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Was ist eigentlich Medium.com?

Was ist eigentlich Medium.com?

Wer Lust aufs hat, aber nicht sofort ein eigenes WordPress-Blog aufsetzen kann oder will, für den ist Medium.com eine interessante Alternative. Der Dienst bietet eine qualitativ und optisch sehr hochwertige Plattform für Blogger ohne technisches Hintergrundwissen und überzeugt durch seinen Minimalismus und das gelungene User-Interface. Aber wie funktioniert dieser neue Dienst und wie komme ich in die Beta-Phase?

Was ist eigentlich Medium.com?

Man kennt das – als ambitionierter Internet-User stößt man fast täglich auf Begriffe, die man schon tausendmal gelesen, bei denen man aber noch nie wirklich verstanden hat, was sich dahinter verbirgt. Oder man hat nur eine ungefähre Ahnung, worum es geht und möchte durch das eigene Halbwissen nicht unangenehm auffallen. Wir bringen Licht ins Dunkel und erklären die Begriffe und Plattformen auf leicht verständliche Weise. In der Vergangenheit haben wir uns bereits reddit, Tumblr und GitHub gewidmet. Heute erklären wir euch, was es mit Medium.com auf sich hat.

Geht das nur mir so, oder kann man in den letzten Wochen und Monaten nicht mehr durch das Internet streifen ohne irgendwann auf einen Artikel mit „medium.com“ im Link zu stoßen? Zuerst habe ich mich gar nicht so sehr darum gekümmert, wieso auf einmal viele Artikel, die ich täglich lese, einheitlich aussehen. Aber nach dem gefühlten zwölften Medium-Link in einer Woche habe ich mich dann doch mal mit der Plattform beschäftigt, und mein Halbwissen (irgendwas mit Twitter und Bloggen?!) ergänzt. Dabei habe ich zuerst festgestellt, dass Medium.com voll und ganz seinen Zweck erfüllt hat durch die Tatsache, dass ich mich beim ersten Kontakt zunächst mal mit dem eigentlichen Inhalt beschäftigt habe.

Die Startseite von Medium.com: Aufgeräumt, minimalistisch und übersichtlich. Hier findet man von den Machern ausgesuchte Artikel.
Die Startseite von Medium.com: Aufgeräumt, minimalistisch und übersichtlich. Hier findet man von den Machern ausgesuchte Artikel.

Medium.com: Die Idee dahinter

Die Geschichte und die Idee von Medium.com ist eng mit Twitter verknüpft (und hier hervorragend festgehalten worden). Die Macher von Twitter, die unter dem Namen „Obvious Corp.“ firmieren, waren bzw. sind sich des größten Kritikpunkts von Twitter durchaus bewusst: Die Limitierung auf 140 Zeichen. Deswegen begann Obvious schon früh mit der Suche nach Möglichkeiten, um Nutzern auch längere Beiträge in Form von Blogposts ermöglichen zu können. Die Idee dahinter war ähnlich wie bei Twitter: einen einheitlichen Rahmen für Texte schaffen, der die Aufmerksamkeit des Lesers auf den Inhalt lenkt, und gleichzeitig die Hürden in Form von technischen Voraussetzungen senkt.

So entstanden in den Jahren 2011 und 2012 erste Prototypen der Plattform Medium.com, und schließlich ging das Netzwerk im August 2012 online und hat seitdem einen ordentlichen Aufstieg hingelegt (basierend auf subjektiver Empfindung, denn offizielle Zahlen gibt es leider nicht).

Ein Artikel bei Medium.com kommt ohne viele gestalterische Elemente aus.
Ein Artikel bei Medium.com kommt ohne viele gestalterische Elemente aus.

Bedienkonzept: Minimalismus pur

Aber wie unterscheidet sich Medium.com im Detail von der Konkurrenz wie , Blogger, Tumblr und Co.? Ganz einfach: Minimalismus. Medium ist absolut auf das Nötigste reduziert. Der Fokus der Leser wird ganz klar auf den Inhalt gelenkt. Ein Post sieht prinzipiell immer gleich aus. In Sachen Formatierungen bietet Medium das Nötigste: Fettschreibung, Kursivierung, Überschriften und Links. Und abgesehen von Bildern im Text kann der Beitrag nur durch ein Header-Bild individualisiert werden. Neben einem Beitrag erscheint außerdem ein Avatar des Nutzers mit einem Kurztext. Das war es dann aber auch. Keine Themes, keine Plugins und keine Menüs!

Auch ein klassisches Backend, wie man es von anderen CMS-Systemen kennt, existiert bei Medium nicht. Ein kleiner Button mit fünf Menüpunkten ist das einzige Navigationselement auf der Seite. Von dort erreicht man bequem die Einstellungen bzw. das eigene Profil, den Link zu den eigenen Beitrags-Entwürfen, sowie den Link zum Verfassen neuer Beiträge. Außerdem gibt es mit „Activity“ und „Stats“ noch zwei Menüpunkte für Statistiken und Netzwerk-Funktionen von Medium.com.

Der Editor von Medium.com ist wie das Frontend absolut minimalistisch gestaltet.
Der Editor von Medium.com ist wie das Frontend absolut minimalistisch gestaltet.

