Diskussion
Was haltet Ihr von Werbetweets? Abstimmung inklusive

Jan Tißler, 23.11.2009 - 13:15 | 13 Kommentare |
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In den USA kocht gerade die Diskussion rund um Werbetweets hoch. Die zentrale Frage: Ist es okay, Werbebotschaften an seine Follower einzustreuen oder ist das ein absolutes Ausschlusskriterium? Gerade im englischsprachigen Bereich gibt es Twitterer mit zehntausenden, hunderttausenden und noch mehr Followern, die natürlich für die werbetreibende Wirtschaft interessant sind. Andererseits sind Twitter-Nachrichten oft etwas sehr Persönliches.

Ein wenig erinnert das alles an eine ähnliche Diskussion über bezahlte Blogposts vor einigen Jahren. Heftig und emotional ging es dabei zur Sache. Schließlich ist das persönliche Blog so etwas wie das eigene Wohnzimmer im Netz. Und würde man dort Werbetafeln aufstellen? Andererseits hinkt der Vergleich, weil das eigene Wohnzimmer in der Regel nicht zehntausende von Besuchern hat.

Ad.ly, Anbieter von Twitter-Werbung

Ad.ly, Anbieter von Twitter-Werbung

Natürlich ist zu verstehen, dass Follower teilweise empfindlich auf Werbebotschaften reagieren. Bei Twitter blieb man davon schließlich bislang verschont. Und wenn man es sich aussuchen könnte, würde man in vielen Fällen wohl eher auf Werbung verzichten.

Dennoch: Abgesehen von Tricksern gibt es  viele Twitterer, die durch ihre Inhalte oder ihre allgemeine Bekanntheit ihre Follower gewonnen haben. Anders gesagt: Es gibt einen Grund, warum sie so viel gelesen werden. Diesen Status haben sie sich auf irgendeine Weise erarbeitet. Und ist es nicht gesellschaftlich anerkannt, mit Arbeit auch Geld zu verdienen? Oder ist aus Eurer Sicht ein Dienst wie Twitter dafür schlichtweg der falsche Platz und man sollte seinen Stream auf jeden Fall werbefrei halten?

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13 Antworten zu “Diskussion: Was haltet Ihr von Werbetweets? Abstimmung inklusive”

  1. #1 Nico Gubler

    Ich finde es absolut OK wenn jemand Geld für seine Arbeit verdient, unbedingt. Meine Erfahrung ist jedoch, dass wenn ich gewisse Leute im Twitter-Umfeld aus beruflichen Gründen verfolge, dass ich je nach Sympatie ich diese Person/Firma für Aufträge in Betracht ziehe. Ergo: was ich gebe kommt auch wieder zu mir zurück.

  2. #2 Tom

    Es gab zu diesem Thema im Oktober bereits einen Beitrag bei Herrn Knüwer bei "Indeskretion Ehrensache" Link hier: http://blog.handelsblatt.com/indiskretion/2009/08/28/ein-paar-minuten-fur-die-pr-fortbildung/

    Das Video sagt eigentlich schon alles zu Twitter-Werbung und Social Networking allgemein.

  3. #3 Johannes

    Twitter ist doch gerade für Websites ohnehin nicht zuletzt ein wichtiger Promotion- und Traffickanal, da ist der Schritt zur bezahlten Werbung für fremde Inhalte kein Großes. Zielgruppen-/Accountaffine Werbung wie hierzulande etwa bei @turi2 finde ich völlig unproblematisch, hat in meinen Augen sogar einen Mehrwert für die Follower. Kommerzielle Tweets sollten aber natürlich in einem vernünftigen Verhältnis zu redaktionellen "Inhalten" stehen.

    Ciao
    Johannes

  4. #4 Andreas

    Wenn dann sollten diese Werbetweets als solche auch klar gekennzeichnet sein. Au0erdem wäre eine Option, solche Werbetweets automatisch auszublenden oder zu Blocken, wünschenswert.
    Es gibt leider zu viele die Ihre "Werbetweets" und Affiliate-Links in Short URLs verstecken. Von daher stehe ich der Sache sehr skeptisch gegenüber.

  5. #5 Alexander Stocker

    Leute, es ist ja nichts verderbliches dabei, Geld mit der eigenen Arbeit zu verdienen. Und der Begriff Werbung ist seeeehr dehnbar...

  6. #6 Andreas Lenz

    Abfeiern wird man das Thema Werbung in Tweets als Nutzer sicher nicht, ein Rätsel sind mir aber die 51% der Befragten, die oben "Geht gar nicht!" angeklickt haben.

    Ob die nur öffentlich rechtliches schaun, nen Google AdWord-Blocker im Einsatz haben, keine Zeitschriften Lesen und immer erst nach dem Werbeblock ins Kino gehen?

    Sorry, aber realistisch gesehen, ist Werbung in Medien (ja auch in Tweets) doch garnicht zu Verhindern.

    Ein spezielles Twitter-Werbe-Tag wäre doch was feines, dann könnte man Werbung per Client aussortieren bzw. garnicht erst einsaugen lassen.

  7. #7 Alexander Stocker

    ..und ein Großteil der Medien(inhalte) wird offline sowie online durch Werbung direkt oder indirekt (mit)finanziert.

