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E-Commerce-Desaster: Verdi bestreikt Amazon auch an Heiligabend [Update]

E-Commerce-Desaster: Verdi bestreikt Amazon auch an Heiligabend [Update]

Verdi bestreikt auch weiterhin mehrere Amazon-Standorte. Der Ausstand soll bis zum 24. Dezember 2014 fortgesetzt werden.

E-Commerce-Desaster: Verdi bestreikt Amazon auch an Heiligabend [Update]

Amazon im Weihnachtsgeschäft. (Bild: Amazon)

Update vom 23. Dezember 2014: Im Tarifkonflikt zwischen Verdi und gibt es nach wie vor keine Einigung. Die Gewerkschaft setzt ihren Streik daher bis zum 24. Dezember fort. Laut Gewerkschaftsangaben sollen 2.000 Mitarbeiter an dem Ausstand beteiligt sein. Insgesamt arbeiten etwa 20.000 Menschen zur Vorweihnachtszeit für den Versandriesen. Wie Verdi mitteilte, wird seit gestern dem 22. Dezember 2014 auch der französische Amazon-Standort in Chalon-sur-Saône bestreikt.

Verdi: Streik trifft Amazon im Weihnachtsgeschäft

Gleich an fünf Standorten und für drei Tage sind Beschäftigte bei am heutigen Montag in den Ausstand getreten. Betroffen sind die Amazon-Versandhandelszentren Bad Hersfeld (Hessen), Leipzig (Sachsen), Graben (Bayern), Rheinberg und Werne (beide NRW). Die Arbeitsniederlegungen sollen bis Mittwoch (17. Dezember 2014) bis zum Ende der Spätschicht andauern.

Amazon: Verdi will E-Commerce-Riesen mit Streiks im Weihnachtsgeschäft unter Druck setzen. (Bild: Amazon)
Amazon: Verdi will E-Commerce-Riesen mit Streiks im Weihnachtsgeschäft unter Druck setzen. (Bild: Amazon)

Mit dem Streik mitten im umsatzträchtigen Weihnachtsgeschäft will Verdi den Druck auf den E-Commerce-Konzern erhöhen, damit dieser Tarifgespräche zu Bedingungen im Einzelhandel aufnimmt. Amazon sieht sich hingegen als Logistikunternehmen und lehnt Verhandlungen ab.

„Amazon weigert sich weiterhin kategorisch, das Recht der Beschäftigten auf einen Tarifvertrag anzuerkennen und hält Gewerkschaften für überflüssig“, erklärte Stefanie Nutzenberger, Verdi-Bundesvorstandsmitglied und zuständig für den Handel. Die Beschäftigten würden sich gegen „Amazons Blockadehaltung“ in Sachen Arbeitsbedingungen wehren. Die Streiks richteten sich nicht gegen die Kunden, heißt es.

Amazon: „Päckchen kommen pünktlich an“

Amazon zeigte sich ob des Ausstands gelassen. Die bestellten Päckchen würden trotz des Streiks an den deutschen Standorten pünktlich ankommen, ließ das Unternehmen die Kunden wissen. Amazon verlässt sich dabei offenbar auf sein europäisches Logistiknetzwerk.

Bereits seit Mai 2013 setzen sich Amazon-Beschäftigte mit Streiks und vielfältigen Protestaktionen gegen ihre Arbeitsbedingungen zur Wehr. Auch im Weihnachtsgeschäft 2013 haben Amazon-Mitarbeiter an insgesamt drei Standorten für mehrere Tage gestreikt.

via www.golem.de

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7 Antworten
  1. von harconmediacon am 16.12.2014 (11:07 Uhr)

    Genau davor habe ich mehrfach gewarnt, unlängst in diesem Artikel ( http://www.acommerce-team.at/gastkommentar-nachhaltige-logistik-fuer-nachhaltiges-ecommerce/ ) zu Nachhaltigkeit im e-Commerce bzw. in der Logistik. Denn was man mit der Ausbeutung der scheinselbständigen Lieferanten einspart, zahlt man an Gewinn, Kundenzufriedenheit und Image doppelt und dreifach zurück. Aber manche wissen es ja besser und dann passiert das. SSKM sag ich da nur zu amazon.

