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Disconnect: 2.000 Websites vom Browser-Tracking ausschließen

    Disconnect: 2.000 Websites vom Browser-Tracking ausschließen

Das Surfverhalten von Nutzern im Web ist für Werbetreibende ein sehr interessantes Datenpaket, das sie nur zu gerne für ihr Targeting nutzen. Das Browser-Plugin Disconnect spuckt ihnen dabei aber kräftig in die Suppe, denn damit lassen sich über 2.000 Tracking-Firmen blockieren.

Disconnect: Erfahre, wer dich im Web verfolgt

Tracking ist wohl eine der umstrittensten Methoden der Informationsgewinnung im Web. Eingesetzt wird sie vor allem für das Targeting von Werbeanzeigen. Je mehr eine Werbeplattform über die Interessen und Surfgewohnheiten einer Person weiß, um so zielgerichteter können Werbeanzeigen auf weiteren Webseiten platziert werden. Diese „Retargeting“ genannte Methode erkennt man beispielsweise, wenn man sich Produkte in einem Webshop angesehen hat und diese oder ähnliche Artikel dann anschließend in den dynamisch angezeigten Werbebannern auf völlig anderen Webseiten angezeigt bekommt.

Mit dem Browser-Plugin lassen sich über 2.000 datensammelnde Tracking-Dienste blockieren.
Mit dem Browser-Plugin Disconnect lassen sich über 2.000 datensammelnde Tracking-Dienste blockieren.

Wer das nicht möchte, sollte sich das Browser-Plugin Disconnect vom gleichnamigen Startup anschauen. Damit lassen sich über 2.000 Tracking-Dienste sichtbar machen, die ansonsten unbehelligt im Hintergrund bleiben und fleißig Daten der Surfer sammeln und auswerten. Mit Disconnect lassen sich – wie der Name schon aussagt – diese Tracker auch gleich blockieren, so dass keine Daten mehr gesammelt werden können.

Zwar gibt es zum Beispiel beim Firefox auch die Do-Not-Track-Option, mit der einer Webseite vom Browser mitgeteilt wird, dass das Sammeln von Daten nicht erwünscht ist, doch eine rechtliche Bindung gibt es dafür nicht. In der Praxis ist die DNT-Methode also eher ein stumpfes Schwert. Disconnect geht hier deutlich weiter und sperrt Tracker einfach aus. Natürlich kann man einzelnen Trackern auch den Kontakt erlauben.

Disconnect 2 macht Surfen schneller und sicherer

Als positive Nebenwirkung beschleunigt Disconnect 2 auch noch das Laden von Webseiten. Nach eigenen Angaben werden Webseiten um bis zu 27 Prozent schneller geladen, weil Ad-Tracker, Social Widgets und andere Seitenelemente nicht mehr geladen werden. Das spart Ladezeit und Bandbreite.

Zudem sorgt das Plugin, das seit 2010 unter anderem von dem Ex-Googler Brian Kennish entwickelt wird, für mehr Sicherheit beim Surfen im WLAN, indem der Datenaustausch verschlüsselt wird.

Disconnect 2 gibt es aktuell für Chrome und Firefox, Safari-Nutzer können derzeit nur Disconnect 1 nutzen. Das Plugin lässt sich kostenlos herunterladen und installieren. Finanzieren will sich das Startup über die Pay-what-you-want-Methode – der Nutzer entscheidet also selbst, was ihm das Plugin wert ist. Einen Teil der Einnahmen will Disconnect für wohltätige Zwecke spenden – wie hoch der Charity-Anteil ist, entscheidet ebenfalls der Nutzer.

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6 Reaktionen
roland.wiegmann
roland.wiegmann

Retargeting ist bedeutend mehr als nur ein bißchen Werbe-Einblendungen am Rand einer Webseite, die als notwendiges Übel (... von irgendwas müssen die Ärmsten ja leben ...) in Kauf genommen und bewußtseinsmäßig weggeblendet wird.
Schön, daß einem nur die Produkte eingeblendet werden, die einen wirklich interessieren? Und wenn ich mich schon entschieden habe (vielleicht auch, nicht zu kaufen) und trotzdem noch tagelang von Anbietern dieser Produkte verfolgt werde? Was ist, wenn ich für meine Oma nach Herzmedikamenten recherchiert habe und anschließend nur teurere Angebote für Krankenkassen-Zusatzversicherungen erhalte? Was ist, wenn Mac-User bei Kauf- (oder Hotel-) Recherchen grundsätzlich höhere Preise genannt bekommen?
Man stelle sich das umfassende Nutzerprofil vor: Ich recherchiere die meisten meiner Einkäufe bei Preisvergleichs-Portalen und kaufe meistens die billigsten Produkte. Womöglich recherchiere ich als Jurist auch noch häufig auf http://www.gegen-hartz.de! Wie lange habe ich noch eine gute Benotung bei der SchuFa? Ob Handy-Kauf oder neuer Mietvertrag - die SchuFa-Auskunft ist heute Standard.
Ist Retargeting immer noch kein Problem?
Ich habe jedenfalls einen großen Hinweis auf diesen Artikel in meinem Blogartikel "Das Targeting-System; Datenmächtiges Online-Marketing gegen mittelständische Datenabstinenzler?" als Trackback aufgenommen (http://4you-solutions.de/onlinemarketing-blog/allgemein/2012/09/11/das-targeting-system-datenmaechtige-gegen-datenabstinenzler)

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marlan
marlan

Ich finde retargeting eigentlich eine ganz gute Werbeform, da werden einem wenigstens Produkte angezeigt, die einen auch interessieren.
Funktioniert natürlich nur für bestimmte Produkte.

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Martin V
Martin V

Ehrlich gesagt habe ich lieber etwas Werbung in der rechten Spalte, anstatt bald nur noch von einer Paywall zur nächsten zu surfen. Die walls kann man zwar mit etwas gefrickel deaktivieren, aber das wird auf Dauer sicher mehr nerven als die paar Banner.

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dersgue
dersgue

Und dann in ein paar Jahren jämmerlich weinen, weil die letzten kostenlosen Angebote aus dem Netz verschwunden sind und Informationen nur noch gegen Bares verfügbar sind - dann gerne Werbefrei. Würden manche Leute einfach mal ein wenig mitdenken...

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Goggeli
Goggeli

Weil sie dann nicht mehr journalistisch unabhängig wären?
Weil sowieso irgendjemand darüber berichtet, und wenn sie die ersten sind, wissen ihre Leser, dass t3n unabhängiger und schneller berichtet, als andere, die das vielleicht nicht tun?
Weil alle größeren amerikanischen Magazine schon darüber berichtet haben?

Und wird nicht sogar AdBlockPlus von Werbetreibenden unterstützt?

Danke t3n, dass ihr so unabhängig darüber berichtet :) ich seh mir das jetzt mal an.

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Seolectrix
Seolectrix

Es ist nicht alles schlecht. Willkürliche Werbeeinblendungen, die mich thematisch nicht interessieren sind noch schlimmer. Letztendlich geht es doch darum dem User den für ihn am besten passenden Inhalt darzustellen. Aber genau wegen solcher Plugins gibt es individuelle Codebehind-Trackings. ;-)

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