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E-Commerce

Der Einzelhandel schlägt zurück: Dieses Plugin kapert Amazon und schlägt Buchläden in der Nähe vor

    Der Einzelhandel schlägt zurück: Dieses Plugin kapert Amazon und schlägt Buchläden in der Nähe vor

Bookindy. (Foto: bookindy.com)

Eine Browser-Erweiterung aus England zeigt Amazon-Nutzern an, bei welchem Laden aus der Nachbarschaft sie ein gewünschtes Buch auch bekommen können – und was es dort kostet. Ein Konzept, von dem auch der hiesige Einzelhandel lernen könnte.

Bookindy: Der Buchladen aus der Nachbarschaft statt Amazon

In den letzten Jahren haben immer mehr Menschen ihre Waren im Internet statt im stationären Handel gekauft. Eine besondere Stellung nimmt dabei Amazon ein: 2013 soll der US-Händler ein Viertel des gesamten Online-Handels in Deutschland verantwortet haben. Das geht aus einer Studie des Fachmagazins Buchreport hervor. Noch krasser sieht es im Buchsegment an sich aus. Der Bundesverband der Deutschen Versandbuchhändler schätzt, dass mehr als 80 Prozent des Online-Buchhandels von Amazon kontrolliert werden.

Gerade für kleine Buchhandlungen ist diese Entwicklung durchaus existenzbedrohend. In England versucht ein Entwickler-Team, diesen Trend jetzt mit einer Chrome-Erweiterung namens Bookindy zu stoppen. Das Prinzip der Erweiterung ist schnell erklärt: Wann immer ihr euch ein Buch auf der britischen Amazon-Seite anschaut, schlägt euch Bookindy einen Buchladen in eurer Nähe vor und zeigt, wie viel ihr dort für das Buch bezahlen müsstet.

Browser-Erweiterung: Bookindy zeigt britischen Amazon-Nutzern, wo sie ihre Bücher auch im Laden kaufen könnten. (Screenshot: Bookindy)
Browser-Erweiterung: Bookindy zeigt britischen Amazon-Nutzern, wo sie ihre Bücher auch im Laden kaufen könnten. (Screenshot: Bookindy)

Bookindy: Konzept würde in Deutschland nur mit Einschränkungen funktionieren

Aufgrund von Mengenrabatten und der enormen Marktmacht von Amazon sind die Bücher im Laden um die Ecke zwar nicht unbedingt immer günstiger, aber die Erweiterung richtet sich letztlich natürlich auch an Menschen, die den Handel vor Ort bewusst unterstützen wollen. Briten, die das vorhaben, können das gewünschte Buch dank einer Kooperation mit dem lokalen Online-Shopping-Portal hive auch direkt bestellen und müssen daher nicht auf den von Amazon gewohnten Komfort verzichten.

Alleine schon aufgrund der Buchpreisbindung könnte eine Erweiterung wie Bookindy in Deutschland nicht so funktionieren wie im Vereinigten Königreich. Trotzdem könnten natürlich auch hiesige Händler von dem Konzept lernen. Immerhin würde man es interessierten Käufern einfacher machen, den Buchladen an der Ecke zu unterstützen. Ob das allerdings tatsächlich einen merklichen Einfluss auf das Kaufverhalten deutscher Leser hätte, lässt sich schwer einschätzen. Aber wer auch in ein paar Jahren noch bei dem Händler im eigenen Viertel einkaufen will, kann natürlich auch ohne Chrome-Erweiterung dort vorbeischauen.

In diesem Zusammenhang könnte euch auch Martin Weigerts Kolumnenbeitrag „Der Niedergang des stationären Handels ist ein neuer Anfang“ interessieren.

via techcrunch.com

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6 Reaktionen
Jürgen Schulze

Für mich ist Amazon gestorben.

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Marc Gutt

So gesehen ein nettes Plugin, aber schlussendlich stärkt man Amazon eine Hauptplattform für Bücher zu bleiben.

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Andreas H.
Andreas H.

Ardennenoffensive 1944..

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pfenya
pfenya

Ein interessanter Ansatz in dem Bereich ist sicherlich für den deutschen Buchhandel das Portal https://www.buchhandel.de. Die lokalen Buchhändler können sich registrieren und ich als Käufer kann einen Buchhändler in meiner Nähe auswählen, bei dem ich dann das Buch (oder auch eBook) kaufe und der Erlös geht in großen Teilen an den Händler, da alles über den Börsenverein organisiert ist.

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Lektorenverband

Genau das war auch mein Gedanke! Leider ist buchhandel.de weit weniger in den Köpfen der Käufer (und Suchmaschinen) verankert als Amazon. Aber ein guter Ansatz!

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Nichts wirklich neues
Nichts wirklich neues

Ob und wo Produkte in der Nähe lieferbar sind will ich schon ewig. Bücher, Zahncremes, was man so braucht, Lieblings-Bier,... Oft auch sind Produkte bei Discounter-Aktionen billiger als Online. Online ist nicht immer billiger.

Die verschiedenen Warenwirtschaften darf man oft wohl aber nur mit Lizenz auslesen. Damit erledigt sich das oft schnell und der kleine Händler kriegt keine kostenlosen Software-Extensions oder gar komplette Apps von Kunden.
Kleine Händler haben keine endlosen Taschen um für IT-Kleinprojekte Millionen auszugeben so wie es bei Großkonzernen und ihren Fail-Projekten oft passiert.

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