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Kolumne

Ende des Börsenbooms: Warum Google, Facebook und Amazon jetzt das Apple-Problem haben

    Ende des Börsenbooms: Warum Google, Facebook und Amazon jetzt das Apple-Problem haben

(Bild: Shutterstuck / Rawpixel.com)

Auch 2016 konnten Google, Facebook und Amazon wieder deutlich wachsen. An der Börse fielen die Kursgewinne jedoch moderater aus. Warum, weiß Nils Jacobsen in seiner Wall-Street-Valley-Kolumne.

 
2016, für viele in Zeiten von Donald Trump, dem Brexit und Prominenten-Toden das Horror-Jahr schlechthin, ist endlich Geschichte. So gefühlt schlecht 2016 gesellschaftlich verlaufen ist, so sehr war es für die Internet-Wirtschaft erneut ein Fabeljahr, das kurz vor der US-Wahl in einem historischen Triumphzug an der Wall Street gipfelte.

Im Spätsommer stellten mit Apple, Alphabet, Microsoft, Amazon und Facebook die großen Player der amerikanischen Internet- und Tech-Industrie die fünf wertvollsten Konzerne der Börsenwelt. Eine solche Demonstration der Stärke einer Branche aus einer Nation (mit tatsächlich nur zwei Standorten: dem Silicon Valley und Seattle) ist historisch einmalig, selbst wenn Facebook und Amazon in den letzten Wochen des Börsenjahres von Berkshire Hathaway und Exxon Mobil wieder von den Plätzen vier und fünf im globalen Börsenranking verdrängt wurden.

Internet-Trio Alphabet, Amazon und Facebook legt auch 2016 ein beeindruckendes Wachstum vor

Untermauert wurde der Börsenaufstieg von einem atemberaubenden Wachstum der Internet-Platzhirsche, bei dem Marktführer aus anderen Industrien nicht mithalten können. 
Google-Mutter Alphabet etwa konnte im vergangenen Quartal die Umsätze immer noch um 20 Prozent steigern – und das, obwohl der wertvollste Internetkonzern der Welt bereits 22,45 Milliarden Dollar erlöste. Die Nettogewinne legten sogar um 26 Prozent auf nunmehr 5,06 Milliarden Dollar zu.

Amazon, die Nummer zwei des Internets, konnte seine Umsätze im September-Quartal sogar um 29 Prozent auf enorme 32,7 Milliarden Dollar steigern, während die Gewinne – wenn auch auf deutlich ermäßigterem Niveau – um 218 Prozent auf 252 Millionen Dollar explodierten. 

Facebook, nach dem Börsenwert nur wenige Prozent hinter Amazon, konnte im jüngsten Quartal noch explosiveres Wachstum vorlegen: Die Umsätze des weltgrößten Social Networks wuchsen im September-Quartal um enorme 56 Prozent auf 7 Milliarden Dollar, während die Nettogewinne um 166 Prozent auf 2,38 Milliarden Dollar explodierten. Mehr Lametta war nie bei Internetkonzernen, zumal bei so hoch kapitalisierten!

Alphabet, Amazon und Facebook gelingen 2016 nur moderate Kurszuwächse

Doch so spektakulär das Wachstum in der Geschäftsentwicklung ausfiel, so komplett unspektakulär hat das Internet-Trio 2016 an der Wall Street performt: Amazon beendete das Börsenjahr mit einem Plus von knapp elf Prozent, Facebook legte lediglich zehn Prozent zu, während sich Alphabet-Aktionäre in den vergangenen zwölf Monaten gar nur über ein Mini-Plus von weniger als zwei Prozent freuen können – das ist weniger, als der US-Traditionsindex Dow Jones zugelegt hat (+ 14 Prozent), in dem Banken, Pharmakonzerne und Bauunternehmen für satte Kursgewinne sorgten.

Woran liegt die neue Langeweile der Internet-Flaggschiffe nun? Einerseits zahlen die hoch gewetteten sogenannten FANG-Aktien, zu denen neben Google-Mutter Alphabet, Facebook und Amazon auch Netflix zählt, das 2016 auch nur um acht Prozent zulegen konnte, für ihr furioses Vorjahr. Die Anteilsscheine von Facebook schossen 2015 um 37 Prozent, die von Alphabet um 50 Prozent, die von Amazon um astronomische 124 Prozent und die von Netflix sogar um 144 Prozent durch die Decke. 

Andererseits sind die hippen Internet-Vorzeigeunternehmen zwischen ihrem zwölften (Facebook) und 22. Unternehmensjahr (Amazon) an der Wall Street in eine neue Ära eingetreten: Nach den enormen Vorschusslorbeeren der vergangenen Jahre, in denen die Börsenbewertung nach fundamentalen Kriterien kaum zu rechtfertigen war, sind Alphabet, Amazon und Facebook 2016 in ihre ambitionierte Bewertung allmählich hineingewachsen.

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6 Reaktionen
Realistisch
Realistisch

Sponsor... Post "Nils ist Autor von „Das Apple-Imperium“, das 2014 erschienen ist."

Wenn so jemand Angst und Bange hat was mit seinem Imperium geschieht, muss man anscheinend aus Panik sowas verfassen.
Verkauft sich das iPhone nicht ≥90% des Umsatzes, bums geht es runter.
Amazon, Google haben aber nicht dieses 1 Produkt Abhängigkeit.
Bei Apple werden aktuell nur alte Produkte in ne neue Verpackung gesteckt mehr nicht.
Appleheinis die sich jedes neue Produkt kaufen egal ob Sinn oder Unsinn ist halt nicht genug,
sonstige warten halt ab bis in der Verpackung auch was neues ist und der Kauf auch einen Sinn beinhaltet.
Aber nach Schnee, Regen folgt irgendwann Mal die Sonne.

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Johannes
Johannes

Kein Wort zu den Auswirkungen von Paris oder derm Crash Anfang 2015 ... kein Wort zu anderen Riesen wie VW, der Deutsche Bank oder Samsung oder ganzen Ländern wie England oder Italien, geschweige den was die EZB oder FED für Auswirkungen haben ... Börse ist ein bischen mehr als nur die Performance zu bemängeln :)

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PeterGanz
PeterGanz

Früher waren die Beiträge von Herr Jacobsen - ich denke dabei an Maclife-Artikel - von inhaltlichen Fehlern durchsetzt, teilweise unfassbarer Humbug. Schön zu lesen, daß sich das mittlerweile geändert hat und der Autor sein ökonomisches Wissen verbessert hat.

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Carlo

Selten so ein Käse gelesen. :(

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Tristian
Tristian

Und was war doch gleich das "Apple-Problem", das jetzt alle haben?

Haben MS oder IBM das auch? Oder GM, Ford oder Exxon?

Und wieviel verdient ein Wallstreet-Kolumnist eigentlich monatlich?

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Freizeitcafe

Höher, schneller, weiter also. ABER: Irgendwann ist Schluss mit ewigem Wachstum. Dann muss man mit mehr Qualität- vor allem für die User punkten- falls diese nicht schon abgewandert sind. Noch fehlen die Alternativen. Doch wenn diese mal da sind, dann ist es egal welchen finanziellen Höhen Google, Apple, Facebook oder Amazon erreicht haben...

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