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Einsteigerguide fürs Silicon Valley: Das müsst ihr wissen

Für Gründer und Entwickler ist das immer eine Reise wert: Das Leben im Tech-Hotspot bringt zahlreiche neue Kontakte, Eindrücke, Erkenntnisse und Blickweisen mit sich. Auch wenn ihr hier nicht gründen wollt – schaut doch mal rüber! Wir geben euch Tipps für die Planung und zeigen euch, worauf ihr in Bezug auf Vorbereitung, Hürden und Kosten achten müsst.

Einsteigerguide fürs Silicon Valley: Das müsst ihr wissen

Bester Ausgangspunkt: San Francisco!

Immer mehr Startups zieht es aus dem Silicon Valley nach San Francisco - was sich leider auch an den Mietpreisen zeigt.

Seit September 2012 berichtet t3n.de von San Francisco aus über Gründer- und Startup-Themen im Silicon Valley. Dabei haben wir auch sehr praktische Erfahrungen gesammelt, wie man hier am besten anfängt und in die Szene hineinkommt. Die beste Basisstation für eine Reise ins Silicon Valley ist San Francisco: Hier tobt nicht nur das Leben, sondern auch immer mehr Startups und Tech-Unternehmen verlagern ihren Standort hierher.

Tipps für die Planung

Treffen vorab planen!

    • Wenn ihr nur für kurze Zeit oder für eine Konferenz kommt: Organisiert einige Treffen bereits von Deutschland aus! Zwar entwickelt sich hier vieles spontan, einige gezielte Treffen werden euch aber vor Ort weiterhelfen und die Zeit ist schnell vorbei. Am besten pro Tag ein Treffen von Deutschland aus vorbereiten, um das ihr dann spontane Begegnungen herumbauen könnt
    • Geht im Vorfeld alle eure deutschen Kontakte durch: Wer hat einen Bezug ins Silicon Valley? Die Bereitschaft hier, sich mit neuen Leuten zu treffen, ist extrem hoch. Aber nur dann, wenn man von gemeinsamen Bekannten per Mail vorgestellt wird. Versucht, schon von Deutschland aus so viel Bezug zum Silicon Valley wie möglich herzustellen.
    • Tragt euch in der Yahoo-Gruppe GABA-Stammtisch ein, einem losen Zusammenschluss von Deutschen in Kalifornien. Hier könnt ihr schon im Vorfeld nach günstigen Zimmern fragen oder euch Rat bei sämtlichen Themen holen, die euren Aufenthalt im Silicon Valley betreffen.

Erste Anlaufstellen

  • Eine erste Anlaufstelle für Startups ist zum Beispiel der German Silicon Valley Accelerator, der immer wieder deutsche Startups ins Silicon Valley holt. Bis zum 28.02. könnt ihr euch noch für das Sommer-Programm bewerben.
  • Der auf europäische Startups spezialisierte Accelerator blackbox bietet mit Blackbox Connect regelmäßig zweiwöchige Kurse für Gründer an, bei denen ihr viel lernt und euch wichtige Menschen vorgestellt werden.
  • Herkunft verbindet: Deutsche Gründer im Valley sind eine gute Möglichkeit, um hier erste Kontakte zu knüpfen. Die Bereitschaft, sich weiter zu helfen, ist hoch. Startups mit deutschen Gründern oder einer Niederlassung vor Ort sind zum Beispiel: Jimdo, KeepSafe, Startup Compass, HitFox
Trip ins Silicon Valley: So schön ist es bei Blackbox. Die Zimmer werden auch über AirBnb vermietet.

Tipps vor Ort

Netzwerk aufbauen

  • Die Stadt ist voller Veranstaltungen! Um Kontakte zu knüpfen bieten sich vor allem sogenannte Meetups an, die ihr auf Meetup.com einsehen könnt. Für Gründer sind zum Beispiel die Gruppen SF Entrepreneurs & Startups und StartUP Product Talks in San Francisco spannend. Bei vielen Meetups bekommt ihr außerdem Gelegenheit, mal in die Büros von Tech-Startups wie Yelp reinzuschauen.
  • Der Newsletter StartupDigest informiert euch über sämtliche interessanten Startup-Events in und um San Francisco. Ebenfalls gut: Plancast
  • Für Entwickler sind die zahlreichen Hackathons eine erste Adresse. Hier lernt man nicht nur spannende Leute kennen, sondern sieht auch gleich, wie sie denken und arbeiten. Viele Startups und Gründerteams haben hier zusammengefunden. Eine Auflistung findet ihr hier.
  • Traut euch Menschen anzusprechen! Ihr werdet hier kaum jemals ein zurückweisendes Wort hören (und nehmt anschließend etwas von der Offenheit wieder mit nach Deutschland mit!)

