selbst wenn man dort ein sog. Non Immigration B Visum erhalten kann, DARF man damit NICHT arbeiten. Um zu arbeiten, benötigt man eine Arbeitserlaubnis, die man dann zusammen mit einem Arbeitgeber beantragen muss. Oder man macht sich selbständig. Dies ist aber nicht wie in Deutschland mit einer Gewerbeanmeldung für 20 Euro getan. Die größte Hürde auf dem normalen Weg sind die VIER thailändischen Mitarbeiter, die man für eine eigene Arbeitserlaubnis als Ausländer benötigt.
Noch einmal: Ich wünschte mir, Thailand würde verstehen, dass man von einer Vereinfachung dieser Regeln profitieren kann.

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cephei
cephei

Nun ich kenne genug die ein Arbeitvisum für Thailand haben. Ist jeweils für 3 Monate gültig und der Aufwand ein Arbeitsvisum zu beschaffen ist der:
Visarun Agentur anrufen, dich abholen lassen, 8h im Bus über die Grenze. Visum beantragen, übernachten, 8h zurück. Kostet 1500 Baht. Ist legal.

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Tim
Tim

@cephei: Ich möchte hier keinen Visum/Arbeitserlaubnis Thread eröffnen, aber ich kann dir garantieren, dass es nicht so einfach ist, legal in z.B. Thailand zu arbeiten. Und gerade seit ein paar Tagen ist dieses Thema in Thailand wieder in aller Munde.
Um das klar zu sagen: Ich denke, die Länder dieser Welt sollten sich auf das "ortsunabhängige Arbeiten" einstellen und entsprechende Visa und Arbeitserlaubnisse anbieten und so davon profitieren (Steuern, KnowHow Transfer). Aber das wird leider nicht passieren.
Ich habe mich nur gewundert, warum doch einige "digitale Nomaden" mit ihrem vollem Namen im Internet von ihren Tätigkeiten in anderen Ländern sprechen.

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no-nomad-no-cry
no-nomad-no-cry

Ich stimme Holger und Karsten voll und ganz zu. "Wackelig" und "schön lügen" trifft es gut.

Die DNX ist doch eine reine Motivationsveranstaltung. Die Präsentierenden finden alles GEIL und sagen zu allem FUCK. Wer eine solche Veranstaltung trotzdem ein 2. Mal ausverkauft bekommt: Respekt. Alle die dafür bezahlen: Mitleid.

Warum Berichte über Digitale Nomaden (immer die gleichen Namen fallen hier) und die DNX (ebenfalls dieselben Namen) nun bei spiegel und t3n so gehyped werden verstehe ich absolut nicht.

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Daniel Kolb
Daniel Kolb

Denke es ist umso wichtiger sich für diesen Lebensstil ein passives Einkommen zu schaffen. Wer sein Lebensunterhalt primär mit dem Verkauf von Themes/Plugins/Apps/Software bestreitet, die global vertrieben werden und dementsprechend auch hierüber weltweit Kunden für Auftragsarbeiten generiert, dürfte egal von wo aus er arbeitet relativ gut abgesichert sein. Gerade in Ländern mit geringeren Lebenshaltungskosten und Steuersätzen kann dann sogar erheblich mehr übrig bleiben als in der Heimat.

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Karsten Peters
Karsten Peters

@holger: sehe ich offen gesagt genau so. Als digitaler "Lebenskünstler" mit wackligem Internet Projekte zu handeln oder gar Deadlines zu halten, scheint mir knifflig zu sein.

Wer das alles gut hinkriegt - Hut ab! Aber dafür braucht man entsprechende Kunden bzw. Auftraggeber. Und die sind nach meiner rund 20-jährigem Erfahrung im Biz rar gesät.

Professionelle Verlässlichkeit live aus Sri Lanka? Damit können nur die wenigsten Auftraggeber um ...

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cephei
cephei

@Tim
Du arbeitest ja nicht für eine Firma in Thailand und somit ist es nicht nötig (bzw. unmöglich) ein Arbeitsvisum für diesen Fall zu bekommen. Wenn du für eine thailändische Firma arbeiten oder selbständig in Thailand ein Geschft aufbauen willst brauchst du das Arbeitsvisum. Ist aber auch nicht sehr schwer zu organisieren.
Das "One-man-business" wäre in Thailand auch recht einfach: Kostet 500 Baht und muss von einem Thai registriert werden. Die Firma läuft zwar nicht auf deinen namen, aber was kümmern dich die 15 Euro?

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Tim
Tim

Ich finde die Grundidee eines digitalen Nomaden sehr gut und teilweise lebe/arbeite ich auch so.
Insofern wünsche ich jedem, der sich dafür entscheidet, nur das Beste.
Was mich allerdings dabei immer wundert, ist, dass niemals das Thema "Arbeitserlaubnis" fällt oder ignoriert wird.
In Thailand z.B. ist dies zur Zeit wieder ein großes Thema und als One-(Wo)Man-Business mit normalen finanziellen Möglichkeiten ist es kaum möglich eine Arbeitserlaubnis zu erhalten.

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holger
holger

Wann immer mir Berichte über das ach so tolle Nomadendasein im Lauf der Jahre begegnet sind kristalisierten sich zwei Muster heraus:

1. Die Sorte, die sich ihr Nomadendasein hart an oder unter der Armutsgrenze schönlügen, meist an irgendeinem Punkt im Leben dazu gezwungen waren und das jetzt als Selbstschutz und passende Rechtfertigung vor sich selbst, der gesellschaftlichen Erwartung und natürlich potentiellen Auftraggebern als Livestyle verkaufen.

2. Leute, die ihr eigenes Produkt sind, also irgendetwas machen im Bereich Digitale Nomaden - Beratungsjobs, Blogs, Konferenzen, Whatever - also das klassiche thematische Perpetuum Mobile, das vor 20 Jahren die ganze Tschaka-Berater umsetzen, so, wie in diesem Fall. Kann man machen, ist aber wenig nachahmungsfähig oder gar nachhaltig - "Schaut her, digitales Nomadensein ist toll, ich zeuge Euch für 1000€, warum!" ist ... Ähhh ... Nunja :)

Zwischen diesen beiden Varianten scheint wenig Raum für 'echten' Livestyle.

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Daniel Kolb
Daniel Kolb

Der Artikel kommt mir doch irgendwie bekannt vor :-). Aber trotzdem sehr interessantes Thema und vielen Dank für die Einblicke. Denke dieser Lifestyle könnte für immer mehr Menschen zu einer relevanten Alternative zum herkömmlichen Konzern-Idealbild werden. In wie fern das Wirtschaft und damit auch Politik noch passen würde, wenn digitale Normaden eines Tages keine Randerscheinung mehr wären, steht leider auf einem anderen Blatt :-(.

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