Mehr braucht Medium aber auch gar nicht. Denn manchmal ist weniger ja bekanntlich mehr, und das ist bei Medium defintiv der Fall. Alle Schriftarten und Farben sind präzise aufeinander abgestimmt, und die Seite schafft einen begrüßenswerten einheitlichen Rahmen für die eigentlichen Texte. Das aufgeräumte und extrem minimalistische Bedienkonzept is am Anfang etwas befremdlich, man möchte es aber nach ein paar Tagen nicht mehr missen. Besonders gut umgesetzt sind auch die Responsive-Eigenschaften der Seite. Egal, ob auf Tablet, Smartphone oder Retina-Display, Medium sieht immer gut aus. Leider lassen sich auf mobilen Geräten noch keine neuen Beiträge verfassen.

Medium.com: Themen sind vielfältig jedoch größtenteils Englisch

Thematisch gibt sich Medium bisher sehr vielfältig, wie man es von einer Blogging-Plattform auch erwartet. Vom politischen Tagesgeschehen bis hin zu IT-Themen oder Reiseberichten findet sich alles in den Reihen von Medium. Eine Suchfunktion gibt es leider nicht. Artikel können zur Kategorisierung in mehreren, sogenannten „Collections“ abgelegt werden. Beispielhaft heißen solche Sammlungen zum Beispiel „Geek Empire“, „Look What I Made“ oder „Unforgettable Moments“. Durch die relativ strikte Zugangsbeschränkung für Autoren bei Medium.com (siehe weiter unten) ist die Qualität der meisten Beiträge bisher außergewöhnlich hoch! Prinzipiell können und sollen Nutzer auf Medium in beliebigen Sprachen schreiben, jedoch sind bisher englische Inhalte in der absoluten Überzahl.

Artikel auf Medium.com werden in „Collections“ kategorisiert.
Artikel auf Medium.com werden in „Collections“ kategorisiert.

Beta-Phase: So kommt ihr rein

Medium befindet sich momentan noch in einer geschlossenen Beta-Phase, das heißt dass derzeit nicht jeder einen Zugang erhält. Ähnlich wie im Nachtleben kann so eine „elitäre Zugangskontrolle“ auch dem Image der Marke zuträglich sein. Im Falle von Medium ist es in der Realität allerdings doch recht einfach einen Zugang zu erhalten. Nachdem man sich mit seinem Twitter-Handle und einer Mail-Adresse auf eine Warteliste setzen lässt, scheint jeder Antragsteller nach drei bis sechs Wochen Zugang zu erhalten.

Auch Profile auf Medium.com sehen relativ einheitlich aus. Bis auf ein Titelbild und einen Kurztext können die Nutzer nicht viel individualisieren.
Auch Profile auf Medium.com sehen relativ einheitlich aus. Bis auf ein Titelbild und einen Kurztext können die Nutzer nicht viel individualisieren.

Die Wartezeit lässt sich auch umgehen: Ein bestehender Medium-User kann andere Nutzer mit einem speziellen Link zur Kollaboration an einem Artikel einladen. Dort muss der Anwärter dann mindestens einen Kommentar hinterlassen. Wird dieser Artikel anschließend veröffentlicht, so erhält auch der Anwärter sofort einen vollwertigen Zugang. Der betreffende Artikel kann vom Autor danach sofort wieder gelöscht werden. Sicherlich nicht die feine Art, insofern der Artikel tatsächlich nur den Zweck hat, andere Leute einzuladen, aber für Leute, die es vor Neugierde nicht mehr aushalten, vielleicht ein passabler Weg.

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5 Antworten
  1. von Igor am 19.06.2013 (10:03 Uhr)

    mir persönlich gefällt das reduzierte Design und der Fokus auf das Wesentliche (Content) sehr.
    Schöne Zusammenfassung von euch zu medium.com. Ich habe mich vor paar Wochen auch dort angemeldet, habe den Zugang freigeschaltet bekommen, nachdem ich auf twitter höflich darum gefragt hatte. Und auch wenn medium.com in der Tat sehr englischlastig ist, darf gerne auch auf deutsch gebloggt werden. Wer möchte, darf gerne meinen ersten Versuch dort lesen. Habe auch gleich eine "German Gedanken" Collection eröffnet.
    https://medium.com/german-gedanken/acfa139469a4

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  2. von Moritz Stückler am 19.06.2013 (10:41 Uhr)

    Hey Igor,

    deinen Artikel und deine Collection hab ich auch während der Recherche gefunden! Lustig, dass du jetzt auch den Artikel entdeckt hast ;)

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  3. von Basti am 19.06.2013 (12:03 Uhr)

    Anfangs habe ich gar nicht gecheckt, dass es doch Kommentare gibt.
    Nachdem ich dann aber https://medium.com/about/5972c72b18f2 gelesen hatte, wurde mir das System klar und hat mich sehr überzeugt. Finde ich sehr innovativ und passend :)

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  4. von Igor am 19.06.2013 (13:36 Uhr)

    Hi Moritz,

    das Internet ist doch ein Dorf ;-)
    Und nochmals: wirklich toller Artikel über die Plattform!

    Grüße, Igor

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  5. von pashka am 19.06.2013 (17:10 Uhr)

    Freut mich das auch deutsche so langsam Zugang auf Medium.com haben. Wäre hier vill. Jemand so gütig und mich auch inviten? Habe sowohl Twitter als auch Email verifiziert. Aber seid Monaten! Keine Antwort bekommen.
    p.s. der Beitrag ist gut geschrieben und das wirklich schräge ist das ich vor ein paar Tagen nach genau so einem Beitrag auf t3n gesucht habe...echt gruselig ihn heute hier zu lesen #prism

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