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E-Commerce kills the Einzelhandel: Düstere Prognose für den Einzelhandel

    E-Commerce kills the Einzelhandel: Düstere Prognose für den Einzelhandel

(Foto: Rawpixel.com/Shutterstock)

Der E-Commerce könnte den stationären Handel bald zum Großteil in Aus drängen. Eine Beratungsfirma warnt: In zehn bis 15 Jahren sei jedes zweite Filialunternehmen vom Markt verschwunden.

E-Commerce: Düsteres Szenario für deutsche Einzelhändler

Die Pleite des Einzelhändlers Butlers könnte nur der Anfang eines Geschäftssterbens in riesigem Umfang sein. Der Onlinehandel, so warnen Branchenbeobachter schon länger, verändere das Kaufverhalten der Konsumenten und sorge etwa für einen deutlichen Rückgang der Umsätze von Geschäften in Innenstädten. Ein aktueller Bericht der Beratungsfirma Oliver Wyman, der der Zeitung Welt am Sonntag vorliegt, prophezeit jetzt gar „tektonische Verschiebungen“. Demnach werden in zehn bis 15 Jahren 50 Prozent der Filialunternehmen vom Markt verschwunden sein. Die restlichen Unternehmen würden dem düsteren Szenario nach aufgekauft oder fusionierten.

Der E-Commerce bereitet dem stationären Handel zunehmend Kopfzerbrechen. (Foto: Shutterstock)

Die Prognose des Handelsverbands Deutschland (HDE) ist da etwas vorsichtiger – stützt aber den Trend. Der Lobbyverband hat drei Szenarien aufgestellt, im schlimmsten wird für die nächsten Jahre einen Verlust von 50.000 Geschäften vorhersagt. Die Folge: Schließen die ersten Geschäfte, bleiben noch mehr Kunden weg, es müssen weitere Geschäfte schließen, schließlich ist der Standort kaputt – ein Teufelskreis. Der HDE sagt dem deutschen Handel ein Plus von zwei Prozent auf 492 Milliarden Euro voraus, heißt es in der Welt am Sonntag. Wachstumstreiber ist dabei allerdings der Onlinehandel; der soll um elf Prozent auf 48,8 Milliarden Euro zulegen. Damit ist der Anteil des Onlinehandels seit 2007 von vier auf zehn Prozent gestiegen.

E-Commerce könnte auch dem Lebensmittelhandel das Wasser abgraben

Das ist aber erst der Anfang, glaubt man dem Wyman-Bericht. Schließlich könnte es als nächstem Segment dem bisher als kaum unerschütterlichen Lebensmittelhandel an den Kragen gehen. Als Gefahr sieht die Beratungsfirma hier vor allem den Amazon-Dienst Fresh, der bald auch in Deutschland großflächig starten könnte. Dann müssten die traditionellen Lebenshändler mit eigenen Angeboten dagegenhalten können. Die Berater empfehlen eine geschicktere Datenauswertung. In der Rewe-, Edeka- oder Kaufland-Filiale könnte Kunden, die sich gesund ernähren, etwa gleich eine entsprechende Versicherung oder Dienstleistungen angeboten werden.

In den USA greift Amazon zudem die Supermärkte auf deren ureigenem Terrain an – mit einer eigenen Supermarktkette. Die Amazon-Läden sollen sich aber deutlich von der Konkurrenz unterscheiden. Nach dem Motto: „Keine Schlangen, keine Kassen – einfach einpacken und gehen“ sollen Kunden in den Amazon-Go-Geschäften ohne zu bezahlen einkaufen. Die Produkte werden einfach aus den Regalen genommen und in den Warenkorb gelegt. Das Geld wird anschließend vom Amazon-Konto des Kunden eingezogen. Der erste Amazon-Go-Supermarkt soll in diesem Jahr in Seattle eröffnet werden. Wird das Konzept zum Erfolg, dürften weitere folgen. Die Kunden jedenfalls würden es sich wünschen.

