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DRM-Schnittstelle in HTML5: W3C gegen das Grundprinzip der Offenheit

Das World Wide Web Consortium hält an DRM-Schnittstellen im HTML-Standard fest und hat einen ersten öffentlichen Entwurf für Encrypted-Media-Extensions (EME) präsentiert. Trotz großer Kritik und dem Vorwurf, das Grundprinzip der Offenheit zu brechen.

DRM-Schnittstelle in HTML5: W3C gegen das Grundprinzip der Offenheit

Breite Front gegen DRM-Schnittstellen in HTML5

Das World Wide Web Consortium (W3C) hat vergangenen Freitag einen ersten öffentlichen Entwurf für Encrypted-Media-Extensions (EME) vorgelegt. EME ermöglichen es Inhalteanbietern wie Netflix, DRM-Schnittstellen in HTML5-basierte Media-Player einzubauen. Mit dem Entwurf stellt sich das W3C-Gremium gegen die kritischen Stimmen einiger Netzaktivisten – allen voran die Free Software Foundation (FSF), die die Anti-DRM-Kampagne „Defective by Design“ aufgesetzt hat. Unter dem Motto „We don't want the Hollyweb“ hat die gemeinnützige Organisation Unterschriften gegen dieses Vorgehen gesammelt. 50.000 Unterstützer hätten die Petition mitzeichnen müssen, etwa die Hälfte konnten aber nur gesammelt werden.

Doch auch zahlreiche bekannte Köpfe haben sich zu Wort gemeldet. So hat sich unter anderem der Autor Cory Doctorow in einem Guardian-Beitrag direkt an Tim Berners-Lee, den Gründer des W3C, gewandt: „DRM in den HTML-Standard zu integrieren hat weitreichende Folgen, die nicht kompatibel sind mit den wichtigen Grundsätzen des W3C und den tiefen Prinzipien, für die Tim Berners-Lee steht.“ Gemeint ist hier vor allem das Grundprinzip der Offenheit.

Tim Berners-Lee, der Vater des World Wide Web, steht in der Kritik. die Offenheit des Webs mit dem DRM-Standard zu gefährden. (Foto: Silvio Tanaka / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

In einem Cnet-Interview indes verteidigte Jeff Jaffe, der CEO des W3C, den Entwurf: „Es wird geschützten Content im Internet geben. Wir sollten uns um ein Web bemühen, dass mit so viel Gemeinsamkeiten wie möglich aufschließt und in dem man in der Lage ist auf freie Inhalte sowie geschützte Inhalte gleichermaßen zuzugreifen. Der andere Ansatz wäre zu sagen, wenn jemand DRM-Inhalte will, müsse er sich in seinen eigenen kleinen ummauerten Garten absperren. Wir wollen allerdings nicht, dass das Web aus einer Reihe von abgesperrten Apps besteht.“ Man setze lieber auf Standardisierung, auch wenn das etwas weniger Offenheit bedeutet.

Google hat EME bereits in Chrome und Chrome OS integriert. Auf einer Testseite kann man die Encrypted-Media-Extension ausprobieren. Netflix arbeitet derzeit an einem HTML5-Player, der außer von EME noch von Media-Source-Extensions sowie von der Web-Cryptography-API abhängt, eine Schnittstelle die Hashing und Signaturen in HTML-Inhalte einbringt.

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Eine Antwort
  1. von Till am 10.05.2013 (20:18 Uhr)

    An Andreas: So wie ich dich verstehe, bietet Flash eine Möglichkeit, Videos beim Übertragen zu schützen. Ganz im Gegensatz zum Video-Tag. Habe ich das richtig verstanden? Wenn ja, solltest du dich da noch mal genauer informieren. Das ärgerliche an der ganzen Diskussion ist meiner Ansicht nach ja, dass sie total irrelevant ist. Alles, was ich auf meinem Bildschirm sehe, kann ich auch illegal speichern. Es gibt einfach keinen wirksamen Kopierachutz auf der ganzen weiten Welt. Somit ist DRM in HTML nicht nur unnötig, sondern macht auch den wichtigsten Gedanken des Webs als solches zunichte. Eine gefährliche und unnötige Idee -.-

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