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„Kein WLAN ist noch harmlos“: 10 fiese Stolperfallen für Digitale Nomaden – und wie du sie vermeidest

    „Kein WLAN ist noch harmlos“: 10 fiese Stolperfallen für Digitale Nomaden – und wie du sie vermeidest

(Foto: © JazzIRT - iStock.com)

Kein WLAN, das PayPal-Konto gesperrt oder die Einreise verweigert: So unbeschwert das Leben für Digitale Nomaden auf dem Papier erscheint, Probleme müssen auch sie bewältigen. Welche das sind und wie man sich vor bösen Überraschungen schützen kann, erzählt Marcus Meurer, der als Digitaler Nomade mehr als 20 Länder in drei Jahren bereist hat.

Wenn Digitale Nomaden über ihren Lebensstil berichten, klingt das in den meisten Fällen nach einer perfekten Traumwelt. Als Unternehmer oder Freelancer kommen sie an die schönsten Orte der Welt, sitzen mit einem Cocktail am Strand und verdienen ihr Geld ausschließlich online. Doch natürlich ist das nur die halbe Wahrheit. Wer ortsunabhängig und mit oft nicht mehr als einem Laptop unter dem Arm arbeitet, hat mit vielen Herausforderungen zu kämpfen, die Zeit, Energie und wichtige Motivation rauben können.

Darauf müssen Digitale Nomaden vorbereitet sein

Als Digitaler Nomade habe ich in den letzten drei Jahren mehr als 20 Ländern bereist und dabei Dinge erlebt, die man mit etwas Vorbereitung vermeiden kann.

1. Kreditkarte wird eingezogen

kreditkarte
Tipp für Digitale Nomaden: Immer zwei Kreditkarten zur Hand haben. (Foto: © svort – Fotolia.com)

Auf der Karibikinsel Caye Caulker in Belize wurde meine Kreditkarte eingezogen. Es ist deshalb empfehlenswert, immer mindestens zwei Kreditkarten im Portemonnaie zu haben, um seine Reise nicht vorzeitig abbrechen zu müssen. Im Idealfall hat man sowohl eine Visa-Karte als auch ein Mastercard zur Hand. Und: Wer lange unterwegs ist, sollte sich unbedingt eine Kreditkarte holen, bei der die Geldabhebungen im Ausland kostenlos sind.

2. PayPal-Konto wird gesperrt

Als ich in Myanmar unterwegs war und von unterwegs Flüge auf die Philippinen gebucht habe, wurde mein PayPal-Konto gesperrt. Der Grund: Myanmar und Kuba standen bis vor kurzem auf der Blacklist von US-Unternehmen. Durch aktuelle Stromabrechnungen aus Berlin musste ich nachweisen, dass ich nicht in Myanmar, sondern amtlich in Deutschland wohne. Erst nach der Prüfung wurde mein Konto wieder entsperrt. Das heißt: Wer als Digitaler Nomade unterwegs ist, sollte wichtige Dokumente immer in der Cloud sichern, um im Notfall von überall darauf zugreifen zu können. Der Gefahr eines gesperrten Online-Kontos kann sich entziehen, wer ein VPN-Netzwerk betreibt, das über einen deutschen Server läuft.

3. Technisches Zubehör gibt den Geist auf

cable laptop
Wenn technische Zubehörteile oder Ladekabel den Geist aufgeben, sollte stets Ersatz parat sein. (Foto: © Budimir Jevtic – Fotolia.com)

In Taganga, einem Fischerdorf an der Karibik-Küste von Kolumbien, hat das Ladekabel meiner Freundin seinen Dienst versagt. Ohne Strom keine Arbeit am MacBook – das heißt: keine Einnahmen. Im nächstgrößeren Ort waren wir acht Stunden in der Hitze unterwegs und haben erfolglos sämtliche Straßenhändler, kleine Elektroläden und Malls abgeklappert. Zum Glück war ein lokaler Ladenbesitzer bereit, sein privates gebrauchtes Kabel zu verkaufen. Ich reise als Digitaler Nomade nur in warme Regionen mit viel Sonne, Strand und Meer. Dort sind die technischen Geräte extremen Bedingungen ausgesetzt. Tipp: nicht am falschen Ende sparen und auf Qualität setzen.

