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Einfach mal abschalten – mit Social Media produktiver am Arbeitsplatz

Auch wenn Unternehmen extensiv für ihre Kommunikation und Außendarstellung nutzen, gehen die eigenen Mitarbeiter meist leer aus. Denn innerhalb vieler Firmen ist der Zugang zu den sozialen Netzwerken gesperrt oder doch zumindest stark reglementiert. Ein Fehler, denn wenn euer Arbeitgeber den Zugang zu den sozialen Netzwerken frei gibt und die Nutzung während der Arbeitszeit erlaubt, könnt ihr dadurch sogar produktiver werden.

Einfach mal abschalten – mit Social Media produktiver am Arbeitsplatz

Das klingt vielleicht seltsam, denn einer der Hauptgründe für die Sperrung von Social Media am ist die Angst vor sinkender Produktivität der Mitarbeiter. Klar, wenn ihr stundenlang nur noch auf Facebook oder Google+ unterwegs seid, bekommt ihr eure Aufgaben - natürlich - nicht geregelt. Doch die meisten Arbeitnehmer sind durchaus in der Lage, verantwortlich mit ihrer Zeit umzugehen. Mit etwas Selbstdisziplin und einigen - selbst auferlegten - Regeln, könnt ihr Social Media am Arbeitsplatz nutzen, um eure Arbeitsergebnisse und eure Motivation zu steigern.

Pausen aktiv gestalten

Die Nutzung von Social Media am Arbeitsplatz kann den Kopf manchmal noch besser frei machen, als der Kaffeeplausch mit den Kollegen. (Foto: jan_krutisch / flickr.com, Lizenz: CC-BY-SA)

Ihr kennt das aus eigener Erfahrung: Nach ein oder zwei Stunden konzentrierter Arbeit ist eine Pause unvermeidbar. Oft wird dazu die berühmt berüchtigte Kaffeepause zu einem kurzen Tratsch mit den Kollegen genutzt. Das kann eine hervorragende Ablenkung sein. Doch ein Problem bleibt: Wenn ihr eure Kollegen nicht sehr gut kennt, werden die meisten Gesprächsthemen vermutlich arbeitsbezogen sein. Manchmal braucht ihr jedoch einen kompletten Kontext-Wechsel und müsst die Gedanken schweifen lassen, um danach wieder produktiv arbeiten zu können. Genau hier kommt Social Media ins Spiel.

Themenwechsel und Entspannung

Wenn ihr euch - zusätzlich zur üblichen Kaffeepause - über den Tag verteilt einige kurze Social Media Pausen gönnt, werdet ihr schnell feststellen, wie gut ihr dabei abschalten könnt. Denn in den sozialen Netzwerken kommuniziert ihr überwiegend mit euren privaten Kontakten. Dadurch gelingt euch das Umschalten vom Arbeits- in den Erholungsmodus problemlos. Dazu kommt: Die besten Ideen, Lösungen und neue Ansätze fallen euch immer dann ein, wenn ihr nicht direkt mit dem eigentlichen Problem beschäftigt seid. Genau das erreicht ihr durch eine Social Media Pause. Denn dort habt ihr mit anderen Inhalten als in eurem Job zu tun. Und wenn ihr eure Netzwerke aktiv dazu nutzt, für euch relevante Themen zu verfolgen, könnt ihr so auf ganz neue Gedanken kommen - was wiederrum eurer Motivation und Produktivität gut tut.

Produktiv durch Regeln

Doch der positive Effekt stellt sich nur dann ein, wenn ihr eure Social Media Pausen in Grenzen haltet und einige Regeln beachtet. Die wichtigsten sind dabei aus meiner Sicht:

  • Arbeitgeber - Stellt unbedingt im Vorfeld sicher, dass die Nutzung von sozialen Netzwerken zu privaten Zwecken während der Arbeitszeit wirklich erlaubt ist. Idealerweise gibt es dazu einen Passus in den internen Regeln - beispielsweise den Social Media Guidelines - oder in eurem Arbeitsvertrag, der das ausdrücklich regelt.
  • Browser - Dieser Punkt ist eigentlich nur dann ein Thema, wenn ihr an eurem Arbeitsplatz den Internet Explorer sechs verwenden müsst. Denn der ist alles andere als modern und kann Seiten wie Facebook und Google+ nur schlecht und mit extrem langen Ladezeiten darstellen. In diesem Fall solltet ihr bewusst die mobilen Seiten der Netzwerke aufrufen, diese sind deutlich schlanker und auch im Internet Explorer sechs halbwegs nutzbar.
  • Zeit - Natürlich müsst ihr euch auch zeitliche Grenzen für die Social Media Pausen setzen. 10, maximal 15 Minuten sind das Limit, länger solltet ihr nicht abtauchen. Denn dann besteht die Gefahr, dass euch das Umschalten in den Arbeitsmodus schwer fällt.
  • Kommunikation - Tut euch selbst einen Gefallen und haltet die Chat-Konversationen in den Pausen kurz oder vermeidet diese ganz. Wenn ihr erst mal mit einen längeren Chat begonnen habt, fällt es euch garantiert schwer, diesen abzubrechen und wieder an die Arbeit zu gehen. Am besten setzt ihr euren Chat-Status gleich ganz auf offline oder nicht erreichbar.
  • Themen - Achtet bewusst darauf, euch in den Pausen mit nicht arbeitsbezogenen Themen zu beschäftigen. Auch wenn euer Job euch erfüllt, die Pause ist dazu da, um den Kopf frei zu bekommen und abzuschalten. Das klappt nur, wenn ihr bewusst das Thema wechselt.
  • Spaß - Trotz - oder gerade wegen - all dieser Regeln: Genießt das Surfen in den sozialen Netzwerken. Denkt bitte daran: Viele Arbeitnehmer haben die Möglichkeit nicht oder nur mit großen Einschränkungen. Social Media Pausen sind daher durchaus ein Privileg - auch wenn sich das hoffentlich in absehbarer Zeit ändern wird.

Erlaubt euer Arbeitgeber Social Media am Arbeitsplatz? Dann freue ich mich über eure Erfahrungen.

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10 Antworten
  1. von Ino am 21.08.2012 (12:44Uhr)

    Ich darf alles private machen was ich möchte, solange meine eigentliche Arbeit nicht drunter leidet.

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  2. von Christian Müller am 21.08.2012 (12:47Uhr)

    @Svenja und Ani: Wie jetzt, ihr müsst? Ihr Armen ;-).

    @Ino: Das ist natürlich traumhaft. Ist das bei euch Standard im Unternehmen?

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  3. von Boris am 21.08.2012 (18:06Uhr)

    Hi,
    ich weiß wir sind in der Socialmedia-Welt und ich hänge auch ständig am Web, aber eine Socialmedia-Pause als Alternative zum Gespräch mit Kollegen oder einem Spaziergang in der Natur (Das grüne Ding da draussen!?)!? Sorry, aber ich würde SocialMediaPause verstehen als genau das: Weg von der Kiste!
    Nur mal so als kleine Perspektivkorrektur!
    Abgesehen davon gefällt mir der Artikel ;-)

    Gruß

    Boris
    PS: Und welcher Chef findet es gut, wenn Du alle 1-2 Stunden für 15 Minuten privat in Facebook und CO abhängst?. Das sind bei 8h workload mal eben 1 Stunde. Soll das nun Pausenzeit oder Arbeitszeit sein? Und wann mach ich eine echte Pause? Essen und mit Kollegen reden?

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  4. von Christian Müller am 21.08.2012 (18:10Uhr)

    @Boris: Wo habe ich denn geschrieben, dass die Social Media Pause jede Stunde statt finden und die Pause mit den Kollegen oder die Runde an der frischen Luft ersetzen soll?

    Darum geht es doch gar nicht. Die Social Media Pause ist - im Rahmen der im Artikel genannten Regeln - eine Alternative zur klassischen Pause die immer dann zum Tragen kommt, wenn ein kompletter Kontextwechsel angesagt ist.

    Von "die beste aller Pausen" - überspitzt formuliert - habe ich nichts geschrieben.

    Gruß,
    Christian

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  5. von Boris am 21.08.2012 (18:31Uhr)

    Naja, vielleicht hab ich mir das zwischen den Zeilen ja ein bisschen so rausgelesen...
    Also einfach die Kollegen und den Park draussen nicht vergessen. Und klar SocialMedia ist auch mal (!) ein geeigneter Kontextwechsel.