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9 Reaktionen
Streiffli

Ich stelle mir vor, dass künftig die Innenstadt oder die grossen Einkaufszentren ein düsteres Bild hergeben werden. Was geschieht denn mit den leeren Räumlichkeiten? Was könnte man tun um diese Zonen lebhaft und vielseitig zu erhalten? Die Menschen wollen bummeln gehen und durch die Läden streifen, auch wenn sie nicht shoppen. Meine Idee wären sogenannte Mischgeschäfte. Ein Kleidergeschäft legt sich z.B. zusammen mit einem Café. Oder ein Restaurant mit einem Lebensmittelgeschäft (Bioladen oder Veganladen oder Metzger oder...). Oder zum Beispiel ein Coiffeur mit einem Blumenladen. Ich würde Erlebnisse anbieten, wo Waren gekauft werden können. Ich würde in diesen Läden Stationen mit Computern einrichten, wo die Leute mein Sortiment mit allen Details anschauen könnten. Im Laden könnte man das Teil anprobieren, am Computer nachhause bestellen. Zeitungen und Journale müssten direkt im Café gekauft werden können. ...

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Jens Seidel
Jens Seidel

Die Wahrscheinlichkeit für dieses Szenario könnte sich demnächst erhöhen.
Nicht direkt übertragbar aber inhaltlich passend : "Here’s why malls across the US are dying" und "Inside Sears' death spiral" Beide Artikel im "uk.businessinsider".

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David_H
David_H

Sehe das ähnlich wie viele Kommentare hier. Mit solchen pauschalen Aussagen von Studien die Beratungsfirmen um sich werfen müssen nicht immer gleich auch so eintreffen. In der Vergangenheit wurde dem Einzelhandel ja auch schon mehrfach das Ende prophezeit und es hat sich (nicht in dem Maße) bewahrheitet.
Tendenziell gebe ich aber René recht, der Handel verändert sich und wer sich nicht anpasst könnte liegen bleiben. Dennoch denke ich auch, dass gerade die Einkaufsstraßen der Innenstädte noch lange bestehen werden. Was vielen erst nachher auffällt ist nämlich wenn Standorte weg brechen, leidet die gesamte Stadt an so etwas.
Wir versuchen dieser Entwicklung mit Kaufsafari ebenfalls entgegen zu wirken, e muss ja nicht immer nur Ketten betreffen, gerade eigenständige Einzelhändler geraten immer mehr ins Kreuzfeuer. Ecommerce ist im stetigen Wachstum, es ist nur die Frage wie sich Händler darauf einstellen und es nutzen, statt es zu verdammen (wie es solche Artikel Titel schon vorwerfen).

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Josef Willkommer

Der Titel ist für meinen Geschmack dann doch ein wenig zu reisserisch, wenngleich das Problem bzw. die Kernaussage durchaus zutreffend ist. Beratungsunternehmen "punkten" bei Studien natürlich auch nur dann häufiger, wenn extreme Aussagen getroffen werden - den "Ponyhof" interessiert niemand!

Ich glaube durchaus, dass der klassische (Offline-)Handel auch in Zukunft echte Chance hat. Allerdings muss hier aus meiner Sicht ein gravierendes Umdenken stattfinden. Als (Einzel-)Händler muss man sich mit der insbesondere durch das Web gegebenen Transparenz und Vergleichbarkeit kritisch auseinandersetzen und seine Schlüsse daraus konsequent ziehen. Ich muss hier auch Rene Schibol absolut Recht geben, dass der Handel mittlerweile in vielen Fällen einfach nicht mehr in der Position ist, auf einem solch hohen Ross unterwegs zu sein. Die "goldenen Zeiten" des Verkäufermarktes sind durch das Web vielfach vorbei und der Konsument hat mittlerweile verstärkt das Ruder in der Hand. Das Stichwort dazu lautet auch hier Transformation. Wenn ich nicht bereit bin, mich den aktuellen Gegebenheiten und Kundenwünschen anzupassen und entsprechende Services etc. anbiete, dann darf ich mich auch nicht wundern, wenn Kunden fernbleiben und/oder über das so "böse" Internet einkaufen.