4. Einreise wird verweigert

Um in die Philippinen einreisen zu dürfen, musste ich ein gültiges Ausreiseticket vorweisen. Wer ortsunabhängig arbeitet, hat jedoch nicht immer einen Plan, welches Land man als nächstes bereist. Wie löst man dieses Problem? Ich habe vor der Einreise in die Philippinen den Transfer von Manila nach Kuala Lumpur gebucht, um ein Ticket vorweisen zu können. Allerdings bin ich dann von Kuala Lumpur direkt weiter nach Bali geflogen. Auch bei der Einreise in Länder wie Thailand oder Indonesien kann es vorkommen, dass ein gültiges Ausreiseticket vorgezeigt werden muss. Um flexibel zu bleiben, buchst du am besten ein Ticket zur Ausreise, das günstig auf einen beliebigen Termin umgebucht werden kann.

5. WLAN funktioniert nicht

Auf das WLAN in Cafés sollten sich Digitale Nomaden nie verlassen. Deshalb: Immer Prepaid-SIM mit Datentarif besorgen. Direkt am Flughafen. (Foto: Flickr-Jim Pennucci / CC-BY-2.0)
Auf das WLAN in Cafés sollten sich Digitale Nomaden nie verlassen. Deshalb: Immer Prepaid-SIM mit Datentarif besorgen. Direkt am Flughafen. (Foto: Flickr-Jim Pennucci / CC-BY-2.0)

Es gibt nur eine Sache, die noch schlimmer ist, als kein WLAN: langsames WLAN. Ich musste deshalb schon einige Skype-Gespräche mit Kunden und Geschäftspartnern in Deutschland verschieben, weil das Internet nicht mitgespielt hat. Deshalb: nie auf das WLAN in Straßencafés verlassen, sondern als erste Handlung nach der Einreise in ein neues Land eine Prepaid-SIM-Karte mit Datentarif besorgen. Zusatztipp: Falls du auf einem Flug oder auf dem Boot kein Internet haben solltest, lade vorher spannende Podcasts auf dein Smartphone, schreibe mit einem Offline-Tool wie Scrivener Texte oder lies spannende Artikel, die du vorher in Reader-Apps wie zum Beispiel Pocket gespeichert hast.

6. Zu große Zeitverschiebung

Digitale Nomaden müssen sich ihren Wecker auch mal mitten in der Nacht stellen, wenn sie in einer anderen Zeitzone arbeiten – beispielsweise, um ein Skype-Gespräch um halb vier morgens zu führen. Ich bin gerade in Südamerika unterwegs und sechs Stunden hinter der deutschen Zeit. Die meisten Digitalen Nomaden sind lieber in einer Zeitzone vor der Zeit ihrer Geschäftspartner. Asien ist beispielsweise sechs Stunden voraus.

7. Die Abwicklung der Post in Deutschland

post
Dienste wie Dropscan wickeln in der Heimat die persönliche Post ab. (Foto: © Avantgarde – Fotolia.com)

Bei unserem ersten Trip nach Asien haben wir einen Nachsendeauftrag bei der Deutschen Post zu den Eltern meiner Freundin eingerichtet. Wenn Post angekommen ist, haben sie den Umschlag abfotografiert und uns per Mail geschickt. Wir haben dann entschieden, ob das wichtige Post ist und geöffnet werden muss oder Zeit, hat bis wir wieder in Berlin sind. Inzwischen gibt es Dienste wie Dropscan, die Briefpost scannen und online zum Abruf zur Verfügung stellen. Doch Vorsicht: Nicht jeder Brief wird von der Deutschen Post weitergeleitet. Post vom Finanzamt sollte man per Vollmacht direkt an seinen Steuerberater schicken lassen. Post von den Behörden wird auch nicht weitergeleitet und sollte von einer Person vor Ort in Deutschland gescannt werden.

8. Mangelnde Produktivität

Zwei der größten Herausforderungen als Digitaler Nomade sind Fokus und Produktivität. Wer viel unterwegs ist kann viel erleben. In den ersten Monaten habe ich viel unternommen und bin relativ schnell von Ort zu Ort gereist. Hinter jeder Ecke gab es eine spannende neue Welt zu entdecken. Wenn man ständig so reist, verliert man jedoch den Fokus und das eigene Geschäft aus den Augen.

