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Startups

Doo: Mit der Wunderlist-Formel zurück auf Erfolgskurs

    Doo: Mit der Wunderlist-Formel zurück auf Erfolgskurs

Mit dem Scanbot und Wunderlist-Formel zurück auf Erfolgskurs. (Foto: Doo)

Mit „Doo“ gescheitert, mit „Scanbot“ wieder auf Wachstumskurs. Die neue App des Bonner Startups Doo entwickelt sich prächtig – auch weil man sich eines cleveren Tricks aus Berlin bedient. Wird doch noch Erfolgsgeschichte geschrieben? Die Chance ist da, sofern es Doo gelingt, eine entscheidende Sache anders zu machen. Ein Kommentar von Daniel Hüfner.

Scanbot generiert 500.000 Downloads in 8 Wochen

500.000 Downloads in acht Wochen, durchschnittlich 4,5 Sterne bei über 1.000 Bewertungen – die erste Bilanz von Scanbot, der vom Bonner Startup Doo entwickelten Scanner-App für iOS und Android, kann sich sehen lassen.

Scanbot, eine App zum Digitalisierung von Dokumenten, ist der neue Schützling von Doo. Wird doch noch Erfolgsgeschichte geschrieben? (Foto: Doo)
Scanbot, eine App zum Digitalisierung von Dokumenten, ist der neue Schützling von Doo. Wird doch noch Erfolgsgeschichte geschrieben? (Foto: Doo)

Und das muss sie. Den Machern um Frank Thelen, Marc Sieberger und Alex Koch bleibt nach dem erfolglosen und sicher auch kostspieligen Intermezzo mit der Dokumenten-App Doo aber auch gar nichts anderes übrig. Zehn Millionen US-Dollar hatten Investoren wie Target Partners und Dumont Ventures vor drei Jahren auf eine schicke App verwettet, die am Ende wohl ihren eigenen Ansprüchen zum Opfer gefallen ist: zu komplex in der Tiefe, zu undurchsichtig die Use-Cases, zu gering die Zahl von 300.000 Nutzern in der Spitze.

Im Klartext: So wird das nix mit dem Geldverdienen.

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Mit 89 Cent über den Break Even? Wohl kaum.

Dem Kassensturz folgte im März also die Ankündigung, es mit zwei neuen Produkten basierend auf den alten Technologien noch mal zu versuchen. Scanbot, eine Smartphone-App für die einfache und schnelle Digitalisierung von Dokumenten, machte den Anfang.

Zugegeben: Als ich die App vor einigen Wochen installiert und einige Tage vor dem Erscheinen ausprobiert habe, waren die Fragezeichen groß. Warum sollte ausgerechnet eine Scanner-App – von denen gibt es in den App-Stores mindestens so viele wie virtuelle Taschenlampen – das erhoffte Glück bringen? Ja, die App ist hübsch. Ja, die App ist simpel, tut was sie soll und das vergleichsweise schnell und bequem. Und ja, die App ist mit 89 Cent recht günstig. Aber reicht das allein aus, um ein Startup mit mehr als 40 Mitarbeitern über den Break-Even zu wuppen?

Die Wunderlist-Formel: Der Zweck heiligt die Mittel

Wohl kaum. Aber: Das ist auch gar nicht ihre primäre Aufgabe. Die App ist nur Mittel zum Zweck. Mit Scanbot macht sich Doo vielmehr den strategischen Vorteil eines zunächst ausschließlich auf Marktdurchdringung und den Zugewinn von Reichweite ausgelegten Produkts zu Nutze. Die App ist schick, simpel und zuverlässig in ihrer Funktion – und generiert so genau die Ressource, an der es der Doo-App immer gefehlt hat, die es für den weiteren Erfolgsweg des Startups aber unbedingt braucht: Nutzer. Und das sehr viele. Das ist Marketing.

Wer in die Vergangenheit blickt, wird die Analogie zu Wunderlist erkennen. Auch die beliebte ToDo-App des Berliner Startups 6Wunderkinder war anfangs nicht mehr als eine dem späteren Kernprodukt Wunderkit zuarbeitende Werbemaschinerie. Auf über fünf Millionen Downloads und knapp drei Millionen Nutzer hatte es der simple und schicke Aufgabenplaner bis dato gebracht. Das Fundament für die geplante Monetarisierung rundum das als „Facebook für Produktivität“ angepriesene Wunderkit hätte nicht stabiler sein können. Allein: Wunderkit scheiterte und wurde nach nur wenigen Monaten eingestampft.

Was nach Scanbot kommt: Doo, bloß nicht noch ein Wunderkit!

Für Doo und seinen Scanbot zeigt sich hier die alles entscheidende Challenge: Doo muss gelingen, was 6Wunderkinder mit ihrem von langer Hand angekündigten, aber am Ende zu komplexen Wunderkit nicht geschafft haben: nämlich ein zweites Produkt auf den Markt zu bringen, das dem Scanbot in Sachen Einfachheit in nichts nachsteht, aber dennoch den erfolgskritischen Mehrwert bietet, um die derzeit rapide wachsende Nutzerzahl bestenfalls ohne Kannibalisierung in zahlungswillige Kunden zu konvertieren.

Was genau für ein Produkt auf dem Scanbot aufsetzen wird, dazu schweigt sich Doo noch aus. Der Erfolgsweg aber kann nur in diese Richtung verlaufen. Geht die Strategie auf, ist das Intermezzo mit der Dokumenten-App vergessen. Spät, aber besser als nie. Die Investoren dürften das begrüßen.

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