Ich erinnere mich noch gut an Gespräche vor 8-10 Jahren mit damals sehr erfolgreichen Einzelhändlern, in denen es um das Thema Digitalisierung ging. Die meisten davon, wollten von Online nichts wissen. Bis vor kurzem ging es vielen davon auch nach wie vor gut. Jetzt, wo die "Gefahr" immer präsenter wird, wird die Keule ausgepackt und auf die neuen Online-Mitbewerber "eingeprügelt", anstatt sich kurz vor Zwölf Gedanken zu machen, wie man die Situation doch noch für seine Anforderungen und seinen Erfolg nutzen kann. Dass dies nach wie vor möglich ist, zeigen diverse Beispiele aus dem Handel, die sich beispielsweise sehr konsequent auf eine Nische ausrichten, besondere Services und echte Beratung anbieten etc... und zwar sowohl Off- als auch Online!

Ein nicht unwesentlicher Teil der Händler wird jedoch vermutlich der sog. Agfa-Moment ereilen. Ich finde das äußerst Schade, aber mehr wie auf die Situation frühzeitig hinweisen kann man nicht. Handeln muss hier jeder einzelne selbst, denn auch in Zeiten des Internets kommt der Begriff Unternehmen nach wie vor von "unternehmen".
Ich habe hierzu auch erst kürzlich einen Blogbeitrag verfasst, der die Situation aus meiner Sicht und mit meinen echten Praxiserfahrungen schildert: https://www.techdivision.com/blog/wenn-der-wind-des-wandels-weht-bauen-die-einen-schutzmauern-die-anderen-windmuehlen/

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Florian B.

Ich mag nicht beurteilen, wie weit der Einzelhandel (außer Real, Edeka, REWE & Co.) unter den ganzen Onlineshops, Marktplätzen & Co. leiden wird. Ich denke auch in 5, 10 oder 15 Jahren werden die Menschen in die Fußgängerzonen kommen um shoppen zu gehen. Das wird auch immer so bleiben, fragt sich natürlich nur, wie viele davon dann online shoppen werden.

Wer meiner Meinung nach am meisten unter den E-Commerce-Veränderungen leiden wird, sind eben die ganzen Edeka´s & Co., weil das einfach nichts bzw. wenig mit "Lifestyle" zu tun hat und eigentlich nur lästig ist und Zeit kostet. (Wenn man den Kommentar oben bzgl. Maut liest - ja auch Sprit kostet es...)
Ich denke da wird definitiv ein Umdenken statt finden und die Leute werden bequemer von zu Hause ihre Getränke, Nudeln & Co. kaufen wollen und wie bereits bekannt ist, hat hier Amazon sehr ambitionierte Ziele und wird sicherlich die ein oder andere Veränderung im Markt einläuten auch mit ihren neuen Stores (https://www.heise.de/newsticker/meldung/Amazon-Go-Amazon-eroeffnet-kassenloses-Lebensmittelgeschaeft-3559328.html)

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René Schibol

Die Unterscheidung in stationär und online ist Quatsch. Jeder Händler braucht ein Geschäftsmodel das sich an den Bedürfnissen der heutigen Kunden orientiert. In einer digitalen und serviceorientierten Welt braucht niemand den Weg in die teure Innenstadt um Bedürfnisse des täglichen Lebens zu decken. Das geht bequemer (und preiswerter). Butlers ist doch ein gutes Beispiel. Warum soll man in 1A Lagen in der Fußgängerzone "Gedöns" kaufen? So hübsch und nett das auch anzusehen ist, das ist doch eher ein Warensortiment um Frequenz zu nutzen. IKEA machts vor. Die Handelslandschaft wird sich verändern, keine Frage. Es wird Sieger und Verlieren geben. Verlieren werden die, die sich nicht anpassen und keinen echten Kundennutzen bieten. Manch einem Händler mag man zurufen: Steig ab von deinem hohen Roß!