    Gruß

    Boris

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  6. von Martin am 22.08.2012 (07:43Uhr)

    So euphorisch würde ich das nicht sehen wollen. Auch hier wird wieder ein Bild vom Menschen gezeichnet, der sich völlig unter Kontrolle hat und logisch/ökonomisch handelt. Der ganze Vorschlag steht und fällt mit der Selbstverantwortung der Mitarbeiter und ich kann gut nachvollziehen, dass sich Mitarbeiter und Unternehmen nicht leicht tun, dafür Grenzen zu stecken. Nichtsdestoweniger wäre das ein großer Vertrauensbeweis seitens des Unternehmens.
    Ich würde mal als Gegenthese behaupten, dass das nicht so ist. Zumindest in der Mehrzahl der Fälle. Viel sinnvoller ist es aus Unternehmenssicht, die Mitarbeiter anzuhalten, die sozialen Netzwerke für berufliche Angelegenheiten zu nutzen (Recherche, Kontaktaufnahme, etc.) - ich sehe ein, dass die Grenze fließend ist. Aber eine Social Media Pause als Alternative zum physischen Gespräch oder der berühmten Pausenzigarette - naja ...

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  7. von Christian Müller am 22.08.2012 (07:50Uhr)

    @Martin: Das die Social Media Pause nur funktioniert, wenn sie die Mitarbeiter an die beschriebenen Regeln halten, habe ich ja auch im Artikel dargestellt. Sicher ist diese Art der Pause nicht die Patentlösung und - wie ich bereits als Antwort auf Boris geschrieben habe - auch nicht immer als Alternative zur Kaffeepause mit den Kollegen geignet. Doch wenn ein Mitarbeiter ganz bewusst auf andere Gedanken kommen will, kann eine Social Media Pause durchaus sinnvoll sein und die Produktivität steigern.

    Sicher muss das Unternehmen dafür Vertrauen in seine Mitarbeiter setzen. Doch das ist - aus meiner Sicht ohnehin wichtig und sollte eigentlich die Grundlage für ein gutes Arbeitsverhältnis und eine gute Arbeitsatmosphäre sein. Dass es in der Praxis teilweise anders aussieht, ist mir klar. Gut finden muss ich es deshalb nicht.

    Gruß,
    Christian

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  8. von Melissa am 22.08.2012 (15:55Uhr)

    Ich arbeite in einer Internetagentur und hab die Erfahrung gemacht, dass ich in den Pausen gerne in sozialen Netzwerken unterwegs bin, selbst wenn ich beruflich schon den ganzen Tag damit zu tun habe.

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  9. von Gepard am 23.08.2012 (03:30Uhr)

    Aus meiner Erfahrung ist es nicht nur wichtig womit man seine freie Zeit ausfüllt, sondern auch wie. Mir ist aufgefallen, dass z. B. eine Kommunikation über Facebook anstrengender ist als eine ähnliche im realen Leben. Dort erschließen sich viele unterschwellige Informationen direkt durch Mimik, Tonalität und Gestik. Das vor allem unbewusst und nicht anstrengend mit dem Verstand. Mit Übung ist das Unterbewusstsein zwar auch bei reinen Texten ganz gut, aber selbst wenn man jemanden kennt, fehlen oft noch zu viele Informationen um genug zu verstehen.

    Wenn man sich die Frage stellt, ob sein Verhalten in der Situation überhaupt eine gute Steategie ist, sein Ziel vom Abschalten und Entspannen zu erfüllen kommt evtl. noch die Frage auf, welches Ziel man sich gesetzt hat.

    Wer sich nicht vorstellen kann, das zwischen einer Pause am Rechner/Smartphone und in der Natur oder Stadt stark unterschiedlich anfühlt, kann ja mal für sich schauen, wie es sich anfühlt, wenn er es eine Woche lang ausprobiert. Einfach mal auf das Zeitgefühl achten.

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  10. von princessCH am 24.09.2012 (16:45Uhr)

    Sehr interessanter Artikel, wobei ich zustimmen würde, dass es nicht nur Social Media Pausen geben muss, sondern auch reale im echten Leben. Sich zwischendurch Zeit nehmen, um seine Accounts durch zugehen ist in Ordnung, aber man muss auch mal weg vom PC und bewusst Zeit ohne die Sozialen Medien erleben. Die Mischung machts, würde ich behaupten. Denn man kann sich auch Freunde von Sozialen Medien im real life treffen und dies auchbewusst geniessen.

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