von , 23.03.2010

Diskussion: Sind AdBlocker ein Schnorrer-Tool oder „Notwehr“?

Aus den USA schwappt derzeit eine Diskussion nach Deutschland: Sind Nutzer von AdBlockern miese Schnorrer, die im Netz alles kostenlos haben wollen, aber zugleich keine Werbung als Finanzierung der Inhalten akzeptieren? Oder ist es das gute Recht jedes Users, Werbung auszublenden - so wie man am Fernseher in der Werbepause umschaltet oder rausgeht? Für die Betreiber von News-Websites sind AdBlocker jedenfalls ein wachsendes Problem, denn Werbung wird oftmals über die Zahl der Einblendungen abgerechnet.

Fakt ist: Websites wie t3n.de generieren den größten Teil ihrer Einnahmen heutzutage aus der „Display-Werbung“. Banner, Button, Rectangle, Skyscraper heißen die grafischen Werbemittel, die an verschiedenen Stellen zu sehen sind. Abgerechnet werden sie in der Regel pro tausend „Kontakten“, sprich: Für tausend Einblendungen bezahlt der Werbekunde einen bestimmten Betrag. Haben nun viele Nutzer einen Werbeblocker aktiviert, wird weniger Werbung ausgeliefert und der Website entgehen die Einnahmen.

Zugleich sind die wenigsten Internetnutzer bereit, für Inhalte zu bezahlen. Wie aus diesem Artikel bei Spiegel Online hervorgeht, sind die Deutschen Websurfer dabei sogar weltweit spitze: Nirgends wird so oft ein Werbeblocker eingesetzt und nirgends sind die Nutzer weniger bereit, etwas zu bezahlen. Aber auch in den USA sieht es nicht wesentlich besser aus.

Wie aber soll ein Medien-Unternehmen den Aufwand für seine Website jemals refinanzieren, wenn die Nutzer keine Werbung akzeptieren, aber zugleich alles kostenlos haben wollen?

adblockplus screen
AdBlock Plus für Firefox ist der am meisten genutzte AdBlocker

Die Macher der amerikanischen Newsseite Ars Technica ließen sich angesichts dieses Dilemmas für einige Stunden zu einem radikalen Experiment hinreißen: Wer die Seite mit aktiviertem AdBlocker besuchte, bekam keinerlei Inhalte mehr angezeigt. Die Empörung der Nutzer war groß und Ars Technica beeilte sich, die Hintergründe zu erklären.

Klar ist, dass so manche Werbeformen den Nutzern gehörig auf die Nerven gehen können und manch einer einen AdBlocker geradezu als „Notwehr“ gegenüber zu viel Reklame ansieht. Und klar ist auch, dass in einer idealen Welt alles werbefrei und kostenlos wäre. Allerdings leben wir dummerweise nicht in einer Star-Trek-Gesellschaft, in der das Geld abgeschafft ist.

Hier bei t3n.de experimentieren wir ja bekanntlich neben der klassischen Online-Werbung zugleich mit anderen Formaten wie den Sponsored Posts. Zu unserer großen Freude wurde das bislang von unseren Lesern gut angenommen. Trotzdem gilt auch für uns noch immer: Einnahmequelle Nr.1 sind derzeit Button, Banner, Skyscraper & Co.

Auf t3n Fragen haben wir dazu eine Diskussion angestoßen: Nutzt Ihr einen AdBlocker und warum? Über weitere Rückmeldungen dazu würden wir uns freuen.

Und natürlich freuen wir uns über jeden Nutzer, dem t3n.de so gut gefällt, dass er seinen AdBlocker auf unseren Seiten abschaltet.

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36 Antworten

  1. von Dennis Morhardt 23.03.2010 (13:18Uhr) 1.

    Ich persönlich würde ohne Adblocker schon garnicht mehr surfen. Manch eine Seite übertreibt schon arg mit Werbung und es stört den normalen Lesefluss. Jedoch würde mich nicht als Schnorrer bezeichen, denn ich würde ja für mein lokales Blatt gerne monatlich was bezahlen, wenn ich die Inhalte auch passend zusammengestellt sind (anstatt einer unbequemen PDF-Datei). Nur gibt es dieses Angebot nicht. Auch für andere Dienste wäre ich bereit zu zahlen, solange es auch was Exklusives oder Bequem-zu-Lesen gibt.

