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E-Commerce: 5 innovative Shopzugänge, die Interessenten zu Kunden machen

E-Commerce: 5 innovative Shopzugänge, die Interessenten zu Kunden machen

Funktionierende Zugänge zu einem Online-Shop und zu dessen Produkten sind essenzielle Bausteine für den Erfolg im . Je nach unterschiedlichen Nutzervorlieben und Use-Cases sollten darum heute mehrere, jeweils adäquate Zugänge angeboten werden. Dieser Artikel stellt fünf von ihnen vor. Ein Gastbeitrag für t3n.de von Florian Schneider, Creative Director und Managing Partner bei netz98.

E-Commerce: 5 innovative Shopzugänge, die Interessenten zu Kunden machen

Was nutzt einem Online-Händler der schönste, übersichtlichste und modernste Online-Shop, wenn Kunden ihn nicht finden? Was bringen die innovativsten Produktseiten mit ausgeklügelten Detailansichten, wenn der Nutzer gar nicht erst so weit kommt? Klare Antwort: nichts. Wenn es dem Kunden nicht gelingt, sich bis zu seinem Produkt durchzuklicken, kann er es auch nicht kaufen. Für hohe Reichweiten und Umsätze wird der kreative Einstieg ins Angebot darum immer wichtiger. Aber was bedeutet das genau?

Augmented Reality

Augmented Reality – erweiterte Realität – rückt immer näher und gehört zu den wichtigsten Trends im E-Commerce, denn sie schlägt die Brücke zwischen Bewegtbild zur Produktpräsentation und Personalisierung. Es gibt viele Anwendungsmöglichkeiten für Augmented Reality im E-Commerce wie beispielsweise virtuelle Anproben oder erweiterte Produktdarstellungen. Die Hürde bei Augmented Reality-Konzepten besteht allerdings darin, dass sie vergleichsweise aufwändig sind – das Budget des kleinen Online-Shops würde dadurch wohl eher gesprengt. Ein Konzern wie Citroën aber bedient sich dieser neuen Möglichkeit bei der Darstellung des neuen DS3. Hier können Nutzer den Prospekt oder eine ausgedruckte Seite vor die Webcam halten und dadurch ein 3D-Modell des Fahrzeugs sehen.

Effektvoll, aber aufwändig: Augmented Reality wie hier bei Citroen.

Teaser 2.0

Moderne Teaser regen nicht nur zum Weiterklicken an, sondern bringen Inhalte und Funktionalitäten nach vorne, indem sie sie direkt nutzbar machen. Diese „Teaser 2.0“ beschreiben die Funktionalität nicht nur, sondern vermitteln dem Nutzer sehr schnell und sehr visuell einen Mehrwert. Lufthansa hat einen solchen Teaser auf der Startseite plaziert: So kann der Nutzer direkt alle Angaben zu seiner Flugsuche eingeben und gelangt somit ohne Umwege zum gewünschten Ziel:

Teaser mit praktischem Nutzen bei der Lufthansa.

Diese neuen Funktionsteaser sind auch für kleinere Unternehmen interessant, da sie keinen großen Aufwand bedeuten. Ist die generelle Funktionalität bereits vorhanden, lässt sie sich einfach auf den Teaser übertragen. So ist bei dem Beispiel Lufthansa die Flugsuche bereits auf einer Unterseite vorhanden, über den Teaser wird diese bestehende Funktion einfach angesprochen. Dabei muss ein Teaser gar nicht den gesamten Funktionsumfang abdecken: er sollte aber bereits einen funktionalen Mehrwert transportieren und dem Nutzer ein direktes Ergebnis liefern.

Social Media

Märkte sind Gespräche. Der Mensch hat das Bedürfnis, sich auszutauschen und von seinen Erfahrungen zu berichten – positiven wie negativen. Man kann Nutzer aber nicht dazu zwingen, einen positiven Kommentar zu schreiben, ein Produkt zu bewerten oder es weiterzuempfehlen. Genauso wenig kann sich ein Unternehmen beispielsweise Fans für eine Facebook-Gruppe kaufen.

Wenn Nutzer jedoch ein Produkt empfehlen oder über ihre positiven Erfahrungen damit berichten, hat dies einen unschätzbar hohen Wert, denn ihnen unterstellt man keine vordergründige Marketingabsicht: Drei Viertel der Nutzer trauen darum der Bewertung eines anderen Users, obwohl sie ihn nicht kennen. Nur knapp 15 Prozent aller Nutzer würden dagegen einem reinen Marketingversprechen mehr Glauben schenken als einer Nutzerbewertung.

Durch Zugänge in Social Communitys kann man die Nutzer dort erreichen, wo sie sich bereits aufhalten. Facebook-Fanpages etwa können ein gutes Mittel sein, um alternative Produktzugänge zu schaffen. Esprit zeigt dies eindrucksvoll auf seiner Facebook-Fanpage. Nicht nur, dass das Unternehmen regelmäßig über neue Trends und Produkte berichtet, Esprit hat auch von seiner Facebook-Fanpage aus eine direkte Verknüpfung zum Shop geschaffen:

Esprit verknüpft Facebook direkt mit dem eigenen Shop.

