t3n News Software

Endlich sicherer: WhatsApp führt starke Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ein

Endlich sicherer: WhatsApp führt starke Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ein

Passend zum fünften Geburtstag von haben die Macher eine neue Version ihrer veröffentlicht, die eine extrem sichere Ende-zu-Ende-Verschlüsselung einsetzt. Das verwendete Protokoll namens „TextSecure“ ist und genießt eine sehr hohe Reputation bei Experten.

Endlich sicherer: WhatsApp führt starke Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ein

WhatsApp wird sicher. (Quelle: © Petrik - Fotolia.com)

Whisper Systems: Edward Snowden lobt ihre Produkte

Whisper Systems lautet der Name einer 2010 gegründeten Firma, die sich auf Sicherheitslösungen im Mobile-Segment spezialisiert hat. Dahinter stecken die zwei erfahrenen, amerikanischen Sicherheitsexperten Moxie Marlinspike (der Name ist ein Pseudonym) und Stuart Anderson. 2011 wurde das Unternehmen von Twitter gekauft, und seitdem wurden die Produkte der Firma als Open-Source-Projekte frei zugänglich gemacht und von einer offenen Entwicklergemeinde unter dem Namen „Open Whisper Systems“ gepflegt. So auch deren Messenger-App „TextSecure“, die aktuell zu den sichersten Messengern gehört (was erst kürzlich wieder von der Electronic Frontier Foundation bestätigt wurde). Sogar Edward Snowden lobte im Rahmen einer seiner Auftritte die Produkte von Whisper Systems.

WhatsApp Messenger
Entwickler: WhatsApp Inc.
Preis: Kostenlos
  • WhatsApp Messenger Screenshot
  • WhatsApp Messenger Screenshot
  • WhatsApp Messenger Screenshot
  • WhatsApp Messenger Screenshot
  • WhatsApp Messenger Screenshot

WhatsApp-Nachrichten in der neusten Android-Version sind bereits verschlüsselt

Zum fünften Geburtstag von WhatsApp gab das Unternehmen nun relativ überraschend bekannt, dass in die neuste Android-Version der App die TextSecure-Verschlüsselung bereits integriert wurde. Das heißt dass jetzt schon hunderttausende oder Millionen Menschen verschlüsselte Nachrichten verschicken, ohne es bemerkt zu haben. Momentan werden nur reine Textnachrichten verschlüsselt. Gruppennachrichten und Multimedia-Inhalte sollen bald folgen, genau so wie eine entsprechende Implementierung in die iOS-Version von WhatsApp.

WhatsApp: Zumindest unter Android ab sofort einer der sichersten Messenger. (Quelle: WhatsApp)
WhatsApp: Zumindest unter Android ab sofort einer der sichersten Messenger. (Quelle: WhatsApp)

Sicherheit: WhatsApp schiebt sich ins Spitzenfeld der Messenger

WhatsApp gilt als größte Messenger-App weltweit und zählte im Oktober 2014 über 600 Millionen Kunden. In der Vergangenheit geriet WhatsApp oft in die Kritik weil bisher effektive Verschlüsselungs-Verfahren fehlten oder weil die verwendeten Methoden nicht genauer benannt, und somit nicht bewertet werden konnten. Mit der neuerlichen Kooperation mit Open Whisper Systems schiebt sich WhatsApp nun in Sachen Sicherheit an den meisten Konkurrenten vorbei an die Spitze des Messenger-Feldes in Sachen Sicherheit. Gerade nachdem WhatsApp seine Kunden vor wenigen Wochen mit den neuen „blauen Haken“ verärgerte, könnte das neue Verschlüsselungs-Feature einige Kunden wieder besänftigen und die Spitzenposition von WhatsApp im Messenger-Markt sichern.

TextSecure-Protokoll: Extrem sicher, sogar gegen Geheimdienste

Viele Nutzer werden WhatsApp weiterhin mit einem flauen Gefühl verwenden, immerhin gehört die Firma inzwischen zu Facebook – einem Unternehmen dessen Glaubwürdigkeit in Sachen Sicherheit in den letzten Jahren stark gelitten hat. Wenn die TextSecure-Adaption in WhatsApp identisch ist mit dem App-Vorbild, dann haben Facebook oder WhatsApp zukünftig keine Möglichkeit die verschickten Daten der Nutzer zu entschlüsseln – auch nicht mit rechtlicher Legitimierung durch Gerichte oder Geheimdienste.

Das Ende-zu-Ende-Verschlüsselungsverfahren von TextSecure ist gegen solche Man-in-the-Middle-Angriffe gefeit. Nur die Endgeräte verfügen über den richtigen Schlüssel, um Nachrichten zu dechiffrieren. Die Schlüssel werden außerdem mit nachweislich sicheren Chiffrier-Verfahren erzeugt und verfügen nur über eine geringe Lebensdauer. Selbst der extrem unwahrscheinliche Fall, dass ein Schlüsselpaar irgendwie decodiert werden kann, würde einem Angreifer damit nur helfen eine oder nur sehr wenige Nachrichten zu entschlüsseln, keinesfalls eine lange Konversation oder gar den gesamten Verlauf zwischen zwei Kontakten. Hunderprozentige Sicherheit gibt es aber freilich nie, solange der Code von WhatsApp der Öffentlichkeit verschlossen bleibt.