    Aber das grundsätzliche Blocken aller Werbeformen ist falsch. Was bei mir angekommt sind einfache aber dennoch einprägtsame Werbeformen, wie Textwerbung und zwar z.B. Sponsored Posts aber auch als 140-Textzeiler zwischen zwei Absätze. Die Werbung muss nur klug integriet sein, damit sie beim mir wirkt und durch den Adblocker kommt ;-).

    Was ich auch sehr angenehm als Werbung empfinde (und daher aus meiner Adblock-Filterliste draußen ist) sind diese "Banner + 140-Texter" in vielen Blogsidebars. Diese Werbenetzwerk sind gerade in englischsprachigen Design- und Technikblogs beliebt. Ein liebloser Blinki-Blinki-Banner hat es einfach verdient weg geblockt zu werden.

  2. von Asto 23.03.2010 (13:35Uhr) 2.

    Ein sehr interessanter Gedanke. Aber ich musste mir einen Adblocker erst anschaffen, nachdem es so maßlos übertrieben wurde mit den ganzen Werbe-Maßnahmen. Ein Banner hier, ein Banner da stört mich absolut nicht, aber wenn es überall blinkt, bin ich es Leid. Einerseits kann man das dann natürlich als schnorren ansehen, andererseits ist es eben auch die beschriebene 'Notwehr'

    Ich erlaube allerdings Werbung auf Seiten, die ich oft und gerne besuche und wo die Werbung nicht extra stört, daher ist es bei mir lediglich Notwehr

  3. von christian 23.03.2010 (13:44Uhr) 3.

    AdBlocker ist reine Notwehr im Werbedschungel von Blinkbannern und/oder dämlichen Soundgeräuschen innerhalb der Werbebanner.

    Höhepunkt dieser Werbekrankheiten waren/sind ohne Zweifel die Werbeblöcke, die eine ganze Seite überdecken und den Rechner einfrieren.

    Es tut mir leid zu sagen, aber ohne AdBlocker kann ich niemanden den Weg ins Netz empfehlen!

  4. von glueckskind 23.03.2010 (13:52Uhr) 4.

    Diese dauernde Fallunterscheidung finde ich fürchterlich. Die Frage ist doch bin ich bereit Werbung zu akzeptieren ja oder nein! Ihr geht doch auch nicht ins Restaurant und bezahlt nachher nur für die Zutaten und rechnet den Rest raus.

    Macht euch mal Gedanken warum viele High-Tech Produkte mittlerweile immer erst später in Deutschland starten. Der Deutsche Markt ist einfach nicht so lukrativ wie andere. Als weitere Konsequenz werden Produkte hier zu höheren Preisen angeboten um an die Gewinne zu kommen.

    Ich fand die Aktion von Ars Technica gut um endlich die Diskussion anzustoßen. Bewegen wird es sicherlich nichts, dafür ist die Umsonst-Mentalität bereits zu sehr in den Köpfen eingebrannt. Wenn das Angebot aber nach und nach immer weiter zurückgeht, wissen wir wenigstens woran es lag.

  5. von John Bark 23.03.2010 (13:54Uhr) 5.

    Ich klicke nicht auf Werbung. Nie. Mir kann man nicht irgendwas andrehen, nur weil es zum Inhalt passt oder meine Bedürfnisse anspricht. Wozu soll ich mir die Werbebanner anschauen? Sie machen die Seite langsamer, sie verbrauchen Ressourcen (siehe Flash) und manchmal drängen sie sich so auf, dass man brechen könnte. Kennt ihr die TV-Werbung, die während eines Spielfilms eingeblendet wird? Ich wechsle umgehend den Sender und verzichte auf den Film. Ja, genau: wenn sie mir das Gefühl geben, dass ich keine Kontrolle mehr über meinen Input habe, erleben die Werber meine Missgunst.

    Ich begrüße ein Ausblenden des Inhaltes, wenn die Werbung ausgeblendet wird. Ist mir den Inhalt es wert, die Werbung zu sehen? In vielen Fällen würde ich mich dafür entscheiden. Ich begrüße das Einblenden von Textwerbung im Textfluss des Artikels (das könnte man dann auch nicht mehr so leicht ausblenden).

    Aber so wie man die Verlagsbranche kennt, wird man bei der Politik vorstellig werden und verlangen, dass Adblocker per Gesetz verboten werden - schlussendlich manipulieren diese ein fremdes System und das ist bereits per Gesetz nicht erlaubt.

