Vorheriger Artikel Nächster Artikel

Ecommerce: Pixazza platziert Werbung auf Fotos

Hallo Werbetreibende! Wäre es nicht prima, könnte man auch in Bilder Werbebotschaften einblenden? Immerhin ist das in Texten bereits seit Jahren in Form von etabliert und seit relativ kurzer Zeit bei YouTube auch für Videos, wenn auch bislang nur in kleinerem Umfang, realisiert. Während man sich kontextsensitive im Textumfeld ohne weiteres vorstellen kann, wird das bei Videos schon schwieriger. Soll man sich allerdings vorstellen, echte kontextsensitive Werbung würde auf Bilder projiziert werden, stellt sich relativ unverzüglich die Frage nach dem Algorithmus, der sowas leisten soll. Pixazza arbeitet ganz ohne Algorithmus, dafür mit jeder Menge Manpower...

Ecommerce: Pixazza platziert Werbung auf Fotos

Pixazza – der Faktor Mensch soll es richten

Pixazza ist ein 2008 gegründetes Unternehmen mit Sitz im kalifornischen Mountain View. Es ist immer noch in privater Hand, kann dabei jedoch eine Menge namhafter Kapitalgeber als Unterstützer vorweisen. Unter anderem beteiligte sich Google Ventures am Startup, aber auch CMEA Capital sieht Perspektiven im Vermarkter für Werbeflächen auf Fotos. Knappe 6 Millionen Dollar konnte man in der ersten Finanzierungsrunde einsacken. Das Pixazza-Konzept verstand offenbar zu überzeugen. Dabei ist das Konzept durchaus mit berechtigten Fragezeichen zu versehen, denn es funktioniert so:

  • Interessierte Werbeplatzanbieter bauen ein Javascript in ihre Seiten, wodurch Pixazza darüber unterrichtet wird, dass Bilder zur Werbeplatzierung bereit gestellt wurden.
  • “Mitarbeiter” des Vermarkters, sog. Experts, sichten nun die Bilder und ordnen manuell Werbeanzeigen zu, indem sie kleine Icons unterschiedlicher Form und Größe auf die Bilder tackern. (Nicht jeder Fotograf wird freudig Luftsprünge machen, wenn er seine Bilder dermaßen verziert zu Gesicht bekommt.)
Pixazza: Werbevermarkter für Bildflächen

Aktuell fokussiert man sich auf Bilder mit hohem Traffic auf der Seite der Platzanbieter und Produkte aus den Bereichen Fashion und Technologie auf der Seite der Werbekunden. Um Schlagkraft zu gewinnen, versucht man, die Crowd zu aktivieren. Jeder kann sich als so genannter Expert bewerben, um Werbebotschaft und Bild zusammen zu bringen. Bezahlt wird auf Provisionsbasis.

Das folgende Video erläutert das Prinzip:

Die Vorteile liegen auf der Hand. Entsprechend kenntnisreiche Menschen können natürlich wesentlich zuverlässiger den kleinen Bildteil identifizieren, in dem beispielsweise das Samsung Galaxy S2 zu sehen ist, als es ein mathematisch arbeitendes Verfahren je könnte. Außerdem können konzeptbedingt (theoretisch) beliebig viele Werbekunden auf ein und demselben Bild untergebracht werden. Der Mensch hat ja immerhin Fuzzy Logic.

Der Nachteil liegt allerdings ebenso auf der Hand. Menschen können auch in noch so großer, bezahlbarer Zahl keine nennenswerte Abdeckung erreichen. Nur ein verschwindend geringer Teil der im Netz befindlichen Bilder kann auf solche Weise mit Werbung versehen werden. Und es ist ja nicht so, dass man diese Erfahrung nicht bereits gemacht hätte. Yahoo ist als handverlesenes Directory gestartet. Was ist davon übrig?

Pixazza: Der kleine Ausschnitt eines großen Ganzen führt nicht zu Flächendeckung

Der Faktor Mensch kann zwar für Qualität sorgen und eine vernünftige Auswahl treffen. Das trifft jedoch nur da zu, wo Menschen in der Lage sind, ein Angebot insgesamt zu überblicken und auszuwerten. Kann man nur einen kleinen Ausschnitt betrachten, kann man auch nur innerhalb dieses kleinen Ausschnitts qualifiziert auswählen.

Man stelle sich vor, würde per Hand zugeordnet. Sicherlich würde bisweilen die Qualität besser sein. Andererseits würde höchstens noch ein einstelliger Prozentsatz an Werbung bezogen auf die derzeitigen Adsense-Einblendungen übrig bleiben.

Ich sehe daher für das Pixazza-Konzept eine schwierige Zukunft. Google sieht das offenbar anders, hat aber auch schon daneben gelegen. Man erinnere sich zum Beispiel an Jaiku und andere. Andererseits ist Pixazza ein kleines Unternehmen und muss nur ausreichend Umsatz machen, um überleben zu können. So bringt man zwar nicht das nächste Adsense hervor, prima leben lässt es sich wahrscheinlich aber so auch...

Das Ursprungsbild: Erstaunlich passend für erstaunlich viel Werbung.
Das gleiche Bild, nachdem sich die Experts damit beschäftigt haben

Der Betrachter hovert über die Icons, die Werbebotschaft drängt sich nach vorn. Workaround: Nicht über die Icons hovern.
NEU: Lass dir diesen Artikel vorlesen
Ein Service von t3n, in Kooperation mit Narando.
Vorheriger Artikel Zurück zur Startseite Nächster Artikel
Eine Antwort
  1. von Robert Mischuda am 19.07.2011 (19:15 Uhr)

    Grausam, einfach grausam. Als Webdesigner und Illustrator eine absolute Horrorvorstellung.

    Antworten Teilen
Deine Meinung

Bitte melde dich an!

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar schreiben zu können.

Jetzt anmelden

Mehr zum Thema Google AdSense
Experten im Gespräch: Erfolgsfaktoren im E-Commerce und Handel
Experten im Gespräch: Erfolgsfaktoren im E-Commerce und Handel

Setzen sich Geschäftsführer erfolgreicher Marken und Onlineshops mit Branchenexperten zusammen, lohnt sich das Zuhören. Beim Experten-Panel des diesjährigen etailment Summit ging es unter anderem … » weiterlesen

Rakuten Expo 2014: Das gibts neues bei Rakuten und im E-Commerce [Ticketverlosung]
Rakuten Expo 2014: Das gibts neues bei Rakuten und im E-Commerce [Ticketverlosung]

Am 21. Juni findet in Berlin die Rakuten Expo 2014 statt. Dabei dreht sich alles um aktuelle Neuerungen beim Online-Marktplatz Rakuten und allgemein im E-Commerce. » weiterlesen

Content-Monetarisierung mit Runashop: Konversionswunder oder Affiliate-Schleuder?
Content-Monetarisierung mit Runashop: Konversionswunder oder Affiliate-Schleuder?

Blogger und Betreiber redaktioneller Webseiten stehen angesichts sinkender Werbeerlöse vor der Frage: Wie kann ich meinen Content und den damit verbundenen Traffic auch ohne Google AdSense … » weiterlesen

Kennst Du schon unser t3n Magazin?

t3n 37 jetzt kostenfrei probelesen! Alle Inhalte des t3n Magazins Diesen Hinweis verbergen