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Digitale Wirtschaft

Jedes fünfte Unternehmen bangt um seine Existenz: Ist die Digitalisierung eine Gefahr für die Wirtschaft?

    Jedes fünfte Unternehmen bangt um seine Existenz: Ist die Digitalisierung eine Gefahr für die Wirtschaft?

Digitalisierung: eine Gefahr für deutsche Unternehmen? (Foto: Shutterstock / Monkey Business Images)

Was vom einen als Segen angesehen wird, schürt an anderer Stelle Ängste um die eigene Existenz. Zum Start der CeBIT, die unter dem Motto „digital economy“ steht, hat der Branchenverband Bitkom eine Studie mit 500 Unternehmen durchgeführt. Sie gibt Aufschluss über den Stand der Digitalisierung in deutschen Unternehmen.

Die Digitalisierung ist überall

Die Schlagwörter Cloud-Computing, Big Data und Internet of Things sind allgegenwärtig. Die Digitalisierung ist längst Bestandteil von Wirtschaft und Gesellschaft geworden – Dienste und Produkte werden digitalisiert und halten Einzug in alle Bereiche unseres Lebens. Auch von politischer Seite ist dieser Effekt gewünscht. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagt: „Alles, was digitalisiert werden kann, wird digitalisiert“ – ein eindeutiges Statement. Verständlich – geht es doch um die Konkurrenzfähigkeit der deutschen Wirtschaft.

Eine Frage, die dabei selten gestellt wird: Können alle Unternehmen die mit der Digitalisierung verbundenen Hürden überwinden oder bleiben einige auf der Strecke? Wie stehen die deutschen Unternehmen zur Digitalisierung und wie gehen sie damit um?

Die Studie der Bitkom

„»d!conomy« Die nächste Stufe der Digitalisierung“: Wie sehen deutsche Unternehmen die Digitalisierung? (Screenshot: bitkom.org)
„»d!conomy« Die nächste Stufe der Digitalisierung“: Wie sehen deutsche Unternehmen die Digitalisierung? (Screenshot: bitkom.org)

Die Bitkom hat im Rahmen der Studie „‚d!conomy‘ Die nächste Stufe der Digitalisierung“ Geschäftsführer, CEOs und Vorstände von 500 deutschen Unternehmen ab einer Größe von 20 Mitarbeitern befragt. Dabei ging es zum einen um die Bedeutung der Digitalisierung im Vergleich zu anderen alltäglichen Herausforderungen und um die Folgen der Digitalisierung und die dadurch bedingt Veränderung der Märkte zum anderen. Was sind die Chancen, Risiken und wie sehen die Forderungen an die Politik aus?

Wie stehen die Unternehmen zur Digitalisierung?

Die Ergebnisse fallen zwar tendenziell positiv aus, jedoch lassen sich auch eindeutige Bedenken herauslesen. So stehen zwar 73 Prozent der befragten Unternehmen der Digitalisierung offen gegenüber, schaut man sich jedoch die Verteilung nach Unternehmensgröße an, verschiebt sich das Bild. Bei den Unternehmen mit 20 bis 29 Mitarbeitern sind nur noch 56 Prozent aufgeschlossen gegenüber der Digitalisierung, bei Unternehmen jenseits der 500 Mitarbeiter-Marke sind es dagegen 88 Prozent.

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Auf die Frage „Sehen sie die Digitalisierung eher als Chance oder eher als Risiko für Ihr Unternehmen?“ antworteten alle Unternehmen tendenziell positiv. Auch hier waren es allerdings die kleinen Unternehmen mit 20 bis 49 Mitarbeitern, die der Digitalisierung mit 21 Prozent am kritischsten gegenüber stehen. Besonders der Handel und die Dienstleister haben Angst, durch neu auf den Markt strebende Wettbewerber verdrängt zu werden.

Auch die generelle Belastung, die mit der Digitalisierung einhergeht, schürt Ängste. So haben laut der Studie 34 Prozent der Unternehmen Probleme, mit der Entwicklung Schritt zu halten und die neuen Herausforderungen zu bewältigen. Jedes fünfte Unternehmen bangt sogar um seine Existenz.