  6. von SysRun 23.03.2010 (14:03Uhr) 6.

    Ich habe garkein Problem mit Ads. Es gibt da aber sicherlich Ausnahmen:

    1. Flash-Banner & Banner mit Sounds. Nerft tierisch wenn man mal vergessen hat die Lautstärke runterzuregeln...
    2. Blinkende/Animierte GIFs
    3. Wenn eine Seite zu gefühlten 75% aus Ads besteht und man ersteinmal den Inhalt suchen muss!

  7. von domingos 23.03.2010 (14:15Uhr) 7.

    Ich kann hier mal für die Nutzer von Screenreadern und anderer Blindensoftware sprechen: das ist echte Notwehr. Früher brüllte auf einigen Seiten ein Video los, so dass man die Sprachausgabe nicht mehr verstehen konnte. Dann kann es passieren, dass einem AJAX und Flash die Tastaturkontrolle über die Website wegnehmen, dann muss man den Browser neu starten, um weiter surfen zu können. Gegen Werbung generell habe ich nichts, Bilder, Gif-Animationen, Banner, Textanzeigen sind ok. Und ich würde auch für Inhalte bezahlen, wenn es denn mal ein sichers Bezahlsystem gibt - bitte nicht Paypal. Das es ein solches System nicht gibt, ist sicher nicht meine Schuld, sondern die der Verlage.

  8. von stwienert 23.03.2010 (14:23Uhr) 8.

    Wenn ich mit meinem Android Phone Seiten wie heise (nicht die mobile Variante sondern auch gerne die Kommentare) oder auch t3n ansurfe (kein vernünftiges mobiles Design, oder mache ich was falsch?), dann braucht das ganze Außenrum, also Werbung, aber auch monströse Header/Footer/Sidebars einen unglaublichen Traffic, gemessen an der Größe des eigentlichen für mich interessanten Inhalts, dem Text. Dadurch verzögert sich die Seitenauslieferung meist sehr enorm.
    Darum warte ich eigentlich, dass bald der Fennec (Mit Addon Funktion für AdBlock...) erscheint... bis jetzt helfen leider nur eigene Proxys, denn auch in Zeiten von UMTS "Flatrates" gibt es eine Daumenschraube ab einer gewissen Trafficmenge...

    Ansonsten schließe ich mich #5 an: Ich ignoriere Werbung, wenn ich z.B. auf Arbeit gezwungenermaßen mit dem IE6 unterwegs bin, vollständig.

    Gegen eine dezente, dem eigentlichen Inhalt untergeordnete Darstellung, und damit auch eine Textdarstellung, hätte ich aber absolut nichts einzuwenden. (Google macht das recht angenehm)

  9. von Falk D. 23.03.2010 (15:09Uhr) 9.

    Ich sehe es gar nicht ein mich rechtfertigen zu müssen. Mit AdBlock Plus, NoScript, Refcontrol, BetterPrivacy und Stylish ist das Surfen besser und schneller als ohne. Wer zappt im Werbeblock den nicht weiter? (Ja. Die mit Timeshiftrecorder...)

    Falk D.

  10. von Martin 23.03.2010 (15:10Uhr) 10.

    Geile Aktion von Ars Technica. Dachte immer sowas wäre gar nicht machbar. Aber wenn das geht, sollten das eigentlich alle Werbungabhängige Seiten machen.

    Ich hatte noch nie einen Adblocker und fühlte mich noch nie von Werbung belästigt.

  11. von Uwe 23.03.2010 (17:18Uhr) 11.

