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Analyse

Elektromobilität: Das sind die hochfliegenden Pläne der Autohersteller

Trotz ramponierten Images auf Hochglanz poliert: Auch auf der diesjährigen IAA zeigen sich die deutschen Hersteller von ihrer Schokoladenseite. (Foto: Ekkehard Kern)

Sie schmeißen mit Superlativen um sich und bieten nett anzusehende Lichtshows: Auf der IAA in Frankfurt wollen BMW, Volkswagen, Mercedes & Co. zeigen, dass sie gut für die Zukunft aufgestellt sind.

Das Auto der Zukunft werde wieder ein Volkswagen sein, sagte Herbert Diess, der Chef der Marke Volkswagen, heute Morgen auf der IAA. Nicht überliefert ist hingegen, ob diese Ansage als Angebot oder eher als Drohung gemeint war.

Fest hingegen steht: Am ersten Tag der Automobilmesse rückten die großen Anbieter der Branche ihre neuen Produkte anhand aufwändiger Präsentationen und knackiger Sounds ins rechte Licht. Das Thema Diesel wurde weitestgehend ausgespart, stattdessen wollte man die versammelte Presse auf das vielgepriesene Auto der Zukunft einschwören, von dem es mittlerweile immerhin zumindest jede Menge Entwürfe gibt.

Marke Volkswagen: I.D-„Familie”

Volkswagen, auch das erzählt Herbert Diess, setzt auf seine schon länger angekündigte I.D.-Familie, deren intelligente Steuerung das Betriebssystem VW-OS übernehme und deren Mitglieder, VW I.D., I.D. Crozz und ID-Buzz, im Internet der Dinge „eigene Persönlichkeiten” werden sollen, wie es heißt.

Bis 2025 will der Konzern angeblich 23 reine Elektroautos bauen und endlich „die Zukunft in Serie bringen”, wie Diess anmerkte. Grundsätzlich, sagt er, habe Volkswagen vor, im Volumenmarkt zum „neuen Standard im Bereich E-Mobilität” zu werden. Ein Fahrzeug werde dann so viel kosten wie ein ähnlich ausgestatteter aktueller Golf Diesel.

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Audi setzt auf autonomes Fahren

Gleich nebenan hat Audi seinen Lichtpalast aufgebaut. Betont wurden hier besonders die Intelligenz künftiger Fahrzeuge und das pilotierte und autonome Fahren an sich. Da wäre zum Beispiel das SUV mit dem Namen Elaine, eine Weiterentwicklung des E-Tron-Sportback.

Das Level-4-Concept-Car hat einen Autobahn-Piloten bis 130 km/h integriert, der auf dem des neuen A8 (Level drei) basiert. Zugreifen kann das Fahrzeug auch auf die sogenannten „AI-Zones”. Einmal auf ihnen geparkt, kann der Computer über das Auto verfügen und es zum Beispiel zur nächsten Tankstelle fahren.

Noch neuer und futuristischer kommt hingegen der Audi Aicon daher, eine vollautonome Limousine, die angeblich irgendwann einmal 800 Kilometer Reichweite schaffen soll und alle intelligenten Systeme von Audi vereinigt, wie es heute heißt. Dieses Concept-Car, lobt Rupert Stadler, der Audi-Chef, sei dann ein Auto, das jede Verkehrssituation beherrsche. 2025, auch das verspricht er noch, solle jeder dritte ausgelieferte Audi mit einem Elektromotor ausgestattet sein.

Porsche: „Ungefilterten Fahrspaß” statt E-Mobilität

Bei der Konzernschwester Porsche hingegen kümmerte sich heute niemand so wirklich um Ökologie, dafür aber um „ungefilterten Fahrspaß”. Bei den vorgestellten Luxusmodellen Cayenne Turbo und 911 GT3 wurden Design und Power in den Mittelpunkt der Präsentation gestellt.

BMW: Bis 2025 25 elektrifizierte Modelle

Ein weitaus interessanteres Setting für seine Produktvorführungen, wenn nicht das originellste des Tages, lieferte BMW. Ihn, den Journalisten Hajo Schumacher, einen „selbsterklärten SUV-Skeptiker”, habe man bei BMW buchen wollen, um Konzernchef Krüger ein paar kritische Fragen zu stellen, erzählt man den versammelten Journalisten. Und der Mann ist natürlich gekommen.

Wirklich an die Substanz von BMW ging das Gespräch freilich trotzdem nicht, man kann es sich denken. Immerhin aber weiß man nun, dass Schumacher mit Krüger gemeinsam gefrühstückt hat, dass das erste Fahrzeug des BMW-Chefs ein Opel Kadett gewesen sein soll, und dass der Vorwurf der Mitgliedschaft im Autokartell den Münchener Hersteller angeblich „überrascht” habe.

Die gute Nachricht: Bis 2025 will BMW 25 elektrifizierte Modelle auf die Straße bringen, davon zwölf rein elektrisch, wie Krüger prognostizierte.

