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E-Commerce

E-Commerce-kreativ: 4 richtig pfiffige Ideen, die den Handel voranbringen

    E-Commerce-kreativ: 4 richtig pfiffige Ideen, die den Handel voranbringen

Dieses Terminal errät Schuhgrößen. (Foto: Shoepassion.com)

Die Händler in dieser Ausgabe von „E-Commerce-kreativ“ verkaufen Sachen, die gar nicht da sind, erraten Schuhgrößen, lassen in Metern bestellen und rechnen in Kilogramm ab – und schalten den Zoll aus. Oder zumindest den Ärger mit letzterem.

Während des Best-in-E-Commerce-Awards sind uns viele spannende Projekte begegnet, aber nicht nur die Umsetzung der Gewinnerprojekte bieten Inspiration, gerade für Händler ist die eine oder andere kreative Handelslösung aus dem Wettbewerb recht inspirierend. Vier besonders gute Ideen möchten wir euch deshalb hier vorstellen.

Tao Sportswear: Was nicht da ist, wird trotzdem verkauft

(Foto: Tao Sportswear)
Das Pooox-Terminal im Einsatz bei Tao. (Foto: Tao Sportswear)

Klassische Antworten, die keiner mehr hören will: „Wenn es nicht im Regal hängt, haben wir es nicht.“ Stattdessen bietet die Marke Tao Sportswear dem Fachhandel ein Verkaufsterminal an, das den Verkauf von Artikeln, die aktuell nicht auf Lager sind, recht einfach macht: Entweder der Kunde oder der Verkäufer nutzen das Terminal als Beratungsunterstützung. Das Terminal ist mit dem Tao Onlineshop verbunden und ein ausgewählter Artikel kann so vom Kunden oder vom Verkäufer direkt bestellt werden – die Auslieferung übernimmt Tao und der Handel bekommt seine Marge in Form einer Verkaufsprovision direkt von Tao. Finanziert wird das Terminal von Tao und mit einem kleinen Beitrag auch vom jeweiligen Händler.

So kann ein Einkauf im Sportfachgeschäft noch mit Artikeln ergänzt werden, die gar nicht auf Lager sind. Manchmal rettet das auch einen ganzen Warenkorb – wenn es sich um einen entscheidenden Artikel handelt.

Die Lösung im Detail: Das Poox-Terminal von Tao nutzt Gaxsys als E-Commerce-Betriebssystem für die Online-Offline-Integration, OXID eShop, ein Polytouch Kiosk System der Pyramid Computersysteme GmbH, eine Produkt-Beratungslösung der Stilbezirk GmbH & Co KG und die Fäden in der Hand hielt bei der Integration die Jankowfsky AG.

Shoepassion.com: Was nicht passt, wird passend gemacht

(Foto: Shoepassion.com)
Dieses Terminal errät Schuhgrößen. (Foto: Shoepassion.com)

Shoepassion.com ist als reiner Onlinehändler mit einer eigenen Kollektion rahmengenähter Schuhe gestartet, und mit der Zeit kam auch das Filialgeschäft hinzu. Nach der ersten Filiale in Berlin folgte eine Filiale in München und bald können auch die Hamburger bei Shoepassion einkaufen. Neben der für einen Online-Pureplayer immer noch recht ungewöhnlichen Entscheidung einen laden zu eröffnen, hebt sich Shoepassion auch anderweitig von der Masse ab.

Shoepassion bietet seinen Kunden eine  Lösung für einen der nervigsten Punkte beim Schuhkauf: Die Größenauswahl. Einfach in den Laden spazieren und mit der Hilfe eines Touchscreens im Geschäft Schuhe auswählen und probieren. Das Terminal bei Shoepassion zeigt dem Kunden während der Anprobe welche Artikelvarianten im Laden vorhanden sind und reagiert zum Beispiel auf die Kundenbewertungen zur Passgenauigkeit eines Schuhs. Die POS-Lösung zeigt dem Kunden dann nur noch Artikel, die mit hoher Wahrscheinlichkeit auch passen werden. Dazu werden im Hintergrund vorab Maßtabellen mit den zu erwartenden Abweichungen mit einbezogen.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Der Kunde findet schneller zu einem passenden Artikel, das Terminal zeigt noch Artikel an, die zu dem ausgewählten Artikel passen können und erfüllt so auch noch die Crosselling-Aufgabe. Und so gewonnene Datenmaterial kann im Hintergrund zur Optimierung der gespeicherten Maßangaben verwendet werden.

Die Lösung im Detail: Die POS-Lösung stammt aus dem Hause Phizzard und besteht aktuell aus einem 19 Zoll großen Touchscreen mit integriertem Barcodescanner (für Endkunden: entweder für eine Umkleidekabine oder eine Schuhlösung), einem Tablet mit der darauf installierten Phizzard-App für den Verkäufer und einem per Bluetooth verbundenen Handscanner, einem 40 Zoll Monitor zur Anzeige des Bringservice-Status und einem Miniserver, der per VPN an das Phizzard-Rechenzentrum angeschlossen ist und gleichzeitig mit den Geräten im Store kommuniziert.