    Die Diskussion ist leider eine nervige aber auch eine berechtigte.
    Ich nutze keinen Werbe-Blocker oder ähnliches und werde es auch nie tun. Nicht weil ich scharf auf Werbung bin, sondern weil ich informiert werden will.
    Das ganze Werbung-Problem in allen Medien ist nämlich schon ein Problem der Definition. Werbung ist für mich ganz klassisch eine Information für mich als Verbraucher. Ob ich draufklicke, sie mir anschaue oder nicht entscheide ich, wenn ich Werbung sehe.
    Ob Online oder TV, Print oder was weiß ich wo.
    Die ganze Disskussion ist mehr als verlogen in meinen Augen. Sobald sie aufkommt, rennen alle herum und gackern wie die Hühner denen ein Ei gestohlen wurde.
    Keiner dieser AdBlocker-User kann mir erzählen, dass er kein Privat-TV kuckt oder sich Tageszeitungen oder Print-Magazine verweigert, er nie ins Kino geht oder im Radio bei der Werbung ausschaltet.
    Auch die Schutzbehauptung man würde für Online-Medien doch bezahlen, wenn doch nur eine adäquate Möglichkeit dazu bestünde. Schwachsinn. Macht kaum jemand. Es kommen immer nur noch mejhr Ausreden. Warum wohl sind die meistgeladenen iPhone-Apps doch gratis? Warum überweist Ihr nicht einfach mal nen Zwanziger an t3n, Basic Thinking oder an den Blogger eures Vertrauens?
    André Vatter hat es auf BT neulich sehr treffend formuliert als dort das selbe Thema diskutiert wurde.
    90% der User im Netz sind schmarotzende Konsumenten die alles nur kostenlos geliefert bekommen wollen und nicht einmal dafür bereit sind, einen Werbebanner anzuschauen. Diese Gratis-Konsum-Kultur im Netz kotzt mich an.

    PS: Wer behauptet, mit AdBlocker diverser Coleur surfe er schneller durchs Netz hat meiner Ansicht nach keine Ahnung und hält an veralteter Technik fest.

  12. von Uwe 23.03.2010 (17:22Uhr) 12.

    Nachtrag: Warum hat eigentlich Kommentator Falk D. (nur als Beispiel, denn es werden noch einige AdBlock-User in den Kommentaren folgen, die ebenso Werbung hassen aber schalten) in seinem Blog ein Werbebanner? Doppelmoral? Thema nicht verstanden?

  13. von Johannes 23.03.2010 (17:35Uhr) 13.

    Ganz ehrlich, mich kotzt diese auch hier in den Kommentaren immer wieder durchscheinende Alles-Umsonst-Und-Werbefrei-Mentalität in zunehmendem Maße an. Viele (nicht alle!) Vertreter dieser Spezis legt zudem häufig ein ziemlich unflätiges Benehmen an den Tag, wenn Betreiber die Unverschämtheit besitzen, ihr Geschäftsmodell (und damit ihr wirtschaftliches Überleben) versuchen zu sichern - beobachtbar etwa in den Kommentarspalten bei Ars Technica oder jüngst auch bei Basic Thinking, als dort der RSS-Feed gekürzt wurde.

    Natürlich gibt es Ausnahmen (domingos beschreibt oben eine), aber im Großen und Ganzen handelt es sich - auch objektiv betrachtet - um asoziales Verhalten von Menschen, die dann auch noch als geschätzte Besucher hofiert zu werden erwarten. Wenn ich in 'ner Kneipe die Zeche prelle, erwarte ich doch auch nicht mit offenen Armen empfangen zu werden...

    Heute verbreitete Onlinewerbeformen sind natürlich recht aufdringlich (auch bedingt durch das gegenseitige Wettrüsten von Werbetreibenden und -verweigerern), aber ohne solch aufmerksamkeitsstarke Formate ließen sich General Interest Plattformen schlicht nicht finanzieren - mal von Paid Content abgesehen, aber da dürfte es nicht lange bis zur Verbreitung von Backdoors dauern. In eCommerce-tauglichen Nischen gibt es die Option zum Affilate Marketing; aber im Umfeld von Irak- oder Afghanistan-Berichterstattung lassen sich solcherlei Links natürlich nicht platzieren.

    Klar ist entsprechend auch schon, wer am lautesten aufheulen wird, wenn das freie Internet vor die Hunde geht. Die Geister, die man rief...


    Ciao
    Johannes

  14. von Dennis Morhardt 23.03.2010 (20:25Uhr) 14.

    Hab ich keine Argumente beleidige ich einfach die anderen. Schöne Arbeitsweise. Ich kann natürlich von mir sprechen, aber ich besitze ein ePaper-Abo meiner lokalen Zeitung, obwohl dieser PDF-Müll total unbequem ist, aber es ist exklusiver Content. Des weiteren beziehe ich die WELT Kompakt als ePaper, nicht weil die Inhalte exklusiv sind (sie sind sogar veraltet), aber in der Aufbereitenden Form werden sie wieder exklusiv.