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Heimes

Kann man doch leicht gegen steuern.

1. Man führt eine Maut für Kleinlastwagen ein - auch für Innenstädte - und schon löst sich das Problem durch wesentlich höhere Versandkosten.

2. Rücksendungen müssen extra eine Steuer für zusätzliche Umweltbelastung erhalten. Das bedeutet nochmalige Erhöhung der Versandkosten.

3. Paketfahrer erhalten einen höheren Mindestlohn für Ihre ohnehin sehr schwere Arbeit.
Und wieder erhöhen sich die Versandkosten.

4. Alle Versandunternehmen aus dem Ausland ( wie Amazon ) zahlen Steuern in Deutschland
Das würde die Preise zum Beispiel von Amazon erheblich erhöhen.

Das war erst der Anfang um den Verbraucher wieder dazu zu bewegen im Handel einzukaufen.

Es gibt sicherlich noch mehr Möglichkeiten

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geso
geso

Glaube nicht das man diesem leicht gegensteuern kann,
1.) Extra Maut für Kleintransporter - auch der EH braucht Warenlieferungen
2.) Rücksendungen extra besteuern - wie kontrollieren ?
3.) Mindestlohn, dann werden die Fahrer Kleinselbständige und es gibt wieder Wettbewerb um billiger zu sein.
4.) ABSOLUT RICHTIG, aber wie man sieht dürfte dies der EU egal sein denn sonst hätten die schon irgendwas
unternommen. Denen dürfte noch nicht bewusst sein, daß das Geld das die verwalten unsere
Steuerzahlungen sind.
Denke mal am einfachsten wäre es jeden bewußt zu machen, das er mit Onlinekäufen irgendwann am eigenen
Arbeitsplatz sägt. Irgendwie kommt mir vor begann dies alles mit der GEIZ IST GEIL Werbung und seitdem ist jeder Geil, koste es was es wolle, billiger billiger. Man müsste eine Front Onlineverweigerer schaffen, die überall viel bestellt und alles retour schickt, vielleicht gehen diese Onlineshops einmal über mit Rücksendungen und besinnen sich auf " fairen Wettbewerb " , denn so wie es jetzt läuft ist es alles andere als fair und der dumme geile Konsument spielt mit und bekommt gar nicht mit, daß er irgendwann der Letzte am Ende der Kette ist, ganz egal ob Arbeitslos weil sein Arbeitgeber zusperren musste oder der Laden um die Ecke zugesperrt hat und er auch die Dinge des täglichen Bedarfs Online bestellen muß und dadurch total abhängig wurde von Amazon Zalando u.s.w. und diese dann den Preis diktieren ( natürlich nach oben )
Wie war der alte Spruch, FAHR NICHT FORT KAUF IM ORT, leider gilt dieser nicht mehr für die nächsten Generationen, wird noch spannend wie sich das alles entwickelt, ABER WIR SCHAFFEN DAS

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geso
geso

Welcher Konsument kann sich diese Entwicklung wünschen ???
Versteht denn keiner dabei, das es hier um Arbeitsplätze geht ???
Auch wenn sich der einzelne " vielleicht " bei Einkäufen was erspart, irgendwann wird er sich nichts mehr kaufen können, oder soll der Staat dann mit Arbeitslosengeld Arbeitslose unterstützen um den Onlinehandel anzukurbeln, weil die ehemaligen Arbeitnehmer des EH keinen Job mehr haben ???
Ganz tolle Entwicklung und die Politiker / EU bzw. Finanzminister schauen zu, wie die großen in der Online-Liga keine Steuern " hier " bezahlen, aber viele Steuerzahler Arbeitslos machen.
Auch wenn es jetzt vielleicht nett ausschaut, GUT ausgehen kann das nicht.

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