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OS-X-App für doctape: Deutsches Startup macht Dropbox Konkurrenz

Das Startup aus Hannover will sich auf dem Markt der Cloud-Dienste Anteile erkämpfen. Jetzt haben die Macher für ihren Service eine OS-X-App veröffentlicht und greifen damit den Platzhirsch an – mit durchaus vielversprechenden Funktionen.

OS-X-App für doctape: Deutsches Startup macht Dropbox Konkurrenz

doctape verspricht „zauberhaften Upload“

Es sind selbstbewusste Worte, mit denen doctape in den letzten Tagen auf sich aufmerksam gemacht hat: „Tschüss Dropbox – Hallo doctape!“ lautete beispielsweise der Betreff einer E-Mail, mit der das Startup aus Hannover sein neuestes Produkt beworben hat: „doctape up“, eine OS-X-App für den Cloud-Service, der bislang nur via Browser bedient werden konnte.

Einen „zauberhaften Upload“ soll die App ermöglichen, das Hochladen großer Dateien sei zuverlässiger und komfortabler geworden, so die Macher in einem Blogbeitrag. „Wir haben heimlich einige Verbesserungen an den Servern umgesetzt. Diese Verbesserungen erlauben es uns, jeden mit ‚doctape up‘ gemachten Upload wieder aufzunehmen, selbst wenn die Internetverbindung unterbrochen wird oder der Mac ausgeschaltet wird.“

Das Hochladen, so schreiben die Macher weiter, beginne einfach an der Stelle, an der der Upload zuletzt abgebrochen worden war: „Diese Verbesserung hat einen tollen Nebeneffekt: Große Dateimengen, die du oder jemand anderes zuvor hochgeladen hast, brauchen nicht erneut hochgeladen zu werden, so lange sie identisch sind.“ Eine Zwei-Gigabyte-Datei solle so „innerhalb von Sekunden“ hochgeladen werden können. „Wie Zauberei!“

doctape setzt auf die Integration von Google Docs

Schlicht und intuitiv – so kommt die OS-X-App von Doctape daher. (Screenshot: doctape)
Schlicht und intuitiv – so kommt die OS-X-App von Doctape daher. (Screenshot: doctape)

Natürlich ist all das auch von den eigenen Upload-Kapazitäten abhängig, ganz so schnell also dürfte es bei den meisten Nutzern dann doch nicht gehen. In ersten Tests brauchte eine Zehn-Megabyte-Datei bei uns zwischen zehn Sekunden und etwa einer Minute für den Upload, knapp ein Gigabyte waren in höchstens 20 Sekunden und maximal zehn Minuten auf dem Server – eine große Bandbreite, insgesamt aber ein flottes Ergebnis.

Sascha Reuter, einer der Gründer von doctape, betont, der Upload sei auch bei geringer Upload-Bandbreite schneller als bei den meisten Apps: „Neben der De-Duplikation (bekannte Blöcke der Datei müssen nicht noch einmal übertragen werden) laden wir zum Beispiel selbst eine einzelne Datei mit mehreren Netzwerk-Verbindungen auf einmal hoch. Das verbessert besonders bei mobilen Datenverbindungen mit hohen Latenzen (beziehungsweise Round-Trip-Zeiten) die Uploadgeschwindigkeit.“

Die App selbst funktioniert wunderbar einfach, per Drag & Drop lassen sich Dateien auf das App-Icon in der Menu-Bar ziehen. Ein weiteres praktisches Feature: Mit der Tastenkombination alt+Leertaste lässt sich systemweit in den eigenen doctape-Dateien suchen.

Der Clou an doctape ist jedoch die Art und Weise, wie der Dienst mit den hochgeladenen Daten umgeht: Anders als Dropbox fokussiert sich doctape auf die Inhalte, soll heißen: Bilder, Videos und Audiodateien werden beim Upload konvertiert und können dann im Browser direkt betrachtet oder abgespielt werden, ein Download oder die Installation von Software ist nicht mehr nötig.

doctape arbeitet ohne Ordner, dafür mit Labeln und Farben

Ein Beispiel: Nach dem Upload einer MP3-Datei bekommt diese von doctape automatisch das Tag „mp3“ und kann nun auf my.doctape.com direkt abgespielt werden. Die MP3-Datei benötigte für die Konvertierung in unserem Test gerade einmal ein paar Sekunden, ein Word-Dokument war ebenso schnell fertig und konnte dann genutzt werden – das Gleiche galt für eine etwa 2,2 Megabyte große MPEG-4-Datei, die nach nur ein paar Augenblicken online war. Schöne Lösung: Bei der Bearbeitung von Dokumenten setzt doctape auf die Integration von Google Docs.