Die kleineren Unternehmen sind deutlich skeptischer, was die Chancen der Digitalisierung angeht. (Screenshot: bitkom.org)
Die kleineren Unternehmen sind deutlich skeptischer, was die Chancen der Digitalisierung angeht. (Screenshot: bitkom.org)

Welche Anforderungen stellt die Digitalisierung an Unternehmen?

Welche Veränderungen sind nötig, um auf die neuen Bedingung zu reagieren? Hier geben 55 Prozent der Befragten an, dass sich ihr Geschäftsmodell geändert hat, um auch weiterhin erfolgreich sein zu können. Ein Unternehmen, dass sich nicht den wirtschaftlichen Gegebenheiten anpasst, scheitert früher oder später. Besonders die wachsende Konkurrenz durch Internetanbieter macht etablierten Unternehmen zu schaffen. So sagen 25 Prozent der Befragten, dass die Unternehmen, die frühzeitig auf den Digitalisierungs-Zug aufgesprungen sind, heute erfolgreicher sind. Was aber, wenn eine Anpassung an die Anforderungen der Digtialisierung zu großen Aufwand mit sich bringt? Wie schon erwähnt, haben viele Unternehmen Probleme mit der Adaption – kommen sogar in existenzbedrohende Situationen. Hier muss man sagen, dass dies schon immer wirtschaftliche Realität war. Wo heute im Zuge der Digitalisierung Unternehmen zugrunde gehen, galt es im 19. Jahrhundert die Industrialisierung zu bewältigen – Geschichte wiederholt sich.

Das Prinzip des Online-Handels ist nicht mehr neu und auch nicht die Tatsache, dass er eine starke – manchmal übermächtige – Konkurrenz zum stationären Handel bildet. So wundert es niemanden, dass 88 Prozent der Befragten in der Internetwirtschaft eine Bedrohung für die Jobs im traditionellen Handel sehen. 96 Prozent der Umfrageteilnehmer sehen voraus, dass viele dieser traditionellen Händler über kurz oder lang ganz vom Markt verschwinden. Glaubt man 33 Prozent der Befragten, so führt das zu einer Gefährdung der wirtschaftlichen Stellung der deutschen Industrie auf dem Weltmarkt.

Wie reagieren die Unternehmen heute, um den Anforderungen der Digitalisierung gerecht zu werden? Der Großteil der Unternehmen (82 Prozent) setzt auf Mitarbeiter-Schulung auf dem Gebiet digitaler Technologien, um mit dem Wandel Schritt zu halten. Zusätzlich schließen die Unternehmen allerdings auch Partnerschaften mit IT- und Internet-Unternehmen (61 Prozent) oder sogar mit Wettbewerbern (18 Prozent) um den steigenden Anforderungen Herr zu werden. Die Studie zeigt jedoch, dass nur 39 Prozent der Unternehmen eine zentrale Digitalstrategie besitzen. Bei 24 Prozent der Befragten gibt es nur in Unternehmensteilen eine Strategie zur Digitalisierung, 27 Prozent der Befragten besitzen gar keine. Diese Tatsache kann einen Unternehmens-Zusammenschluss als Problemlösung sehr schnell ad absurdum führen, denn zwei kopflose Hühner finden das Korn wahrscheinlich auch nicht schneller als eins allein.

Die Politik in der Pflicht

Eine deutliche Ansage an die Verantwortlichen: Stärkere Förderung der Digitalisierung absolut erwünscht. (Screenshot: bitkom.org)
Eine deutliche Ansage an die Verantwortlichen: Stärkere Förderung der Digitalisierung absolut erwünscht. (Screenshot: bitkom.org)

Zu dieser Frage ist die Antwort eindeutig. Laut 64 Prozent der Befragten sollte die deutsche Politik die Digitalisierung stärker fördern, nur 4 Prozent sind dafür die Digitalisierung zu bremsen. Der Staat sollte also stärker in die Pflicht genommen werden. Natürlich kann die Politik keine wirtschaftlich erfolgreichen Unternehmen erschaffen, er kann jedoch den Nährboden dafür zur Verfügung stellen – was auch den kleinen Unternehmen eine Chance einräumt.