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  2. von Carsten am 16.12.2014 (12:01 Uhr)

    Für mich sieht das ganze nach abgekartetem Spiel aus. Amazon zahlt irgendwem bei Verdi ordentlich Geld dafür, dass man diese Nachricht möglichst breit medial streut: "Es wird gestreikt! Kauft jetzt noch schnell vor Weihnachten bei Amazon, damit Euer Paket auch rechtzeitig zum Fest ankommt!". Die paar Leute, die dann im Endeffekt wirklich streiken, fallen nichtmal auf... Ich glaube selbst mit Krankheits- und Urlaubsstand fehlen meistens mehr Leute, als die paar, die streiken. Wirklich mal wieder sehr perfekte PR für und von Amazon. Haben die das im letzten Jahr nicht auch schon so gemacht? Ich glaube sogar zur exakt selben Zeit. Letztes Jahr haben dann in einem "Logistik"-Zentrum ganze zwanzig Leute gestreikt. Chapeau, an die Amazon PR-Abteilung!

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    • von hdhdhdbdh am 16.12.2014 (14:08 Uhr)

      Stimmt, Amazon profitiert davon, dass sie wegen schlechter Bezahlung in den Medien gebrandmarkt werden und viel Geld für die Umlagerung und den Versand aus der Volksrepublik Polen aufbringen müssen, nur damit sie ihren Bekanntheitsgrad von 95% auf 96% steigern. Macht Sinn.

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    • von Thomas D. am 24.12.2014 (11:52 Uhr)

      Also ich habe tatsächlich Amazon von meiner Geschenke-Lieferanten-Liste gestrichen, weil ich nicht sicher war, ob alles noch ankommt. Dass die es doch im Griff hatten, habe ich erst später mit bekommen. Egal - die werden schon nicht pleite gehen.

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  3. von Alles geht gut am 23.12.2014 (14:54 Uhr)

    Man kann ja auch ein paar mehr Saison-Arbeiter einstellen als man ohne Streik gemacht hätte.
    Ausserdem ist der Verpacken auch nur ein Teil der Kette.
    Wenn in den Lagern, bei den Vor-Lieferanten ("Supply-Chain") und bei der Post keiner streikt, kann Amazon das Problem vermutlich recht leicht umgehen.
    Störender wären vielleicht Monate wo kaum Semesterferien sind und weniger Saison-Arbeiter zur Verfügung stehen.

    Auch motiviert das manche, auf Prime umzusteigen. Non-Prime-Kunden wie ich kriegen ihre Pakete dann halt einen Tag später eingepackt.
    Allerdings war Hermes einen Tag schneller als sonst und ich konnte eine Bestellung schon letzten Sonntag in der Tankstelle abholen.

    Ich als NonPrime-Kunde habe sogar das Gefühl das aktuell alles etwas besser flutscht und einen Tag früher kommt als sonst. Bei Ebay und Amazon, Post und Hermes.

    In den USA waren die Lieferanten (UPS usw.) letztes Jahr wohl sehr überlastet. Dort waren die Verzögerungen möglicherweise spürbarer als hier..

    In den USA gabs letzten Jahr einen großen Shift auf Online-Bestellungen. Die Kunden-Autos standen beispielsweise im Durchschnitt deutlich kürzer vor den Einkaufs-Tempeln als früher zum Weihnachts-Geschäft.
    Hier ist Online vielleicht immer noch weniger verbreitet oder die Lieferketten kürzer weil das Land kleiner ist und das Wetter harmloser ist.


    Davon abgesehen sind "Päckchen" und Pakete zu unterscheiden. "Päckchen" sind wohl wenig oder gar nicht versichert und können im Hausflur abgelegt werden. Bei Paketen muss man unterschreiben. Foto mit der Handy-Cam wäre mir gegen Paket-Diebe lieber.

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  4. von NikolaiShulgin.Bitrix24 am 24.12.2014 (17:47 Uhr)

    Faktisch hat der Streik ja kaum für Einschränkungen bei der Auslieferung der Waren gesorgt. Allerdings ist es fragwürdig, dass ein Unternehmen wie Amazon, das jede Mittel hat, um vernünftig mit der Handhabung der Logistik umzugehen, nichts unternimmt um die Arbeitsbedingungen von Amazon-Mitarbeitern weltweit (nicht nur da, wo es gesetzlich vorgeschrieben ist) zu standardisieren. Da die Logistikbranche insgesamt von derartigen Problemen betroffen ist (siehe Zalando oder Mercedes) wird es letztlich wohl Aufgabe der Politik sein.

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