    Das Beispiel "Basic Thinking" ist auch so ein Paradebeispiel von "Keine Ahnung, aber Hauptsache was gesagt". Dort haben sich die Macher beim Kauf ordentlich übernommen und machen nun die Leser verantwortlich weil es sich nicht refinanziert, denn der Content von "Basic Thinking" ist wortwörtlich Müll. Er ist Brei der noch mal durch den Fleischwolf gezogen wurde. Absolut kein Mehrwert für den Leser. Wieso dann Werbung akzeptieren?

    Zusätzlich kommt noch hinzu, dass Werbung nur funktioniert wenn die Konsumenten auch autonom sind darüber zu entscheiden, ob sie ihn überhaupt konsumieren möchten. Fernsehwerbung kann nicht weggeklickt werden, deshalb nutzt man diese als Pinkel- und Fresspause. "Wallpaper"-Werbung ist nervig, weil sie sich dem Benutzer aufdrängt. Sie wird nicht akzeptiert und daher die Konsequenz Adblocker. Gute Werbung ist wie es t3n.de mit den "Sponsored Posts" oder Blogwerk mit Textwerbung macht.

    Fazit: Werbung muss klug sein.

  15. von Johannes 23.03.2010 (21:41Uhr) 15.

    Hallo Dennis,

    "Zusätzlich kommt noch hinzu, dass Werbung nur funktioniert wenn die Konsumenten auch autonom sind darüber zu entscheiden, ob sie ihn überhaupt konsumieren möchten."

    Das ist schlicht Quatsch. Die angesprochene Fernsehwerbung wird von der (werberelevanten) Masse nicht vornehmlich in Küche, Bad oder auf einem anderen Kanal verbracht, sondern vielfach sehr wohl verfolgt. "Man" (branchenferner Anwender mit sprichwörtlicher Bauernschläue) sollte sich da vielleicht mal ein bisschen vom Gedanken lösen, es besser zu wissen als Marktforschungsunternehmen, Mediaagenturen und Entscheider in werbenden Unternehmen, die eben nicht kopflos mit Millionen um sich schmeissen.

    Das gleiche gilt für Online-Werbung: Es "wirkt", was Aufmerksamkeit erzeugt. Früher waren das Banner, heute ("dank" Werbemüdigkeit und daraus resultierender Reaktanz) eben Flash-Layer. Das mag' nicht gut für die Image-Werte in der Open-Source-Gemeinde sein, aber es ist eben doch hervorragendes Branding und in der Konsequenz verkaufsfördernd.

    Zum Thema Basic Thinking lautet deine Argumentation, wenn ich das richtig verstanden hab: "Werbung muss ich da nicht akzeptieren, weil die miesen Content produzieren, den ich aber trotzdem lese (sonst hätte ich ja nix zu akzeptieren)"? Hä?

    Whatever, zum Thema gibt's (mindestens) zwei Meinungen, da kommen wir nicht auf einen Nenner. Aber ich habe das recht, abgenervt zu sein von dieser Freibiermentalität. Und eine große Klappe darf man sich als Blogger ja immer erlauben, wird sogar erwartet ansich.

    Ciao
    Johannes

  16. von Mark Erhard 23.03.2010 (22:02Uhr) 16.

    So wie ich die Entwicklung des Webs erlebt habe, haben sich Techniken und deren Finanzierung immer von selbst reguliert und weiterentwicklet. Wer innovativ und schnell war, der hat davon profitiert.

    Wenn heute viele Unternehmen von der Werbung auf ihren Seiten abhängig sind, ist das noch lange kein Argument dafür, dass das auch so bleiben müsste. Wenn in einiger Zeit eben fast alle Nutzer des Webs mit Adblockern ausgestattet sind, werden die Angebote überleben, die es geschafft haben sich auf diesen Umstand einzustellen und sich trotzdem zu finanzieren bzw. eigenen Profit zu gewinnen.

    Ich würde sagen, wer das nicht schafft braucht auch nicht um Gnade betteln, denn die Entwicklung in der Nutzergemeinschaft hat noch nie Gnade mit Techniken oder Systemen gehabt, die überholt worden sind.

  17. von Dennis Morhardt 23.03.2010 (22:07Uhr) 17.

    Dann müsst du mir mal erklären, wieso via HD+ gewünscht wird, dass Fernsehzuschauer Werbung nicht "wegklicken" können, wenn sie sich doch sowieso freiwillig anschauen?

    Basic Thinking lese ich nicht, aber die meisten Benutzer empfinden deren Content als nicht exklusiv und überall auffindbar ("DPA-Content") und daher ist die Bereitschaft eine Gegenleistung zu erbringen (Werbung zu konsumieren) nicht sehr hoch. Die Beurteilung des Contents als "Müll" ist natürlich nur subjektiv.