Um produktiv zu bleiben, ist es sehr hilfreich, tägliche Routinen einzuführen. Nach dem Frühstück meditiere ich, mache Sport und erledige dann die wichtigste Aufgabe des Tages, die ich schon am Vorabend rausgesucht habe. Startet man ohne Ablenkung durch E-Mail oder Social Media in die wichtigste Aufgabe des Tages, hat man das Maximum an Energie, Willenskraft und Fokus. Ist der wichtigste Task erledigt, lassen sich die restlichen Aufgaben des Tages deutlich entspannter angehen. Übrigens: Zur Planung und Einhaltung täglicher Routinen hilft die App Coach.me, beim Fokus hilft das Tool SelfControl, das bestimmte Websites, die einen ablenken, auf die Blacklist setzt.

9. Fehlender Austauch mit anderen Digitalen Nomaden

Auch der Austausch mit Gleichgesinnten darf nicht zu kurz kommen. (Foto: t3n)
Auch der Austausch mit Gleichgesinnten darf nicht zu kurz kommen. (Foto: t3n)

Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass Digitale Nomaden einen Backpacking-Trip oder eine Weltreise machen. Trotzdem werde ich immer wieder unterwegs angesprochen: „Wie lange arbeitest du denn noch?“ „Du Armer, musst ja ständig am Computer sitzen!“ „Wie genau verdienst du denn dein Geld, ich will auch so viel reisen wie du.“ Man muss sich und den Lifestyle immer wieder aufs Neue erklären.

Cooler ist es, mit anderen Digitalen Nomaden in Hotspots wie Chiang Mai, Medellin oder Bali über Geschäftsideen zu sprechen. Digitale Nomaden findest du auch immer öfter in Coworking-Spaces. Die gibt es mittlerweile auch am Strand wie zum Beispiel das Surf Office auf Gran Canaria oder das Kohub auf Koh Lanta, Thailand. Es gibt eine sehr aktive Facebook-Gruppe für Digitale Nomaden und Mastermind-Gruppen, denen man sich anschließen kann. Auch die Digital-Nomad-Chat-Plattform #nomad und das Digital-Nomad-Forum werden immer größer. Wer auf der ersten Konferenz für Digitale Nomaden, der DNX in Berlin, am Start ist, kann sich direkt vor Ort mit anderen Digitalen Nomaden und Interessierten austauschen und connecten.

10. Sport und Ernährung

Ich treibe schon immer sehr viel Sport und ernähre mich nach dem Low-Carb-Prinzip. Bei den ersten Trips als Digitaler Nomade war es eine echte Herausforderung, diese Ernährungsprinzipien und Sportgewohnheiten auch unterwegs beizubehalten. Mittlerweile reise ich immer mit meinem TRX-Band, schließe mich lokalen CrossFit-Boxen an und trainiere täglich mit der Seven-Minute-App. In einem neuen Ort angekommen, weiß ich mittlerweile auch immer schnell, wo ich mageres Geflügel, Fisch und Gemüse finde. Wenn ich in eine Unterkunft suche, achte ich darauf, dass es eine Küche zum Kochen gibt.

Du merkst: Digitale Nomaden haben als Selbstständige und Reisende einige Herausforderungen zu bewältigen. Jede neue Herausforderung ist aber gleichzeitig auch eine Erfahrung, die dir keiner mehr nehmen kann. Du wächst daran. Für mich ist die Kombination aus Unternehmer und Digitaler Nomade die Zukunft und ich finde es unglaublich aufregend, ein Teil dieser Bewegung zu sein. Die Lernkurve und das persönliche Wachstum als Digitaler Nomade ist extrem hoch: You travel, you learn!

Über den Autor

marcus-meurer-foto.digitale_nomadenMarcus Meurer ist Gründer der DNX – Digitale Nomaden Konferenz. Mit der DNX bringt er die Bewegung der Digitalen Nomaden nach Deutschland und veranstaltet 2015 erstmals auch eine internationale DNX-GLOBAL-Konferenz. Er ist Ansprechpartner für alle Fragen rund um den Lifestyle der Digitalen Nomaden. Auf seinem Podcast LIFE HACKZ gibt Marcus Tipps für ein gesünderes und entspannteres Leben. Marcus ist auf Facebook, Twitter und G+ zu finden.

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