Natürlich verbirgt sich hinter einem solchen Profil ein redaktioneller Aufwand, der nicht nur Zeit kostet und schnelle Reaktionszeiten fordert, sondern auch genaue Regeln, wie mit Kritik – positiver, wie negativer – umzugehen ist. Möchte ein Unternehmen Zugänge über Social Media Portale schaffen, den Aufwand aber eher gering halten, kann es beispielweise auch Twitter als Marketing-Kanal nutzen. Der Webshop Gourmondo macht das auf nette Weise, indem er auf Twitter regelmäßig mit Neuigkeiten zu Produkten oder Rabatt-Aktionen informiert. Zudem werden dort aktuelle Ereignisse mit Produkten aus dem Shop verknüpft:

Im Twitter-Stream von Gourmondo dreht sich nicht immer alles nur um die eigenen Produkte.

Video-Shopping

Video Shopping steht für die konsequente Verzahnung von Online-Shop und Bewegtbild. Während sich der Nutzer ein Video ansieht, kann er darin vorkommende oder anderweitig relevante Produkte direkt in den Warenkorb legen. Ein gutes Beispiel hierfür ist talkmarket.com. Der Nutzer steigt über das Video sofort in die Produktwelt ein und erhält sowohl Details zum Produkt als auch verschiedene Ansichten.

An den richtigen Stellen integriert, ermöglichen Produktvideos es dem Nutzer, ausschließlich über Bewegtbild durch den Shop zu navigieren und hierbei jegliche Information zu bekommen, die er für seine Kaufentscheidung benötigt. So lassen sich beispielsweise unter einem Produktvideo weitere Videos vorschlagen, die zum Produkt passen könnten oder die andere User angesehen haben.

Ein weiterer nützlicher Nebeneffekt von Produktvideos: Sie transportieren Emotionen, sie liefern Produktansichten, wie sie keine Zoom- oder Detailfunktionalität bieten kann, und sie sind in der Lage, ein Image zu kreieren. Videos gehen damit über die begrenzte Wirkung reiner Produktbilder weit hinaus.

Produktvideo im Einsatz bei TalkMarket.

Das Thema Produktvideos ist durchaus auch für kleinere Budgets interessant. Wie solche relativ einfachen Videos aussehen können und für welche Produkte sie sinnvoll sind, zeigt etwa weltbild.de. Dort gibt es verschiedenste Videos zu Büchern, zu Musik oder auch zu Haushaltswaren.

Dass Produktvideos nicht immer aufwändig gemacht sein müssen, zeigt das Beispiel weltbild.de.

Filter

Filter können weitaus mehr als nur Suchergebnisse zu verfeinern oder einzuschränken. Der Nutzer bekommt durch den Filter je nach Use-Case einen individuellen Einstieg über verschiedenste Attribute wie Kategorie, Farbe, Größe oder Material. Mit jedem Filterattribut verfeinert sich das Suchergebnis, und der Nutzer erhält auf intuitive Weise individuelle Suchergebnisse.

Auf shop.mandarinaduck.com beispielsweise kann der Nutzer auf diese Weise nach einer passenden Tasche suchen. So muss er nicht erst mühsam verschiedene Kriterien festlegen, nur um später festzustellen, dass diese in der gewählten Kombination nicht möglich oder lieferbar sind. Durch geeignete Filter verhindert ein Shopbetreiber etwaige Enttäuschungen des Nutzers und unterstützt ihn bei einer zielgerichteten Suche. Und nur ein Produkt, das der Kunde findet, kann er auch tatsächlich kaufen.

Über Filter kann sich der Kunde bei Mandarina Duck Schritt für Schritt dem Wunschprodukt annähern.

Fazit

Ein emotionales und reizvolles Online-Shopping-Erlebnis bietet dem Nutzer unterschiedliche adäquate Zugänge für sein individuelles Surfverhalten. So steigt beispielsweise Nutzer A grundsätzlich über die Suchfunktion in eine Website ein, wohingegen Nutzer B aus Prinzip die Navigation verwendet und Nutzer C den Einstieg über Teaser bevorzugt.

Eines haben aber alle Nutzer gemein: Sie sind nicht mehr bereit, lange Texte zu lesen. Der zeitgemäße Shopping-Einstieg muss das visuell und plakativ abfedern. Die Themen Visualität und intuitive Nutzung rücken immer stärker in den Vordergrund. Bei allen Maßnahmen in Sachen Produktzugang sollte deswegen ein klarer Fokus auf der Visualität liegen – im Idealfall kombiniert mit direkter Funktionalität.

Über den Gastautor

Florian Schneider (Jg. 1975) ist Creative Director und Managing Partner bei der netz98 new media GmbH. Bei netz98 leitet Schneider die Kreation und ist zudem in der Beratung und im Bereich Marketing und Sales tätig. Bevor der ausgewiesene Social Media- und Usability-Experte Anfang 2007 zu netz98 stieß, arbeitete er sechs Jahre lang bei der BBDO InterOne GmbH, Köln, als Screendesigner. Zuvor absolvierte Florian Schneider eine Ausbildung zum Mediengestalter für Digital- und Printmedien, Fachrichtung Mediendesign. Die netz98 new media GmbH, Mainz, verbindet Kreativität und technologische Kompetenz: sie ist Internet-Agentur und Systemhaus zugleich. Die Leistungsschwerpunkte von netz98 liegen in der Entwicklung von E-Commerce-Lösungen, Websites und Web 2.0-Applikationen sowie in der digitalen Inszenierung von Marken.

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Eine Antwort
  1. von Henner am 15.07.2010 (00:13 Uhr)

    Hallo Florian, vielen Dank für die Tipps. Viele lassen sich bei einem Online-Shop mit ePages nicht umsetzen, aber Social Media (Fanpage, Blog und twitter) werden schon fleißig genutzt. Bin gespannt auf den Erfolg, wenn der Shop an den Start geht. Grüße nach Mainz!

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