Die derzeit größte Priorität habe für den Konzern das Thema Elektromobilität, auf Platz zwei folge das Thema Digitalisierung an der Kundenschnittstelle, auf Platz drei das autonome Fahren, sagte der Chef.

Im „bunten Teil” der Präsentation, den ein schicker Werbefilm mit vielen urbanen Fahrzeugen eröffnet, stellt BMW dann seinen i3s vor, eine Modellvariante des beliebten i3. Besonders hervorzuheben, heißt es, sei die gesteigerte Motorleistung und die neue Fahrwerkstechnik.

Noch stolzer ist man auf das viertürige Gran-Coupé i Vision Dynamics, ein E-Mobil mit Concept-Car-Status, mit dem man zeigen wolle, „wie wir uns die Zukunft der Elektromobilität zwischen i3 und i8 vorstellen”. Mit ihm, philosophierte Krüger, elektrifiziere man „das Herz der Marke BMW”.

Bis 2020 sollen alle Modelle des Herstellers mit jeder verfügbaren Antriebsart ausgestattet werden können. So lautet der Plan.

Mercedes-Benz und Smart

Eine ähnliche Richtung schlägt Mercedes-Benz offensichtlich ein. Bis 2022, sagte Konzernchef Dieter Zetsche heute, wolle man für das gesamte Fahrzeug-Portfolio jeweils mindestens eine elektrische Variante anbieten. Mit Smart wolle man noch einen Schritt weiter gehen. So sei bis 2020 geplant, alle Modelle des Stadtfahrzeugs komplett auf E-Mobilität umzustellen.

Man brauche alle verfügbaren Antriebsformen, um die gesetzten Klimaziele zu erreichen, sagte der Chef. Und für die „Königsdisziplin” Stadtverkehr brauche es grundsätzlich neue Konzepte. Eines soll eine autonom fahrende Version des Smart sein, der seine Fahrgäste selbstständig findet, diese chauffiert und nachts Botendienste übernehmen könnte, wie die Vision es vorschlägt. Man wolle die Stadt der Zukunft durch eine neue Art der Mobilität bereichern, heißt es von Daimler.

Und ebenhier soll nicht nur Smart punkten, sondern auch Mercedes-Benz. Mit dem Concept-Car EQA wolle man zeigen, wie sich die eigene EQ-Strategie in die Kompaktklasse übertragen lasse. Das Elektro-Mobil besitzt je einen Elektromotor an der Vorder- und Hinterachse mit einer Systemleistung von über 200 Kilowatt. Über eine front- oder hecklastige Momentenverteilung des permanenten Allradantriebs lasse sich die Fahrcharakteristik verändern. Welches Fahrprogramm gewählt wurde, zeigt das Fahrzeug anhand eines virtuellen Kühlergrills.

Kombination von Brennstoffzellen- und Batterietechnik

Zudem wollte der Stuttgarter Hersteller mit Vorserienmodellen des neuen GLC F‑Cell „den nächsten Meilenstein auf dem Weg zum emissionsfreien Fahren” zeigen. Unter der Technologiebezeichnung EQ-Power soll weltweit erstmalig die gerade von Daimler als „innovativ” angesehene Brennstoffzellen- und Batterietechnik zu einem Plug-in-Hybrid kombiniert werden: Neben Wasserstoff, sagt Daimler, werde die rein elektrische Variante des SUV auch Strom „tanken“ können.

Mercedes-Benz präsentiert auf der IAA 2017 in Frankfurt mit dem Vorserienmodell des neuen Mercedes-Benz GLC F-CELL – „den nächsten Meilenstein auf dem Weg zum emissionsfreien Fahren“. (Bild: Daimler)

Das „intelligente Zusammenspiel”, wie der Konzern es nennt, zwischen Batterie und Brennstoffzelle sowie kurze Betankungszeiten sollen den GLC F‑Cell künftig zu einem „alltagstauglichen elektrischen Begleiter für die Langstrecke” machen. Mit 4,4 Kilo Wasserstoff an Bord produziere das Vorserienmodell genügend Energie für eine Reichweite von bis zu 437 Kilometern im NEFZ. Zusätzlich profitiere der Fahrer von einer Reichweite von bis zu 49 Kilometern im NEFZ aus der großen Lithium-Ionen-Batterie.

Opel geht es ruhig an

Bei Opel ist man, was die E-Modell-Entwicklung angeht, offensichtlich eher konservativ. Lediglich die Ankündigung, dass man in das SUV Grandland-X künftig den Plug-in-Hybrid-Antrieb des PSA-Konzerns einbauen wolle, war heute zu vernehmen. Dies sei ein „großes Beispiel” dafür, „welche Chancen für uns im PSA-Konzernverbund liegen”, sagte Michael Lohscheller, Chef von Opel, auf der IAA.

Disclosure: Die Reise unseres Autors zur IAA wurde von Daimler finanziert. Einfluss auf die Berichterstattung hat das nicht.

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