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Ein Zeichen gegen Überwachung: Edward Snowden ist für den Friedensnobelpreis nominiert

Ein Zeichen gegen Überwachung: Edward Snowden ist für den Friedensnobelpreis nominiert

ist ein zweites Mal für den Friedensnobelpreis nominiert. Im Falle der Auszeichnung, wäre die Vergabe an den Whistleblower ein klares Zeichen gegen staatliche Überwachung.

Ein Zeichen gegen Überwachung: Edward Snowden ist für den Friedensnobelpreis nominiert

Edward Snowden. (Foto: Flickr-PM Cheung / CC BY 2.0)

Snowden-Enthüllungen: Vertrauen und Transparenz zu neuen Leitprinzipien in Sicherheitsfragen

Edward Snowden: „Ich habe dem öffentlichen Wohl gedient“. (Screenshot: YouTube)
Edward Snowden: „Ich habe dem öffentlichen Wohl gedient“. (Screenshot: YouTube)

Edward Snowden ist von der Sozialistischen Linkspartei Norwegens (SV) erneut für den Friedensnobelpreis nominiert worden. Zwei Parteienmitglieder haben den US-amerikanischen Whistleblower am Mittwoch offiziell vorgeschlagen. Zur Begründung hieß es: „Die öffentliche Debatte und die politischen Veränderungen, die auf seine Enthüllungen folgten, haben zu einer stabileren und friedlicheren Weltordnung beigetragen. Sein Tun hat dazu geführt, dass Vertrauen und Transparenz wieder zu Leitprinzipien in Sicherheitsfragen wurden.“

Die Liste der Enthüllungen, die Edward Snowden veröffentlicht hat, liest sich lang – und wird vermutlich auch in den kommenden Wochen und Monaten noch um weitere Punkte ergänzt werden. Zum einen hat er geheimes Wissen zu den technischen Methoden der globalen Überwachung durch die Five-Eyes und ihre Partner freigegeben – darunter Informationen zu Spähprogrammen wie Prism, Tempora oder XKeyscore. Zum anderen hat der ehemalige „Booz Allen Hamilton“-Mitarbeiter aufgedeckt, in welche Lebensbereiche, die Totalüberwachung bereits hineinreicht. Laut Edward Snowden wird durch die Nachrichtendienste die Online-Kommunikation über E-Mail und Soziale Netzwerke sowie Transaktionen und Surfgewohnheiten von Milliarden Menschen anlasslos und flächendeckend aufgezeichnet. Zudem erhärtet sich der Verdacht, dass unter anderen die NSA massiv Wirtschaftsspionage – auch gegenüber deutschen Unternehmen – betreibt.

Nominierung von Edward Snowden für den Friedensnobelpreis stößt auf breiten Zuspruch

Der Friedensnobelpreis ist eine Kategorie, des von dem schwedischen Erfinder und Industriellen Alfred Nobel gestifteten Nobelpreis. Die Kandidaten können noch bis zum 1. Februar nominiert werden. Das Komitee zur Vergabe des Friedensnobelpreises besteht aus fünf Personen. Diejenigen werden vom norwegischen Parlament ausgewählt und für den Zeitraum von sechs Jahren ernannt. Die Vergabe des Friedensnobelpreises findet jedes Jahr am 10. Dezember in der norwegischen Hauptstadt Oslo statt.

„Snowden-Nominierung: Vertrauen und Transparenz zu neuen Leitprinzipien in Sicherheitsfragen“

Ob Edward Snowden im Falle einer Auszeichnung, den Friedensobelpreis persönlich entgegennehmen kann, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch fraglich. Der Whistleblower genießt noch bis zum Sommer dieses Jahres Asyl in Russland. Was nach diesem Zeitpunkt mit Snowden passiert ist bislang völlig unklar. Menschen auf aller Welt drängen dazu, dass dem Mann in einem anderen Staat wie Deutschland oder Brasilien Asyl gewährt wird – jüngst hat beispielsweise eine Petition für Aufsehen gesorgt, die die Millionen Marke geknackt hat. Die jeweiligen Regierungen zögern jedoch noch – vermutlich aus Angst die Beziehungen zu den USA zu beschädigen.

Sollte Edward Snowden den Friedensnobelpreis erhalten, wäre dies ein deutliches und unverkennbares Zeichen dafür, dass das Gebaren der USA und seiner Partner – trotz ihrer politischen und wirtschaftlichen Übermacht – von der Gesellschaft nicht geduldet werden. Er muss sich gegen 250 weitere Nominierte behaupten.

via netzpolitik.org

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5 Antworten
  1. von David Huss am 30.01.2014 (10:50 Uhr)

    "Symbolische Schelte"? Wisst ihr wer noch für den Friedensnobelpreis nominiert war? Adolf Hitler.
    Nominierungen bedeuten gar nichts.. Trotzdem würde es mich natürlich freuen, wenn Snowden den bekommt : )

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  2. von Andi am 30.01.2014 (11:07 Uhr)

    Obama hat auch einen Friedensnobelpreis - will man das damit jetzt ausgleichen?

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  3. von a am 30.01.2014 (13:22 Uhr)

    Seitdem der Friedensnobelpreis an Obama und der EU verliehen wurde und 2013 eine Firma gegenüber Malala und Snowden bevorzugt wurde, ist sie nicht mehr Ernst zu nehmen.

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  4. von Der NetzBlogger am 30.01.2014 (15:42 Uhr)

    Wenn Obama einen Friedens-Nobelpreis bekommt, dann hat ihn Snowden doch auch verdient, oder?

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  5. von Oliver am 30.01.2014 (22:30 Uhr)

    Bin ebenfalls dafür, dass er einen verdient hat. Das ist ja wohl mindestens drin.

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