Pixazza – der Faktor Mensch soll es richten
Pixazza ist ein 2008 gegründetes Unternehmen mit Sitz im kalifornischen Mountain View. Es ist immer noch in privater Hand, kann dabei jedoch eine Menge namhafter Kapitalgeber als Unterstützer vorweisen. Unter anderem beteiligte sich Google Ventures am Startup, aber auch CMEA Capital sieht Perspektiven im Vermarkter für Werbeflächen auf Fotos. Knappe 6 Millionen Dollar konnte man in der ersten Finanzierungsrunde einsacken. Das Pixazza-Konzept verstand offenbar zu überzeugen. Dabei ist das Konzept durchaus mit berechtigten Fragezeichen zu versehen, denn es funktioniert so:
- Interessierte Werbeplatzanbieter bauen ein Javascript in ihre Seiten, wodurch Pixazza darüber unterrichtet wird, dass Bilder zur Werbeplatzierung bereit gestellt wurden.
- “Mitarbeiter” des Vermarkters, sog. Experts, sichten nun die Bilder und ordnen manuell Werbeanzeigen zu, indem sie kleine Icons unterschiedlicher Form und Größe auf die Bilder tackern. (Nicht jeder Fotograf wird freudig Luftsprünge machen, wenn er seine Bilder dermaßen verziert zu Gesicht bekommt.)
Aktuell fokussiert man sich auf Bilder mit hohem Traffic auf der Seite der Platzanbieter und Produkte aus den Bereichen Fashion und Technologie auf der Seite der Werbekunden. Um Schlagkraft zu gewinnen, versucht man, die Crowd zu aktivieren. Jeder kann sich als so genannter Expert bewerben, um Werbebotschaft und Bild zusammen zu bringen. Bezahlt wird auf Provisionsbasis.
Das folgende Video erläutert das Prinzip:
Die Vorteile liegen auf der Hand. Entsprechend kenntnisreiche Menschen können natürlich wesentlich zuverlässiger den kleinen Bildteil identifizieren, in dem beispielsweise das Samsung Galaxy S2 zu sehen ist, als es ein mathematisch arbeitendes Verfahren je könnte. Außerdem können konzeptbedingt (theoretisch) beliebig viele Werbekunden auf ein und demselben Bild untergebracht werden. Der Mensch hat ja immerhin Fuzzy Logic.
Der Nachteil liegt allerdings ebenso auf der Hand. Menschen können auch in noch so großer, bezahlbarer Zahl keine nennenswerte Abdeckung erreichen. Nur ein verschwindend geringer Teil der im Netz befindlichen Bilder kann auf solche Weise mit Werbung versehen werden. Und es ist ja nicht so, dass man diese Erfahrung nicht bereits gemacht hätte. Yahoo ist als handverlesenes Directory gestartet. Was ist davon übrig?
Pixazza: Der kleine Ausschnitt eines großen Ganzen führt nicht zu Flächendeckung
Der Faktor Mensch kann zwar für Qualität sorgen und eine vernünftige Auswahl treffen. Das trifft jedoch nur da zu, wo Menschen in der Lage sind, ein Angebot insgesamt zu überblicken und auszuwerten. Kann man nur einen kleinen Ausschnitt betrachten, kann man auch nur innerhalb dieses kleinen Ausschnitts qualifiziert auswählen.
Man stelle sich vor, Adsense würde per Hand zugeordnet. Sicherlich würde bisweilen die Qualität besser sein. Andererseits würde höchstens noch ein einstelliger Prozentsatz an Werbung bezogen auf die derzeitigen Adsense-Einblendungen übrig bleiben.
Ich sehe daher für das Pixazza-Konzept eine schwierige Zukunft. Google sieht das offenbar anders, hat aber auch schon daneben gelegen. Man erinnere sich zum Beispiel an Jaiku und andere. Andererseits ist Pixazza ein kleines Unternehmen und muss nur ausreichend Umsatz machen, um überleben zu können. So bringt man zwar nicht das nächste Adsense hervor, prima leben lässt es sich wahrscheinlich aber so auch...



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von Ecommerce: Pixazza platziert Werbung auf… 18.07.2011 (20:17Uhr) 1.
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von Robert Mischuda 19.07.2011 (19:15Uhr) 2.
Grausam, einfach grausam. Als Webdesigner und Illustrator eine absolute Horrorvorstellung.