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Digitalisierung als Arbeitskiller? Studie sieht nur wenige Berufe durch Roboter verschwinden

Digitalisierung als Arbeitskiller? Studie sieht nur wenige Berufe durch Roboter verschwinden

Die gilt gemeinhin als ernste Gefährdung für eine Vielzahl an Berufen. Eine räumt jetzt mit diesen Befürchtungen auf. Demnach arbeiten nur 0,4 Prozent der deutschen Beschäftigten in Berufen, die komplett verschwinden könnten.

Digitalisierung als Arbeitskiller? Studie sieht nur wenige Berufe durch Roboter verschwinden

Roboter. (Bild: Shutterstock / josefkubes)

Digitalisierung: Nur wenige Berufe vor dem totalen Aus

Die fortschreitende Automatisierung und Digitalisierung hat mittlerweile viele Arbeitsbereiche erreicht, sogar Zeitungsartikel können schon komplett von Maschinen erstellt werden. Das weckt natürlich Befürchtungen. Einer US-Studie aus dem Jahr 2013 zufolge könnte fast die Hälfte der Beschäftigten in den USA in den nächsten zehn bis 20 Jahren durch computergesteuerte Maschinen ersetzt werden. Eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat jetzt aber ergeben, dass – zumindest in Deutschland – nur sehr wenige Berufe aufgrund der Digitalisierung verschwinden werden.

Digitalisierung: Substituierbarkeitspotenzial nach Berufsgruppen. (Grafik: IAB)
Digitalisierung: Substituierbarkeitspotenzial nach Berufsgruppen. (Grafik: IAB)

Nur 0,4 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten arbeiten laut den Studienergebnissen in Berufen, die durch Computertechnologie und Automatisierung komplett verschwinden könnten. Bei 15 Prozent der Beschäftigten besteht demnach das Risiko, dass innerhalb ihres Berufs mehr als 70 Prozent der Tätigkeiten durch Computer übernommen werden.

Hohe Qualifikation senkt Risiko für Digitalisierung der Tätigkeit

Ein höheres Risiko, also Automatisierungs- beziehungsweise Substituierbarkeitspotenzial, sehen die Studienautorinnen Katharina Dengler und Britta Matthes aber nicht nur für sogenannte Helferberufe, sondern auch für Fachkraftberufe. Berufe, für die man eine Meister- oder Technikerqualifikation brauche, oder für die ein Hochschulstudium erforderlich sei, haben dagegen ein geringeres Risiko, dass entsprechende Tätigkeiten durch Computer ersetzt werden können.

Die Forscherinnen weisen zudem darauf hin, dass die Digitalisierung auch zu einem Beschäftigungsaufbau führen könnte. Schließlich müssen die Computer und entwickelt, gebaut, gesteuert und gewartet werden. Umbrüche innerhalb der Berufe seien aber zu erwarten. Daher gilt: „Um das Wissen und Können auf dem neuesten technologischen Stand zu halten, wird (Weiter-)Bildung immer wichtiger – nicht nur für Geringqualifizierte, sondern auch für Fachkräfte“, wie die Forscherinnen schreiben.

via www.iab.de

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3 Antworten
  1. von marcel_w78 am 15.12.2015 (16:58 Uhr)

    Ich zitiere mal: Daher gilt: „Um das Wissen und Können auf dem neuesten technologischen Stand zu halten, wird (Weiter-)Bildung immer wichtiger – nicht nur für Geringqualifizierte, sondern auch für Fachkräfte“

    Und genau das ist dass Problem welches irgendwie nicht berücksichtigt wird. Ich habe bis jetzt noch keinen Artikel gelesen oder Feedbacks aus Arbeitskreisen bekommen, die sich mit Industrie 4.0 beschäftigen, welches Szenario entwickelt wird um ausfallende Arbeitskräfte aufzufangen. Sei es mit Weiterbildung oder anderen sozialen Maßnahmen. Da bekommt man das Gefühl, das sich an dieser Stelle auf Vater Staat verlassen wird. Und wo das endet merken wir ja seit es ALG2 gibt.

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  2. von Effizienz am 15.12.2015 (21:06 Uhr)

    RoboCars machen die meisten Fahrer überflüssig.

    Was überall in der Presse fehlt ist ja: Man hat 100 Arbeiter, 70% der Arbeit ist automatisierbar, also sind 70 Jobs überflüssig und es bleiben nur 30 Jobs übrig. Was also fehlt und jeder USA-Mann (bis auf Al Bundy) also Sport-Wetter sofort berechnen würde wäre also die Prozente mit der Zahl der Jobs multiplizieren um zu sehen welche Jobs wie viel auf der Straße landen werden...
    Wäre ich Journalist würde ich bei Arbeitsministern, Regierung, Parteien und natürlich Gewerkschaften mal danach fragen... In ein paar Jahren sieht man dann an den Antworten wem man die Zukunft besser mal nicht anvertraut hätte...

    Wem helfen denn SAP und M$ ? Der Gewerkschaft ? Vielen Arbeitern ? Dem mittleren Management (Stromberg und seinen Freunden) oder dem Kleinaktionär und KMU-Eigentümer und kleinen Kunden ? Na also...

    Der asiatische KMU spart wo er kann und aufgrund der Bevölkerungsdichte sprechen sich FUNKTIONIERENDE Optimierungen schnell herum während woanders Abmahnungen, Softwarepatente, Gebühren und Mandate und natürlich Holdingketten-Förderung viel wichtiger sind als die Führerscheinstelle oder Ausländer-Amt (da müssen alle Ausländer wohl regelmäßig ihre Aufenthalt verlängern! geht doch mal dorthin und erkennt die IT-Arbitrage durch elektronische Formulare...) digital im Speed zu verdoppeln und Fehler(also Zusatzkosten...) zu verringern... .

    Der ct'-Artikel ist also immer wichtiger als Background-Vorhersage im Gedächtnis zu halten:
    http://t3n.de/news/it-gehaelter-2015-entwickler-597308/#comment-179327

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  3. von joerg.gastmann am 22.12.2015 (22:25 Uhr)

    Die Autorinnen der "Studie" gehen offenbar von ihrem eigenen Kenntnisstand des Themas aus - und der ist offensichtlich gering. Die Frage ist zunächst einmal nicht, ob Jobs durch Automation ersetzt werden, sondern wann. Bei den Möglichkeiten der Technik geht es immer nur aufwärts. Bei den Kosten geht es immer nur abwärts. Daraus folgt das Problem, dass Technologien bei den Kosten mit menschlichen Arbeitskräften konkurrieren und dadurch Druck auf die Einkommen ausüben. Kurz gesagt: Maschinen machen menschlichen Arbeit billig wie Dreck. Dementsprechend rutscht auch die Mittelschicht ab.

    Wer behauptet, die technische Entwicklung schaffe mehr Arbeitsplätze als sie vernichtet, hat nicht begriffen, dass die Grundlage der Entscheidung für technische Investitionen so gut wie immer die Kostensenkung ist. Arbeit wegzurationalisieren ist der Hauptzweck der Automation.

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