    Ach, das Recht der Beleidigung wurde noch nicht eingeführt, auch nicht für Blogger ;-)

  18. von Dieter Petereit 23.03.2010 (23:05Uhr) 18.

    Wenn ich schon lese "Ob ich Werbung erlaube, entscheide ich" könnte ich meinen Lenovo vollkotzen. Wenn die Pizza Geld kostet, esse ich sie nicht mehr. Nur Gratispizza ist gute Pizza... Schwachsinnige vor. Zerstört endlich das Internet!

  19. von Hannes 23.03.2010 (23:09Uhr) 19.

    Kommt immer drauf an, auf welcher Seite ich mich befinde.

    Flashbanner, blinkende GIFs und sonstiges nerven einfach nur.
    Man kann auch anders werben!
    Und dann ist das ganze auch kein Problem für mich.

  20. von Dennis Morhardt 23.03.2010 (23:10Uhr) 20.

    Dann hoffe ich mal dass das dein Lenovo aushält...

  21. von Hannes 23.03.2010 (23:18Uhr) 21.

    Eine Studie wäre mal interessant, wie sich die Art der Werbung auf die Nutzung von Werbeblockern und die Einnahmen auswirken.

  22. von Falk D. 24.03.2010 (10:07Uhr) 22.

    @Uwe: Ich verstehe absolut nicht, wie sie aus dem Einsatz eines Adblockers UND eines Banners auf der eigenen Seite eine Doppelmoral oder mangelnde Kompetenz herleiten können und warum Sie eine persönliche Frage nicht persönlich per E-Mail stellen. (Impressum steht ja dran.)
    Ihrer Logik zufolge müsste ein Schüler, der Kataloge austrägt, also auch alle anderen Kataloge in seinem Briefkasten lesen. Ich finde das eine steile These und ohne Ihren Angriff mit einer billigen Retoure kontern zu wollen, frage ich mich ob sie das Netz wirklich verstanden haben.
    Ich überlasse es gänzlich dem Geschmack der einzelnen Besucher, ob sie Werbung sehen wollen oder nicht und habe in Beitrag v. 15.3. genau erklärt, wo ich die Grenzen für Werbung in meinen Blogs sehe. (Nebenbei: auch wenn ich den aktuellen Button über ein Affiliate-Netz schalte, dürfen Sie die Einbindung eher als Empfehlung, denn als bloße Werbung ansehen.)
    Ich käme auch nie auf die Idee, mit transparenten gifs, Z-Order- und OnMouseOver-Spielereien die Werbung vor Adblockern zu verstecken oder durch Metadetektion deren Benutzer auszusperren. Im Gegenteil: Ich wählte genau die Werbemittel aus, die von den meisten Werbeblockern erkannt werden, damit die Kompetenzhürde nicht allzu hoch liegt. Das Internet funktioniert durch Freiwilligkeit und Selbstbestimmung aller Akteure. Das schließt mit ein, dass man die meisten Entscheidungen dem Besucher überlässt.

  23. von Jörn 24.03.2010 (15:02Uhr) 23.

    Werbung muss ins Auge fallen, um wahrgenommen zu werden. Das heißt aber nicht, dass Werbung sich durch einen Faustschlag bemerkbar machen sollte. Ich habe den Eindruck, dass manche Werber noch nie etwas von Ergonomie gehört haben. Wenn eine Website freilich so überfrachtet ist mit Werbung, dass man mit aufwändigen Animationen auf sich aufmerksam machen muss... Außerdem ist die massive Verwendung von Javascript und, noch schlimmer, Adobe-Flash zu bemängeln. Javascript reißt mindestens ein riesiges Loch in die Privatsphäre, spätestens Flash erledigt das für die Sicherheit. Soll keiner sagen, dass es ohne nicht geht. Wer sind denn hier die Kreativen? Oder sehen sich die Werbefachleute nicht gerne gerade so, als Kreative? Dass Google so einen kometenhaften Aufstieg hatte, man versteht es immer wieder neu, wenn man sich mal die überfrachteten Werbeseiten der damaligen Konkurrenz-Suchmaschinen in Erinnerung ruft. Neue, maßvolle Werbeideen sind immer willkommen. Nervige Werbung wirkt sich bei mir bis hin zu chronischem Produkthass aus.