Arbeiten

  • Coworking Spaces: In San Francisco gibt es mehrere Coworking Spaces, in denen ihr arbeiten könnt. Sie sind nicht so günstig wie in Berlin, aber oft bekommt ihr den ersten Tag kostenlos – also einfach öfters mal wechseln! Beispiele: pariSoma und Sandbox Suites. In Mountain View gibt es außerdem das „Hacker Dojo“: lustig, gemütlich, kostenlos. Wollt ihr mit eurem Startup herkommen, könnt ihr versuchen, in einem der vielen Startup Labs unterzukommen.
  • Man kann in San Francisco wunderbar in Cafés arbeiten: Viele sind perfekt dafür ausgelegt und mit unzähligen Steckdosen, kleinen Tischen und natürlich WIFI ausgestattet. Beispiele: Ritual Roasters, Stanza, Epicenter Café, Sugarlump, The Creamery (hier sollen viele VCs rumsitzen)

Praktisches

Visum

  • Wer für 90 Tage oder weniger einreisen will, kommt mit einer ESTA-Reisegenehmigung aus, die sich recht kurzfristig besorgen lässt
  • Bei längerer Einreise wird ein Visum benötigt, für dessen Beantragung man etwas mehr Zeit benötigt

Kleidung

  • Kleidungsmäßig solltet ihr euch für das Zwiebelprinzip entscheiden. San Francisco ist meist sonnig, manchmal aber auch recht windig, abends wird es kühl und in manchen Stadtteilen herrscht beständiger Nebel, so dass Temperaturen auch mal empfindlich abfallen.

Wunderschön, aber auch mal neblig, windig und abends kühl: San Francisco.
Wohnung:

  • Die Wohnungssituation ist aktuell äußerst problematisch: Unter 1000 Euro pro Monat für ein nettes WG-Zimmer wird es schwierig. Viele Menschen bieten hier Zimmer über AirBnb an. Wenn ihr länger als ein paar Wochen bleibt, wird es über Craigslist günstiger. Dafür müsst ihr allerdings vor Ort sein und etwas Zeit mitbringen, um auf Anzeigen sofort zu reagieren und direkt zur Wohnungsbesichtigung vorbei zu kommen.
  • Das Startup-Zentrum ist der Stadtteil SoMa. Wenn ihr viele Veranstaltungen und Startups besuchen wollt, haltet euch in die Nähe dieses Stadtteils.
  • Mithin die billigsten Zimmer werdet ihr im Stadtteil „Tenderloin“ bekommen. Und das hat seinen Grund. Versucht es lieber woanders mit dem Wohnen.
  • Ist euch Sonne wichtig? Dann wohnt lieber nicht zu westlich, es gibt in San Francisco eine magische Nebel-Grenze und viele Micro-Klimata, was mit den zahlreichen Hügeln zusammenhängt.
  • Bei der Wahl eures Stadtteils kann euch diese Karte behilflich sein: Moving to San Francisco

Essen

  • San Francisco ist kulinarisch ein Traum, allerdings nicht gerade günstig. Viele Meetups und Veranstaltungen besuchen macht auch in dieser Hinsicht Sinn: Hier könnt ihr euch durchfuttern.
  • Wenn ihr selber kocht, geht im mexikanischen Teil des „Mission District“ einkaufen: Unendlich viel Gemüse für wenig Geld.

Transport

  • In San Francisco braucht man nicht unbedingt ein Auto, sofern man nicht erwartet, ein ähnlich zuverlässiges Bus-System wie in Deutschland vorzufinden. San Francisco ist eine ausgesprochene Fahrradstadt, legt euch lieber ein Fahrrad zu (nur die Hügel nerven manchmal). Teuer sollte es aber nicht sein, die Chancen stehen groß, dass Teile davon auch mal geklaut werden. Ins Silicon Valley kommt man in die meisten Orte mit dem Zug "Calltrain". Schneller geht es natürlich mit Mietwagen, einem der unzähligen Carsharing-Angebote oder Zipcar.
Viele nette Cafes laden in San Francisco zum Arbeiten ein und sind meist gut dafür ausgstattet.

Internet

  • Die meisten Cafes hier haben Wifi Hotspots. Wer mobilen Internetzugang möchte, braucht einen Handyvertrag, eine Prepaidkarte oder einen mobilen Hotspot. Kosten liegen bei etwa 100 $ für die Hardware. + 50 $ für einen Monat. Mitgebrachte Smartphones müssen sogenannte Dual- oder Tri-Band Handys sein.

Kostenüberblick:

  • Wohnung: rund 1.000-1.500$ für ein gutes WG-Zimmer, ab 2.000$ für ein Studio
  • Krankenversicherung: 500-600$, wenn man hier lebt
  • Essen/Trinken auswärts: €-Betrag x 2 im Vergleich zu Berlin
  • Monatskarte öffentliche Verkehrsmittel: 85$
  • Übergepäck beim Zurückfliegen: 100$
  • Dazu kommen Kultur, Mietauto, Eintrittspreise für Veranstaltungen etc.: Viele gehen davon aus, dass man etwa 4000$ pro Monat braucht, um hier entspannt mit netter Wohnung und Auto leben zu können. Es geht aber natürlich auch reduzierter.

Die Tipps sind in Zusammenarbeit mit anderen deutschen Gründern entstanden, die hier eine Zeitlang gelebt haben; vielen Dank insbesondere an Christian Graf!

Ergänzt gerne weitere Tipps und Tricks für die Reise ins Silicon Valley in den Kommentaren.

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Ein Service von t3n, in Kooperation mit Narando.
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