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Das Ende des Microbloggings: Twitter will 140 Zeichen-Limit aufbrechen

Das Ende des Microbloggings: Twitter will 140 Zeichen-Limit aufbrechen

Die Gerüchte, dass seinem bekanntesten Merkmal ein Ende setzt, verdichten sich. Intern arbeitet der Social Media-Dienst offenbar an einem Produkt, das längere Blogbeiträge zulässt.

Das Ende des Microbloggings: Twitter will 140 Zeichen-Limit aufbrechen
Twitter-Hauptquartier in San Francisco. (Bild: Flickr-Anthony Quintano / CC-BY-2.0)

Twitter als Blogging-Plattform

Das Feature, das Twitter von anderen Social Media-Plattformen unterscheidet und die Kommunikationsform so beliebt gemacht hat, soll bald Geschichte sein. Von mehreren Seiten ist zu hören, dass das Unternehmen an einem neuen Produkt jenseits des 140 Zeichen-Limits arbeitet.

Die Diskussion um die Aufhebung der 140 Zeichen-Beschränkung stand schon länger im Raum, Interimschef Jack Dorsey soll das Thema nun aktiv vorantreiben und leitet das Projekt „140 Plus“, berichtet das Wall Street Journal. Das Portal will längere Blogbeiträge zulassen und reagiert damit auf einen Trend bei Facebook und der Blogging-Plattform Medium.

Twitter begrüßt neue Nutzer. (Bild: 2nix Studio / Shutterstock.com)
Twitter könnte sich zur Blogging-Plattform weiterentwickeln – oder nur zehn Zeichen hinzufügen. (Bild: 2nix Studio / Shutterstock.com)

Mehr Zeichen für mehr Nutzer

Wie lang Beiträge auf in Zukunft sein dürfen, darüber sei man sich intern noch uneinig. Während einige das Limit nur um zehn Zeichen erhöhen sollen, können sich andere eine große Blogging-Plattform vorstellen, die auch monetarisiert werden kann.

Auf einen Strategiewechsel in Richtung Langform deuten einige Veränderungen im Produktmanagement des börsenotierten Unternehmens hin. Gemeinsam mit Google arbeitet Twitter außerdem an der Einbindung von Artikel von Nachrichtenportalen. Das stagnierende Wachstum bei den Nutzerzahlen zwingt die Geschäftsführung dazu, neue Produkte einzuführen. Das mögliche Ende des 140 Zeichen-Limits sorgt jedenfalls auf Twitter selbst für Aufregung. Während die einen glauben, dass die Beschränkung das Wachstum der Plattform behindere, fürchten andere um die Einzigartigkeit des Microbloggings.

Wie eine Abschaffung des 140 Zeichen-Limits die Plattform verändern könnte, hat t3n-Kolumnist Martin Weigert kürzlich analysiert.

via www.wsj.com

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4 Antworten
  1. von Marco Bunge am 30.09.2015 (08:23 Uhr)

    Ich kann einen Strategiewechsel seitens Twitter zum Teil nachvollziehen. Aber würde sich Twitter zu einer Bloggingplattform verwandeln, würde sich für mich jegliche Sinn einer Nutzung erübrigen.

    Denn ich habe bereits einen Blog. Ich habe ihn nach meinen Vorstellungen umgesetzt und kann ihn jederzeit um Features erweitern. Diesen Luxus würde ich nicht aufgeben wollen, auch wenn auf Twitter wohl die Vermarktung einfacher fallen würde.

    Zu dem gibt es bereits tolle Bloggingplattformen á la Medium, (o.g.), wordpress.com oder blogger.

    Wird jedoch das Zeichenlimit in einem verträglichen Maß (vlt. 20%) erhöht, würde ich diese Wandlung sehr begrüßen.

    Bis jetzt ist es aber nur Spekulation was zukünftig Twitters Strategie sein wird. Bis dahin bleibe ich gespannt.

    MfG

    Marco

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  2. von Sven Foligowski am 30.09.2015 (09:29 Uhr)

    Ich stimme Marco zu, schließlich ist es das Zeichen-Limit, dass Twitter von anderen Diensten abhebt. Wie lange sitzen wir teilweise da und überlegen wie wir unseren Text entsprechend kürzen, bzw. umschreiben und welche Wörter durch Zeichen ersetzt werden können. Unter anderem ist auch das ein Reiz von Twitter.

    Gleichzeitig ist gerade die Begrenzung eine teilweise unüberwindbare Hürde für viele Menschen, die sich mal mit Twitter vertraut machen wollen. Sie sind es durch Facebook nicht gewohnt auf 140 Zeichen beschränkt zu werden. "Was soll ich denn mit 140 Zeichen anstellen?" Solche Aussagen höre ich aus meinem Bekanntenkreis immer wieder. - Sei erfinderisch.

    Aber was die Welt momentan wirklich nicht braucht, ist ein weiterer Longread-/ Blogging-Dienst. Ich glaube auch nicht, dass eine Erhöhung der Zeichenzahl um 20% den gewünschten Erfolg bringen würde. Stattdessen sollte sich das Management lieber fragen, wie man das Alleinstellungsmerkmal als konkreten Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Diensten nutzen kann.

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  3. von Worte statt Zeichen am 30.09.2015 (13:04 Uhr)

    Wie schon damals geschrieben: Man sollte nicht Zeichen sondern Worte zählen. Chinesen können ja 140 Worte und wir nur 140 Zeichen verkünden.

    Davon abgesehen könnte man auch immer nur die ersten 140 Zeichen anzeigen und laden und wer den Langtext lesen will, kann das dann ja.

    Wurde nicht für Twitter-PMs von Support-Seiten schon auf 10,000 Zeichen angehoben damit man die User mit nervigen Standard-Texten aus dem Antwort-Email-Container abspeisen kann ?

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  4. von td00 am 30.09.2015 (20:35 Uhr)

    Die 140 Zeichen Begrenzung ist das was Twitter so attraktiv gegenüber den Diensten wie Facebook macht.
    Alle Infos die Ich brauche in max. 140 Zeichen zusammengefasst, wo gibt's das sonst?

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