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Bereiche wie Bildung, Infrastruktur und Finanzierung sind nur drei Bereiche in denen der Staat Voraussetzungen schaffen kann, die Unternehmen den Start und später den Alltag erleichtern. Bisher gibt es einfach zu viele Hürden. Nehmen wir einmal den Papier-Krieg für aufstrebende und innovative Startups oder den doch eher schleichenden Netzausbau – Faktoren, die der Staat durchaus beeinflussen kann und die nicht unerheblich sind für das digitale Zeitalter.

Fazit

Die deutschen Unternehmen und auch die Verantwortlichen stecken im Zwiespalt zwischen der Gefährdung einzelner Unternehmen und internationalem Leistungsdruck. Die Digitalisierung ist ohnehin nicht zu stoppen und wenn Deutschland weiter international mitreden will, ist das auch kein erstrebenswertes Ziel. Der staatliche Umgang mit der Digitalisierung ist allerdings weiterhin ausbaufähig – es sei denn, man möchte die Kleinen opfern.

via www.bitkom.org

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4 Reaktionen
Grundgehalt
Grundgehalt

In der aktuellen ct ist ein zwei-seitiger Artikel zur Ersetzung von Arbeit.
Da ist auch eine kleine Tabelle. Förster und Rechtsanwälte haben geringe Automatisierungs-Wahrscheinlichkeit. Kassierer hatten 98% oder so. Software-Entwickler/Informatiker lagen bei 49%. Eine Tabelle mit 700 Jobs und deren Wahrscheinlichkeiten gibts auch online.

Es gibt vielleicht auch neue Jobs. Mal sehen ob und wo. Ein Grundgehalt wäre wohl besser.

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Gordian Hense

Die Personalkosten machen in allen Unternehmen einen sehr grossen Teil aller Kosten aus. Die Rationalisierung und Automatisierung ist deshalb am stärksten darauf ausgerichtet diese Personalkosten zu senken. Also, Personal ab zu schaffen. Die Digitalisierung ist dafür eine Schlüsseltechnologie. Denn je mehr sie für die Rationalisierung und Automatisierung eingesetzt werden kann und diese verbessert, um so mehr kann man an den Personalkosten sparen. Die digitale Wirtschaft will Geld verdienen und für die Rationalisierung und Automatisierung geben die Unternehmen gern viel Geld aus. Denn es ist immer noch billiger dort "einmal" zu investieren und dann nur noch wenige laufende Kosten zu haben, anstatt jeden Monat Geld an Personal zu zahlen. Also richtet sich die digitale Wirtschaft nach den Wünschen ihrer Auftraggeber aus und schafft Lösungen für die Rationalisierung und Automatisierung.

Die Gesellschaft muss sich nun, nach rund hundert Jahren Industrialisierung, fragen ob sie den Mensch noch als Konsument braucht und wenn ja, woher soll er dann das Geld bekommen um die Produkte zu kaufen? Wenn seine Einnahmequelle systematisch dezimiert wird.

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Claudia
Claudia

da bekommt der Ausspruch "Handwerk hat goldenen Boden" wieder eine ganz neue Sichtweise. Ein Dachdecker muss immer noch auf das Dach klettern etc., ein GWI wird weiterhin in der Schei...rumrühren, um Verstopfungen zu beheben usw. ;-) ein BGE ist die Antwort auf die Zukunft von Morgen

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Gute Software ist selten gefragt
Gute Software ist selten gefragt

Viele Manager (die sogenannte "Lehmschicht") wollen keine gute Software. Das würde sie selber weg-optimieren wie es in den USA hoffentlich längst stattgefunden hat.