  8. #8 Jan Tißler

    Ehrlich: So ein Werbetweet ist mir von vielen möglichen Werbeformen im Internet noch eine der liebsten. Wenn der Twitterer und sein Werbekunde schlau sind, wird das Thema der Werbung zu den Interessen der Follower passen. Ein Tweet blinkt nicht und schiebt sich auch nicht in den Vordergrund. Und jemand finanziert stellvertretend für mich etwas, was auf jeden Fall irgendwie von irgendwem bezahlt werden muss.

    Also mit "Geht gar nicht" kann ich ehrlich gesagt auch nichts anfangen. Es gibt Leute, die liefern mir jeden Tag nützliche Links im Dutzend. Ich wäre da niemals böse, wenn darunter auch mal pro Woche ein paar bezahlte (und entsprechend gekennzeichnete) wären.

    Das mag anders aussehen, wenn man Twitter vor allem als privates Unetrhaltungsmedium ansieht. Aber selbst da sollte es wohl gerade noch auszuhalten sein...

  9. #9 Tom

    Man muss ganz klar unterscheiden zwischen "Werbung" und "Information".

    Wenn ein Unternehmen über den Stand der Entwicklung seines eigenen neuen Produktes und die aktuellen Umsatzzahlen twittert, dann ist das "Information".
    Wenn ein Blog, der sich kritisch mit einer Buchvorstellung beschäftigt, unterhalb einen Link zu Amazon oder einem Preisvergleich bietet, so ist dies "Information".
    Dies ist auch kommerziell, wird aber i.d.R. nicht als störend wahrgenommen.

    Wenn aber ein Literaturblog unkritisch auf die Vorzüge eines neuen Deodorants hinweist mit Link zu Hersteller oder Händler, so ist dies (störende) "Werbung".
    Diese ist wie folgt charakterisiert: sie ist stets unverlangt, off-Topic, hat kommerziellen Charakter und das Angebot richtet sich nicht an mich allein als einzige Person.
    Dies ist bei Twitter-Werbung aber durch die Einschränkungen des Mediums eben immer der Fall.

    Damit erfüllen als Werbung wahrgenommene Tweets auf Twitter automatisch immer die Kriterien für UBMs (unsolicited bulk messages) besser bekannt als "Spam" und für Spam gilt bekanntlich überall: "geht gar nicht"!

    Man kann es auch wie folgt formulieren: das Internet ist ein neues Medium nicht nur ein neuer Vertriebskanal. Man kann und darf nicht einfach das Offline-Werbegeschwurbel auf Twitter und Co. übertragen.

    Nieder mit der Werbung! Es lebe die Information!

  10. #10 Steffen

    Weder der Artikel noch die redaktionellen Kommentare differenzieren zwischen Twitter als dem Dienste-Anbieter und Twitter-Benutzern als den Inhalte-Anbietern. Wer von beiden der werbende Akteur sein soll, ist in der Fragestellung nicht ersichtlich.

    A. Lenz:
    | Sorry, aber realistisch gesehen, ist Werbung in Medien (ja auch in Tweets) doch garnicht zu Verhindern.

    Das ist ebenso wenig differenziert. Es stimmt zwar, dass es im Grunde niemand verhindern kann, dass ich Werbung via Twitter verbreite. Aber ich kann es dennoch ablehnen und meine Aufmerksamkeit anderweitig spenden. Und das steckt in den Antworten drin: eine Haltung und kein Verhalten. Die Frage war ja, "was haltet ihr von..." und nicht "wie verhaltet ihr euch..."

    Außerdem: "Medien" müssen nicht per se werbefinanziert sein. Was für privat-kommerzielle Massenmedien gilt, muss nicht für eine öffentliche 140-Zeichen Äußerung gelten. Und zwischen der Ökonomie des ÖR-Rundfunk und den Twitter-Usern liegen Welten. Twitter ist ein Online-Dienst der Kurzmitteilungen mit größenteils persönlichem Charakter öffentlich an Dritte übermittelt. Ob hier die Regeln der kommerziellen Massenmemdien quasi als Naturgesetz gelten, ist doch eher fraglich.

    Fazit: Der ungenauen Fragestellung im Artikel folgt das entsprechende Ergebnis in der Abstimmung: Geht gar nicht.

  11. #11 Steffen

    Nachtrag:
    In einer Befragung, in der der Fragende selbst eine eindeutige Position zur Frage bezieht, muss man mit entsprechender Verzerrung bei den Antworten rechnen. #t3n #muss #noch #Hausaufgaben #in #Sachen #Umfrage #machen

  12. #12 Andreas Lenz

    @steffen: Der Artikel und die Umfrage sind keinesfalls als umfassendes bzw. perfektes oder abgeschlossenes Werk zu sehen. Im Gegenteil, die Ergebnisse, der aktive Meinungsaustausch und die Ergänzungen sind doch der wirklich spannende Teil.

    Falls Dir etwas aus meinem Kommentar nicht klar ist, oder hier etwas generellt nicht differneziert genug ist, frag doch einfach nach ;)

  13. #13 Edo Z.

    Es ist ganz einfac: Verhindern kann man nix, aber unfollowen. Jeder, der anfängt, Werbung zu tweeten, wird einfach entfollowt.

    Erschreckend finde ich, wie unkritisch-affirmativ das hier gesehen wird, kommentieren hier nur solche, deren Brotwerwerb im weitesten Sinne mit Werbung zu tun hat?

    Diese "hach, ist doch egal, überall werbung und werbung ist information"-Attitüde ist die moralische und intellektuelle Kapitulation gegenüber der geistigen, akustischen und optischen Umweltverschmutzung, die Werbung ist. Oder: Ihr seid bereits domestizierte Markensklaven.

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