Layer Großhandel: Individuelle Bedürfnisse lassen sich auch standardisiert abwickeln

(Screenshot: Layer)
Auch auf sehr flexible Kundenwünsche im Großhandel lässt sich im E-Commerce eingehen. (Screenshot: Layer)

B2B-E-Commerce ist manchmal schwierig. So mancher Großhändler ruht sich ganz gerne darauf aus, dass er keine standardisierten Produkte führt oder dass sein Angebot schwer standardisierbar wäre. Ganz anders läuft das bei Layer Grosshandel, die sich mit einem Sortiment von rund 200.000 Artikeln auf Handwerkerbedarf spezialisiert haben.

Ein kleiner Handwerker braucht nicht immer eine komplette Verpackungseinheit und kauft auch nicht immer seine Stahlprofile exakt in der werkseitig ausgelieferten Länge. Layer bildet die Vorteile, die ein klassischer Großhandel vor Ort anbieten kann, auch online ab. Der Shop denkt mit und rechnet Bestellungen von Stahlvierkant-Stangen, die in Meter angegeben sind, automatisch auf die Berechnungsgrundlage Kilogramm um. Braucht der Handwerker vier Meter Profile, ausgeliefert werden aber werkseitig nur Drei-Meter-Profile, dann muß der Handwerker keine sechs Meter einkaufen, sondern bekommt vier Meter – und den Anschnitt als Zuschlag berechnet. Die 1000-Schrauben-Packung braucht es für das aktuelle Projekt nicht? Dann können Handwerker auch 200 Schrauben bekommen – und der Shop berechnet einen Anbruchzuschlag.

Die Lösung im Detail: Der es:shop von ElectronicSales, die Warenwirtschaft eNVenta von Nissen & Velten, die Umsetzung wurde ebenfalls von ElectronicSales übernommen.

Venus.com: Schluss mit dem Theater beim Zoll

(Screenshot: Venus.com)
E-Commerce über Grenzen hinweg: Klein und unscheinbar verbirgt sich die Innovation hier in der simplen Option „International“ und dem eingeblendeten Erklärtext. (Screenshot: Venus.com)

Schon mal etwas in den USA bestellt? Das kann zum Spießrutenlauf werden, denn nach der Bestellung beginnt der Zollwahnsinn. Die Einfuhrumsatzsteuer von 19 Prozent ist noch die geringste Hürde, die der Kunde hierbei nimmt. Unter Umständen muss mit dem Zollbeamten noch ausdiskutiert werden, wieviel die Sendung wert ist und in welche Produktkategorie die Bestellung fällt. Der Fashion-Onlineshop Venus.com erspart seinen Kunden derartiges Theater. Der Kunde zahlt die Steuern und Gebühren direkt zusammen mit der Bestellung an Venus und bekommt seine Lieferung ohne Theater beim Zoll dann ganz bequem nach Hause geliefert. Möglich macht das ein Startup aus Deutschland, mit dem Venus.com seit kurzem zusammenarbeitet: Die Hermes-Tochter Borderguru, die diesen Dienst zukünftig auch für deutsche Händler anbieten will.

Die Lösung im Detail: Borderguru ist eine Kombination aus Logistik-Dienstleister, einem Zahlungsabwicklungssystem, Zoll-Abwicklung und Paketdienst: Borderguru kalkuliert für den Endkunden beim Checkout im Onlineshop die anfallenden Gebühren und Zölle und ermöglicht so einen transparenten Preis, weil Kunden nachträglich keine zusätzlichen Kosten entstehen. Der kalkulierte Betrag wird im Checkout ausgewiesen und über das Payment-Gateway von Borderguru in einer lokalen Zahlungsmethode abgewickelt. Der Kunde erhält sein Paket dann ohne Probleme bei der Zollabwicklung. Die Zollabwicklung beinhaltet neben dem Begleichen der Zölle und Gebühren ebenfalls die händlerseitig notwendigen Deklarationen sowie das Beheben eventuell auftauchender Probleme.

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1 Reaktionen
Tressa
Tressa

Was für mich auch von großer Bedeutsamkeit ist: Shops müssen sich gut verkaufen und da reicht es nicht, dass man gekünstelte Bilder von Produkten in die Shops einbaut, sondern Menschen als Models hernimmt und sie stilvoll in Szene setzt. Schaut doch mal hier als Beispiel die Bilder unter http://www.comma-store.de/damen/kleider/casual/co_kl_casual,default,sc.html an. Die Frauen nehmen verschiedene Formen von Körperhaltungen an und beim Scrollen mit der Maus auf das Bild wird das Produkt nochmal gezeigt. Das sollte Standard für viele gute Shops sein.

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