Ihr habt doch hier einen Artikel über Requirements-Engineering. Die Realität der Kunden-Interessen wäre in diesem Artikel-Kontext mal berichtenswert. Wieso optimiert die Gewerkschaft nicht Software zur Arbeitserleichterung ?

Schlechte überteuerte Software ist das Hauptrisiko für Kunden.

Software könnte das Leben einfacher und bequemer machen. Ob das Konjunctivus potenzialis oder irrealis ist, kann jeder ITler hier an seinen Konkurrenten und Sub-Unternehmern erkennen.

Wie viele der Apps auf Eurem Handy oder SmartTV oder Tablett sind gut, flutschen einfach und tun was sie sollen ? Wie viele sind Schrott und Ihr Geld nicht wert ? Na also.

Früher gabs ehrliches Handwerk. Heute laufen ständig Schrott-Immobilien-Sendungen im TV. Römische Bauwerke stehen seit 2000 Jahren. 60er/70er-Jahre-Brücken werden abgerissen. Neue-Bundesländer-Betonbauwerke müssen wegen Baumängeln auch übearbeitet werden. Und Römer und Chinesische Mauer-Bauer die hatten keine micro-nano-pico-femto-atto-meter-genauen Messgeräte sondern mussten die aus Steinen oder toten Tieren selber basteln.

Software sieht man nicht sondern nur das Verhalten irgendwo anders z.b. am Monitor, auf der anderen Erd-Seite im Browser,... usw. . Also ist Kontrolle noch viel schwerer und stark von Moral und Ehrlichkeit abhängig. Das glorreiche Ergebnis von Informatik-Diplomen und Doktor-Titeln sehen wir ständig an Sicherheitslücken und Software die nicht funktioniert und uns (wie Sober, Sasser usw.) gigantischge Geld-Mengen kostet.

Wer Gewerbesteuer zahlt kriegt das IHK-Magazin. Da sieht man die Insolvenzen und die dank Bitkom digital optimierte Qualität der deutschen Wirtschaft. Tausende Gemeinden warten immer noch auf den Ausbau.

Manche größten deutsche IT-Anbieter basieren auf Banken-Software. Wieso kann ich meine Papier-Rechnungen nicht am Handy-Online-Banking meiner Bank bezahlen ? Stattdessen macht Paypal aktuell Werbung gegen die 22-stelligen IBAN-Nummern.

IngDiba erlaubt wohl seit neuestem den Kunden Rechnungen fotografieren zu lassen weil Bitkom oder deutsche Großbanken oder IHKs bis heute keine QR-Codes definiert haben mit denen jede Firma die Kontonummern und Beträge von Rechnungen bequemst ins Online-Banking einlesen kann. US-Schecks haben längst QR-Codes und können mit der Handy-Kamera eingelöst werden.
Und Steuergelder, Subventionen, Milliarden-Aufträge braucht man für sowas nicht und auch kein einziges Gesetz. M$ hat seine Standards (z.B. JScript glaube ich) bei der ECMA hinterlegt wo man sie kostenlos abrufen kann. ISO hingegen kostet Geld.

Erfolg basiert auf Qualität.

Und die Kleinen wurden schon immer geopfert. Und wer Milliarden-Exits hat, kann ja wohl aus der Portokasse seine komplette Gemeinde ausbauen statt teure Immobilien zu bezahlen.

Dank TTIP gelten hier bald US-Patente und US-Regeln. Das ist einer der Gründe für die wenigen erfolgreichen Startups: Prohibitive Strafen und Gebühren verhindern Verbesserung durch Fortschritt. Und in USA ist es auch nicht besser:
http://www.golem.de/news/patentstreitigkeiten-mit-uniloc-x-plane-entwickler-bittet-um-spenden-1209-94602.html
http://www.golem.de/news/in-app-purchase-patent-lodsys-traut-sich-nicht-vor-geschworene-gegen-kaspersky-1310-101951.html

Studiert besser Jura. Der Fachkräftemangel ist wohl vorbei wie die Kommentare zu
t3n.de/news/it-fachkraefte-unternehmen-590267/
nahe legen.

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