von , 21.01.2010

E-Reader: Amazon will den Kindle für Entwickler öffnen, eigener App Store geplant

Amazon hat ein Software Development Kit (SDK) für seinen E-Reader Kindle angekündigt. Damit soll es für Entwickler schon bald möglich sein, Anwendungen zu programmieren, die dem Kindle neue und vor allem auch aktive Formen von Content beibringen. War der Kindle bisher ein reiner E-Reader, so könnte er jetzt zu einer Art „Tablet-Light“ werden.

Aktive Inhalte wie Echtzeit-Wettervorhersagen oder auch einfache Spiele wie die beliebten Sudoku-Zahlenrätsel werden auf dem wohl schon bald zum Alltag gehören. Finden kann man sie dann im Kindle Store, in dem momentan auch schon die E-Books, Magazine, Zeitungen und Blogs bezogen werden können.

kindle2
Der Kindle 2 von Amazon

Neue Möglichkeiten mit engen Grenzen

Die Möglichkeiten der neuen Apps sind allerdings alles andere als grenzenlos. Neben den Beschränkungen, die die limitierte Hardware mit sich bringen, kommen auf die Entwickler weitere, von vorgegebene, Grenzen hinzu. Möchte man beispielsweise eine kostenlose Anwendung anbieten, so darf sie nicht größer als 1 MByte sein und nicht mehr als 100 KByte Datenvolumen pro Monat über kabellose Verbindungen empfangen. Hier machen sich die im Vergleich zu den Smartphones fehlenden Volumenpakete für den Datentransfer bemerkbar. Amazon berechnet keine Gebühren für die Übertragung von Daten und ist daher auf eine Limitierung angewiesen, um die Kosten nicht in die Höhe zu treiben.

Auch für Bezahl-Apps, für die der Käufer einmalig zahlen muss, gelten die 100 KByte pro Monat. Sie dürfen allerdings bis zu 100 MByte groß sein. Als drittes Modell sind von Amazon auch Anwendungen mit Abonnements vorgesehen. Für Abo-Apps berechnet Amazon dann 0,15 US-Dollar pro MByte Datenvolumen.

Kindle vs Tablets - Amazon vs Apple?

Zunächst wird das Kindle SDK nur für ausgewählte Entwickler bereitgestellt, die im Laufe des Jahres dann erste Anwendungen in den Kindle Store bringen sollen. Ob sich der Kindle damit dann für den Wettbewerb mit den kommenden Tablets ausreichend und rechtzeitig positioniert hat, darf bezweifelt werden. Die erwartete Funktionsvielfalt der neuen Geräte-Generation dürfte die Fähigkeiten der E-Reader weit übertreffen. Und vermutlich werden die E-Books auch für die Hersteller der Tablets als ein lukrativer Markt angesehen. Sollten sich beispielsweise die Gerüchte um ein Apple-Tablet bestätigen, kann man von einem ausgereiften Produkt ausgehen, bei dem Anwendungen an Bord sind, die für den Kindle erst noch entwickelt werden müssen.

Amazon könnte hier mit Apple einen großen Konkurrenten auf dem E-Book-Markt bekommen. Das Unternehmen aus Cupertino besitzt mit iTunes bereits die Infrastruktur, um einen eigenen E-Book-Vertrieb aufzustellen. Passen könnte dazu auch die Übernahme von Lala , einem Streaming-Service für Musik. Die Gerüchte über einen auf der Technologie von Lala basierenden Cloud-Service von iTunes würden auch gut zu einem neuen Geschäftsfeld passen: E-Books.

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Eine Antwort

  1. von Daniel 21.01.2010 (17:37Uhr) 1.

    Ich hoffe txtr (http://txtr.com/) kommen mit ihrem Reader mal langsam in die Gänge. Dort soll es eine offene API im Reaktor geben: http://txtr.com/reaktor/
    Ansonsten, auch wieder eine interessante Entwicklung. Wann kommt denn der AmazonPod? ;-) Da kann man doch auch Musik kaufen, nicht?!

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