    Wenn ich im Web unterwegs bin, ist schon aus Sicherheitsgründen NoScript stets aktiv. Bei gelittenen Websites, die mich wirklich interessieren, klappe ich diesen Regenschirm schon mal zusammen. Und auf den NoScript-Entwicklerseiten ist mittlerweile sogar eine Diskussion im Gange, dass man all die Querverweise zu Werbedienstleistern gerne dediziert für eine Website freigeben können möchte.

    Aber langfristig würde ich kein Konzept darauf gründen, dass da ein Werbebrunnen sprudelt. Auf Dauer trägt nur Qualität. Und für Qualität finden sich ausreichend Finanziers. Ausreichend zumindest für ehrliche Anbieter - wer den Rachen nicht voll genug bekommen kann, hat schlechte Karten. Wer ein ehrliches Produkt anbietet - und mit seinem Produkt nicht gerade in eine Redundanzwolke vorstößt, der wird Abonnenten finden. Ich sage voraus, dass die Zukunft der Finanzierung durch Abonnenten genannte Kleinsponsoren gehört, die ein Blatt oder einen Sender oder eine Website für so wichtig halten, dass sie regelmäßig etwas dazuzugeben bereit sind. Und zwar NICHT für exklusven Zugriff, sondern nur dafür, dass das Angebot für alle Interessenten zugänglich bleibt. Stark renditeorientierte Unternehmen haben da natürlich schlechtere Karten. Aber das ist mir dann wirklich wurst.

  24. von JP 24.03.2010 (19:08Uhr) 24.

    Es ist ein Problem der Online-Marketing-Industrie, die mit dem klassischen Denken der Werbung Geld zu machen versucht und dabei vergessen, dass es nur noch nervt. Dies einzugestehen ist der erste Schritt.

    Der reine Fokus auf das Geld greift zu kurz. Denn die User sind nicht blöd, doch die hiesige Industrie will es noch immer glauben. Genau das ist der Grund, wieso es nichts besseres gibt. Sie sollen zuerst einmal ihre eigenen Haltungen und Sichtweisen überdenken, dann werden auch die Ideen kommen, die der User auch annimmt.

    Die klassische Philosophie der Wirtschaft hat ausgedient. Und die Online-Marketer das Cluetrain-Manifest noch nicht verstanden. Adblocker sind nichts anderes als eine Form des sinnvollen Protests!

    Solange man gegen den Menschen arbeitet, wird es Adblocker geben. Märkte sind Dialoge!

  25. von Wolf-Dieter 25.03.2010 (10:32Uhr) 25.

    Einfache Gegenfrage: wenn ich beim Privatsender in der Werbepause pinkeln gehe, bin ich dann ein Fernseh-Schnorrer?

    Mit dem Begriff "Schnorrer" im Zusammenhang mit Werbeblockern werden ganz schön die Verhältnisse auf den Kopf gestellt!

  26. von keiner 27.03.2010 (00:38Uhr) 26.

    Ich habe noch nie einen Ad-Blocker in Gebrauch gehabt.
    JavaScript ausgeschaltet reicht mir da völlig aus, da die meisten Ads heute ohne gar nicht mehr funktionieren(Ich schaue in deine Richtung AdSense).
    Sind doch Webung und/oder Banner zu sehen dann kann ich Aufgrund meiner Jahrelangen Weberfahrung locker drüber hinwegsehen(Bannerblindheit?).

  27. von gensfleisch 30.03.2010 (01:53Uhr) 27.

    Ich habe Adblock Plus standardmäßig aktiviert, wobei wenige Seiten ausgenommen sind. Hauptgrund für mich sind Animationen und PopUps, die sich über den Bildschirm legen oder den ganzen Rand einer Seite einnehmen. Ich würde ohne Adblocker diese Seiten nicht besuchen.
    Ich möchte mal einen Vergleich zu Printmedien ziehen. Ich finde ganzseitige oder 1/4 Seitige Anzeigen überhaupt nicht schlimm und würde diese sogar vermissen, vorausgesetzt sie weisen ein stimmiges Layout auf.
    Und hier liegt der Punkt bei Online-Werbung.
    Sie ist oft visuell zu laut und schrecklich aufdringlich.