In einem Blogeintrag erzählen die Macher von Open Whisper Systems von der produktiven Zusammenarbeit mit dem WhatsApp-Team. Bereits seit sechs Monaten wird an diesem Feature gearbeitet. Die Standalone-Variante von TextSecure wird ganz normal weiter entwickelt, und soll sogar von der WhatsApp-Kooperation profitieren, da die Entwickler dabei gelernt haben, wie sie ihre App in Bereiche von mehreren hundert Millionen Nutzer skalieren können.

via www.heise.de

Vorheriger Artikel Zurück zur Startseite Nächster Artikel
6 Antworten
  1. von Polymorphin am 19.11.2014 (08:55 Uhr)

    "TextSecure-Protokoll: Extrem sicher, sogar gegen Geheimdienste" : DDDDD

    Da können die noch so viel Pseudoverschlüsselungen implementieren, wenn Geheimdiensten 1. von den großen Unternehmen wie Microsoft, Apple usw ein Hintertürchen mit integriert wird oder man einfach anfängt die Bildschirme überwachter Personen "abzufotografieren".

    Antworten Teilen
  2. von kujulian am 19.11.2014 (09:07 Uhr)

    Das ist die beste Nachricht aus der Telekommunikationsbranche diesen Jahres. Ich freu mich sehr, dass das Riesenunternehmen in Sachen Sicherheit endlich nachzieht. Nur die Transparenz innerhalb der App müsste noch hergestellt werden.

    Während Threema und andere, als deutlich sicherer eingestufte Messenger sich bis heute nicht durchsetzen konnte, wurde Whatsapp vom Datenfresser Facebook übernommen und konnte quasi legal Daten "stehlen" - besser noch: durch Nutzerdaten bezahlt werden (denn irgendwie müssen Firmen wie Whatsapp (free) ja Geld verdienen)... Nun war es wirklich höchste Zeit, dass etwas passiert und dieser Missstand, den die blinde Userschaft einfach verdrängt hat, behoben wurde. Ich hoffe man kann sich auf die Versprechungen und Verheißungen verlassen.

    Antworten Teilen
    • von Insomnia88 am 19.11.2014 (12:25 Uhr)

      Also ich nutze auch Whatsapp und bin bestimmt kein "blinder User" - das sind die Leute, die erst durch die Medien wissen, dass WhatsApp "unsicher" ist.
      Übrigens ist Whatsapp nicht free. Ich zahl bereits meinen Jahresbeitrag. Klar, durch die paar Cent finanziert sich das Tool auch auf Masse gesehen nicht, aber "free" ist es so nicht. Nur die ersten Monaten.

      Antworten Teilen
  3. von kujulian am 19.11.2014 (09:19 Uhr)

    Nachtrag:

    Man darf auch den wirtschaftlichen Aspekt der ganzen Unternehmung nicht vergessen: Whatsapp erarbeitet sich auf diese Weise schließlich einen Wettbewerbsvorteil gegenüber dem größten Konkurrenten WeChat - mit Sitz in China... Dank der starken Internetzensur dort, wird es wohl auch ein Wettbewerbsvorteil bleiben, der zumindest erstmal Alleinstellungsmerkmal bleibt.

    Antworten Teilen
  4. von Benedict am 20.11.2014 (00:51 Uhr)

    Das ist ja alles recht und gut, trotzdem hinterlässt die Mitteilung bei mir einen Beigeschmack.

    WhatsApp gehört ja zu Facebook, und das Geschäftsmodell von Facebook besteht daraus, unsere Daten zu verkaufen. Wenn die Nachrichten jetzt aber End-zu-End verschlüsselt werden, dann hat Facebook auch nichts mehr vom Nachrichtentext.

    Sie müssten sich also mit den Metadaten zufrieden geben. Das kann ich mir aber nicht so richtig vorstellen.

    Antworten Teilen
  5. von webentwicklung.rocks am 21.11.2014 (10:11 Uhr)

    Ich stimme da Benedict voll zu. Kann mir nicht wirklich vorstellen, dass die Daten dann auch für FB selbst nicht zugänglich sind bzw. denke da ist weiter irgendwie n Hintertürchen drin.
    Wäre interessant, wenn das Thema durch entsprechende Experten näher beleuchtet würde...

    Antworten Teilen
Deine Meinung

Bitte melde dich an!

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar schreiben zu können.

Jetzt anmelden

Mehr zum Thema WhatsApp
Kleinere und schnellere Android-Apps: Facebooks Tool zur Bytecode-Optimierung wird Open Source
Kleinere und schnellere Android-Apps: Facebooks Tool zur Bytecode-Optimierung wird Open Source

Facebook stellt seinen Bytecode-Optimierer für Android unter eine Open-Source-Lizenz. Das Tool soll die Größe der Facebook-App nicht nur um 25 Prozent verringert, sondern auch die Startzeiten um … » weiterlesen

Millionen Android-Apps für Chromebooks: Chrome OS erhält Zugriff auf den Google-Play-Store [Update]
Millionen Android-Apps für Chromebooks: Chrome OS erhält Zugriff auf den Google-Play-Store [Update]

Googles Chrome OS wird in Kürze einen wahren App-Regen erhalten, denn das cloudbasierte Betriebssystem bekommt Zugriff auf das komplette Angebot an Android-Apps per Google Play Store. » weiterlesen

Android-Apps für Windows 10: Microsoft gibt seine Android-Bridge nach wenigen Monaten auf
Android-Apps für Windows 10: Microsoft gibt seine Android-Bridge nach wenigen Monaten auf

Ende für das „Project Astoria“: Microsoft stellt seine Android-Bridge ein, weil zwei Technologien zu verwirrend seien. Das Portieren von iOS-Apps zu Windows 10 soll weiterhin vereinfacht werden. » weiterlesen

Alle Hefte Jetzt abonnieren – für nur 35 €

Kennst Du schon unser t3n Magazin?