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Software & Infrastruktur

Edward Snowden auf der CeBIT: Ein Stargast, der keiner sein will

    Edward Snowden auf der CeBIT: Ein Stargast, der keiner sein will

Edward Snowden auf der CeBIT in Hannover (Bild: Luca Caracciolo)

Edward Snowden zu Gast in Hannover auf der CeBIT – oder besser gesagt: per Live-Schaltung aus Russland. Denn noch immer sitzt der Whistleblower im Exil ohne Aussicht auf Rückkehr in die USA. Mit dabei: Glenn Greenwald, der Snowden half, die NSA-Dokumente publik zu machen. Was hatte Snowden dem CeBIT-Publikum zu sagen? Vor allem eins: Dass er nicht wichtig ist.

Es war nicht der erste Auftritt des wohl wichtigsten Whistleblowers unserer Zeit: Bei der SXSW in Austin beispielsweise sprach er bereits zwei Mal. Und jetzt also auch auf den Global Conferences der CeBIT: Edward Snowden als Stargast. Und hier liegt auch so ein wenig die Problematik des gestrigen Auftritts: Edward Snowden ist kein Star. Er hat das auch im Gespräch mit Brent Goff, der durch die Global Conferences führt, mehrfach erklärt: „Es geht nicht um mich und mein Schicksal, es geht um die Sache, um das, was Geheimdienste weltweit tagtäglich tun.“

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Edward Snowden im Gespräch mit Global-Conferences-Moderator Brent Goff: „Es geht nicht um mich, es geht um die Sache.“(Bild: Luca Caracciolo)

Seine Person, seine ganze Ausstrahlung unterstreichen diese Haltung. Snowden schaut zum Publikum, aber auch immer wieder weg. Er wirkt fast schüchtern, scheint die Distanz zwischen ihm und sein Publikum geradezu zu brauchen. Doch offensichtlich kommt das bei Moderator Goff nicht ganz an. Der fragt nämlich immer wieder nach persönlichen Dingen: Ob Snowden denn nicht wieder in die USA will, wie er es finde, dass er in seiner Heimat vermutlich nicht mal einen fairen Prozess erwarten dürfte, ob er von Deutschland enttäuscht sei, weil ihm Angela Merkel kein Asyl gewährt, ob er um sein Leben bange.

Alles schön und und gut und solche Fragen kann man ja auch stellen, wenn man mit jemanden wie Snowden einen ganzen Tag verbringt. Aber eine halbe Stunde auf einer IT-Konferenz? Wenn es keine neue Enthüllungen gibt – und davon war auszugehen, schließlich nutzt Greenwald mittlerweile seine eigene Plattform „The Intercept“ öffentlichkeitswirksam dafür – warum dann nicht mehr in die Zukunft blicken? Etwa: Was Snowden glaube, wie die Entwicklung bezüglich des Überwachungsskandals politisch und ökonomisch weitergeht? Wie IT- und Software-Unternehmen in Zukunft agieren müssen? Was sie tun können, um den verheerenden Vertrauensverlust der Nutzer und Geschäftskunden wieder zu gewinnen?

Edward Snowdens Auftritt auf den Global Conferences (Foto: Luca Caracciolo)
Edward Snowdens Auftritt auf der Cebit: Er wirkt schüchtern, schaut oftmals nach unten.  (Bild: Luca Caracciolo)

Wenigstens zum Abschluss der Live-Schaltung ein wenig mehr Substanz – dann fragt Goff nämlich, was Snowden denn seinem Publikum mitgeben will: „Wir reden viel über den Verlust der Privatsphäre und Überwachung. Dabei vergessen wir oftmals vor allem eines: Ohne den Angriff auf die Infrastruktur des Internets wäre die Überwachung in dem uns bekannten Ausmaß nicht möglich.“

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Er spricht ein Technologie-Publikum an, das sein Geld damit verdient, Dienstleistungen auf Basis moderner Cloud-Technologien anzubieten. Ein Publikum, das gehörig etwas dagegen haben sollte, wenn die Infrastruktur ihrer Geschäftslösungen Adressat von unzähligen Angriffen und Hacks ist. „Die NSA greift gezielt Menschen an, die Zugriff auf wichtige IT-Systeme und kritische Infrastrukturen haben. Das müssen wir, das müsst ihr verhindern. Wir brauchen Verschlüsselungstechnologien, die einfach anzuwenden und von jedem einsetzbar sind.“

Gewiss keine neue Gedanken, aber ein Ausblick von jemandem, der nicht über sich sprechen will, sondern über die Zukunft.

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2 Reaktionen
Oliver H.

Auf welchem CCC-Kongress hat Snowden gesprochen? Ich war auf den letzten drei, da war er niemals zugeschaltet. Das hätte ich mitbekommen.

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Luca Caracciolo

Hi Oliver. Danke für den Hinweis, habe es korrigiert. Ich hatte im Gedächtnis, dass er bei dem 30C3 gesprochen hat (2013), aber das war tatsächlich nur Glenn Greenwald.

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