    Mein Vorschlag: Statt die Zahl von Werbebannern zu erhöhen, sollten Verlage selbst Richtlinien für Anzeigen aufstellen. Statische Anzeigen innerhalb des Fließtextes lenken nicht vom Thema ab. Der Verzicht von agressiver Werbung würde den Verzicht des AdBlockers nach sich ziehen.

  28. von Torsten 30.03.2010 (14:20Uhr) 28.

    Die Frage, ob der Werbeblocker auf bestimmten Websites angeschaltet wird, ist irreführend. Denn die meiste Werbung wird über zentrale Adserver veröffentlicht - und die blockiere ich ggf, wenn sie zum Beispiel Flash-Werbung mit Tönen oder das Allseits beliebte "Sie sind der 100000. Kunde, Sie haben gewonnen!!"" einspielen.

    Die meisten Webseiten bleiben ungeschoren, sofern sie sich nicht mit dem übelsten Gesocks des Webs einlassen.

  29. von Mathias 31.03.2010 (12:03Uhr) 29.

    Ich nutze selber auch einen Werbeblocker, aber bei Seiten die ich oft und gerne Besuche (Handelsblatt ...) schalte ich für einzelne Seiten den Blocker aus bzw. nutze das Features (Deaktivieren auf xxx.xx). Sollte aber eine Seite die mir gefällt auf Popup oder nervige Layerwerbung setzen, dann blocke ich auch dort die Werbung.

  30. von t3n intern: Premium-Abo kommt, t3n.de ra… 01.04.2010 (10:15Uhr) 30.

    [...] Vor allem der Einsatz von AdBlockern unterhöhlt diese Versuche allerdings nachhaltig, wie wir hier bereits andiskutiert hatten. Die Einnahmen jedenfalls stehen in keinem Verhältnis zu der Arbeitszeit, die von unserer [...]

  31. von Onassis 03.04.2010 (20:06Uhr) 31.

    Ich benutze keinen AD-Blocker.
    Leben und leben lassen, genau wie im Artikel oben gesagt wurde.

    z.B. Die google Werbung hier auf der Seite wurde farbig so optimiert, das sie einem gar nicht mehr großartig auffällt.
    Das ist kein Ärgernis!
    Und wenn ein ARtikel gut war, dann klicke ich halt mal auf die Werbung - als DANKE SCHÖN !

    Schlimm ist es, wenn die Werbung den Inhalt der Webseite verdrängt und man nur noch genervt ist.
    Oder Werbung die Musik und Geräusche macht, das nervt auch!

    Ansonten bin ich pro Advertisement!

    Onassis

  32. von Geek 30.04.2010 (00:29Uhr) 32.

    Wer einen Adblocker benutzt hintergeht den Webseitenbetreiber. Dieser macht sich die Arbeit und invenstiert Geld. Wenn er Werbung schaltet hat er vor damit Geld zu verdienen. Wer einen Adblocker nutzt, der verhindert das und schnorrt sich so den Inhalt der Webseite kostenfrei an.

    Unverschämt, unmoralisch, unseriös und egoistisch ist sowas!

    Hier mein Artikel zum Thema: http://www.geeks-online.de/adblocker-machen-das-internet-kaput/

  33. von Webmaster-Umfrage: Wie verbreitet sind A… 16.08.2010 (12:52Uhr) 33.

    [...] dem Thema hatten wir uns bereits vor einiger Zeit beschäftigt und dazu auch eine eigene Umfrage gestartet. Weitere Aspekte in der Diskussion um die AdBlocker hat zudem Sebastian Lange in einem Gastartikel [...]

  34. von » Als Blogger eine Abmahnung erhal… 05.09.2011 (13:44Uhr) 34.

    [...] hitzige Diskussionen darüber, ob die Arbeit eines Bloggers überhaupt etwas wert ist. Stichwort AdBlocker. Aber allgemein ist das Bloggen doch etwas Tolles. Man kann seine eigene Meinung äußern, sich im [...]

  35. von Adblock Plus: „Akzeptable Werbung“ z… 06.12.2011 (15:04Uhr) 35.

    [...] Diskussion: Sind Adblocker ein Schnorrer-Tool oder „Notwehr“? [...]

  36. von Anonymous 27.12.2011 (00:29Uhr) 36.

    Scheiss Artikel
    Es wird gefragt, ob ihr den AdBlick benutzt
    ausgewertet heist es: ich habe nichts gegen Internet Werbung oder die Verleumdung ich bin ein Schnorrer
    Was ist das fuer eine Verarsche

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