Um Ordnung in die eigenen Dateien zu kriegen, werden die unterschiedlichen Dateiformate nicht in Ordnern abgelegt, sondern mit Labeln versehen und farblich markiert. Das Taggen, Sharen oder Löschen von Dateien funktioniert bei doctape ebenso einfach wie der Upload, wenige Klicks genügen, die Funktionen sind zudem übersichtlich angelegt. Vor allem mit Blick auf das File-Sharing dürfte es Nutzer freuen, dass doctape auf modernste Kryptographie-Implementierungen setzt und nach eigenen Angaben alle Dateien auf Viren prüft, bevor sie mit anderen Benutzern geteilt werden können, der Upload wird zudem SSL gesichert und Dateien werden verschlüsselt gespeichert.

Ein Manko bislang ist die Tatsache, dass sich Uploads mit der doctape-up-App nicht abbrechen lassen, sobald sie einmal gestartet wurden, ein Bug, der mit einem der kommende Updates behoben werden soll. Eine Windows-App für doctape ist in Planung, mit der Umsetzung haben die Macher allerdings noch nicht begonnen. Doch auch hier haben Sascha Reuter, Ricardo Ferrer Rivero und Sven Hohlfeld vorgesorgt: Alle UI-Elemente der App haben sie in HTML 5 programmiert (der Container selbst ist nativ), für kommende Windows- oder auch Linux-Versionen können sie also eine Menge zweitverwerten. Und auch der Uploader selbst ist quasi wiederbenutzbar auf allen Platformen, da er in JavaScript (node.js) geschrieben ist.

Die App ist aktuell kostenlos (Pay-per-Share) als Direktdownload über das Doctape-Blog verfügbar, in den kommenden Tagen soll sie dann auch im App-Store erhältlich sein.

doctape: Startup aus Hannover

doctape Gründer Ricardo Ferrer Rivero, Sascha Reuter und Sven Hohlfeld
Die doctape-Macher Ricardo Ferrer Rivero, Sascha Reuter und Sven Hohlfeld.

Der doctape-Service selbst ist ebenfalls kostenlos und soll das auch bleiben, zumindest für die in der Basis-Version verfügbaren fünf Gigabyte Speicher – Pro-Accounts mit mehr Speicherplatz sind aber schon in Planung. Neben der jetzt veröffentlichten OS-X-App gibt es bereits eine iOS-App, die kostenlos im App-Store von Apple verfügbar ist. Auch sie bietet neben den üblichen doctape-Funktionen die Möglichkeit, hochgeladene Dokumente direkt in der App zu betrachten:

Die App wurde nicht im Store gefunden. :-( #wpappbox

Hinter doctape steht das Startup tape.io aus Hannover, gegründet wurde es 2011 von Sascha Reuter und Sven Hohlfeld, Anfang 2012 stieß Ricardo Ferrer Rivero dazu. Ein renommierter Unterstützer des ist Frank Biedka, Shareholder von eDarling und Zalando, weitere Investoren, die unter dem Lead von Christian Vollmann (Gründer von eDarling und MyVideo) gewonnen werden konnten, sind Heiko Hubertz von Bigpoint, Jörn Lubkoll, Geschäftsführer des Managed Services Anbieters Inter.net Germany GmbH und Philipp Belter, Co-Founder und Gründungsvorstand der Netzwert AG und Investor unter anderem bei MySportBrands, ShopLove und Newtracks. Weiterhin beteiligt an der Finanzierungsrunde ist Martin Sinner, Gründer von Idealo, sowie Berlin Ventures.

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Eine Antwort
  1. von sepp am 02.07.2013 (12:25 Uhr)

    Ich finde Wuala ziemlich gut!
    https://www.wuala.com/de/learn/technology

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